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Forum: Platinen Entsorgen von Natrium Pelsulfat


Autor: Sebastian (Gast)
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Was macht ihr nach dem Ätzen mit dem Natrium Pelsulfat?
Wie entsorgt ihr das Zeug?
Ich würde mir ja auch gerne mal ne Platine ätzen, aber wohin mit den
Chemikalien?

Autor: Kai Schilling (Gast)
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Die in Lösung gebrachten Cu^2+ Ionen (deshalb ist das Zeugs dann so
schön blau) wirken stark toxisch falls sie ins Abwasser gelangen. Die
beim Ätzen entstandenen Abfälle sind als Sondermüll zu entsorgen . Der
Preis dürfte so um die 20-25 € pro Liter betragen.
Wenn man die Möglichkeiten hat kann man ja die Brühe bei seiner Firma
irgendwo unterbringen :-)

Die Alternative sieht etwa so aus :

http://www.tuf-ev.de/workshop/aetzen/EntsorgungAetzen.htm

...ich finde die Anleitung zumindest ganz brauchbar....

Also wer jetzt immer noch seine Ätzabwässer in das Klo kippt....

MfG Kai

Autor: Kai Schilling (Gast)
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...habe den wichtigten Link vom mausnet vergessen , sorry.

http://horst-lehner.mausnet.de/efaq/kapitel/Platinen.html

Kapitel 12.7 dürfte sehr interessant sein.

MfG Kai

Autor: Konrad Heisig (Gast)
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@ Kai:

Kap 12.7 klingt ja sehr interessant,
hast du Erfahrung mit diesem Regenerationsverfahren ?

MfG Konrad

Autor: HansHans (Gast)
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Hi,
In Haushastüblichenmengen bin ich es schon immer
kostenlos an der Sondermüllsammelstelle losgeworden ,
Auskünfte hierüber wo die nächste Sondermüllsammelstelle ist,
gibt die Stadt oder Gemeindeverwaltung.
 Bei uns kommt alle drei Monate ein sogenanntes Schadstoffmobil,
ein großer Sattelzug  , und da kann man allen Sondermüll wie zB.
auch : Farben, Lacke, Säuren, Spraydosen, Kondensatoren,
Leuchtstoffröhren
usw abgeben.
Gruss HansH

Autor: Sebastian (Gast)
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@HansHans

Danke für den Tipp, das wollte ich wissen. Bei uns kommt auch so nen
Mobil rum, ich hatte mir auch schon gedacht, daß die Entsorgung da
kostenlos ist.
Bei 30 € pro Liter Entsorgungskosten wäre das Platinenätzen mir etwas
zu teuer!

Autor: Kai Schilling (Gast)
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@ Konrad :

Das Regenerationverfahren für NaPS funktioniert recht gut.Ich kann
allerdings nur empfehlen das Ganze bei guter Belüftung, vorzugsweise im
Freien durchzuführen. Der Energiebedarf ist meiner Meinung nach aber
relativ hoch... d.h. bei den angegebenen Stromdichten dauert es doch
eine Weile.Ich benutze eine 50x100 mm Platine als Kathode und die
berühmten Graphitstäbe aus alten Primärzellen (Zink-Kohle) als Anode.
Die Stromdichte beträgt dann 2A / dm² ,ergo 1A am Netzteil einstellen.
Die Kathode habe ich per Draht an einem Getriebemotor befestigt,
welcher für die nötige Bewegung der Lösung sorgt.

...wünsche fröhliches Regenerieren
     M
|----|----|
|    K   A|
|         |
|   NaPs  |
-----------

MfG Kai

Autor: Konrad Heisig (Gast)
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Nur so 'ne Idee:

Wenn Kai sagt, dass er 'ne Platine als Kathode nimmt, könnte man auf
diese Weise nicht gleich Duchkontaktierungen galvanisch herstellen?...
Das währe ja eine beträchtliche Aufwertung des Verfahrens.

MfG Konrad

Autor: Dingens (Gast)
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@konrad: das kniffelige beim durchkontaktieren ist ja nicht das
verkupfern des kupfersm sondern des epoxyds in der via-bohrung. das
geht soweit ich weiss nicht ohne vorherige beschichtung mit irgendwas
leitfähigem.

@kai: du schreibst du nimmst diese kohlestäbe als anode. ich hab die
damals mal zur galvanisierung benutzt und irgendwie haben die sich
immer aufgelöst/zerpflückt. nachher schwammen lauter so dreckige
kohleflocken in der lösung. wie verhinderst du das? oder filterst du
die lösung anschliessend? und was benutzt du um die kohlestäbe zu
kontaktieren? mein problem war immer, dass die sache recht doll
sprudelt. wenn ich den stab so hoch hänge, dass es die krokoklemme
nicht vollspritzt bleibt kaum anodenfläche, und wenn ich sie tiefer
hänge machts irgendwann BLUBS, der kohlestab liegt in der brühe und ich
hab eine krokoklemme weniger. was da an der anode hochsprudelt ist
ausgesprochen korrosiv.

hat jemand eine idee was man zu speziell diesem zweck sonst noch für
anoden benutzen kann? hatte mal nach diesen platin-drahtnetzen gesucht,
aber find da nix zu einem humanen preis, und alternativen kenne ich
nicht.

Autor: sebezahn (Gast)
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Kann mir jemand sagen, was das SENO-Feinätzkristall der Firma Bungard
eigentlich ist? Nimmt das auch das Schadstoffmobil an?

Gruß
Sebezahn

Autor: Marco (Gast)
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Also in Magdeburg fährt das Schadstoffmobil rum un man kann bis zu einer
bestimmten Menge alles kostenlos abgeben. Das ist ne feine Sache. Für
die 1-2 Liter NaPS habe ich nix bezahlt :-). Oder ihr Sucht euch genau
wie ich ne Chemikerin als Freundin.... die nimmt das dann mit ins Labor
zur entsorgung ;-).

MfG Marco

Autor: Kai Schilling (Gast)
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Hallo Dingens,

bei mir lösen sich die Teile (zumindest bei der angegebenen Stromdichte
nicht auf ) , falls dir die Stäbe aus den Batterien nicht gefallen:
-entweder Bleistiftminen (mgl. hart )
-oder
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=...
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=...

die Kontaktierung funktioniert meiner Erfahrung nach am besten mit
etwas Schaltdraht (verzinntes Cu) den man oben verdrillt ,einer
angelöteten Isolierten Litze und mit etwas Heißkleber mit dem man oben
alles sicher ummantelt.

Leider taugt das Verfahren keinesfalls zum Durchkontaktieren ... da
brauchts noch die berühmten Palladium Ionen etc. (gibt es ja nen
eigenen thread ).

MfG Kai

Autor: Holger (Gast)
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Der Chef von der Firma Bungard hat mal in einem Elektor-Artikel
empfohlen nur noch FeIIICl (Eisen-3-Chlorid) zu benutzen. Das sei am
einfachsten zu handhaben, ätzt am besten und ist umwelttechnisch am
unproblematischsten im Vergleich zu Ammoniumpersulfat oder
Natriumpersulfat.

Autor: Henrik (Gast)
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Dem stimme ich zu, bis auf das "ätzt am besten". Mit den Ergebnissen
von HCL und H2O2 konnte sich bisher nichts messen, es ist aber eine
gefährliche, stinkende Schweinerei. Ich suche dauernd eine Möglichkeit,
wie ich von dem Zeug wegkommen kann, ohne eine andere Schweinerei zu
kriegen.
Ammonium ist umwelttechnisch gesehen das Schlimmste überhaupt, in
Verbindung mit Kupfersalzen noch viel schlimmer. Natriumpersulfat steht
von der Qualität Amm.per.s. aber in nichts nach, also kein Amm.per.s.
mehr nehmen!
Über die Entsorgung mache ich mir kaum Gedanken, dafür gibts die Leute
von Giftmobil.

Henrik

Autor: Mario (Gast)
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Selbst größere Mengen sollten sich recht billig entsorgen lassen - ich
lasse meine Reste in einem Kunststoff-Kanister (mit ein paar
Kupferdrahtresten drin) im Keller offen stehen - wird immer weniger ;)

Wenns nur noch CuSO4 ist paßt das Zeug in ein Ü-Ei :D

mk

Autor: Henrik (Gast)
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CuSO4? Ätzt du mit Schwefelsäure? Wenn ja, erklär mal, wie man das
mischt und ob dabei auch Gas entstehen kann, wenn man es mit dem
Peroxid übertreibt.

Danke, Henrik

Autor: Visitor (Gast)
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Oxidationsmittel ist das Persulfatanion (S2O82-), das dann zum Sulfat
(SO42-) reduziert wird.

Autor: Klaus (Gast)
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Ich buddel das mal aus.

Ich weiß, man kann das im Schadstoffmobil loswerden und so. Einfach mal 
aus Interesse:

Was ist, wenn man die Suppe mit Katzenstreu oder Gips vermengt und so in 
eine "feste" Form überführt und dann in den Hausmüll gibt. Das landet 
doch dann heutzutage immer in einer Verbrennungsanlage (zumindest in 
Deutschland), da es ja keine Deponien mehr gibt. Was passiert dann dort 
und wäre das nicht auch OK? Dort sind doch eh leistungsfähige Filter am 
Werk, die mit noch viel schlimmerem fertig werden müßten.

Autor: Operator S. (smkr)
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Abgesehen davon, dass dies einer der ältesten Threads ist im Forum:

Klaus schrieb:
> Was ist, wenn man die Suppe mit Katzenstreu oder Gips vermengt und so in
> eine "feste" Form überführt und dann in den Hausmüll gibt.

Warum möchtest du noch mehr Geld mit Zusatzmitteln ausgeben, um deine 
Chemie falsch entsorgen zu können, wenn es schon einen richtigen, 
legalen und einfachen Weg dafür gibt?

Klaus schrieb:
> Dort sind doch eh leistungsfähige Filter am
> Werk, die mit noch viel schlimmerem fertig werden müßten.

Wirfst du etwa auch Batterien in den Hausmüll?

Autor: Klaus (Gast)
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Operator S. schrieb:
> Warum möchtest du noch mehr Geld mit Zusatzmitteln ausgeben, um deine
> Chemie falsch entsorgen zu können, wenn es schon einen richtigen,
> legalen und einfachen Weg dafür gibt?

Weil das nicht meine Frage war.

Autor: Lukas T. (tapy)
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Klaus schrieb:
> Was ist, wenn man die Suppe mit Katzenstreu oder Gips vermengt und so in
> eine "feste" Form überführt und dann in den Hausmüll gibt.

Das ist schlicht und ergreifend nicht ganz korrekt.
Man erhöht unnötiger Weise den Schwermetallanteil in der Schlacke der 
Verbrennungsanlage. Das ist zwar unproblematisch, weil der Kram ja eh in 
einer Art Glas eingeschlossen ist, ist aber eben nicht nötig.

Beim Schadstoffmobil endet die "Giftbrühe" zwar genauso in einer 
Verbrennung, da weiß man aber, dass das, was unten raus rieselt, nicht 
so gesund ist. Das landet dann ebenfalls im Straßenbau.

Problematisch ist halt, dass du Schwermetalldreck wo drin hast, wo 
keiner damit rechnet und umkippende Mülltonnen, Regen auf dem Müllberg 
vor der Verbrennung und alle möglichen anderen Einflüsse noch "Gift" 
freisetzen können.

Einfach ordentlich entsorgen und gut. Man kann den Kram auch 
eingetrocknet beim Schadstoffmobil, bei den meisten Unis, bei den 
meisten lokalen Müllverwertern und noch einigen anderen Stellen abgeben, 
denn die sind froh wenn sie wissen was in ihrem Müll drin steckt.

Autor: Klaus (Gast)
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Lukas T. schrieb:
> in der Schlacke der
> Verbrennungsanlage.

Ah. Ich dachte, das verdampft oder so einfach. Was passiert dann mit der 
Schlacke? Straßenbau? Die vom Hausmüll und die vom Sondermüll müßte dann 
doch separiert behandelt werden. Ich dachte halt, durch das 
"eintrocknen" würde man einfach die Flüssigkeitstransport sparen, wo 
doch offenbar am Ende alle Weg nach Rom führen.

Autor: michael_ (Gast)
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Die paar Kupferionen schaden im Müll nicht.
In Wiki steht sogar, das es lebenswichtig ist und man täglich 1-2mg 
davon essen sollte.

Autor: Karl (Gast)
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Nicht aller Hausmüll landet in der Verbrennung! Das ist regional ganz 
verschieden und richtet sich nach der jeweiligen Müllzusammensetzung. 
Oft geht der Müll in eine MBA (Mechanisch-biologische 
Abfallbehandlungsanlage, nicht mit dem Abschluss verwechseln ;)). In der 
MBA besteht eine erhebliche Gefahr, dass dein Sondermüll irgendwo 
landet, wo er nicht hin sollte.

Autor: Richard B. (r71)
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Ehrlich gesagt halte ich die Gebühren (20-25€ pro Liter)
für die Entsorgung für ein Märchen...

In Österreich wird auch für die Entsorgung von Säure(n) mitbezahlt.
Dementsprechend kostet die Entsorgung nichts.
Ich muss es gut beschriften und selbst abgeben.
Das wars dann auch.

LG,
Richard

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