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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Habt ihr auch Helden in der Firma?


Autor: Christian J. (elektroniker1968)
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Hallo!

der andere Thread liess mich darauf kommen: Gibt es in Eurer Firma 
Kollegen, die alles können, die ständig gefragt werden, wenn Probleme 
auftauchen, die dauernd als "Referenz" angegeben werden, wenn die 
Leistungsbeurteilung kommt? Die einen Pulk Mitstreiter um sich haben, 
die an ihrem Erfolg teilhaben wollen und die immer mit ihnen einer 
Meinung sind? Die die Arbeit der Gruppe ständig als ihre eigene Leistung 
verkaufen und die die Lorbeeren einheimsen. Sie sind aalglatt und Profis 
darin sich selbst zu verkaufen. Die anderen sind ihnen egal (das sagen 
sie aber nicht), hauoptsache sie sind nützlich für die eigene Karriere. 
Nebenbei sehen sie oft gut aus (Typ: Testosteron-Modell), sportlich und 
immer gut gedresst.

Die aber auf der anderen Seite jeden abrasieren und ihm das Leben zu 
Hölle machen, der ihnen in die Quere kommt und ihnen ihre Position auf 
dem Thron streitig macht?  Oder jene, die von ihnen als "Minderleister" 
abgestuft werden. Die es ständig schaffen andere wie dumme Jungs 
aussehen zu lassen, meist schön öffentlich in Meetings. Sie werden nicht 
geliebt aber jeder respektiert sie aus Angst in ihr Schussfeld zu 
geraten. Wehe dem der es sich mit dieser Clique verdirbt. 
Glücklicherweise habe ich heute keine solchen Kollegen mehr aber früher 
bei Philips gab es sie.

Mich würde mal interessieren wie ihr mit denen umgeht und wer schonmal 
unter die Räder gekommen ist.

Gruss,
Christian

: Gesperrt durch User
Autor: Klaus (Gast)
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Die zweite Sorte, zu der Du Dich vielleicht zählst...wird bei uns das 
Weihnachtsgeld aber spätestens Ostern zu Hause feiern...


Gruß


Ein Aal

Autor: Marius S. (lupin) Benutzerseite
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> Nebenbei sehen sie oft gut aus (Typ: Testosteron-Modell), sportlich und
> immer gut gedresst.

Dann sprichst du aber nicht von Elektronikern.
Der gemeine Elektroniker hat doch mangels Sonneneinstrahlung an seinem 
5m² Arbeitsplatz eher einen ungesunden Taint und die vielen Jahre an PC 
und Lötkolben stählen seinen athletischen Körper.

Autor: Willi Warlord (Gast)
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Alles was täglich mit Krawatte herumläuft ist mit Vorsicht zu geniesen.

Willi

Autor: Christian J. (elektroniker1968)
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>>Der gemeine Elektroniker hat doch mangels Sonneneinstrahlung an seinem
>>5m² Arbeitsplatz eher einen ungesunden Taint und die vielen Jahre an PC
>>und Lötkolben stählen seinen athletischen Körper.

Mit ein Grund die Entwicklung seit 5 Jahren hinter mir gelassen zu haben 
und zu einem Dienstleister gewechselt zu sein. Manches Genie würde ich 
aus heutiger Sicht nur noch als therapiewürdig bezeichnen. Wir hatten 
damals so einen der das ganze Labor nachts mit einem Surge-Generator 
unter Strom gesetzt hat, wegen der Einbrecher.... war so ein "Ritzer" 
der ständig mit zerschlitzten Armen herumlief, drückte sich Kippen auf 
der Haut aus und sprengte sich damals mit einer selbstgebauten Bombe die 
Finger der rechten Hand ab. Um den Kollegen, die sich das Maul zerrissen 
Futter zu geben lagen dann Bücher über ADHS und Depression auf seinem 
Tisch.

Aber gut war er... ein elektrotechnisches Genie. Wurde auch vom Chef 
immer gedeckt wegen seiner Leistung in den wenigen Stunden die er mal 
nüchtern war. Kam meist zugekifft zur Arbeit, immer im BW-Parka, Augen 
wie Panzersehschlitze.

Oder den Fraggle, der den ganzen Tag FPGA-Design machte, in einer Welt 
aus VHDL, Constraints, Bits und Bytes lebte und irgendwann nicht mehr 
zur Arbeit kam, weil er eine Frau, die ihn abwies etwas unsanft 
angefasst hatte und er von den Grünenn "hops" genommen wurde.... kam nie 
wieder, wurde in Abwesenheit gekündigt.

Autor: Martin (Gast)
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Ahja .. die typischen elektrotechniker-Krankheiten :)
Gab's da nicht einen, der unbedingt gegessen werden wollte ..

Autor: Sonnenschein (Gast)
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Es gibt schon seltsame Gestalten in der Branche. Nehmen wir nur die 
beiden Österreicher, die kleine Kinder in den Keller sperren...

Während meiner Zivi-Zeit hatte ich mit einer älteren Dame zu tun, die 
war zu ihrer aktiven Zeit Maschinenbau-Ingenieurin. Im Umgang war sie 
"etwas schwierig" und meine Kollegen sind nicht gerne zu ihr gegangen. 
Als ich ihr sagte, dass ich Ing. werden möchte hat sie mir manchmal von 
ihrem Job erzählt. Eine Aussage war, dass sie nie gut mit Menschen 
zurecht gekommen ist, aber immer sehr gut mit Zahlen, das sei ihre 
Welt... Ich denke, sie muss schon etwas drauf gehabt haben. So in der 
Zeit um den 2. Weltkrieg war es sicher nicht einfach, sich als 
Ingenieurin zu behaupten.

Ich habe mir dann schon nochmals überlegt, ob ich nicht doch lieber ein 
koksender BWLer werden möchte.

Autor: Daniel Duesentrieb (daniel1976d)
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Hallo Christian K,

Klar gibt es die... mein ehemaliger Gruppenleiter. Und das Beste er 
wurde noch vom Management gedeckt, obwohl jeder wusste das er schwierig 
ist. Wusste alles, konnte alles und musste ueber alles informiert 
werden. Er hat schon mal auf nem Tisch gestanden und in den Hoerer 
geschrien weil etwas nicht so war wie erwartet oder emails in 
Grossbuchstaben und in rot mit CC zum Sektion Manager...

Aber er konnte auch wirklich was, das musste man neidlos zugeben... und 
hat sehr viel gearbeitet... ab spaetestens 8:30 im Buero und meist bis 
19:00 dagewesen...

Menschlich aber eine Nullnummer...

Autor: Heinz Direct (Gast)
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@Christian K
Darf man fragen, zu welcher Art Dienstleister du gewechselt bist?? Was 
ist dort deine Aufgabe??

Autor: Held der Arbeit (Gast)
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Moin !
Hier arbeitet auch ein etwas "schwieriger" Mitarbeiter.  Fachlich hat er 
es voll drauf und entwickelt wirklich spitzenmäßig vor sich hin. Sollte 
allerdings mal etwas schief gehen, dann kann es auch schonmal vorkommen 
dass er mit der Faust auf den Tisch haut, die Tastatur oder das Telefon 
unsanft auf dem Boden der Tatsachen landen, oder laut geflucht 
wird(Sämtliche bekannten Kraftausdrücke auf einmal !!!). Oder wenn ein 
Bestücker mal was Bauteilmäßig vergurkt hat, ruft er dort an und macht 
den zuständigen Menschen am anderen Ende der Leitung verbal fertig. Er 
hat es soweit getrieben, dass eine Mitarbeiterin eines bestimmten 
Bestückers gar nicht erst ans Telefon geht wenn er anruft !
Urlaub hatte er das letzte mal vor 2 1/2 Jahren, dementsprechend 
unausgeglichen verhält er sich.
Ich komm allerdings ganz gut mit ihm aus, da ich auch mal kleinere 
Arbeitspakete für ihne übernehme oder ihm bei Problemen mit Rat und Tat 
zur Verfügung stehe.
Wenn ich mir den Sportsfreund so anguge, komm ich zu der Auffassung 
Genie und Wahnsinn liegen wirklich nahe beieinander :)

Witzige Anekdote zum Schluss: Als Fensterputzer in der Firma waren hatte 
der Chef Angst dass sie beim Putzen im 3en Stock rausfallen könnten. 
Sinngemäß fragte er "Ist das nicht ein wenig hoch um ohne 
Sicherheitsvorkehrungen zu putzen?" Antwort meines Kollegen "Zum 
Springen leider nicht hoch genug ! " :)

In diesem Sinne

Autor: Rohling (Gast)
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Ich hatte auch mal so einen Kollegen. Groß gewachsen, blond, eben der 
Frauenschwarm (was sie auch wissen und danach auftreten). Seine 
ständigen Dumsprüche gingen mir echt auf die Nüsse.

Den habe ich mit Tätigkeiten, die man nur bei der Bundeswehr lernt, kalt 
gemacht ;-)

Autor: klein&nicht blond (Gast)
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>Den habe ich mit Tätigkeiten, die man nur bei der Bundeswehr lernt, kalt
>gemacht ;-)

WELCHE???????

Autor: ??? (Gast)
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>>Den habe ich mit Tätigkeiten, die man nur bei der Bundeswehr lernt, kalt
>>gemacht ;-)

>WELCHE???????

Er durfte das Klo mit der Zahnbürste putzen !?!? :p

Autor: Rohling (Gast)
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schmatzen, rülpsen,... die ganze Palette halt :-)

Autor: Sonnenschein (Gast)
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>Den habe ich mit Tätigkeiten, die man nur bei der Bundeswehr lernt, kalt
>gemacht ;-)

Er hat ihn unter den Tisch gesoffen...

Autor: Rohling (Gast)
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Na jedenfalls hat IHN das sichtlich genervt und mir gut getan!

Autor: klein&nicht blond (Gast)
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>die man "nur" bei der Bundeswehr lernt

schmatzen, rülpsen, saufen lernt man also nur beim Bund?

Autor: Zivi (Gast)
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Das kann ich aber auch ;)

Autor: Rohling (Gast)
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>Das kann ich aber auch ;)
OK, OK beim Bund wird diese Fertigkeit auf höchste Vollendung gebracht!
Danach ist man Meister in allen Klassen!

Autor: gast (Gast)
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Als in meiner Abteilung vor langer Zeit ein neuer Abteilungsleiter 
angefangen hatte, von dem alle wusten, dass er Ski-Freak und -Lehrer 
ist, hatten wir plötzlich sehr viele Skifahrer in der Abteilung und der 
Skipass vom Wochenende hing bei so manchem noch "zufällig" an der 
Tasche. Nach drei jahren kam ein Abteilungsleiter, der gerne Fahrrad 
fährt und schwups hatte die "Ski-Fraktion" ihre Lust am Skifahren 
verloren und kamen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ich mag solche Kollegen, 
ist doch amüsant.

Autor: John Swift (johnswift)
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> der andere Thread liess mich darauf kommen: Gibt es in Eurer Firma
> Kollegen, die alles können, die ständig gefragt werden, wenn Probleme
> auftauchen, die dauernd als "Referenz" angegeben werden, wenn die
> Leistungsbeurteilung kommt?

Keine Ahnung, aber bei uns gibt es auch Helden. Z.B. hat einer in kurzer 
Zeit die verstopfte Toilette gereinigt, sodass der Blasendruck abgebaut 
werden konnte. Das war eine Befreiung.

Autor: Flötenschlumpf (Gast)
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Adolf Hennecke, Aktivist der ersten Stunde. Hat massig Kohle gemacht.

Autor: Richtiger Ingenieur (Gast)
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Christian J. schrieb:
> Oder den Fraggle, der den ganzen Tag FPGA-Design machte, in einer Welt
> aus VHDL, Constraints, Bits und Bytes lebte und irgendwann nicht mehr
> zur Arbeit kam, weil er eine Frau, die ihn abwies etwas unsanft
> angefasst hatte und er von den Grünenn "hops" genommen wurde.... kam nie
> wieder, wurde in Abwesenheit gekündigt.

Ist ja komplett Assi!

So einen wie du weiter oben beschrieben hast, den mit den Sehschlitzen 
hatte ich bei ABB: Der konnte alles, wusste alles, durfte alles. Er war 
unkündbar, weil nur er die Produkte kannte und nie was dokumentiert 
hatte. Bei Siemens gab es auch mal so einen: Der konnte sich absolut 
alles erlauben, kam zur Arbeit wann er wollte und lies die anderen 
Tanzen. Der war praktisch unkündbar, weil er was wusste. Was es war, 
wurde nie thematisiert, aber der hatte die Abteilung in der Hand.

Ist schon arg sowas. In moderenen Firmen, die ich die letzten Jahren 
kennenlernen konnte, gibt es sowas aber nicht.

Autor: Roland (Gast)
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die Top 10% der Entwickler sind oft bis zu 10 mal so produktiv, wie die 
Bottom 10%. Sowas erlebt man immer wieder und ist von mir ein 
Erfahrungswert. Es wäre sicher mal interessant, sowas im Rahmen einer 
Seminararbeit o.ä. zu untersuchen. Auffallen tut sowas häufig, wenn z.B. 
ein Projekt von einem zu einem anderen Entwickler übernommen wird. Wir 
hatten z.B. mal einen Top Freelancer, der aus dem Projekt ausschied und 
woanders hin ging. Seine Aufgaben mussten 5 interne Entwickler 
übernehmen, so dass die Qualität in etwa so war, wie zu der Zeit als der 
Top Freelancer noch bei uns war. Und eins kann ich mir nicht verkneifen 
;-) der Freelancer hat ein Analyseprogramm geschrieben, das unglaublich 
schnell läuft und zwar um ca. Faktor 20 mal so schnell wie das 
Vorgängerprogramm. Er optimierte dabei bestehenden Code von den internen 
Entwicklern. Das Programm heißt heute, "Willy", weil es eben abgeht wie 
Ferkes Willem ^^, bei Problemen heißt es einfach "starte mal den Willy" 
:-)

Autor: adcap (Gast)
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Roland schrieb:
> die Top 10% der Entwickler sind oft bis zu 10 mal so produktiv, wie die
> Bottom 10%. Sowas erlebt man immer wieder und ist von mir ein
> Erfahrungswert.

Man muss nicht mal die Bottom 10% ansehen. Speziell beim Software 
entwickeln ist das Verhältnis extrem: Da sind die Top 10% 10x so 
produktiv wie die restlichen 90% (was auch Bugs usw angeht).

Finde ich aber nicht so schlimm: Nicht jeder kann ein Wunderkind a la 
Mozart sein. Zumal eine Abteilung aus Wunderkindern auch nicht toll 
funktioniert.

Autor: Roland (Gast)
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adcap schrieb:
> Man muss nicht mal die Bottom 10% ansehen. Speziell beim Software
> entwickeln ist das Verhältnis extrem: Da sind die Top 10% 10x so
> produktiv wie die restlichen 90% (was auch Bugs usw angeht).

ja auch das kommt in etwa hin. Meine Schätzungen von oben waren auch nur 
sehr grobe Schätzungen. In der Tat, gerade beim Bug fixing gibt es Leute 
die müssen erstmal einen Fehler 2 Stunden debuggen um ihn zu finden, 1 
Stunde über eine Lösung nachdenken, diese Lösung auch wieder debuggen, 
Lösung wieder überdenken und überarbeiten und sind dann nach fast einem 
Tag fertig. Während der Top Entwickler kurz nachdenkt, den Fehler 
systematisch eingrenzt, 10 min debuggt, den Fehler gefunden hat und kurz 
korrigiert und insgesamt vielleicht eine Stunde gebraucht hat.

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