Hallo,
wenn man aus einem Single Endet Signal (Zo 50 Ohm) mittels Trafo (1:1
Widerstandsverhältnis) ein Differenzielles Signal generiert, beträgt IMO
die Impedanz durch den Trafo gesehen nur noch 100 Ohm. Muss man die Diff
Signale direkt nach dem Trafo mit je 50 Ohm terminieren und am Ende
nochmals? Kann man sich diese Terminierung sparen, wenn man einen 1:2
Trafo verwenden? Spielt es eigentlich eine Rolle die Diff Signale mit
100 Ohm Gegeneinander oder mit 50 Ohm gegen Vtt zu terminieren?
Gruss Samuel
@ ----- (Gast)
>wenn man aus einem Single Endet Signal (Zo 50 Ohm) mittels Trafo (1:1>Widerstandsverhältnis) ein Differenzielles Signal generiert, beträgt IMO>die Impedanz durch den Trafo gesehen nur noch 100 Ohm.
Nöö, es ist ja ein eine 1:1 Trafo. Es ändert sich bestenfalls der
Massebezug.
> Muss man die Diff>Signale direkt nach dem Trafo mit je 50 Ohm terminieren und am Ende>nochmals?
Welcher ADC wird über einen Trafo angeschlossen? Solche Trafos (Baluns)
nutzen nur die Funker.
> Kann man sich diese Terminierung sparen, wenn man einen 1:2>Trafo verwenden?
Die Terminierung hängt auch vin der SIgnalrichtung ab (unidirektional
oder bidirektional). Siehe Wellenwiderstand.
> Spielt es eigentlich eine Rolle die Diff Signale mit>100 Ohm Gegeneinander oder mit 50 Ohm gegen Vtt zu terminieren?
Kommt auf den Standard an. (P)ECL gegen Vtt, LVDS gegeneinander.
MFG
Falk
Gruss Samuel
Hallo Falk,
> Nöö, es ist ja ein eine 1:1 Trafo. Es ändert sich bestenfalls der> Massebezug.
Bin mir da eben nicht ganz sicher, da das Signal nach dem Trafo
differentiell ist, also 2 * 50 Ohm. Finde leider nichts darüber im Netz.
> Welcher ADC wird über einen Trafo angeschlossen? Solche Trafos (Baluns)> nutzen nur die Funker.
Der ADC dient hier mit seinem Diff Eingang und internem Bias nur als
Beispiel. Die Frequenz soll überrigens 1.5 GHz betragen.
> Die Terminierung hängt auch vin der SIgnalrichtung ab (unidirektional> oder bidirektional). Siehe Wellenwiderstand.
Da habe ich mich unklar ausgedrückt. Ich meine eigentlich nur die
zusätlichen Widersände nach dem Trafo. Ich kenne mich eingermassen mit
der Thematik "Wellenwiderstand" aus, nur bin ich mir nicht sicher, wie
sich der Trafo auf die Impedanz auswirkt.
> Kommt auf den Standard an. (P)ECL gegen Vtt, LVDS gegeneinander.
In meinem Beispiel ist das Signal frei von einem Bias (AC gekoppelt),
daher vermute ich, dass die Art der Terminierung egal ist. Siehe ich das
richzig?
@ ----- (Gast)
>Bin mir da eben nicht ganz sicher, da das Signal nach dem Trafo>differentiell ist, also 2 * 50 Ohm. Finde leider nichts darüber im Netz.
Dann musst du eine Anpassung machen, mit einem Trafo und einem
Übersetzungsverhältnis von Wurzel(2), denn es gilt
>Beispiel. Die Frequenz soll überrigens 1.5 GHz betragen.
Ein reiner Sinus? Oder ein schmalbandiges Signal um 1.5GHz? Oder
breitbandig bis 1.5GHz?
>der Thematik "Wellenwiderstand" aus, nur bin ich mir nicht sicher, wie>sich der Trafo auf die Impedanz auswirkt.
Siehe oben.
>In meinem Beispiel ist das Signal frei von einem Bias (AC gekoppelt),>daher vermute ich, dass die Art der Terminierung egal ist. Siehe ich das>richzig?
Kommt drauf an. Ein Analogsignal hat keine Vtt. PECL kann auch
AC-gekoppelt sein.
MfG
Falk
> Dann musst du eine Anpassung machen, mit einem Trafo und einem> Übersetzungsverhältnis von Wurzel(2)
Wurzel(2)? Von wo hast du diese Formel, Link?
> Ein reiner Sinus? Oder ein schmalbandiges Signal um 1.5GHz? Oder> breitbandig bis 1.5GHz?
Die Frequenz erstreckt sich von 80 MHz bis 1500 MHz. Die Form des
Signals kann ein Rechteck sein. Der Trafo besitzt eine Bandbreite von
1800 MHz, mich intressiert eigentlich nur die 1. Harmonische des
Signals.
> Kommt drauf an. Ein Analogsignal hat keine Vtt. PECL kann auch> AC-gekoppelt sein.
Vtt ist in diesem Fall GND. Es geht mir hier nicht um die verwendete
Technologie des Eignagssignal, sondern um die Terminierung. Falls jemand
ein PECL Signal an diesen Eingang hängen will, muss er selbst dafür
sorgen, die Quelle mit 200 Ohm zu belasten.
Du hast zwischen den Übertrageranschlüssen auf der Sekundärseite auch
deine 50 Ohm Impedanz. Und die erreichst Du ja auch mit den vier
Widerständen in Deinem Bild.
Was Du aber beachten musst, ist der Gleich- und
Gegentaktwellenwiderstand der nachfolgenden Leitungen. Der ist nämlich,
wenn sie nah beieinander sind, nicht gleich und macht evt.
Bauchschmerzen. (Und deswegen hast Du u.U. auch ein Problem wenn Du das
Signal ganz ohne Massebezug transformierst.) Deswegen wohl auch die
Variante mit den 4* 50 Ohm anstatt 2*100 oder 1*50 zwischen den beiden
Signalen.
Viele Grüße,
Martin L.
Ich denke die Terminierungswiderstaende kann man sich sparen, denn der
ADC hat ja schon 50 Ohm und die single-ended Seite ja auch. Ein 1:1
Trafo transformier nicht, hebt nur den Massebezug auf. Nein ?
@Martin
Das Leitungspaar wird mit grossem Abstand zueinander verlegt, kleiner
Gegentaktwellenwiderstand. Die Distanz vom Trafo zum ADC beträgt ca
10cm. Ist es also richtig die zwei 50 Ohm Widerstände gleich nach dem
Trafo zu platzieren und die Anderen zwei vor dem ADC?
Ist die Annahme richtig: Da diese Leitungen AC gekoppelt sind, ist es
egal 4 50 Ohm gegen Masse oder 2 100 Ohm zueinander zu verwenden?
@Frank
> Dann musst du eine Anpassung machen, mit einem Trafo und einem> Übersetzungsverhältnis von Wurzel(2)
mir ist klar geworden was du meinst, es geht nicht um das
Impedanzverhältnis sondern um das Windungsverhältnis.
Hallo,
> Das Leitungspaar wird mit grossem Abstand zueinander verlegt, kleiner> Gegentaktwellenwiderstand. Die Distanz vom Trafo zum ADC beträgt ca> 10cm.
Dann kannst Du die beiden Leitungen ja als voneinander entkoppelt be-
trachten. Da Du für die Welle aber dann wohl Massebezug hast
(Mikrostrip?) brauchst Du eigentlich einen Übertrager mit
Mittelanzapfung den Du auf Masse legst.
> Ist es also richtig die zwei 50 Ohm Widerstände gleich nach dem> Trafo zu platzieren und die Anderen zwei vor dem ADC?
Nein. Eigentlich nicht. Denn Du verliehrst damit Leistung. Ob man mit
den beiden 50 Ohm Widerständen am Übertrager die Mittelanzapfung
"simulieren" kann, kann ich gerade nicht so ganz sicher sagen.
Vermutlich klappt das schon. Aber halt mit Leistungseinbußen.
> Ist die Annahme richtig: Da diese Leitungen AC gekoppelt sind, ist es> egal 4 50 Ohm gegen Masse oder 2 100 Ohm zueinander zu verwenden?
Theoretisch schon - da Du aber die Mikrostreifenleitung mit Massebezug
zu GND bastelst (und z.B. keine Streifenleitung hast) - brauchst Du die
Signale auch mit Bezug zu GND.
Was anderes ist es, wenn Du wirklich eine symetrische Leitung ohne
Massebezug benutzt.
Viele Grüße,
Martin L.
Hallo,
das Vorhaben ist komplizierter als anfangs angenommen. Aber ich denke,
mir ist jetzt einiges klarer geworden.
Um die beiden Widerstände nach dem Trafo zu sparen, werde ich einen 1:2
(Widerstandsverhältnis) Trafo verwenden. Dieser Trafo bestitz aber
keinen Mittelabgriff, daher werde ich die Leitungen mit 100 Ohm
Differenzial Impedanz routen.
Vielen Dank für die Ratschläge.
Gruss Samuel