Hallo!
Ich möchte mit eine einstellbare Spannungsquelle mit Strombegrenzung
aufbauen.
Eingangsspannung 30V. Ausgangsspannug ab 1,25V, Ausgangsstrom
einstellbar bis max. 1,5A.
Dazu habe ich mir schon ein paar Gedanken gemacht. (siehe Anhang)
Würde das so funktionieren oder hab ich einen Denkfehler drin?
Gruß
Einige Denkfehler.
Der Komparator sollte ein OpAmp sein, und der regelt den Strom langsam
runter, die LED geht also erst an, wenn er die Ausgangsspannung schon
deutlich runterregeln muss.
Der OpAmp braucht einen zusätzliche Kompensation (einen Kondensator) um
die zusätzliche Verstärung durch Transistor und LM317 kompensieren zu
können.
Der Stützpunkt der Spannungsmessung (E vom Poti) muss natürlich auf der
anderen Seite von R2 liegen, du willst die Spannung am Shunt nicht
mitmessen.
Die Stromeinstellung von den ungeregelten 30V abzuleiten ist zumindest
ungeschickt.
Hier wäre das Bild mit fester Strombegrenzung:
+-----+
----|LM317|--+---+
+-----+ | |
| 240R |
| | |
+-----+ Last
| | |
| R1 |
| | |
NPN >|-1k-+---+
E| |
| Shunt (für 0.6V Spannungsabfall bei Nennstrom)
| |
-------+-----+
>Der Stützpunkt der Spannungsmessung (E vom Poti) muss natürlich auf der>anderen Seite von R2 liegen, du willst die Spannung am Shunt nicht>mitmessen.>Die Stromeinstellung von den ungeregelten 30V abzuleiten ist zumindest>ungeschickt.
Ist mir soweit klar.
>Komparator sollte ein OpAmp sein...
Mir war nicht klar, dass da hier ein großer Unterschied besteht. Ist der
Komparator nicht ein OP, der für die Komparatorschaltung besser ist?
Kann mir jemand sagen wo der Unterschied liegt.
Eigentlich wollte ich die Strombegrenzung einstellbar haben und einen
möglichst kleinen Spannungsabfall am Shunt haben (<<0,6V).
>Der OpAmp braucht einen zusätzliche Kompensation (einen Kondensator) um>die zusätzliche Verstärung durch Transistor und LM317 kompensieren zu>können.
Zu hoch für mich als "Anfänger". Vielleicht kannst du mir das etwas
laienhafter erklären.
Gruß
Woher kommt deine Vorgabe? Aus dem Datenblatt des 317 ?
Ich sehe keine reale Verwendung dafür. Aber das mußt du selbst wissen,
was du wirklich brauchst.
Ich würde mich auf 3,3V aufwärts fixieren. Alles drunter wird
normalerweise mit Spezialschaltungen gemacht.
Gruß -
Abdul
(Ich ahne schon was jetzt gleich als Antwort kommt...)
Hi
Es stimmt wohl, dass ich eher Spannungen >3,3V nutzen werde :) .
Allerdings möchte man manchmal auch kurz normalerweise
batteriebetriebene Geräte anschließen, die eben 1,2V oder 2,4V brauchen.
Ist es so schwer dies mit einem 317 aufzubauen? Den habe ich nämlich da,
den L200 nicht!
Sowas kann ja mit dem 317 auch nicht unmöglich sein....
Gruß
> Mir war nicht klar, dass da hier ein großer Unterschied besteht.
Sicher gibt es einen.
> Ist der Komparator nicht ein OP, der für die Komparatorschaltung> besser ist?
Du hast keine Komparatorschaltung.
> Kann mir jemand sagen wo der Unterschied liegt.
Der normale Operationsverstärker ist für Verstärkungen von 1
kompensiert, also künstlich langsamer gemacht, der Komparator ist nicht
kompensiert damit er möglichst schnell ist, daher kann man mit
Komparatoren keine stabilen linearen Verstärkerschaltungen aufbauen.
> Eigentlich wollte ich die Strombegrenzung einstellbar haben und einen> möglichst kleinen Spannungsabfall am Shunt haben (<<0,6V).
Ja, haben wir verstanden, wobei du bei "wesentlich kleiner" bedenken
solltest, dass die Genauigkeit der Einstellung nicht mehr so doll ist,
wenn du nur noch 0.1V für den vollen Bereich hast.
> Zu hoch für mich als "Anfänger". Vielleicht kannst du mir das etwas> laienhafter erklären.
Nicht wirklich. Gehört zu Grundlagen der Elektronik. Wenn der Verstärker
schneller als die Regelstrecke ist, schwingt die Schaltung. Du weisst,
Oszillatoren schwingen nie, Verstärker immer.
Gute Labornetzteilschaltungen erkennst du an EINEM kleinen Kondensator
im Spannungs- und EINEM im Stromregelkreis, direkt am OpAmp bzw. den zur
Verstärkung genutzten Transistoren.
Gute Labornetzteile reagieren auf Belastungsänderungen schnell aber ohne
so stark überzureagieren, dass sie gleich 'klingeln' überschwingen.
Ja, und dann schaltest du das Labornetzteil aus. Läßt dabei aber schön
die Schaltung am Netzteil, weil du ja mal gelernt hast, das man Geräte
erst dann trennt wenn die Stromversorgung aus ist. Und dann schaltest du
am nächsten Tag dein Netzteil wieder ein und wartest darauf, das deine
Schaltung was tut, macht sie aber nicht, später riechts komisch...
Mist, hat das Mistteil doch tatsächlich beim Abschalten per
Regeltransient deine Schaltung gehimmelt...
Gute Nacht -
Abdul
MaWin schrieb:
>> Kann mir jemand sagen wo der Unterschied liegt.>> Der normale Operationsverstärker ist für Verstärkungen von 1> kompensiert, also künstlich langsamer gemacht, der Komparator ist nicht> kompensiert damit er möglichst schnell ist, daher kann man mit> Komparatoren keine stabilen linearen Verstärkerschaltungen aufbauen.
Das kann ich so leider nicht stehen lassen!
Der gravierende Unterschied zwischen einem normalen OpAmp und einem
Komparator ist eigentlich in deren Ausgangsstufe begründet. Während die
Ausgangsstufe eines normalen OpAmps voll in die Übersteuerung, und damit
in die Sättigung der Endstufentransistoren, gefahren werden kann (z.B.
in einer Beschaltung wo er als Komparator arbeitet - also ohne
Gegenkopplungswiderstand), wird bei einem Komparator die Sättigung der
Ausgangstransistoren (durch eine spezielle Schaltung) vermieden. Darum
gibt's auch in den Datenblättern zu OpAmps (manchmal, da es sich nicht
um eine der üblichen 'Operating Conditions' handelt) die Angabe der
Recovery-Time nach einer Übersteuerung. Bei Komparatoren fehlt diese
Angabe grundsätzlich, es gibt hier lediglich die (wichtige) Angabe der
'Response Time', also der 'Durchlaufverzögerung' bis die am Eingang
detektierte Schwellenspannungsüber- bzw. -unterschreitung als
Umschaltflanke am Ausgang erscheint.
Wenn man jetzt nur noch bedenkt, daß häufig die Ausgangsstufe eines
Komparators als Open-Kollektor ausgeführt ist - und er somit einen
externen Arbeitswiderstand benötigt (so auch der LM339) - sollte man
erkennen können, daß man eigentlich jeden Komparator als OpAmp
misbrauchen kann, aber aus oben genannten Gründen, nicht jeden OpAmp als
(schnellen) Komparator!
Raimund Rabe schrieb:
> MaWin schrieb:>>> Der normale Operationsverstärker ist für Verstärkungen von 1>> kompensiert, ...>> Das kann ich so leider nicht stehen lassen!
Warum nicht? Zumindest alle mir bekannten OpAmps sind frequenzkompen-
siert, entwder voll (für Verstärkung 1) oder teilkompensiert (für
Verstärkung>1). Komparatoren mit Frequenzkompensation habe ich noch nie
gesehen.
> Der gravierende Unterschied zwischen einem normalen OpAmp und einem> Komparator ist eigentlich in deren Ausgangsstufe begründet. Während> die Ausgangsstufe eines normalen OpAmps voll in die Übersteuerung, und> damit in die Sättigung der Endstufentransistoren, gefahren werden kann> (z.B. in einer Beschaltung wo er als Komparator arbeitet - also ohne> Gegenkopplungswiderstand), wird bei einem Komparator die Sättigung der> Ausgangstransistoren (durch eine spezielle Schaltung) vermieden.
Das ist nur teilweise richtig. Gegenbeispiele:
Bei einem normalen OpAmp, der weder Rail-to-Rail noch Single-Supply ist,
sind die Ausgangstransistoren meist in Kollektorschaltung und gehen
deswegen nicht in Sättigung.
Umgekehrt geht gerade der Einfachst-Open-Collector-Ausgang des von dir
erwähnten LM339 sehr wohl in Sättingung, was man auch an den angegebenen
Schaltzeiten für den High- und Low-Übergang ablesen kann.
Die vorhandene oder nicht vorhandene Frequenzkompensation ist also ein
eindeutigeres Unterscheidungskriterium als die Sättigung der Ausgangs-
stufe.
Ein anderes ist vielleicht die Art der Ausgangsschaltung: OpaAmps haben
immer einen Gegentaktausgang, Komparatoren praktisch immer einen
Open-Collector. Ich kenne zumindest keine Gegenbeispiele, auch wenn ich
mir durchaus einen Komparator mit einem Gegentaktausgang für bestimmte
Logik-Level (z.B. TTL) vorstellen könnte.
Nun, für TI ist die Ausgangsstufe das Unterscheidungsmerkmal
http://www.et.fh-trier.de/diplom/Team/berres/downloadbereich/Datenbl%C3%A4tter/TEXAS/sloa067.pdf
und beim Komparator sehr wohl in Sättigung (was aber blöd wäre vom
Chipentwickler).
NS verkauft den LM392 explizit als Komparator/OpAmp, so was neues ist er
nicht, auch der TAA765 & Co. hatte open collector/open drain Ausgang
obwohl es ein OpAmp war. Die Ausgangsstufe ist also nicht das
Unterscheidungsmerkmal, der LMV762 möge mal als Beispiel für einen
Komparator mit push pull Ausgang dienen.
ABER: Wenn man das Netz durchsucht, fnidet man hunderte Einträge, wie
man einen OpAmp als Komparazor verwenden kann, aber ich hab keinen
einzigen gefunden, wie man einen Komparator als OpAmp einsetzt.
Ich bleibe dabei, das Haupt-Unterscheidungskriterium ist die
Kompensation. Zwar gilt der uA741 als erster kompensierter OpAmp, aber
die davor musste mal halt extern kompensieren.
Raimund Rabe schrieb:
> wird bei einem Komparator die Sättigung der> Ausgangstransistoren (durch eine spezielle Schaltung) vermieden.
Wenn ich mir die Innenschaltung von Klassiker LM339 ansehe, dann kann
ich diese spezielle Schaltung darin nicht erblicken.
>ABER: Wenn man das Netz durchsucht, fnidet man hunderte Einträge, wie>man einen OpAmp als Komparazor verwenden kann, aber ich hab keinen>einzigen gefunden, wie man einen Komparator als OpAmp einsetzt.
Anhang Seite 7
Einen größeren Unterschied sehe ich nur bei Mehrfach-Ausführungen. Bei
OPVs sind die Kondensatoren dann integriert, die bei EinzelOPV extern
angeschlossen werden.
Ich sehe den Übergang OPV-Komparator eher fließend.
Benötigte extreme Eigenschaften werden eher das Kind zum reinen OPV bzw.
Komparator machen.
Hallo 0815,
deine Schaltung mit dem Komparator ist ungeschickt, weil sie ganz
furchtbar anfangen wird zu schwingen! Wenn der Komparator erkennt, daß
der Maximalstrom überschritten wurde, schaltet er den Regler runter, was
aber ein Absinken des Stromes unter den Maximalstrom bewirkt. Also
schaltet der Komparator den Regler sogleich wieder hoch, was aber sofort
wieder eine Überschreitung zur Folge hat. Ohne kontinuierliche Regelung
wird das nichts!
Aber selbst mit einer kontinuierlich arbeitenden OPampschaltung kann der
Spannungsregler instabil werden, weil du eine undefinierte Rückkopplung
in die Regelung einfügst. Solche Schaltungen sind höchstkritisch und
verlangen immer eine gründliche Schaltungssimulation.
Viel besser ist es doch einen L200 zu verwenden, wie schon Abdul
empfohlen hat:
http://www.finger.de-web.cc/info/L200-Spannungs-Regler.pdfhttp://www.datasheetcatalog.net/de/datasheets_pdf/A/N/2/5/AN255.shtml
Diese Schaltungen sind überprüft und dürften auf Anhieb funktionieren.
>Ist es so schwer dies mit einem 317 aufzubauen? Den habe ich nämlich da,>den L200 nicht!
Was ist denn das für eine Einstellung? Dann besorg ihn dir doch.
>aber ich hab keinen einzigen gefunden, wie man einen Komparator als>OpAmp einsetzt.
Habe ich schon gesehen. Das macht man so ähnlich wie bei einem
CMOS-Inverter, den man auch mit einem hochohmigen Widerstand zwischen
Ausgang und Eingang in den linearen Bereich vorspannen kann. Ist
natürlich ziemlich sinnlos, aber manchmal hat man eben noch einen
Komparator übrig, den man dann für simple Zwecke als OPamp missbrauchen
kann.
>Bei einem normalen OpAmp, der weder Rail-to-Rail noch Single-Supply ist,>sind die Ausgangstransistoren meist in Kollektorschaltung und gehen>deswegen nicht in Sättigung.
Raimund hat nicht ganz unrecht. Diese Komparatoren sind wirklich so
gebaut, daß sie ganz schnell aus einer Übersteuerung herauskommen. Der
LM393 schaltet beispielseise in wenigen 100nsec, obwohl er nur eine
Stromaufnahme von wenigen 100µA hat. Das würde ein normaler OPamp mit
dieser geringen Stromaufnahme wohl nicht schaffen.
Kai
>Anhang Seite 7
Ja ja, aber man beachte, daß diese Schaltungen nur für Low Frequency
Anwendungen taugen. Offenbar muß ein 500nF Kondensator an den Ausgang
her, um die Komparatoren davon abzuhalten, wild zu schwingen. Das ist
keine normale OPamp-Verstärkerschaltung!
Nein, OPamps und Komparatoren haben schon kräftige Unterschiede, die sie
besonders geeignet für ihre Zwecke machen. Man sollte nicht unbedingt
einen Komparator für einen OPamp oder umgekehrt verwenden.
Kai
Hi
Nun hab ich auch verstanden warum das so nicht funktionieren kann. Danke
für die ausführliche Erklärung. :)
Ich werde lieber einen L200 nehmen, da ich mit Schaltungssimulation,
Regelung, usw. bisher noch nicht fit bin.
Hab mir das Datenblatt vom L200 angesehen, Figure23 auf Seite8 dürfte
meinen Anforderungen entsprechen. Durch eine negative (Hilfs-)Spannung
soll auch bis 0V möglich sein.
Ich bin wie gesagt Anfänger. Kann ich so eine Spannung mit einer
Ladungspumpe , Z-Diode und Wiederstand erzeugen? Kann das so
funktionieren, hab ich was übersehen?
Gruß
Hallo 0815,
>Ich bin wie gesagt Anfänger. Kann ich so eine Spannung mit einer>Ladungspumpe , Z-Diode und Wiederstand erzeugen? Kann das so>funktionieren, hab ich was übersehen?
Ich würde das so, wie in Figure 35 von diesem Link machen:
http://www.st.com/stonline/products/literature/an/1678.pdf
Kai
yalu schrieb:
> Ein anderes ist vielleicht die Art der Ausgangsschaltung: OpaAmps haben> immer einen Gegentaktausgang,
Ausnahmen bestätigen die Regel: Beispielsweise TAA861/865, 761/765 und
deren 4 fach/2 fach- Kollegen haben keinen Gegentaktausgang.
@ Alle:
Bezüglich Unterschied OpAmp und Komparator hat Analog Devices (AD) was
hübsches im Programm - genannt "Ask The Application Engineer".
In der Antwort zur 4. Frage (1. Seite, rechte Spalte), gibt's dann die
(lang erwartete) Erklärung dazu. Zumindest aus sicht von AD.
Mal was Grundlegendes:
Die Schaltung wird so mit dem LM339 eh' nicht funktionieren.
Nicht mal Schwingen wird sie :-o
Woher sollte denn bitte der Basisstrom für den Transistor Q1 kommen?
Der maximale "Output Leakage Current" von 0,1 nA reicht niemals ;-)
Da wäre auf jeden Fall ein Opamp mit Gegentaktausgang besser.