Hallo,
ich möchte FETs an meinen µC anschließen. Die FETs werden per PWM
angesteuert. Normalerweise braucht man ja keinen Gate-Vorwiderstand. Da
aber wie gesagt PWM zum Einsatz kommt, frag ich mich, ob mir die
Gs/gd-Kapazitäten evtl. in den Weg kommen. In der Artikelsammlung
(http://www.mikrocontroller.net/articles/Snippets#Wie_schlie.C3.9Fe_ich_einen_MOSFET_an_einen_Mikrocontroller_an.3F)
steht, dass man bei Frequenzen ab 10kHz einen Vorwiderstand zum Umladen
verwendet, ein typischer Wert sei 50-100 Ohm, aber leider steht nicht
drin, wie man den berechnet. Auf den maximal zulässigen Portpin-Strom?
Oder eher so, dass das Gate schnell entladen werden kann und der Portpin
den Stoßstrom (hoffentlich) mitmacht? Wie "kritisch" muss man das
betrachten?
Der µC hat eine Betriebsspannung von 3.3V, die Last (LED) hängt an 5V,
daher schalte ich den Pin open-drain (falls das wichtig ist).
Ich verwende P- und N-Kanal FETs. Da die Ports nach dem Einschalten
hochohmig sind, verpasse ich den N/P-FETs jeweils Pull-Ups bzw.
Pull-Downs am Gate, damit sie nicht unkontrolliert durchschalten.
Ralf
Wenn der µC nur mit 3.3 V betreiben wird, reicht der Spannungshub für
die meisten MOSFETs nicht aus. Der Widerstand vor dem Gate ist im
Wesentliche dazu da die Geschwindigkeit zu begrenzen für weniger
Funkstörungen und damit man sich beim Layout keine großen Gedanken um
Leitungsinduktivitäten, Wellenwiderstände und Induktive Kopplungen
machen muß für Frequenzn im 100 MHz Bereich. Bei Treibern mit bipolaren
Transistoren dient der Widerstand auch zu Strombegrenzung.
Auch wenn man das in vielen Hobbyschaltungen so findet sollte man auf
den Gate Widerstand nicht verzichten, vor allem dann nicht, wenn man
nicht genau weiss wozu der da ist.
Die LED nach 5 V zu schalten kann gerade noch gut gehen, wenn die
Duchlaßspannung über etwa 1.8 V ist, also keine IR oder dunkelrote LED.
Der Spannungshub am Ausgang vergrößert sich aber dadurch nicht.
Hi,
ein kleiner Tip. Schau ins Datenblatt der MOSFETs und schau was der
Hersteller bei Conditions für den Gate-Vorwiderstand angibt. Mach deinen
eigenen Widerstand auf keinen Fall kleiner. Hier ein guter Artikel:
http://imperia.mi-verlag.de/imperia/md/upload/article/416pdf_ansteuern_von_igbt_s.pdf
Ich hätte aber auch ne Frage an dich. Was genau heist es wenn ein µC
einen PWM-Kanal hat, was kann ich damit machen und wie greife ich
softwaremäßig auf diesen Kanal zu?? Ich hab das noch nicht ganz kapiert
und tappe da noch im dunkeln.
Danke für eine Antwort.
Jo
@Ulrich:
Danke für deine Antwort, ich geh die Datenblätter der FETs nochmal
durch.
> Die LED nach 5 V zu schalten kann gerade noch gut gehen, wenn die> Duchlaßspannung über etwa 1.8 V ist, also keine IR oder dunkelrote LED.> Der Spannungshub am Ausgang vergrößert sich aber dadurch nicht.
Es sind RGB-LEDs, deren Durchlassspannungen mit typ. 2.1V für rot, bzw.
3.2V für grün/blau angegeben sind. Das Minimum beim 20mA wird mit
1.9V/2.9V/2.9V angegeben, d.h. ich komm da evtl. schon in den Bereich
rein mit der roten LED.
Woher kommen die von dir erwähnten 1.8V?
Ich hab die LEDs nach 5V geschaltet, weil als Maximum bei 20mA
2.5V/3.7V/3.7V angegeben wird.
@Josef:
Danke für den Link, werd ich mir durchlesen.
> Ich hätte aber auch ne Frage an dich. Was genau heist es wenn ein µC> einen PWM-Kanal hat, was kann ich damit machen und wie greife ich> softwaremäßig auf diesen Kanal zu?? Ich hab das noch nicht ganz kapiert> und tappe da noch im dunkeln.
Eine PWM ist ein (Rechteck)-Signal mit fester Frequenz, aber das
Tastverhältnis ist variierbar, d.h. die Dauer von High/Low kann
unterschiedlich sein.
Mit PWMs kannst du z.B. LEDs dimmen, oder bei Motoren die Drehzahl
regeln.
Wie du auf den PWM-Kanal zugreifst, ist in erster Linie von deinem µC
abhängig. Entweder er stellt eine Hardware-PWM zur Verfügung, oder du
machst es mit einem Timer.
In der Artikelsammlung findest du einige Artikel:
http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR-Tutorial:_PWMhttp://www.mikrocontroller.net/articles/AVR_PWMhttp://www.mikrocontroller.net/articles/Pulsweitenmodulationhttp://www.mikrocontroller.net/articles/PWM_foxlighthttp://www.mikrocontroller.net/articles/Soft-PWM
Bei LEDs kannst du wie gesagt dimmen. Wenn du die PWM dann noch mit
entsprechenden Optik-Algorithmen ansteuerst, kannst du z.B. lineare
Farbverfläufe etc. realisieren. Hier im Forum gibts seeehr viele
PWM/LED-Beiträge, einfach mal die SuFu draufhetzen.
Ralf
Das minimum mit der LED Spannung ergibt sich dadurch, das bei 3.3 V Vcc
die Spannung am Port nicht höher als 3.6, vielleicht 3.7 V sein darf.
Damit hat man dann noch 1.3 bis 1.4 V and der LED wenn sie aus sein
soll. für den "Aus" zustand muß man wenigsten etwa 200..300 mV unter
normalen Flußspannung sein (-> Reststrom im µA Bereich). Bei Rot könnte
es knapp werden. Als Abhilfe ggf. eine normale Si Diode in Reihe, dann
sollte es sicher reichen.
> Das minimum mit der LED Spannung ergibt sich dadurch, das bei 3.3 V Vcc> die Spannung am Port nicht höher als 3.6, vielleicht 3.7 V sein darf.> Damit hat man dann noch 1.3 bis 1.4 V and der LED wenn sie aus sein> soll. für den "Aus" zustand muß man wenigsten etwa 200..300 mV unter> normalen Flußspannung sein (-> Reststrom im µA Bereich). Bei Rot könnte> es knapp werden. Als Abhilfe ggf. eine normale Si Diode in Reihe, dann> sollte es sicher reichen.
Die Portpins sind 5V tolerant. Würde das o.g. überhaupt eine Rolle
spielen, da ich ja den Portpin zum Ausschalten nicht auf High lege,
sondern hochohmig schalte?
Ralf
Hallo,
der Gate-Vorwiderstand ist sowas, worum sich viele Gerüchte ranken.
Prinzipiell macht er das Ein- und Ausschalten immer langsamer weswegen
man ihn eigentlich überhaupt nicht mag (es sei denn aus EMV-Gründen)
weil dadurch mehr Verluste entstehen. (MosFet bleibt während des
Umschaltens länger im linearen Bereich.) Zum Schutz der Portpins ist er
auch nicht wirklich nötig weil die CMOS Treiber ihren Strom schon selber
begrenzen und bei der kleinen Gate-Source Kapazität an ihnen auch keine
gefährlichen (thermischen) Verluste abfallen. Wenn man sehr hohe
Leistungen schaltet kann es eine Rückwirkung durch die Drain-Gate
Kapazität geben die u.U. dem Portpin schaden könnten. Bei solchen
Leistungen verwendet man aber idR. sowieso einen dedizierten
Gatetreiber.
Der einzig wirkliche Grund liegt darin, dass es unter bestimmten
Bedingungen bei bestimmten MosFets durch die Gate-Drain Kapazität am
Gate zu einer (Eingangs-) Impedanz mit negativem Realanteil kommen kann.
Die parasitären Elemente (Zuleitungsinduktivität, GS-Kapazität usw.)
bilden einen Schwingkreis (bzw. mehrere verkoppelte) der dann zum
Aufschwingen angeregt wird. Das will man vornehmlich aus EMV-Gründen
(aber auch wegen der Rückwirkung und evt. Fehlfunktionen des MosFets)
vermeiden. Daher fügt man einen kleinen Widerstand ein der den negativen
Realanteil kompensiert und somit die Schwingungen der parasitären
Impedanzen abklingt (denn durch die Schaltflanken werden sie immer
angeregt) und nicht immer größer wird.
Da das aber offensichtlich viele nicht wissen und viele die es wissen zu
faul sind auszurechnen ob dieser Fall eintritt oder nicht, hat es sich
eingebürgert immer einen Vorwiderstand zu verwenden. (Ja - manchmal
fehlen einem auch die korrekten Daten um es auszurechnen)
Weil man aber eben nicht rechnen will oder kann muss man sich auf
Erfahrungwerte stützen. Und so kommen oft Werte um die 10 Ohm heraus.
Viele Grüße,
Martin L.