Treiber für Push-Pull 12V?

Gast #931550
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich möchte mit meinem AVR eine Last von 100mA sowohl gegen Masse als 
auch gegen +12V schalten (Push-Pull). Der AVR läuft bei 3,3V (V_OH = 
2,3V, V_OL = 0,5V), die Schaltfrequenz ist <5kHz.

Ich hab mich im Artikel Pegelwandler umgeschaut, aber die dort 
vorgeschlagenen Treiber sind alle mehrkanälig und/oder passen nicht mit 
meinen Logikpegeln zusammen.

Mit welchen Teilen kann ich diesen Treiber zweckmäßigerweise aufbauen? 
Kann ich dafür ein FET-Paar wie den irf7389 verwenden (siehe Anhang)?

Grüße
Steffen
Angehängte Dateien:
Gast #931621
Lesenswert?

IRF7667? Das ist doch ein einfacher P-MOSFET, oder? Damit kann ich keine 
Gegentakt-Ausgangsstufe aufbauen, weil der N-Kanal fehlt.

Dafür habe ich eben den IRF7317 gefunden. N- und P-Kanal MOSFET mit R_DS 
(on) bei ~0,04 Ohm bei 2 V! Geht das?

Meine ursprüngliche Frage zielte aber auch darauf ab, wie man 
üblicherweise so einen Treiber aufbaut. Macht man das so, wie ich es mir 
gerade vorstelle oder gibt es da andere, einfachere Lösungen (wobei ich 
die hier schon ziemlich einfach finde)? Spricht etwas gegen diese Lösung 
mit den MOSFETs?

Steffen
Gast #931645
Lesenswert?

> IRF7667? Das ist doch ein einfacher P-MOSFET, oder? Damit kann ich
> keine Gegentakt-Ausgangsstufe aufbauen, weil der N-Kanal fehlt.

Benedikt meinte vermutlich den ICL7667.

> Dafür habe ich eben den IRF7317 gefunden. N- und P-Kanal MOSFET mit
> R_DS (on) bei ~0,04 Ohm bei 2 V! Geht das?

Ja. Bei hohen Frequenzen und Strömen würden bei direkter Ansteuerung
mit dem AVR die langen Schaltzeiten und die damit verbundenen
Schaltverluste stören. Von diesem Problem bist du aber mit 5kHz und
0,1A noch weit entfernt.
Gast #931664
Lesenswert?

Ach so: ICL7667, nicht IRF7667. Ich hab mir den Baustein gerade 
angeschaut. Das ist genau das, was ich suche! Allerdings finde ich ihn 
bei den einschlägigen Händlern nur als PDIP-8. Den IRF7317 finde ich 
auch als SOIC-8, was mir lieber wäre.

Hat der ICL7667 gegenüber dem selbstgestrickten Push-Pull-Treiber mir 
IRF7317 irgendwelche Vorteile (ich kann keine erkennen)?

Nochwas, der Eingang des N-Kanals im IRF7317 ist mit einer Kapazität von 
900 pF angegeben. Soll ich da einen Vorwiderstand einbauen?

Steffen
Gast #931738
Lesenswert?

Ich bin Endkunde, deshalb ist RS leider schlecht. Der Bereich der 
Ausgangsspannung (V_OL und V_HL) des MIC4424 sehen aber sehr interessant 
aus! Leider verfehlt er meine Vorgaben trotzdem knapp: V_IH sind 2,4 V, 
mein AVR garantiert aber nur V_OH = 2,3 V.

Aber falls Dir/Euch ein ähnlicher IC einfällt, nur heraus damit!

Spricht denn ansonsten etwas dagegen, den Push-Pull Treiber aus einem 
IRF7317 aufzubauen?
#931764
Lesenswert?

@ Steffen Hausinger (Gast)

>aus! Leider verfehlt er meine Vorgaben trotzdem knapp: V_IH sind 2,4 V,
>mein AVR garantiert aber nur V_OH = 2,3 V.

Mach dir mal nicht ins Hemd. Ausserdem sind das die akademischen Werte. 
Real macht dein AVR bei kleinen Lasten unter 10mA Locker 3V++, bei 3.3V 
Vcc.

>Aber falls Dir/Euch ein ähnlicher IC einfällt, nur heraus damit!

Ähnlcihe Typen gibts sicher bei Reichelt.

>Spricht denn ansonsten etwas dagegen, den Push-Pull Treiber aus einem
>IRF7317 aufzubauen?

Ja, der Aufwand.

Die Klassiker haben wir alle vergessen.

L6202
L297

Such mal bei reichelt nach driver und such dir den schönsten aus.

MFG
Falk
Gast #931785
Lesenswert?

Ich habe jetzt erst gelesen, dass du nicht VCC, sondern 12V schalten
möchtest. Dann geht das mit dem Doppel-MOSFET doch nicht ganz so
einfach, da du 12V am Gate des P-MOSFET brauchst, um diesen zu
sperren. Du brauchst also bereits einen Pegelwandler, um die MOSFETs
anzusteuern, was das Ganze etwas komplizierter macht.

Dabei tritt aber ein weiteres Problem auf: Wenn du beide Gates mit
demselben Signal ansteuerst, sind während des Schaltvorgangs beide
MOSFETs gleichzeitig leitend, was umso schädlicher ist, je länger das
Umschalten dauert.

Solche und andere Probleme sind bei den integrierten Treibern wie dem
ICL7667 schon gelöst.
Gast #931875
Lesenswert?

Falk, das hat doch nichts mit "ins Hemd machen" zu tun. Warum soll ich 
eine Schaltung unsauber aufbauen und hinterher die Fehler suchen? 
Womöglich kommt am Ende dann raus, dass es so nicht funktioniert und ich 
die Schaltung nochmal dimensionieren kann.

Ich schau mal bei Reichelt, was es da so gibt. SOIC-8 wäre schön, 
hoffentlich finde ich etwas passendes.

Yalu, kann ich den Ausgang meines AVR (OC) wie unter Pegelwandler 
beschrieben mit einem Pull-Up auf 12V ziehen? Damit sperrt der P-MOSFET 
sauber.

Das Problem mit dem Umschalten, wo für einen kurzen Moment beide 
Transistoren leiten, tritt aber doch immer auf und hat nichts mit dieser 
Pegelanpassung zu tun, oder?

Steffen
#931893
Lesenswert?

@ Steffen Hausinger (Gast)

>Yalu, kann ich den Ausgang meines AVR (OC) wie unter Pegelwandler
>beschrieben mit einem Pull-Up auf 12V ziehen? Damit sperrt der P-MOSFET
>sauber.

Pegelwandler sagt dir, warum es nicht geht.

>Das Problem mit dem Umschalten, wo für einen kurzen Moment beide
>Transistoren leiten, tritt aber doch immer auf

Nöö, nicht wenn die Schaltung gut gebaut ist.

MFG
Falk
Gast #931908
Lesenswert?

Okay, ich habe im Datenblatt des AVR nachgesehen und der Pin hat 
tatsächlich eine Schutzdiode. Den OC Ausgang stört das natürlich nicht, 
weil die Diode parallel zum Pull-Up Widerstand liegt.

Aus dem Artikel Pegelwandler kann ich das aber nicht rauslesen ("Am 
einfachsten geht das mit einem Open Collector Ausgang, einfach einen 
Pull-Up hinzufügen (an die hohe Spannung) und fertig."). Was aber 
drinsteht, ist, dass die Schaltgeschwindigkeit verringert wird. Na gut, 
diese Lösung ist also nicht optimal.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren