Hallo,
moderne Frequenzumrichter verfügen ja soweit alle über U/F-Steuerung
(gemeint sind die nicht-4Q-typen) und können dementsprechende Kennlinien
für z.B. den Sanftanlauf fahren, alles vollautomatisch - Nun gedenke ich
mir den Konstruktionsaufwand für einen Umrichter zum Betrieb eines 5kVA
500Hz-Transformators zu sparen und dafür einen Frequenzumrichter zu
gebrauchen (oder eben missbrauchen)... Die Ausgangsspannung des
Transformators soll einstellbar sein, dh. müsste die Eingangsspannung
dies eben auch sein - hier beginnt der Missbrauch des FUs, ich wöllte
ihn natürlich mit einer festen Frequenz fahren und eben die Spannung
stellen - ist das möglich?
Das Konfigurieren der Ausgangsspannung habe ich bisher nur in den
automatischen Betriebsmodi für Anfahr-/Bremsrampen gesehen, ich wöllte
den Spannungswert natürlich vorgeben und nicht automatisch vom Umrichter
einstellen lassen.
Lassen sich die Umrichter auf dieser Ebene ins Handwerk pfuschen, dass
ich dem Gerät einfach einen Frequenz- und Spannungssollwert mitteile und
er dies dann ausgibt?
Ich werde, wenn das ganze Volk nun wieder erreichbar ist, mal Kontakt zu
den einschlägig bekannten Herstellern aufnehmen aber hoffe in der
Zwischenzeit schonmal auf Eure Erfahrungsberichte!
Grüße
Sascha
Hallo Sascha,
habe bisher noch keinen FU gesehen, bei welchem man die Ausgangsspannung
alleine per Sollwert vorgeben kann.
Soll das ein Drehstromtrafo sein?
Wozu wird dieser Trafo gebraucht?
Wird das ein selbstgebauter Trafo?
Axel
Hallo Axel,
der alte Umrichter des Trafos wurde vom 380V-3Phasen-Netz gespeist, der
Trafo ist so dimensioniert, dass er bei einem Uss-Wert der
gleichgerichteten Netzspannung die Nennausgangsspannung liefert, 225kV,
er besitzt allerdings nur eine Primärwicklung - daher müsste ich noch
eine Scottschaltung dem Wechselrichter Nachschalten, so ich denn einen
solchen benutzen kann. Aber dank der höheren Frequenz sind auch die
dafür benötigten Transformatoren noch recht handlich.
Der Hochspannungstrafo selbst ist genauer eigentlich ein Trafo mit
nachgeschaltetem Verdoppler, war Teil einer industriellen Röntgenanlagen
und soll nun für ein Forschungsprojekt reaktiviert werden, der
Thyristorsteller, welcher ursprünglich die 500Hz-Wechselspannung für den
Trafo generierte, existiert allerdings nicht mehr, deshalb muss sich nun
etwas neues finden.
Trafo und Villard-Verdoppler befinden sich in einem Tank unter Öl, alle
wichtigen Anschlüsse sind nach draußen geführt.
Grüße
Sascha
Ein Frequenzumrichter is meiner Meinung eher ungeeignet für dein
Vorhaben. Weil die mir bekannten arbeiten mit der Raumzeigermodulation,
daher wirst nie einen Sinus an den Ausgängen des Umrichters bekommen.
Eine Frequenz von 500Hz hab noch nie bei einem Umrichter gesehen .
MFG Patrick
Hallo Patrick,
die 500Hz sind wirklich die absolute Obergrenze dessen, was ich auf dem
Markt gefunden habe. ABB, Moeller und Danfoss haben solche Modelle - das
mit der Raumzeigermodulation wäre in der Tat sehr unpraktisch, aber von
besagten Herstellern gibt es auch Modelle welche 'nur' die Frequenz
stellen und ggf. noch die Ausgangsspannung und Frequenz verknüpfen - das
Ganze wird dann eben über ein über die Periodendauer moduliertes
Tastverhältnis eines PWM-Signals realisiert, um einen sinusförmigen
Spannungs-/Stromverlauf zu erzeugen.
...finde ich keinen Frequenzumrichter den ich dazu bringen kann diese
Aufgabe zu übernehmen, werde ich das in gleicher Form, von den IGBTs an,
selbst aufbauen müssen...
Das ist natürlich nicht trivial und angesichts der Preise der ~11kW
FU-Klasse, wäre ein fertiger FU eine mir gefälligere Lösung - aber man
kann natürlich nichts herzaubern - Das Problem der verfügbaren Geräte
ist, dass sich Spannung und Frequenz nicht einfach einstellen lassen,
obwohl es technisch kein Problem wäre.
Ich hoffe ja noch auf undokumentierte Betriebsmodi oder ähnlich böse
Lösungen...
Grüße
Sascha
Sascha
Das Problem eines FUs liegt nicht in der Technik, denn einen einfachen
Sinus aufzumodulieren ist nicht so schwer. Aber das Problem liegt das
man für einen 500Hz Sinus ein Modulationssignal von 5kHz aufwärts
braucht. Da bekommt bei so hohen Strömen enorme Probleme mit den EMV
Grenzwerten. Als SMD ist daher Pflicht. Multilayer Platinen wohl auch.
MFG Patrick
Hallo Patrick,
das liegt wohl in der Natur der Sache - allerdings kann ich die
Abstrahlung gut minimieren, da sich alle Baugruppen selbst in
geschlossenen Metallbehältern befinden, dh. wird man der EMV schon Herr
werden.
Ich werde das Ganze auch nicht Platinenbasierend aufbauen sondern auf
IGBT-Bricks zurückgreifen, zwar überdimensioniert - aber bereits
vorhanden.
Für Gatetreiber und Controller ist dann eine doppelseitige Platine
völlig ausreichend, Puffer- und Snubberkondensatoren sitzen direkt an
den auf einem Kühltunnel montierten zwei IGBT-Halbbrücken, per
Kupferbleche verbunden und mit einem LEM-Stromwandler, im Zwischenkreis
als auch im Lastkreis, zur Überwachung.
...den Leistungsteil habe ich bereits aufgebaut, doch wollte ich
zumindest den Ansatz, einen fertigen Frequenzumrichter zu verwenden,
einmal weiterverfolgen - der Aufwand ist allerdings auch recht hoch, da
eben noch eine Scottschaltung hinzukommt - der Umrichter wahrscheinlich
keine (extrem) unsymetrische Belastung seines Ausgangs leiden kann (von
der Software her, technsich ist die ja auch kein Problem) und die
Steuerung/Regelung dennoch aussteht.
Ich habe noch ein paar Datenblätter gewälzt und bin immer noch nicht
fündig geworden - nach dem durchrechnen der Parameter der Scottschaltung
und noch einem tiefen Inmichgehen werde ich nun wohl doch den Umrichter
selbst aufbauen... Es hat eh schon zu lang' nicht mehr nach verbrannten
Halbleitern im Labor gestunken :-)
Grüße
Sascha
Wenn Selbstbau, dann würde ich halb-halb vorschlagen:
Die Endstufe eines vorhandenen FU nutzen, die Ansteuerung selbst machen.
Damit sparst Du Dir die ganze Optimierung (Layout...) der
Leistungsseite.
Evtl. kannst Du Dir damit auch den Zwischentrafo sparen.
Dreiphasig --> Einphasig:
Beitrag "Re: 2,3KV auf 5 bis 10KV transformieren + Tesla"
Hallo,
das Problem bei der Verwendung von einem FU als Spannungsquelle für
Transformatoren ist die hohe PWM-Frequenz, die den Trafo unzulässig
erhitzt und außerdem auch sekundär noch vorhanden ist, was deine
Hochspannungsdioden zerstört. Du benötigst daher primärseitig zwischen
FU und Trafo eine große Entkoppelinduktivität, die den Strom glättet und
dafür sorgt, dass die Spannungspulse nicht am Trafo anliegen.
Ob der Umrichter eine Raumzeigermodulation verwendet, oder
konventionelle PWM ist für deine Anwendung egal, wichtig ist nur, dass
Sinuskommutierung anstatt der in der niedrigen Leistungsklasse üblichen
Blockkommutierung verwendet wird. Bei den meisten Kompaktumrichtern kann
man die Frequenz und Spannung getrennt stellen, bzw. eine frei
definierbare Kennlinie programmieren, die auch eine konstante Frequenz
über den ganze Spannungsbereich vorgeben kann.
Eher kontraproduktiv ist es, wenn der Umrichter einen integrierten
Strom- oder Momentenregler hat. Abgesehen davon, macht es bei deiner
Anwendung nichts, wenn die Frequenz proportional zur Spannung ist, du
kannst also einfach einen U-F Umrichter verwenden. Wichtig ist dabei
nur, dass bei Nennspannung auch Nennfrequenz anliegt.
Ich habe so eine Schaltung mal mit einem 2kW Stoeber-Umrichter gebaut,
das war eine Versorgung für ein Schienensegment eines Transrapidnachbaus
in Modellgröße. Die Schiene wurde mit 24V gespeist, deswegen war ein
Trafo zwischen Umrichter und Schiene.
Viele Grüße,
Peter
Hallo eProfi, hallo Peter!
Ich recycle Teile von etwas, was vorher wohl mal meine USV war - dort
sind derzeit zwei CM150DY-12H mit allem drumherum verbaut, diese werde
ich noch gegen 1200V-Typen tauschen müssen und zusätzlich die
Zwischenkreiskondensatorbank umbauen.
Jedenfalls werde ich den Aufbau des Leistungsteils nicht
platinenbasierend vornehmen, einzig einige PCBs für die Strommessung und
mit Snubbern kommen noch an diese Stelle - die IGBT-Ansteuerung als auch
die Regelung kommen per Euro-Einsteckkarten (in diese Wunderbaren
Phoenix-Contact Einsteckblöcke für
DIN 41612 Steckverbinder, welche auf Schraubklemmen zur einfachen
Verdrahtung im Gehäuse/Schaltschrank bestens geeignet sind) in einen
380x600x350 Rittal-Schaltkasten, wie eben auch der zwangsbelüftete
Kühltunnel.
Deine Ergebnisse klingen ja interessant, Peter!
Die Umrichter von Stöber bieten tatsächlich die Möglichkeit Frequenz und
Spannung unabhängig und separat zu stellen, kommen aber nicht auf die
von mir benötigten 500Hz, bei 400Hz ist dort Schluss (jedenfalls beim
von den restlichen Daten her in Frage kommenden FDS 5075).
Auch durch den zusätzlichen Aufwand des noch benötigten Phasenwandlers
bin ich inzwischen von dieser Idee abgekommen, da muss ich doch etwas
mehr Zeit investieren und eine passende Ansteuerung selbst entwickeln.
Ich habe jetzt nochmal im Dokumentenarchiv gewühlt und die Dokumentation
des gesamten Systems, inkl. Wechselrichter, gefunden.
Wie schon zu erwarten - da mir ein älterer E-Technik Prof. erzählte,
dass es sich um eine Thyristorkiste handelte - wurde der Trafo
ursprünglich mit Rechteckpulsen gefahren, dies zu verbessern ist wohl
möglich, birgt aber auch eine Menge Ärgerpotential, wie Du schon sagst -
wenn die schnellen Strompulse wirklich noch durch den Trafo gehen und
nicht, wie ich allerdings vermute, durch seine eigene Induktivität
geglättet werden, bekomme ich unschöne Dreckeffekte.
Um eine übermäßige Erwärmung des Kerns muss ich mich auch nicht sorgen,
der Trafo sitzt in einem großen, ölgefüllten Gehäuse - in welchem noch
ein wassergespeister Wärmetauscher inkl. Rührer sitzt, die Wärme von den
auch sehr großen Kernen (insgesamt vier Stk. U-Kerne zu zwei Schenkeln
geformt)
wird problemlos abzuführen sein, da die Kühlung sehr überdimensioniert
ist um Hitzenester im Sekundärwicklungspaket zu vermeiden.
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| XXO||OXX |
| XXO||OXX |
\----/\----/
...'X' ist das Sekundärwicklungspaket, '0' die darunterliegende
Primärwicklung, die Größe über alles beträgt ~500mm^3m.
Wenn ich wieder am Objekt bin werde ich mal die nicht dokumentierten
elektrischen Parameter bestimmen und ihn dazu auch mit Niederspannung
befeuern, bei dem Übersetzungsverhältnis kommt aber selbst dabei schon
sehr schnell hohe Spannung heraus...
Dazu sitzen im Hochspannunstank auch noch zwei kleinere Trafos zur
Erzeugung der Heizspannung, 2x 6V ~5A auf hohem Potential.
...die wollen auch noch angesteuert werden um am anderen Ende - wiederum
in einem ölgefüllten Tank, der das ganze dann direkt in die
Hochvakuumkammer einspeist - zu einer einstellbaren Spannung von bis zu
20kV hochtransformiert zu werden, welche eben auch noch auf dem
Ausgangspotential vom großen Transformator benötigt wird.
Aufgrund der geringeren benötigten Leistung ist dies aber nicht
kritisch.
Beste Grüße
Sascha