Hallo,
ich bin hier etwas in der Zwickmühle. Ich habe hier einen recht
aufwendigen Timer Interrupt, welcher ein Grafik Display ansteuert und
einen von der Mainloop jederzeit veränderbaren Text über das Display
Scrollen lässt. Damit da nichts ruckelt, habe ich alles in die Interrupt
Routine gesteckt.
Klappt auch alles soweit ganz gut. Jetzt möchte ich auf meinem RS-485
Bus mitlauschen und ggf. auch Antworten. Wenn jetzt gerade der
Bildschirm neu berechnet wird, gehen mir dann natürlich Zeichen im UART
verloren. Der Befehl wird nicht richtig gelesen, der Master erwartet
aber eine Antwort -> Timeout. Das Zieht natürlich den genzen Bus runter.
Habe jetzt schon versucht folgendes versucht:
timer0over:
push r2
push r16
in r2,sreg
ldi r16,0
out timsk,r16 ; timer interrupts sperren
sei
.
.
. Display Ansteuerung
.
.
cli
ldi r16,(1<<TOIE0) ; timer interrupt wieder freigeben
out timsk,r16
out sreg,r2
pop r16
pop r2
reti
Klappt auch alles Super, aber die Feine Art ist es ja ganz und gar
nicht. Im Uart Interrupt werden dann dann lediglich die Zeichen gelesen
und in einen Ram Buffer geschrieben, bis die Zeichenkette in der
Mainloop abgeholt und verarbeitet wird.
Gibt es hier vielleicht eine elegantere Lösung? Oder ist sowas gängige
Praxis?
Gruß,
Tubie
Warum soll das nicht die feine Art sein?
Soweit ich dich verstanden habe, lässt du einen Interrupt niedriger
Priorität (Display Ansteuerung) durch einen Interrupt höherer Priorität
(UART) unterbrechen.
Das einlesen der UART Chars in einen Buffer in einem Interrupt und die
spätere Verarbeitung wenn Zeit dafür ist, ist eine saubere Lösung.
Wie sollte man das denn auch sonst lösen?
Also ich sehe hier kein Problem. Sorge nur dafür dass die UART ISR
schlank und schnell ist..
Diverse Prozessoren (z.B. Intel 80C186) haben explizit mehrere
Prioritätsstufen für Interrupts. Von daher ist es nicht nur möglich,
sondern auch sinnvoll, diese zu benutzen. Du hast leider nicht gesagt,
welchen µC Du benutzt.
Jo, das klingt ja schonmal ganz Positiv alles. Ich verwende hier einen
MEGA32. Der Sperrt normalerweise beim Einsprung in eine Interrupt
Routine alle anderen Interrupts.
Gruß,
Tubie
Warum pakst du nicht die Display ansteuerung komplett in die Mainloop
rein?
Der Timerinterupt sezt dann einfach nur ein Flag das es wieder zeit ist
für ne aktualisierung und gut ist.
> Warum pakst du nicht die Display ansteuerung komplett in die Mainloop> rein?
Das hatte ich auch am anfang so vor, allerdings ist die Mainloop
mittlerweile so Komplex geworden, das ich nach jedem Zwischenschritt den
Displaystatus abfragen müsste.
Da ist auch dann noch ein Befehlsinterpreter drin, welcher sich seinen
Code aud einem I²C EEProm holen muß und ggf. auch ins EEProm screiben
darf. Ist halt absolut Zeitunkritisch bis auf das Display.
Gruß,
Tubie
@ Tubie (Gast)
>Das hatte ich auch am anfang so vor, allerdings ist die Mainloop>mittlerweile so Komplex geworden, das ich nach jedem Zwischenschritt den>Displaystatus abfragen müsste.
Glaub ich nicht. Alles eine Frage des Kozepts und der Organisation.
Schau mal bei Multitasking rein, dort gibt es ein kleines Beispiel
wie man das macht.
>Da ist auch dann noch ein Befehlsinterpreter drin, welcher sich seinen>Code aud einem I²C EEProm holen muß und ggf. auch ins EEProm screiben>darf.
Und?
MfG
Falk
So wie im 2. Beispiel habe ich es im Prinzip gelöst. Im Interrupt werden
verschiedene Timer auf 0 runtergezählt. Wenn dies der Fall ist, wird für
das entsprechende Unterprogramm ein Flag gesetzt. Alle unterprogramme
werden in der Mainloop nacheinander aufgerufen. Wenn das Entsprechende
Flag gesetzt wurde, wird das entsprechende Unterprogramm auch
abgearbeitet, ansonsten gleich wieder verlassen.
Jedes Unterprogramm kann wiederum Flags setzten, auf welche wiederum
andere Unterprogramme zugreifen können. So wird zum Beispiel beim
empfang eines korrekten Befehles über die Uart ein Flag gesetzt, welches
das Uart Ausgangs Programm dazu veranlasst nach Prüfung des Busses eine
Antwort auf den Bus zu senden.
Bei korrekter Planung ist ja fast alles möglich. Kann aber nicht wegen
einer kleinen Änderung alles wieder über den Haufen werfen. Was zum
jetztigen Zeitpunkt nicht bedacht wurde, muß halt irgendwie angepasst
werden oder wegfallen. Dass habe ich mir bei der Laufschrift gesagt -
wäre schön, wenns gehen würde muß aber nicht unbedingt sein.
Gruß,
Tubie
Pack doch das Display zeug ganz anz Ende der Mainloop. Wenn alle anderen
Tasks abgearbeitet sind wird das Display einmalig aktualisiert, danach
geht es in die nächste Runde.
Ob Das Display alle 500ms oder alle 700ms oder vieleicht alle 1200ms
aktualisiert wird sollte in den meisten Fällen doch überhaupt nicht
stören.
> Ob Das Display alle 500ms oder alle 700ms oder vieleicht alle 1200ms> aktualisiert wird sollte in den meisten Fällen doch überhaupt nicht> stören.
Gerade das ist mein Problem bei den Vorgänger Schaltungen mit Text
Display (4x20) war das egal. Jetzt habe ich ein Grafik Display (122x32)
Theoretisch auch noch egal. Aber in der unteren Zeile eine Laufschrift
(Wie bei den Nachrichtensendern die Börsenkurse unten durchlaufen). Da
ist es ganz ganz wichtig, das die immer zum gleichen Zeitpunkt wieder
aktualisiert wird. Sonst Stottert es gewaltig.
Gruß,
Tubie
In mehreren AVR-ANwendungen hab ich auch 2 IRQ-Ebenen: Eine
unterbrechbare, und eine nicht-unterbrechbare. Funktioniert prächtig.
Entgegen allen Empfehlungen enthält die unterbrachbare ISR sogar eine
Endlosschleife nach folgendem Strickmuster:
1
ISR (timer)
2
disble-timer-irq
3
global-enable-interrupts
4
=label=
5
# mach was
6
IF timer-irq-flag
7
clear-timer-irq-flag
8
GOTO =label=
9
global-disable-interrupts
10
enable-timer-irq
Die ISR ist recht aufwändig (wer mir sagt, wie sie einfacher zu bekommen
ist, dem geb ich'n Bier aus :-)). Sie darf unterbrochen werden von einer
Kommunikations-ISR, die eingehende Daten speichern muss.
Die Schleife dient dazu, je einen ISR-Prolog und -Epilog zu sparen, wenn
die Timer-ISR lange dauert.
Johann
Das Problem bei langen IRQs ist doch, das im schlechtesten Fall der IRQ
sofort wieder aufgerufen wird.
@Laufschrift:
Lass die Laufschrift im Timer IRQ laufen, den rest in Main, ne neue
Laufschrift wird auch erst in der "Main" gesezt während die Interupts
gesperrt sind.
@gjlayde Sorry trinke kein Bier sonst hätt ichs mir mal angesehen :P
Aber das was du in der IRQ machst (die Schleife) könnte man sicher ins
Hauptprogramm auslagern.
Läubi .. schrieb:
> @gjlayde Sorry trinke kein Bier sonst hätt ichs mir mal angesehen :P
hehe, ich hab's ehlich gesagt eher mit nem kultivierten Tee und lecker
Keksen. Aber der Spruch geht eben mit "Bier".
Der Code ist in der ISR in main.c
http://www.gjlay.de/pub/morpheus/morpheus_2009-06-06.zip
Aber ich wollte nicht diesen Thread kapern ;-)
Johann
@ Tubie (Gast)
>ist es ganz ganz wichtig, das die immer zum gleichen Zeitpunkt wieder>aktualisiert wird. Sonst Stottert es gewaltig.
Logisch. Aber das kann man schon in einem Timer-Interrutp machen OHNE
dass der UART-Interrupt zu sehr ausgebremst wird und ohne dass
verschachtelte Interrupts benötigt werden. Der Trick ist ganz einfach.
Möglichst viel in der Main-Loop vorausberechnen und im Timer nur noch
ausgeben. Einige machen das so, dass sie im Timerinterrupt immer nur EIN
Zeichen auf dem LCD neu schreiben. Das erspart das lange Warten zwischen
den Zeichen (Abfrage des Busy-Flags macht das nicht wesentlich
schneller).
MfG
Falk
Mach es doch einfach so, wie du es dir bereits ueberlegt hast. Der
Displayinterrupt gibt die Interrupts wieder frei, Problem geloest. Wenn
du damit rechnen musst, dass der Displayinterrupt mal laenger laufen
koennte als sein Interruptintervall, sicherst du das einfach mit einem
Flag ab.
So, vielen dank für die ganzen Antworten!
Bin jetzt zum Entschluß gekommen, allse so zu lassen, da es ja jetzt
auch funzt. Beim nächsten mal werde ich wie oben beschrieben immer nur
einen Teil im Interrupt machen lassen und die Vorberechnungen in der
Mainloop. Könnte zwar noch machbar sein wird aber ein relativ großer
Aufwand.
Danke nochmals,
Tubie