Hallo zusammen,
jetzt arbeite ich bei meiner Professor's Firma, kriege ich monatlich
halbe TVÖD-13L, aber muss vollzeit arbeiten,
Was muss ich jeden Tag machen:
- Software Entwicklung(C++/MFC/QT)
- Hardware Entwicklung(µC,C,analoge Schaltung..)
- Diplomanden betreuen
- Externe Project Management
- Administrator Aufgaben
...
Jede Woche arbeite ich über 45 Stunden..
Ich fühle müde, stressig, ist das NORMAL für eine Promotionsstelle oder
bloß eine Ausbeutung?
müdeDoktorand wrote:
> @ jussa,> meinen Sie über 45 Std./W zu wenig für eine Halbe Stelle(19 Std./W)?
halbe Stelle heisst erstmal das halbe Gehalt, aber normale volle
Arbeitszeit...und als Doktorand arbeitet man nochmal deutlich mehr als
die normale volle Arbeitszeit...
Für Doktoranden scheint dies traurige Normalität zu sein. Es geht sehr
vielen ähnlich wie dir. In seiner Freizeit muss man dann auch noch seine
Doktorarbeit schreiben...
Hallo !
Mein Chef pflegt immer zu sagen, dass wir ja nur halbtags arbeiten. Also
12 Stunden täglich,hehe :)
Kommt immer drauf an wie die äußeren Umstände sind, kann ich mal eben
zur Arbeit über die Straße gehen und direkt loslegen oder muss ich erst
70 KM pendeln. Habe ich Kinder ne nervige Frau usw. ;) (Nicht falsch
verstehen es gibt auch genausoviel nervende Männer !) Und wie ist das
Arbeitsklima, eher locker oder Verhältnisse wie bei den U-S Marines.
Ausßerdem kommt es noch darauf an, ob du nein sagen kannst. Kannst du
das nicht merken das der Chef und deine Kollegen und wälzen auch andere
Aufgaben ganz schnell auf dich ab. bis du irgendwann vor Arbeit
erstickt, während sie sich grade mit der Sekretärin vergnügen oder dem
Feierabendbier fröhnen.
wenn du dich müde angespannt und kaputt fühlst, sind das auf jeden Fall
Signale die du ernst nehmen solltest.
Sofort gegensteuern !!!
Nicht gleich in die Psychotherapie gehen, aber Entspannungsübungen
gesunde Ernährung und genug schlaf helfen da sicher. Man sollte sowas
nicht unterschätzen, die Praxen der Therapeuten sind voll bis zum
Anschlag und auf Monate/Jahre ausgebucht.
Ich kenn das noch zu gut aus dem Studium, erstmal ne 45 Stunden Woche
alleine fürs Studium und dann noch am Wochenende arbeiten um an Knete zu
kommen.
Naja ausbeuten würde ich das nicht nennen, eher Nomalität für angehende
Doktoren. Habe zwar nur Diplom, aber kenne einige angehende durch meine
Arbeit. Meine Diplomphase war aber auch nicht grade geprägt von relaxter
Atmosphäre ... Nur aufpassen musste schon dass du auch mal zur Ruhe
kommst und nen freien kopf für die wesentlichen Dinge der Doktorarbeit
kriegst.
Gruß
Wir arbeiten täglich 24 Stunden und abends genauso lange.
Ich hatte mal eine Arbeitstelle da wurde 60Stunden die Woche gearbeitet,
täglich 10Stunden ausser Sonntags. Nach ca. 3 Monaten lag ich bei Arzt
am EKG, Puls war um die 300.
lebe ich zum arbeiten oder arbeite zum leben.
Ein andere Doktorand schrieb:> In seiner Freizeit muss man dann auch noch seine> Doktorarbeit schreiben...
Welche Freizeit?
Wichtig ist auch die Ehrlichkeit. Wird bei Vertragsabschluss mit offenen
Karten gespielt oder lässt man den angehenden Doktoranden ins offene
Messer laufen? Man muss als künftiger Mitarbeiter wissen, worauf man
sich einlässt. Richtig wäre es, den Arbeitsvertrag so abzuschließen, wie
er gemeint ist: 40-60 Stunden/Woche für ein halbes Gehalt. Warum wird da
nicht mit offenen Karten gespielt? Derzeit gibt es meist zwei Verträge:
Einen, den man schriftlich abgeschlossen hat und der nicht gilt und
einen, der stillschweigend gültig ist. Da kann man ja den schriftlichen
Vertrag gleich ganz weglassen. Er ist einfach nicht wahr.
Im technischen Bereich ist es eigentlich üblich, dass es volle Stellen
gibt, soweit keine anderen Vereinbarungen dabei sind (z.B. keine Lehre,
keine Projekte etc.). Bei Physik, Chemie, etc. sieht das ganz anders
aus, da gibt es quasi nur halbe Stellen.
Erkläre das mal mit Professors Firma. Du bist also nicht an der Uni
angestellt? Evtl. liegt hier auch ein strafbares Verhalten vor, das
solltest Du genau prüfen. Üblich ist das auf gar keinen Fall!!
Ich würde Dir empfehlen zu wechseln und den Prof danach zu verklagen.
als ingenieur hat man es nicht nötig ne halbe stelle anzunehmen. geh
woanders hin. das ist eigentlich nur bei den fachbereichen möglich wo
die gesamtberufswelt im akademischen bereich ist.
ansonsten, zum ausbeuten gehört auch immer jemanden der sich ausbeuten
lässt.
Es gibt eben Leute die bescheißen und welche die beschissen werden.
Ist nur die Frage, auf welcher Seite man steht, bzw. stehen möchte.
Jeder muss halt seine Rechte selbst vertreten. In diesem Fall würde
ich mal eine Wörtchen mit dem Chef reden. Entweder mehr Schotter, oder
halbe Arbeitszeit, oder deutlich weniger Arbeitsleistung. (Ach was ist
der Compiler heute wieder lahm).
Logger schrieb:> ich mal eine Wörtchen mit dem Chef reden. Entweder mehr Schotter, oder> halbe Arbeitszeit, oder deutlich weniger Arbeitsleistung. (Ach was ist> der Compiler heute wieder lahm).
Das führt oftmals zum Verlust der Stelle; die Leute überschätzen gerne
ihre Fähigkeiten und Notwendigkeit, um das Dreifache! ;-)
Die Promotion ist halt auch ein Abhängigkeitsverhältnis. Dementsprechend
bist du automatisch mehr dazu geneigt alles zu machen was dir dein Prof
aufbürdet. Ich kenne durchaus ein paar Leute die ihre Promotion deswegen
hingeschmissen haben. Dein Prof sollte nicht nur Fordern, er sollte auch
ein Gönner sein. Aber ganz ehrlich, auf eine halbe Stelle bist du als
Ing echt nicht angewiesen.
sandmohn@gmx.de schrieb:> Wichtig ist auch die Ehrlichkeit. Wird bei Vertragsabschluss mit offenen> Karten gespielt oder lässt man den angehenden Doktoranden ins offene> Messer laufen?
Was eine halbe Stelle als Doktorand und/oder Assistent an einer
Hochschule bedeutet weiß halt eigentlich auch jeder. Man muss sich hier
auch durchsetzen und eben nicht alles mit sich machen lassen. Dann kann
mit so einer halben Stelle gut leben. Wer natürlich der treue Wuffi des
Profs ist, der arbeitet sich tot.
Und es gibt auch ganze Stellen. So ist es nicht. Aber nur für gute Leute
die es sich leisten können, auch halbe Stellen abzulehnen.
gruß cyblord
sandmohn@gmx.de schrieb:> Richtig wäre es, den Arbeitsvertrag so abzuschließen, wie> er gemeint ist: 40-60 Stunden/Woche für ein halbes Gehalt. Warum wird da> nicht mit offenen Karten gespielt? Derzeit gibt es meist zwei Verträge:> Einen, den man schriftlich abgeschlossen hat und der nicht gilt und> einen, der stillschweigend gültig ist. Da kann man ja den schriftlichen> Vertrag gleich ganz weglassen.
Nein, auf keinen Fall, nur der ist juristisch (de jure) gültig.
Die mündliche (stillschweigende) Vereinbarung (de facto) ist aber
maßgebend.
Wenn du neben der vertraglichen Arbeitszeit noch zusätzlich freiwillig
und unbezahlt deine Freizeit am Lehrstuhl verbringst, ist das doch
nicht das Problem deines Prof´s ;)
Offensichtlich der ideale Arbeitnehmer.
Schau doch mal nach, ob nicht irgendwo eine 1/4-Stelle frei ist...
Spaß beiseite.
Ich würde die anfallenden Zeiten notieren und nach einer angemessenen
Zeit ein Gespräch darüber anregen.
Vielleicht ist Dein Chef so clever, wie die drei Affen. Sieht nichts,
hört nichts und hütet sich davor etwas zu sagen. Ein Gespräch über
konkrete Zahlen würde diesem Zustand schnell ein Ende bereiten und ihn
zwingen sich zu positionieren.
Natürlich kannst Du auch weiterhin, anonym in Foren jammern und darüber
hinaus schweigen.
Sebastian S. schrieb:> Schau doch mal nach, ob nicht irgendwo eine 1/4-Stelle frei ist...
Ich kenn das direkt von jemandem der promoviert hat.
Als dann der 2-Jahres-Vertrag über die 50% Stelle ablief, wurde ihm nur
noch eine 25% Stelle angeboten.
müdeDoktorand schrieb:> Ich fühle müde, stressig, ist das NORMAL für eine Promotionsstelle oder> bloß eine Ausbeutung?
Come in & Burn out
Prioritäten setzen!
Ich hatte auch mal einen Job mit ca. 60-80 Std. (auf 6-7 Tage)
Dann hatte ich eine gesundheitliche Auszeit bei der ich viel nachdenken
konnte und habe daraufhin selber gekündigt.
Keine Arbeit ist es Wert seine Gesundheit (und auch Familie)
zu vernachlässigen.
Mark Brandis schrieb:> Meine Fresse, der Thread ist von 2009!
Stimmt, aber das Thema ist immernoch aktuell.