Altes Telefon anschließen

Persönliche Seite #996364
Lesenswert?

> Leider reicht die Rufspannung nicht für die Klingel aus.

Wenn der W48 an anderen Anschlüssen klingeln kann (also nicht defekt 
ist), und das tatsächlich ein analoger Hauptanschluss ist, würde ich die 
Störungsstelle Deines TK-Anbieters kontaktieren. Ein W48 muss auch an 
einem heutigen Anschluss klingeln.

Wenn das aber eine TK-Anlage oder ein a/b-Adapter ist, ist das ein 
Problem der Anlage/des Adapters. Dessen Hersteller sollte über eine Art 
Support verfügen ...

Ansonsten könntest Du Dir die Schaltung zur Erzeugung einer 
Rufwechselspannung hier 
http://www.sparkfun.com/commerce/tutorial_info.php?tutorials_id=50 
ansehen, und die in den W48 einbauen (Sakrileg!), kombiniert mit einer 
weiteren Schaltung zur Erkennung der Rufwechselspannung.
#996584
Lesenswert?

Jörg Wunsch wrote:
> Problem an Tk-Anlagen könnte sein, dass die aus Gründen der
> Einfachheit nur mit 50 Hz klingeln, während alte Analogtelefone mit
> 25 Hz klingeln möchten.

Das heißt aber nicht, daß sie bei 50Hz stumm bleiben.
Die Glocken klingen dann nur nicht ganz so schön.
Oftmals kann man die Glocken etwas justieren (die Befestigungsbohrung 
ist nicht mittig), damit es besser klingt.

Miß mal den Widerstand der Spule, ob sie unterbrochen ist. Das müßten je 
nach Typ etwa 200 ... 2000 Ohm sein.


Peter
Moderator Persönliche Seite #996589
Lesenswert?

Peter Dannegger wrote:

>> Problem an Tk-Anlagen könnte sein, dass die aus Gründen der
>> Einfachheit nur mit 50 Hz klingeln, während alte Analogtelefone mit
>> 25 Hz klingeln möchten.

> Das heißt aber nicht, daß sie bei 50Hz stumm bleiben.

Ich kenne sowas aus den Uralt-Telefonen schon mit vorgeschaltetem
Kondensator, der letztlich einen Serienresonanzkreis mit dem
Wecker bildet.  Da wirst du mit 50 Hz keine guten Karten haben.
Gast #996598
Lesenswert?

@dieter
Hängt das W48 überhaupt an einer TK?
Was liefert (wenn vorhanden) die TK denn an Rufwechselspannung? Bei 
TK-Anlagen muss man immer aufpassen, die Sprechspannung wird da auch 
gerne von 48V auf 28V runtergedreht.
Gast #996645
Lesenswert?

Hallo

>>> Problem an Tk-Anlagen könnte sein, dass die aus Gründen der
>>> Einfachheit nur mit 50 Hz klingeln, während alte Analogtelefone mit
>>> 25 Hz klingeln möchten.

>> Das heißt aber nicht, daß sie bei 50Hz stumm bleiben.

>Ich kenne sowas aus den Uralt-Telefonen schon mit vorgeschaltetem
>Kondensator, der letztlich einen Serienresonanzkreis mit dem
>Wecker bildet.  Da wirst du mit 50 Hz keine guten Karten haben.

Ich hatte mal den umgedrehten Fall: Ein schöner alter belgischer Aparat
(Bakelit mit Messingbeschlägen) einer Bekannten war für 50Hz Rufspannung 
vorgesehen, und der hiesige analoge Anschluss lieferte 25Hz.
Mit einem guten Funktionsgenerator lies sich der Reihenschwinkreis gut 
ausmessen.
Ich habe ihn mit einem zum ursprünglichen Kondensator paralell 
geschalteten
Kondensator auf 25Hz heruntergebracht. Der Kreis wurde dadurch deutlich 
breiter, die Güte nahm stark ab, aber der Klöppel war schon deutlich 
kräftiger.

Allerdings kam ich nicht umhin, die Exenter an den Glocken etwas 
nachzufeilen. Aber dann funktionierte es und hatte einen schönen Klang.

Wer einen 25Hz Aparat auf 50Hz bringen will, muss den Kondensator 
verkleinern. Dabei steigt dann die Güte, d.h. er muss stärker aufpassen, 
das er auch die Frequenz trifft.
Ausserdem steigt die Spannung. Ich würde 600V Folienkondensatoren 
empfehlen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de
#996804
Lesenswert?

Ich hatte mir mal ne Telefonanlage mit Relais selber gebaut.
Als Rufspannung diente 48V/50Hz, ging prima.
Der Resonanzkreis ist erst wichtig bei wirklich langen Zuleitungen 
(mehrere km).

Bei nem alten Telefon kann natürlich auch der Kondensator taub sein 
(dieser mit Teer vergossene Alubecher).


Peter
#996828
Lesenswert?

Moin,

Die Schaltung hier sollte prinzipiell soweit funktionieren.
SIe schaltet bei vorhandensein eines Klingelsignals auf eine externe 
Spannungsquelle um, die natürlich die gewünschten 60-90V@25Hz liefern 
sollte.
Ich hab mal vor längerer Zeit ne Schaltung hier gepostet, die 24VAC@25Hz 
erzeugt, mit der man Wecker in den "mittelalten" Postapparaten zum 
läuten bekommt (Beitrag "Wecker aus Telefon mit 3-5V betreiben"), wenn man 
die mit etwas stärkeren Transistoren für den Step-Up (irgendein 
logiclevel leistungsfet mit Uds>=100V) und in der Ausgangsstufe (zB 
MPSA42/92) sollte die auch mit dem W48 keine Probleme haben.
Versorgen sollte man das dann aber eher aus einem Netzteil. Wenn der 
Anschluss an einer Telefonanlage ist, kann man auch versuchen, die 
Spannung direkt aus dem Anschluss zu nehmen (mit 2µ2 abkoppeln und 
gleichrichten, den µC mit Spannungsregler speisen, den Ausgang ohne 
Koppelkondensator ans W48 (Kondensator ist ja schon einer im Telefon)), 
widerspricht aber bestimmt den Vorschriften für einen Amtsanschluss!
Ansonsten mal nachsehen, ob der W48-Wecker an 24V@25Hz direkt klingelt, 
wenn ja, die Schaltung aus dem Link ins Telefon rein. Die hatte rund 
20µA oder so an Ruhestrom, wenn man von 2000mAh bei Mignonzellen ausgeht 
reicht das für rechnerisch etwa 10 Jahre Bereitschaft, also realistisch 
zwischen 2 und 5 Jahren Betrieb pro zwei Mignonzellen. Die Schaltung 
kann man dann mit dem o.g. Klingelspannungsdetektor ansteuern. Die 1s/4s 
Taktung kann man dann logischerweise aus dem Source entfernen

MfG
Andreas Lang

Disclaimer: Die Betriebserlaubnis des Telefons am Postnetz erlischt 
durch den oben beschriebenen Umbau! Nachbau auf eigene Gefahr.
Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren