Gunar N. schrieb:
> Habe die Brutalomethode in einer Schaltung mit Atmega8, BC548C mit 1k
> Basiswiderstand und einem 12V Relais mit 690 Ohm angewandt.
12V mit 690Ohm bedeutet über den Daumen, dass durch das Relais 17mA
rinnen wollen, damit das Relais anzieht. Soviel Strom braucht also das
Relais.
Dieser Strom muss auch durch den Transistor. Das ist der Strom, der
durch die Collector-Emitter Strecke rinnen muss.
> allerdings Angst um den Transistor.
Wieso hast du da Angst?
17mA sind jetzt nicht wirklich weltbewegend viel.
> Was passiert da eigentlich?
Transitoren sind stromgesteuert.
Damit ein bestimmter Strom auf der Collector-Emitter Strecke rinnen
kann, muss ein entsprechender Basisstrom in die Basis hin laufen. Das
Verhältnis der beiden ist der hFe Wert. Ein Basisstrom von x mA
ermöglicht also, dass auf der Collector-Emitter Strecke ein Strom von
x*hFe rinnen kann. Das heißt nicht, dass er deswegen tatsächlich rinnt.
Es heist nur, dass er könnte.
So wie ein Wasserhahn. Ist er voll aufgedreht, dann könnten da 5 Liter
pro Minute durchrinnen. Könnten. Wenn aber das Wasserwerk nur 2 Liter
pro Minute liefern kann, dann können durch den Wasserhahn auch nicht
mehr rinnen. Was anderes ist es, wenn der Wasserhahn soweit zugedreht
ist, dass er nur 0.5 Liter pro Minute ermöglicht. Dann limitiert der
Wasserhahn die Wassermenge und nicht das Wasserwerk.
Ist der Transistor soweit aufgesteuert, dass er 200mA Stromfluss
ermöglichen würde, so rinnen die trotzdem nicht. Denn durch das Relais
kommen nicht mehr als 17mA durch. Der Transistor muss also nur diese
17mA bewältigen. Und das ist für einen BC548 überhaupt kein Problem.
> Wird die Basis auf über 4V hochgezogen
Die SPannungsifferenz zwschen Basis und Emitter ist nahezu konstant.
Entscheidend ist nicht die Spannung an der Basis, sondern der Strom der
in die Basis hinein läuft. Natürlich muss es eine Spannungsdifferenz
geben, denn Strom rinnt nun mal nur von + nach -, aber der springende
Punkt ist die Strommenge. Und die stellst du mit dem Basiswiderstand
ein.
Der Basis-Pin vom Transistor hat einen bestimmten Pegel (du kannst mit
0.7V rechnen). An deinem µC hat der Ausgangspin 5V. D.h. über dem
Widerstand fällt die Differenz dieser beiden Spannungen ab. Über diesem
Widerstand 'liegt' diese Spannung. Aus dem Ohmschen Gesetzt ergibt sich
somit mit Widerstandswert und Spannung über dem Widerstand, wieviel
Strom somit durch den Widerstand fliesst. Und genau dieser Strom (der
natürlich auch durch den Transistor von der Basis zum Emitter rinnt) ist
es, der die Collector-Emitter Strecke leitend macht. Gemäss x*hFe.