Ich habe mein Interesse für diese System entdeckt und bin gerade dabei
mich mit zunehmender Begeisterung einzulesen. Praktische Erfahrungen
habe ich noch nicht, aber bereits einige Komponenten für ein kleines
Testfeld bei Ebay erworben. Bei Allem was ich bisher erfahren habe,
scheint mir Eines allerdings ungeklärt:
Es sieht für mich so aus, als ob es keinerlei Sicherheitsmaßnahmen gäbe,
oder täuscht das? Nehmen wir an, ich befände mich in einem mit EIB/KNX
ausgestatteten Hochhaus. Dann würde es anscheindend genügen, einen
Lichtschalter aus der Wand zu puhlen, um an den Bus zu kommen. Dann ein
Notebook mit Buskoppler und geeigneter Software und schon kann ich das
ganze Haus als Lichtorgel benutzen und die Lüftungsklappen klopfen den
Takt dazu?
Bitte sage mir jemand, dass das nicht wahr ist?
Frank
P.S.: Ich habe da zwar ein Produkt gefunden ("KNX-Guard"), aber den hat
doch länst nicht jeder, oder?
> Bitte sage mir jemand, dass das nicht wahr ist?>
Leider ist es so. Wie damals mit den Ethernet-HUBs (nicht Switches) kann
man den Traffic überall mitlesen, aufzeichnen und zurückspielen. Es gibt
große akademische Werke über den Bus, Zertifizierung und sonst was, nur
leider keine Sicherheit. Zum Glück ist es so teuer, daß der Normalo-User
garnicht auf die Idee kommt es wirklich einzusetzen, das ist das
Primär-Sicherheitskonzept.
Noch verrückter, und zum Glück noch teuerer, wirds bei EIB/KNX per Funk.
Da brauchst Du dann nicht mal mehr die Dose auszubauen um Unheil
anzurichten...
Das ist ein bissl so wie bei Sicherheitsdiskussion über Neujahr bei
DECT, solange es man nicht sehen kann - wirds schon sicher sein.
Also Dirk, das mit so teuer, dass es sowieso kein Normalo User verwendet
ist schwachsinn.
Das das System nicht verschlüsselt ist, stimmt allerdings.
Aber es ist dennoch schwierig gezielte Funktionen auszuführen, ausser
man hat viel Zeit, da man die Geräte nicht auslesen kann und somit nur
mit langen beobachten herausfindet, was die Geräte bei welchen
Funktionen machen.
Ausserdem kann man in grösseren Gebäuden nur die Linie in der man sich
befindet komplett steuern und die Zentralbefehle die Linienübergreifend
sind ausführen, alles andere sperren die Filter in den Linienkopplern.
Christian
Hallo Frank,
Ja bei KNX ist es nicht so ganz trivial mit der Sicherheit! Wenn man in
einem Hochhaus etwas „anstellen“ will gibt es schon einige
Möglichkeiten! Aber du musst natürlich schon wissen welche Telegramme
für welche „Aktionen“ zuständig sind. Da muss man schon einige Tage
„mithören“ um erfolg zu haben. In so einem Hochhaus sind ja dann auch
nicht nur zwei drei Telegramme pro Minute unterwegs :o) Aber generell
ist es möglich.
So wie es Christian schon sagt, kann man mit Linienkoppler auch einiges
an Sicherheit reinbringen. Solche Koppler können filtern und nur
bestimmte Telegramme „durchlassen“. Sicherheits-Aktoren können auch auf
nur bestimmte, zulässige Teilnehmen reagieren.
Im Privathaus ist das schon etwas einfacher! Dort kann man z.B. Taster
und Schalter, die sich z.B. Außen befinden, über Binäreingänge
abfragen. Somit führt schon mal kein Bus nach Außen. Benötigt man dann
doch z.B. eine Wetterzentrale auf dem Dach dann sollte man zur
Sicherheit einen (teuren) Linienkoppler spendieren. Der Sitzt dann unten
im Schaltschrank und ist somit auch unkritisch beim Mithören. Wie schon
gesagt, wenn man dann z.B. eine KNX- Alarmzentrale hat, dann pollt die
Anlage zyklisch die Binäraktoren ab ob sie auch da sind. Also ganz so
unsicher wäre ein Privathaus dann doch nicht!! :o)
Viele Grüße,
EIB ohne verschlüsselung?
Also so ein Problem hatte ich noch nie.
Erst letzte Woche hatte ich eine Anlage (bin zur zeit als installateur
tätig/in der Schweiz) in den Betrieb genommen und soweit ich mitbekommen
habe wurde die programmierung am ende 128 bit verschlüsselt.
Weiss da einer genauer bescheit ob jetzt verschlüsselung dabei ist oder
tatsächlich keine vorhanden? evtl. ist nur die programmierung
verschlüsselt worden oder doch der daten BUS?
Also im Hochhaus braucht man zwingend nen Koppler, da man maximal 64
Teilnehmer an eine Linie klemmen kann.
Somit bekommt wie schon gesagt nur einen Bruchteil des Traffics mit.
Und es gibt auch Wetterstationen die auf Analogsensoren basieren...
0-10V...
Ach ja, die Möglichkeit einen Alarm auszulösen sobald ein Modul
abgezogen wurde gibt es auch in jedem Gerät.
Eine Verschlüsselung für KNX gibt es definitiv nicht, dass einzige was
annähernd eine zuverlässige Sicherheit bietet ist z.B. der EIB-Wächter.
In großen Anlagen gibt es eigentlich immer einen Visu bzw iETS Server.
Spätestens dann ist es möglich die gesamten Telegramme der Aktorik
nochmal über Filtertabellen prüfen zu lassen.
PS: Wer in einer großen Anlage noch Taster im öffentlichen Bereich
verbaut, hat den Sinn der Gebäudeautomation noch nicht verstanden...
>PS: Wer in einer großen Anlage noch Taster im öffentlichen Bereich>verbaut, hat den Sinn der Gebäudeautomation noch nicht verstanden...
Man kann auch genausogut Bewegungsmelder aus der Wand bauen und
"mithören".
Dazu braucht man keinen Taster.
Bustelegramme sind definitiv ohne Verschlüsselung
Ob KNX ein Sicherheitsproblem darstellt oder nicht, hängt von Planung,
Aufbau, Funktionsrealisierung usw. ab. Für die "unsicheren" Bereiche
werden nicht umsonst konventionelle IOs oder separierte Linienausführung
empfohlen.
Wer jetzt schon den Einbrecher-2010 Laptop-bewaffnet über KNX die
Haustüre öffnen sieht sollte sich mal darum Gedanken machen, wie seine
"sichere" Haustürsprechstelle mit Türöffner aufgebaut ist ;-)
Nein, so einfach ist es nicht! Um sich an den BUS anzukoppeln reicht es
natürlich, sich an einen Busankoppler anzuschließen. Nur um in den Bus
eingreifen zu können brauchst du auf deinem Rechner die Projektdatei des
EIB Projektes. Es ist nicht so wie in einer SPS, wo man die Logik von
der PLC in den Rechner durch einen Tastenbefehl uploaden kann.
>PS: Wer in einer großen Anlage noch Taster im öffentlichen Bereich>verbaut, hat den Sinn der Gebäudeautomation noch nicht verstanden...
Wieso widerspricht es dem Sinn der Gebäudeautomation, Taster im
öffentlichen Bereich zu verbauen?
>Nein, so einfach ist es nicht! Um sich an den BUS anzukoppeln reicht es>natürlich, sich an einen Busankoppler anzuschließen. Nur um in den Bus>eingreifen zu können brauchst du auf deinem Rechner die Projektdatei des>EIB Projektes. Es ist nicht so wie in einer SPS, wo man die Logik von>der PLC in den Rechner durch einen Tastenbefehl uploaden kann.
wenn man keine Ahnung hat dann braucht man die Projektdatei. Ansonsten
kann man mit Zugriff auf eine Linie ganz schönen Unsinn in selbiger
anstellen.
Mauert alle eure Fenster zu. Die sind nicht sicher. Mit einem einfachen
Hammer können sie ohne spezielle Kenntnisse eingeschlagen werden.
Frank schrieb:> Bitte sage mir jemand, dass das nicht wahr ist?
Doch, ist es.