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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schwingkreis - Folien oder Kermikkondensator


Autor: Manfred Schön (mandinice)
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Hallöchen

Einem Hersteller und ich kämpfen gerade um die Lieferbarkeit von 
Bauteilen.

Für einen LC-Schwinkreis hätte ich Folienkondensatore Type MKP ( 
Polypropylen ) vorgesehen.
Leider scheinen diese Teile schwer in kleinen Stückzahlen zu beschaffen 
zu sein.

Keramikkondensatoren ( NP0 ) wären passende leicht aufzutreiben.

Nun meine Frage : Spricht aus technischer Sicht was gegen 
Keramikkondensatoren in einem Schwingkreis.

Daten zum Schwingkreis :
Anregung über Impulse von 10V und ca. 0,8A
Spannung im Schwingkreis ist max. 180Vpp
Schwingfrequenz ist 135kHz

Vielen Dank für Eure hilfen

hmg
Mandi

Autor: Gerhard. (Gast)
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Hallo Manfred,

keramische Kondensatoren sind verwendbar solange der Strom zulaessig 
ist. Ich habe frueher im Ausgangskreis von einem MOSFET Hochleistungs 
UKW Gegentaktverstaerker (750W im 72MHz Bereich fuer einen CO2 LAser) 
die Porzellanchipkondensatoren von ATC verwendet. Wegen der hohen 
Leistung musste ich einige parallel schalten um eine unzulaessige 
Erhitzung zu vermeiden. (Mit einem ATC C alleine, hat sich das Teil 
selber abgeloetet. Mit 4 Stueck in Parallel war es nur mehr handwarm.)

Da bei Dir nur Pulsbelastung gegeben ist, sollten groessere NPO chip 
oder bedrahtete Keramikkondensatoren verwendbar sein. Der Hauptpunkt ist 
hier eigentlich nur die zulaessige Strombelastung des Bauteils. Wenn Du 
es ganz genau machen willst, dann suche in den diversen Datenblaettern 
nach Angaben ueber die maximale Kondensator Strombelastung.

Wenn im Datenblatt der maximale Strom angegeben ist und bei Deiner 
Anwendung auch eingehalten wird , dann ist gegen NPOs nichts 
einzuwenden. Im Zweifelsfall einfach Parallelschaltung eines oder 
mehreren Cs um den Kondensatorstrom zu aufzuteilen. Eine hohe 
Strombelastung des Kondensator macht sich immer durch Erwaermung 
bemerkbar.

Ich wuerde mich nach keramischen Scheibenkondensatoren mit 1KV 
Spannungsfestigkeit und >10mm Durchmesser umsehen. Sonst meherere 
Chipkondensatoren mit ausreichender Spannungsfstigkeit und groesserer 
Bauart. Je groesser der Querschnitt desto mehr HF-Strom wird vertragen.

WIMA sollte eigentlich die gwewuenschten Polypropylene Cs im 
Lieferprogarmm haben, sollte man meinen.

Mouser hat so viel ich weiss ein grosse Angebot von MKP Teilen. 
Vielleicht auch Digi-Key.

MFG,
Gerhard

Autor: oszi40 (Gast)
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Zu prüfen wäre noch, ob die nötige Genauigkeit der Kapzitätswerte 
ausreicht, da es sich um einen Schwingkreis handelt.

Autor: Lötnagel (Gast)
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Suche mal nach Glimmerkondensatoren:
hohe Spannungsfestigkeit, enge Toleranzen, niedriger TK, seeeehr teuer,
schwer zu beschaffen,...

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Manfred Schön (mandinice)

>Anregung über Impulse von 10V und ca. 0,8A
>Spannung im Schwingkreis ist max. 180Vpp
>Schwingfrequenz ist 135kHz

sowas hab ich vor kurzen auch genacht.

Beitrag "Kondensatortyp mit wenig Verlusten"

Fazit. NP0 geht sehr gut, bei 185V musst du halt zwei oder drei in Reihe 
schalten.

MFG
Falk

Autor: Manfred Schön (mandinice)
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Hallöchen

@Gerhard

Vielen Dank für den Tip. Der Folienkondensator wird bisher schon schön 
warm. Werde daher prüfen wieviele Teile ich parallel Schalten muss.


@oszi40

Die Genauigkeit ist besser als bei Folienkondensatoren.


@Falk Brunner

Eigentlich sollten die Typen wir gefunden haben 500V aushalten.


Danke an alle

hmg
Mandi

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Manfred Schön (mandinice)

>Eigentlich sollten die Typen wir gefunden haben 500V aushalten.

Naja, kommt auf die Bauform an. Ich brauchte dazumal SMD, so 1206 oder 
so. Da ist bei 2,2n und 100V Ende der Fahnenstange.

MFG
Falk

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Wenn ein MKP Kondensator warm wird sollte ein KP oder FKP das besser 
können. Die sind zwar größer, haben dafür aber einen kleineren 
Verlustfaktor.
Glimmer wäre natürlich das alleredelste.

Übrigens, von welchen Kapazitäten reden wir hier eigentlich ?

Autor: Manfred Schön (mandinice)
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Hallöchen

Die wir gefunden haben gehen in der Bauform 1206 und 1000pF bis 500V .

hmg
Mandi

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Lötnagel wrote:
> Suche mal nach Glimmerkondensatoren:
> hohe Spannungsfestigkeit, enge Toleranzen, niedriger TK, seeeehr teuer,
> schwer zu beschaffen,...

Gerd Reinhöfer hat welche im Angebot.  Aber als SMD gibt's die nicht...

Autor: Lötnagel (Gast)
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@ Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator)

Danke für den Tipp!

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Lötnagel wrote:

[Glimmerkondensatoren]

> Danke für den Tipp!

Habe selbst erst einen erstanden als Referenz für ein LC-Meter.

Autor: Michael Lenz (hochbett)
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Hallo Falk,

wenn's unbedingt NPO sein muß, ist bei 100V Schluß. Mit X7R und Farnell 
kommst Du auf höhere Spannungen.

http://de.farnell.com/1284147/passive-bauelemente/...

Gruß,
  Michael


>>Eigentlich sollten die Typen wir gefunden haben 500V aushalten.
>
> Naja, kommt auf die Bauform an. Ich brauchte dazumal SMD, so 1206 oder
> so. Da ist bei 2,2n und 100V Ende der Fahnenstange.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Michael Lenz (hochbett)

>wenn's unbedingt NPO sein muß, ist bei 100V Schluß.

Muss es. Siehe Thread. X7R kocht binnen Sekunden in dieser Anwendung. 
Zwischen beiden Typen liegt der Faktor 20! im Verlustfaktor.

MFG
Falk

Autor: Gerhard. (Gast)
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Wie waere es mit ATC Porzellan Hochleistungs Cs?

MFG,
Gerhard

Autor: vielleicht so (Gast)
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Hochleistungskondensatoren haben selten ein 1206 Gehauese. Es gibt 
beliebig viele verschiedene Gehaeuse, die groesser sind. Johansen ist 
ein Hersteller. Da hatt ich kuerzlich 1825er mit 470nF/500V her.

Autor: Manfred Schön (mandinice)
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Hallöchen

Vielen Dank für alle Tips.
Aber es muss der Preis stimmen und die Teile müssen leicht zu beschaffen 
sein.


NPO's sollte es laut Hersteller bis 500V in den benötigten Kapazitäten 
geben.


hmg
Mandi

Autor: adam (Gast)
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Wichtig ist auch der zu erwartenden Strom durch den Kondensator.

Ich habe einmal einen 1Mhz Oszillator mit einem MKY Kondensator gebaut. 
Der Strom durch den C war so groß, dass dieser innerhalb einer Sekunde 
eine Ausbuchtung, vermutlich durch Erwärmung, bekommen hat.

Ein Maximalstrom ist bei einem Kondensator  normalerweise nicht 
spezifiziert.

Autor: Gerhard. (Gast)
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Hallo Manfred,

habe diese SMD "PEN" Kondensatoren gefunden. Die gibt es im Bereich von 
0.0010 μF to 0.12 μF fuer 250V und man muesste sehen ob die den Strom 
aushalten wuerden. Leider gibt es diesbezueglich keine Angaben im 
Datenblatt. Parallelschaltung erhoeht die zulaessige Strombelastung.

http://search.digikey.com/scripts/DkSearch/dksus.d...

http://www.panasonic.com/industrial/components/pdf...

Hofffe das hilft vielleicht.

Gruss,
Gerhard

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