Ätzen Natriumpersulfat Aluminium

#3671403
Aus welchem Grund unsinnig?
Aluminium hat gegenüber Kunststoff den Vorteil, dass ich das ganze 
direkt auf eine Kochplatte stellen kann, ohne dass mir etwas 
zerschmilzt. Ebenso leitet Aluminium die Wärme besser von der Platte zum 
Medium.
#3671433
Operator S. schrieb:
> Aus welchem Grund unsinnig?

Weil Aluminium sehr reaktiv ist. Seine relative Persistenz liegt einzig 
und allein an der Oxid-Schicht (passivisierung) die eine weitere 
Reaktion mit Sauerstoff vorhindert. Wird diese sehr dünne Schicht 
beschädigt, reagiert das Aluminium sehr gut schon mit Wasser.
Das ist übrigens auch der Ätzvorgang mit NaOH Lösung. Die Lauge reagiert 
mit der Passivisierung und das Wasser oxidiert das darunterliegende 
Aluminium.

Alu Flaschen sind nicht umsonst innen Kunststoffbeschichtet.
#3671533
Dadurch müsste ich doch aber in der Lage sein mit eloxiertem Aluminium 
eine Ätzschale oder gar Küvette einzusetzen. Es sei denn 
Natriumpersulfat greift die Oxidschicht an.
Da aber in einem solchen Behälter für ätzzwecke nicht mit einem 
Schraubenzieher herumgestochert wird, ist diese Schicht - wenn auch sehr 
dünn - resistent genug um z.B. das Hineinlegen einer Platine zu 
überstehen.

Sollte dies aber alles zu unsicher sein, gibt es ein geeignetes Material 
welches ich auf das Aluminium auftragen kann um das Ätzen zu überstehen? 
Dünne Schicht Epoxy vielleicht?
#3671554
Die Oxydschicht wird nurch Na-Persulfat nicht angegriffen, aber die 
Oxydschicht ist auch nicht besonders dick (bei chemischer Oxydation 
1-2µm und bei anodischer Oxydation 8-25µm) und beschädigen kann man die 
Oxydschicht auch ohne Schraubenzieher.
Gast #3673421
Einfache Antwort: Aluminium wird von NaOH angegriffen. Es hat beim 
entwickeln mit NaOH als Gefäß nix verloren. Generell sind Metalle nicht 
besonders zu empfehlen als Reaktionsgefässe besonders so unedle Metalle 
wie Al. Ätzen von Aluminium, wenn es sich um ein fotochemisches 
Verfahren handelt mit NaOH ist ebenfalls kaum möglich da die meisten 
Fotoresiste sich ebenfalls in NaOH lösen. Mit HCL im Umwelzbad und 
unterm Abzug geht es relativ gut. Gegen die Unterätzung abhängig von der 
angestrebten Ätztiefe sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Gast #3673427
Operator S. schrieb:
> Gilt somit auch der Umkehrschluss -> Aluminium ist ätzresistent
> gegenüber Natriumpersulfat?
>
> Gedanke ist eine Ätzschale aus Aluminium zu verwenden. Habe dazu leider
> noch nichts gefunden.

Das ist keine gute Idee. Schau mal hier, in der linken Spalte kannst Du 
die Chemikalie wählen, aber auch allerhand andere industriell und 
verfahrenstechnisch wichtige Substanzen wie z.B. Honig, Kaffee, 
Haarshampoo, Whisky, Buttermilch, Urin oder Bier:
http://www.rct-online.de/RCTBestaendigkeitsliste?sCoreId=7bf0e697770ae7010185c606e6b384e1

Aluminium ist gegenüber Natriumpersulfat nicht beständig und gegenüber 
dem entstehenden Kupfervitriol (Kupfersulfat) auch nicht.
Die dünne Passivierungsschicht ist außerdem schnell verletzt.
Gast #3673430
Operator S. schrieb:
> Aluminium hat gegenüber Kunststoff den Vorteil, dass ich das ganze
> direkt auf eine Kochplatte stellen kann, ohne dass mir etwas
> zerschmilzt. Ebenso leitet Aluminium die Wärme besser von der Platte zum
> Medium.

Hol Dir eine vom Hersteller dafür zugelassene gläserne Auflaufform 
geeigneter Größe bzw "Kleine" aus Borsilikatglas.
http://de.wikipedia.org/wiki/Borsilikatglas

Wenn Du die Form nur im kalten Zustand auf die ebenfalls kalte 
Herdplatte stellst und dann langsam und auf niedrigster Stufe auf ca. 
50°C erwärmst, dann ist die Gefahr des Zerspringens äußerst gering und 
diese Lösung in jedem Fall besser als das Ätzen in der schon von Haus 
aus absolut ungeeigneten Aluminiumwanne.

Insgesamt ist das Ätzen auf dem Herd aber eher ein Provisorium.
#3673472
In der normalen Umwelt sind in den Stoffen immer Verunreinigungen 
vorhanden.
Kupfer, Kochsalz.
Außer den werden mit der Zeit Fehler gemacht, und  möglicherweise wird 
irgendwann mal mit Eisen II Chlorid geätzt in der Aluschale geätzt.

Deshalb glaube ich ein Gefäß aus Aluminium ist zum Ätzen ungeeignet.

Ich habe ein rechteckiges  Waffeleisen gefunden. Das nehme ich für alle 
Bastelarbeiten.
Gast #3673476
Hallo,

ich hatte in meiner Kunststoff-Ätzküvette am Luft-Ausströmer ein kurzes 
eloxiertes (!!) Alu-Röhrchen verwendet. Warum? Hatte in dem Moment als 
ich das gebaut hatte wohl einfach nicht richtig mitgedacht. Das Röhrchen 
hat erstaunlich lange gehalten. Ein oder zwei Jahre. Aber der Ausströmer 
war nur dann in der Ätzlösung, wenn ich geätzt hab. Also deutlich 
kürzer.

Vom Zeitpunkt "Eloxalschicht hat eine Beschädigung" bis "Röhrchen ist 
total zerfressen und undicht" war es dann erschreckend wenig Zeit.

Also ich würde in Kunststoff oder Glas ätzen. Alu ist ungeeignet. Evtl. 
Edelstahl, aber auch da wäre ich skeptisch.

Ach so, ich hab mit Natriumpersulfat geätzt.

Grüße
Christian
Gast #3673493
unangemeldeter Rumspammer schrieb:
> Christian schrieb:
>> ich hatte in meiner Kunststoff-Ätzküvette
>
> was für einen Kunststoff hast Du denn für denn Bau benutzt?

Hallo,

das war eine Küchen-Kunststoff-Müsli-Box. DAher der 
Selbstbau-Ausströmer. Ich hab grad nochmal nachgeschaut. Die Box ist aus 
Polypropylene. Hatte während der ganzen Zeit auch nicht wirklich 
irgendwelche Angriffs-Spuren gezeigt. Inwieweit das Ganze klebbar ist: 
keine Ahnung. Den Behälter hab ich verwendet wie er ist. Der Ausströmer 
war reingeklemmt. Der größte Teil vom Ausströmer war aus Plexiglas (was 
auch immer das "billige" Zeug aus dem Baumarkt wirklich ist.. )

Grüße
Christian
#3673495
unangemeldeter Rumspammer schrieb:
> Christian schrieb:
>> ich hatte in meiner Kunststoff-Ätzküvette
>
> was für einen Kunststoff hast Du denn für denn Bau benutzt?

War hier nicht vor kurzem ein Thread, wo gasagt wurde, daß Ikea sehr 
günstige rechteckige Dekoglasbehälter hat, die sich einwandfrei als 
Ätzküvette eignen?
Dann sowas nehmen und ne Aquariumsheizung rein oder eine Ätzheizung als 
Ersatzteil kaufen.
Gast #3673504
Christian schrieb:
> Ich hab grad nochmal nachgeschaut. Die Box ist aus
> Polypropylene. Hatte während der ganzen Zeit auch nicht wirklich
> irgendwelche Angriffs-Spuren gezeigt. Inwieweit das Ganze klebbar ist:
> keine Ahnung.

Vielen Dank. Ja, PP und NaPS geht gut miteinander, habe ich selber auch 
schon ausprobiert. Kleben ist nicht ganz einfach. Am ehesten geht es, 
wenn man die Fügestellen vorher beizt. Schweißen klappt mit etwas Übung 
und einem alten (heruntergeregelten) Lötkolben ganz passabel, stinkt 
aber schnell mal und sieht optisch (jedenfalls bei mir) eher unschön 
aus, bei sehr kleinen Teilen geht's.
Gast #3673530
Udo Schmitt schrieb:
> War hier nicht vor kurzem ein Thread, wo gasagt wurde, daß Ikea sehr
> günstige rechteckige Dekoglasbehälter hat, die sich einwandfrei als
> Ätzküvette eignen?

Hier gibt es viele Threads in denen Unsinn von Leuten behauptet wird, 
die es nie selber ausprobiert haben.
Die Ikea Rectangel ist zu breit und zu niedrig
Die Block Glasvase ist zu mies gefertigt (stellenweise extrem dünnes 
Glas)
http://www.amazon.de/Glasvase-Tischvase-Blumenvase-Dekovase-rechteckig/dp/B00E3OYWDA
Billiger findet man bei eBay die richtigen Küvetten.
http://www.ebay.de/itm/Atzgeraet-1-von-proMA-ohne-Pumpe-ohne-Heizung-/281338595380
#3673935
Ich benutze hier seit Jahren eine (auch über längere Zeit gefüllte) 
Polypropylendose mit Deckel als Ätzbehälter, der Deckel hält auch fürs 
Entwickeln her. Der Abfallkanister, der seit 3-4 Jahren mehr oder 
weniger gefüllt ist, ist ein gewöhnlicher Chemikalienkanister aus HDPE. 
Bisher absolut keine Verschleißerscheinungen, und erwärmen im Wasserbad 
ist auch kein Problem.
Polyester sind dagegen heikel, Metalle sowieso, Latexhandschuhe 
zerfallen augenblicklich. Silikonkleber haben (leider) laut der meisten 
Daten die ich dazu gefunden habe zweifelhafte bis schlechte 
Beständigkeit, woran meine Idee eine Küvette wie ein Aquarium aus 
Glasscheiben zu kleben gestorben ist.

Antwort schreiben

Eine eigene Frage? Dieser Thread ist über 17 Jahre alt. Stell sie in einem eigenen Thread – dort lesen mehr Leute mit, und sie wird öfter und schneller beantwortet.

Neuen Thread starten

Eine Lösung, Ergänzung oder Rückmeldung zu diesem Thread? Dann antworte hier.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.