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Forum: Platinen Ätznatron,, Natriumpersulfat worin ätzen, worin entsorgen


Autor: Thomas W. (thomas0906)
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Hallo

Ich habe nunschon viele Threads hier durchsucht nach dem Thema, kann 
aber nichts Konkretes finden.

Bei mir geht es jetzt los mit dem selber Ätzen.

Ich möchte jeweils 1 Liter der Ätzmittel ansetzen.
Ätzen möchte ich in z.B. Tupperschalen.
Entsorgen geht nur beim Wertstoffhof.
Die Behälter sollen möglichst preisgünstig sein!

Also die Frage:
Worin lagere ich die angesetzte Säure?
Verhalten die sich beide gleich?
In Plastikflaschen? In Glasflaschen?(Gibts die überhaupt noch in 1L 
Größe?)
Welche? Woher?

Kann man in Tupperdosen ätzen? Ich habe da eine Fotoschale, die ist aber 
viel zu groß (zu viel Ätzmittel nötig).
Gibts sonst preiswerte Möglichkeiten für ca. 160x100?

Manche schreiben, sie bringen einen Plastikkanister zum Wertstoffhof.
Sind die nicht elend teuer? Die muß man doch dalassen?
Worin sonst abgeben?

Diese ganzen Behältnisse machen mir echt Kopfzerbrechen ...

Danke für Tips
Thomas

Autor: PJ (Gast)
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Wurde alles schon öfter diskutiert.

Nutze mal die Suchfunktion mit besseren Stichwörtern.

Oder grase Dich durch das Forum "Platinen". Da find'ste alle gesuchten 
Antworten.

Autor: AC/DC (Gast)
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Entgiften kann man die Ätzbrühe wie hier beschrieben:

Beitrag "Kupfer Rückgewinnung aus Natruimpersulfat"

Das Natriumpersulfat kann mit Natronlauge (vom entwickeln),
falls man die Belichtungsmethode verwendet, neutralisieren.
Wenn die neutralisierte Lösung farblos ist, müßte die
anstandslos im Waschbecken entsorgt werden können.
Bei Eisen-III-Clorid geht das leider nicht.
Bei Zweifel, oder wem der Aufwand zu groß ist, kann
man auch einen ausgedienten Kanister, wo mal Frostschutz
drin war, als Behälter(auch zur Abgabe) nutzen.
Findet man gewöhnlich im Müll von jeder Tankstelle.

Anmerkung: Kanister wegen expandierender Gase NICHT fest
verschließen.

Autor: Thomas W. (thomas0906)
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Hallo

Also bei der Tankstelle nach Kanistern fragen.
Gute Idee.

Gilt das mit dem nicht zudrehen auch für die unverbrauchte Säure, die 
man z.B. in Flaschen lagert?

Wir haben gerade so braune Speiseölflaschen mit Schraubverschluß aus 
Glas leergemacht. Denke, da werde ich die Mittel drin lagern und ein 
großes GIFT Etikett draufmachen.

Muß ich also nur noch testen, ob alte Plastikbrotdosen zum Ätzren 
geeignet sind, die haben genau die richtige Größe.
Und das Problem mit den ca. 45 Grad lösen.

Gruß
Thomas

Autor: Sepp (Gast)
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Ist eigentlich PA (Polyamid) gegen Natriumpersulfat resistent?
Aktuell lagere ich ich die Flüssigkeit in einer Glasflasche auf die ich 
den Deckel eines alten Rasenmähers geschraubt habe.
(Dass ist ein Verschluss der den Druck raus lässt aber trotzdem die Soße 
nicht gleich auslaufen lässt wenn die Flasche umkippt.)

Da mir Glas aber zu leicht kaputt geht möchte ich auf 
Säure-/Baseresistenten Kunststoff umsteigen.

Kann man PA-Behälter verwenden oder sind Behälter aus PET, PETE,... 
besser geeignet?

Autor: Knochen Kotzer (Firma: Riesenhoster in EU) (knochenkotzer)
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Als Material zur aufbewahrung bist du mit HDPE auf der sicheren Seite.
Darin wird so ziemlich alles von Flusssäure bis Kaliumhydroxid verkauft 
und aufbewahrt.

Autor: Thomas W. (thomas0906)
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Autor: Michael (Gast)
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>Das Natriumpersulfat kann mit Natronlauge (vom entwickeln),
>falls man die Belichtungsmethode verwendet, neutralisieren.
>Wenn die neutralisierte Lösung farblos ist, müßte die
>anstandslos im Waschbecken entsorgt werden können.

Neutralisieren ist schonmal nicht schlecht aber das Hauptproblem liegt 
nicht im PH-Wert begründet (es würde auch genügen die Lösung mit Wasser 
zu verdünnen), warum man NaPS nicht im Waschbecken entsorgen sollte 
sondern im Kupfer, das darin gelöst ist. Das ist nämlich für die 
Tierwelt, insbesondere das Klärwerk und deren Bakterien, nicht so ganz 
gesund. Also erstmal das Kupfer rausholen aus dem gebrauchten NaPS und 
dann darfs die Toilette runter. Als Privatmensch jedoch hat man ja den 
Vorteil, gebrauchtes NaPS kostenlos bei der örtlichen Entsorgung 
abzugeben. Die haben das entsprechende Equipment um das NaPS vom Cu zu 
trennen. Das ist nämlich nicht ganz so einfach.

Autor: Gast123 (Gast)
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Hallo.

KLUGSCHEISS ON
Außer dem Kupfer sind noch die gelösten Reste des Fotolacks im 
NaOH-Anteil enthalten. Die sind bestimmt auch nicht 
Gesundheitsförndernd.
KLUGSCHEISS OFF

Grüazi.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Thomas W. schrieb:

> Wir haben gerade so braune Speiseölflaschen mit Schraubverschluß aus
> Glas leergemacht.

Gewöhn' dir das besser nicht erst an.  Lebensmittel sind Lebensmittel
und sollten einen großen Bogen um das Chemikalienlabor machen.

Es gibt doch weiß Gott genug Chemikalienbehälter im Haushalt, mit all
den Reinigungsmitteln, DI-Wasser-Kanistern (vom Dampfbügeleisen),
Kfz-Scheibenreiniger, Brennspiritus usw.  Ordentlich beschriften sollte
man sie natürlich dann trotzdem noch, auch und gerade die Abfälle.
Die Leute im Wertstoffhof waren mir sehr dankbar für die gute
Vorsortierung, als ich da letztens den Chemiemüll von mehreren Jahren
abgegeben habe.

Gast123 schrieb:

> Außer dem Kupfer sind noch die gelösten Reste des Fotolacks im
> NaOH-Anteil enthalten.

Das NaOH kann man ja auch prima mit Salzsäure neutralisieren (meine
stöchiometrischen Grundkenntnisse meinten, dass man für 1 l 1%ige
NaOH-Lösung ca. 20 ml 37%ige Salzsäure braucht, und das Indikator-
papier hat das Resultat ganz gut bestätigt).  Wie kritisch sind die
Fotolackreste dann wirklich, hat da jemand Details?

Autor: Michael (Gast)
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Hm, wie das mit dem Fotolack ausschaut weiß ich auch nicht, wäre aber 
mal spannend zu erfahren ob der auch so Umweltschädlich ist (mal Google 
bemühen). Beim Kupfer ist es ja klar, das Zeug ist giftig. Ich glaub nur 
1 oder 2 mg/l dürfen im Wasser sein sonst wird es kritisch und man muss 
das Kupfer raus holen (oder gibt die gebrauchte Ätzlösung halt ab, so 
wie ich fauler Hund ^^).

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Michael schrieb:
> Hm, wie das mit dem Fotolack ausschaut weiß ich auch nicht, wäre aber
> mal spannend zu erfahren ob der auch so Umweltschädlich ist (mal Google
> bemühen).

Ich habe mal bei Bungard angefragt, ob sie eine umwelttechnische
Inhaltsstoff-Deklaration für ihren Resist haben.

> Beim Kupfer ist es ja klar, das Zeug ist giftig.

Genau genommen sind nur die Cu-Ionen giftig, das metallische Kupfer
ist es natürlich nicht.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Jörg Wunsch schrieb:

> Ich habe mal bei Bungard angefragt, ob sie eine umwelttechnische
> Inhaltsstoff-Deklaration für ihren Resist haben.

Wow, das ging flink, Antwort vom Chef persönlich:

"Es ist aus umweltechnischer Sicht nicht erforderlich, den Entwickler
überhaupt zu neutralisieren, wenn Sie an ein Klärwerk angeschlossen
sind !

Eine Neutralisierung mit HCL ist aber, wie von Ihnen beschrieben,
möglich.

Das im Entwickler in Spuren gelöste Harz ist organisch abbaubar und
stellt nach heutiger Sicht keine relevante Gefährdung für die Umwelt
dar."

Autor: Thomas W. (thomas0906)
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Also nur noch die Kupferionen entsorgen.
Und das reicht ja einmal im Jahr.

Meine Kopfschmerzen verringern sich...

Gruß
Thomas

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Thomas W. schrieb:

> Also nur noch die Kupferionen entsorgen.
> Und das reicht ja einmal im Jahr.

Yep.  Meine alten FeCl3-Flaschen hatte ich über mehrere Jahre
gesammelt.  Da ich das Zeug auch bereits als Lösung bezogen hatte,
waren auch immer ausreichend Flaschen für die zu entsorgende
Lösung da.  Aber mit all den Wasser- und Reinigungsmittel-Kanistern,
die ich im Keller gesammelt habe, mache ich mir auch keine Sorgen,
dass mir die Behältnisse für die Entsorgung von Natriumpersulfat
ausgehen könnten.

Autor: _Gast_ (Gast)
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Thomas W. (thomas0906) wrote:

> Hallo

> Also bei der Tankstelle nach Kanistern fragen.
> Gute Idee.

Lass den Quatsch. Geh zum nächsten Baumarkt, investiere 1,50 Euro und 
hole dir einen 5 L Kanister destiliertes Wasser. Darin sammelst du erst 
mal die Ätzflüssigkeit. In den Deckel bohrst du ein 0.6 bis 1.0 mm Loch, 
damit kein Druck entsteht.

Den Entwickler kannst du auch jedesmal frisch ansetzen. Bei 
gelegentlichen Platinen Ätzen lohnt das Aufheben nicht (Ätznatron zur 
Entwicklung ist billig). Beschaffe dir ein paar 
Weithals-Chemikalienflaschen, die sind sehr nützlich und nicht teuer. 
Ebenso einen Plastiktrichter.

Bis vor kurzem gab es entsprechende Weithalsflaschen quasi umsonst beim 
Kauf vom Ätzmittel hinzu (siehe Anhang). Jetzt wird leider nur noch im 
Plastiktütchen verkauft.

Brauchbare Ätzgefäße für wenig Geld gibt es bei Ikea. Sowohl aus 
Kunststoff als auch aus Glas, für eine Europa-Platine passend und mit 
nicht zuviel Volumen. Das Wichtigste beim Natriumpersulfat ist die 
Erwärmung. Ohne geht es nahezu nicht. Geh in einen dieser großen 
Tierbedarf-Märkte, dort wo die Aquaristik steht und kauf dir einen 
Heizstab (passend zum Ätzgefäß, nicht zu groß). Lufteinsprudelung 
braucht es für den Anfang nicht, es dauert dann mit dem Ätzen halt etwas 
länger. Hilfreich ist auch ein Glasthermometer, das bis 50 Grad geht, um 
mal Themperaturen zu prüfen. Mach dir mal Gedanken über einen 
Platinenhalter ..

Ach und nochwas, lass die Finger von billigem Basismaterial. Das bringt 
nur Frustration (und ist unter dem Strich teurer als das bewährte von .. 
;)).

Schon mal an die Belichtung gedacht?

Autor: AC/DC (Gast)
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@Michael

>Also erstmal das Kupfer rausholen aus dem gebrauchten NaPS und
>dann darfs die Toilette runter.
Fast richtig.
Für die Kläranlage wäre das ausreichend, aber vorteilhafter wäre
es die Brühe so zu entschärfen (Ph-Wert) das die Abwasserrohre aus
Keramik nicht aufgefressen werden. Das kann teuer werden. Daher
Säuren mit Laugen (z.B. dem Entwickler)neutralisieren. Mit
Lackmuspapier kann der Ph-Wert ==>ph7 geprüft werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lackmuspapier

Dann kann das bedenkenlos mit der gleichen Menge
Wasser weggespült werden.

Der Fotoentwickler ist unproblematisch und kommt auch in
Waschmittel vor. Die aufgelöste organische Fotoschicht
ist für die Entsorgung unproblematisch und wird im Klärwerk
aufgelöst.

Säuren und Laugen können in der Regel in allen Behältnissen
aus Kunststoffen aller Art benutzt werden.
Nur bei organischer Chemie wäre das häufig nicht möglich.

Autor: M. Köhler (sylaina)
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Hm, wenn man das NaPS, vom Kupfer befreit, entsprechend verdünnt mit 
Wasser dürfte das den Abwasserrohren nix anhaben können...wenn ich nur 
an den ein und anderen Reiniger denke, den meine Mutter so hat, die 
setzen teilweise sogar Flußsäure frei, zum Glück nur in sehr geringer 
Konzentration. ;)

Autor: Schwups... (Gast)
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Die Reiniger sind in der Regel sofern ich mich nicht irre,
keine Säuren, sondern tensidehaltige Laugen. Die sind lang
nicht so aggressiv wie Säuren.

Autor: Knochen Kotzer (Firma: Riesenhoster in EU) (knochenkotzer)
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@Schups:
Das ist immer die Frage in welchem Behältnis man es aufbewahrt.

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