Hallo,
ich habe kürzlich ein Hameg 205-3 erstanden. Der erste Test mit Hilfe
des 1kHz Kalibrators war eher ernüchternd. Da stimmte so ziemlich gar
nichts. Die Spannung ist 0,18 bzw 1,8 V, die Periode ist unter 0,9 ms
und das Tastverhältnis ist deutlich unter 50%.
Beim abweichenden Tastverhältnis bin ich mir ziemlich sicher, dass es am
Kalibrator liegt. Wenn ich mehrere Perioden auf dem Bildschirm abbilde
ist das Tastverhältnis überall gleich falsch.
Bei Spannung und Frequenz bin mir da nicht sicher.
Bei einem Test mit der nächst besten "Spannungsreferenz", einer frischen
AA-Batterie, zeigte das Oszi allerdings exakt 1,5 V an.
Ich werd demnächst mal zur Elektronik-Hausapotheke gehen und ein paar
Quarzoszillarotren und Z-Dioden besorgen, um weitere Tests zu machen.
Ich hätte aber trotzdem gerne mal geklärt, ob es möglich ist, dass sich
der Kalibrator derart verändert und ob es möglich ist, dem entgegen zu
wirken!?
MfG, Enrico
Der Kalibrator ist nur zum Abgleich der Tastköpfe anhand der Signalform
konzipiert! Er ist weder Frequenzstabil noch im Tastverhältnis exakt
(ist halt irgendeine frei schwingende Oszillatorschaltung).
Wenn du die Genauigkeit des Oszis prüfen willst, brauchst du schon einen
ordentlichen Generator.
Viele Grüße,
egberto
Enrico wrote:
> Hallo,>> ...> Ich hätte aber trotzdem gerne mal geklärt, ob es möglich ist, dass sich> der Kalibrator derart verändert und ob es möglich ist, dem entgegen zu> wirken!?
Durchlesen des Scope-Handbuches hilft hier weiter. Dort steht es
ziemlich deutlich.
Der Ausgang am Scope, der unzutreffend als Kalibrator bezeichnet wird,
dient NICHT dazu das Scope Spannungs- bzw. Frequenzgenau zu kalibrieren.
Er liefert lediglich ein genügend anstiegssteiles Rechtecksignal von ca.
1 kHz, um den Tastkopf LF-mäßig abzugleichen.
Für alles andere was die Bezeichnung Kalibrieren wirklich verdient.
gibt's Gerätschaften besserer Ausführung (Tektronix TG501, SG503, PG506
sind so die Klassiker).
hth,
Andrew
>Bei einem Test mit der nächst besten "Spannungsreferenz", einer frischen>AA-Batterie, zeigte das Oszi allerdings exakt 1,5 V an.
Was auch nicht so ganz toll ist, denn eine frische AA-Batterie sollte
unbelastet mehr als 1,6V haben.
>Ich hätte aber trotzdem gerne mal geklärt, ob es möglich ist, dass sich>der Kalibrator derart verändert
Ja
>und ob es möglich ist, dem entgegen zu wirken!?
Ja. Kann (und muß) man kalibrieren. Dazu gibt es in dem Gerät zig Potis,
und dazu eine Kalibrieranleitung. Such mal auf der homepage von hameg.
Wenn es da nichts geibt, wird es schwieriger, aber das Gerät ist ja
nicht so selten, irgendwer wird die Unterlagen schon haben.
Oliver
Hallo Enrico,
ich habe hier gerade mal den Kalibrator meines alten HM203-6 mit meinem
neuen HM2008 getestet.
Auch ich habe hier exakt 0,18V/1,8V und ein Puls/Pausenverhältnis von
etwa 230us/270us, Frequenz stimmt mit 994Hz aber recht genau.
Das ist meines Wissens nach aber auch nicht entscheidend ... wichtig ist
die Steilflankigkeit.
Hast Du ein Handbuch? Da sollte die Schaltung des Oszillators zu finden
sein.
Ich weiss nicht, ob sich vom 203-6 zum 205-3 viel geändert hat.
Naja, mein Schätzchen ist jetzt auch über 20 Jahre alt, da darf es sich
das erlauben - wenn es nicht ab Werk so gewollt ist (unsere Werte
gleichen sich ja ziemlich gut).
Ansonsten arbeitet das Ding einwandfrei und ist bei mehreren Signalen
immer noch gerne mit im Einsatz :-)
Chris
Chris D. wrote:
> Hallo Enrico,>>> Hast Du ein Handbuch? Da sollte die Schaltung des Oszillators zu finden> sein.> Ich weiss nicht, ob sich vom 203-6 zum 205-3 viel geändert hat.
Fast nix.
>> Naja, mein Schätzchen ist jetzt auch über 20 Jahre alt, da darf es sich> das erlauben - wenn es nicht ab Werk so gewollt ist
Ist bei Hameg relativ grob toleriert.
> (unsere Werte> gleichen sich ja ziemlich gut).>> Ansonsten arbeitet das Ding einwandfrei und ist bei mehreren Signalen> immer noch gerne mit im Einsatz :-)>
So kenne ich das auch.
Ok, danke für die Hilfe.
Das der Kalibrator nicht zum kallibrieren des Scopes da ist weiß ich.
Aber bei so einem Gerät hätte ich auch ebi solchen Details mehr
präzision erwartet.
Einen Frequenzgenerator wollte ich mir jetzt nicht extra kaufen. Zumal
das dann auch nur ein gebrauchter sein könnte, wo ich dann auch nicht
weiß, ob der wirklich einwandfrei arbeitet.
Die Quarzeoszis und Z-Dioden kann ich mir neu leisten x-D
Das wird reichen müssen.
Was die Unterschiede von 203 zu 205 angeht, würde ich intuitiv sagen,
dass da schon einige sind. Das 205 ist immerhin analog/digital.
Möglicherweise hat es aber auch nur ein paar Baugruppen mehr.
MfG, Enrico
PS: Handbuch hab ich.
PPS: Die Batterie liegt schon eine Weile rum (min. 2 Jahre), wurde aber
noch nie belastet.
Enrico wrote:
> Ok, danke für die Hilfe.>> Das der Kalibrator nicht zum kallibrieren des Scopes da ist weiß ich.> Aber bei so einem Gerät hätte ich auch ebi solchen Details mehr> präzision erwartet.
Nö. Ist halt Hameg.
>> Einen Frequenzgenerator wollte ich mir jetzt nicht extra kaufen. Zumal> das dann auch nur ein gebrauchter sein könnte, wo ich dann auch nicht> weiß, ob der wirklich einwandfrei arbeitet.
Der hilft Dir auch nicht weiter. Was helfen würde wäre entsprechendes
oben genanntnes Equipment.
> Die Quarzeoszis und Z-Dioden kann ich mir neu leisten x-D> Das wird reichen müssen.
Die Dioden haben auch selten mehr als 3-5% Genauigkeit. Hilft Dir also
auch nicht wirklich
>> Was die Unterschiede von 203 zu 205 angeht, würde ich intuitiv sagen,> dass da schon einige sind. Das 205 ist immerhin analog/digital.> Möglicherweise hat es aber auch nur ein paar Baugruppen mehr.
Glaub Leuten die sich auskenen. Der Kalibrator ist fast identisch. Bei
beiden Geräten.
>> MfG, Enrico>> PS: Handbuch hab ich.
Da steht all das drin. RTFM kommt wohl aus der Mode.
hth,
Andrew
>> Die Quarzeoszis und Z-Dioden kann ich mir neu leisten x-D>> Das wird reichen müssen.>>Die Dioden haben auch selten mehr als 3-5% Genauigkeit. Hilft Dir also>auch nicht wirklich
3-5% sind schonmal besser als über 10%
ok... der kalibrator. hatte das nicht so differenziert aufgefasst,
sondern eher an das scope als ganzes gedacht. asche auf mein haupt.
btw: in TFM steht kein wort über die eigenschaften des kalibrator (von
den sollwerten mal abgesehen ;) )
MfG
Enrico wrote:
>> btw: in TFM steht kein wort über die eigenschaften des kalibrator (von> den sollwerten mal abgesehen ;) )
Da stehen Sollwerte und Toleranzen und ein paar Blätter weiter die
Schaltpläne. Mit den Bauteilewerten des Kalirators und deren Toleranzen.
Mehr braucht's wohl kaum was man wissen muß.
Wenn Du mal zu Deiner Eingangsfrage schaust: Es waren eben die Werte der
abgegeben Spannungen und Frequenzen die Du bemängelt hast. Einfaches
Ansehen der Daten an obigen Stellen und kurzes Bemühen von Papier und
Bleistift hätte Dir gezeigt das mit der Schaltung +/-10% Toleranz
durchaus normal drin sind. Wenn'S besser ist: Schön. Aber bei einer
Serienproduktion von tausenden low-end Geräten... misery happens.
Wer lesen kann...
bye,
Andrew
Enrico,
kauf Dir keine Z-Diode, sondern z. B. einen LT1009, dann kannst Du rel.
genau 2,5 V erzeugen. Serienvorwiderstand (ca. 10k) nicht vergessen, z.
B. an 9V-Batterie anschließen.
Ich würde NUR KALBRIEREN, NICHT JUSTIEREN, wenn Du Dich nicht auskennst.
Kalibrieren heißt zunächst erst mal festzustellen, was Dein Gerät mit
dieser Referenz anzeigt.
Gruß
Dieter
Oszi's à la Hameg 203 etc. lassen sich passabel NF-mässig kalibrieren:
Ablenkkoeffizient mittels parallelem Spannungsmesser ( DVM ), mit 1%
Genauigkeit.
Zeitablenkung einfach mit Netzfrequenz, die ist i.d.R.
genauer als 0,1 %.
Beides deutlich besser, als die Werte bei Analog-Scopen.
Und Elektrofachkräfte dürften auch beim Justieren keine Schwierigkeiten
haben.
( Ohne geeigneten Signal-Generator sollte man die
HF-Kompensations-Trimmer in der Vertikal-Endstufe eher nicht
verstellen ).