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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik 300V aus 9Volt


Autor: Boo (Gast)
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Hallo,

versuche ich mal hier mein Glück. Weil sie teuer und schwer zu bekommen 
sind, will ich mir eine Zündmaschine für Pyrotechnische Artikel 
(Brückenzünder) bauen. Dabei will ich gerne was haben, was diesem 
ähnlich ist:

http://blasterstool.com/l450-4jblastingmachine.aspx

Bisher würde ich einfach einen alten Fotoblitz zerlegen und diesen in 
ein Gehäuse einbauen. Theoretisch ist da ja nicht ein Stück was anderes 
drin.

Allerdings würde mich als Elektronikanfänger auch das bauen einer 
eigenen Schaltung reizen. Hat jemand vieleicht nen leicht verständlich 
Schaltplan? Wie gesagt, ich bin Anfänger, einige Bausätze von z.b. 
Conrad habe ich verlötet, spiele gern mit dem Steckbrett und habe im 
Keller von einem Freund ne komplette Platinenätzausrüstung, die ich 
gerne mal ausprobieren würde.

Vieleicht ein tolles Projekt, hat wer Tipps für mich?

Danke euch schonmal im vorraus...

Autor: Gast (Gast)
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Dann leg doch mal los.

Bist sicher nicht der erste der sowas machen will. Suchmaschine.

Autor: hdd (Gast)
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Hi,

für Brückenzünder brauchst du doch keine Hochspannung, die zünden schon 
ab ein paar Volt wenn genug Strom fließt.

Autor: Boo (Gast)
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Ja, der Brückenzünder zündet auch schon mit einer 9V Batterie 
hervorragend. Aber z.b. 30 Zünder für ein größeres Lichtbild mit einigen 
Metern Kabeln... da macht der 9V Block mehr als schlapp.

Autor: Andy (Gast)
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Hallo,

die Schaltung sollte nicht arg schwer sein.

Nimm nen MC34063 und verpasse dem nen externen fet, betreibe ihn als 
Step-Up converter. Dieser pumpt einen großen Elko auf, Spannung wie du 
haben willst, meinetwegen 300V.
Wenn du auf den Zündknopf drückst wird der Elko mit den 
Anschlussterminals der Zündleitung verbunden, wenn du den Elko groß 
genug machst, zünden die Teile dann.
Allerdings ist die notwendige Elkogröße mir nicht bekannt, das kann man 
sicher mit dem Datenblatt der Brückenzünder irgendwie berechnen.
Eines ist aber sicher: je nach Elkogröße dürfte die gespeicherte Energie 
reichen, bei einem Fehler dich zu töten, also sei vorsichtig mit dem 
Ding!
Wenn du nen Schaltplan haben willst, poste mal die genauen 
Anforderungen.

Andy

Autor: Daniel B. (inox5) Benutzerseite
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60V langen auch mal locker und du gehst net gleich drauff...

hats du schonmal ne Schaltung alleine (!) aufgebaut?

Autor: Tom P (Gast)
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Hallo Boo

Letzten Endes ist es eine Frage, wieviel Zeit und (Lehr-)Geld du 
investieren willst. Wenn es unbedingt eine höhere Spannung sein soll 
(für 30 A-Brückenanzünder plus etwas Verschleißdraht reichen sonst 
60V-70V meist vollkommen), dann ist dein Ansatz mit einem Fotoblitzgerät 
mit Sicherheit der einfachste und praktikabelste Ansatz; vor Allem, wenn 
man noch nie einen Wandler dimensioniert, geschweige denn gelayoutet 
hat. Da ist dann alles drin, was man braucht um eine höhere Spannung zu 
generieren.

Die Auslöseschaltung ist schon schwierig genug, wenn sie das Potenzial 
der Hochspannungszündung auch ausschöpfen soll. Will heißen, wenn du 
einen impulsfesten low-ESR-Elko (wie er in einem Blitzgerät 
üblicherweise eingesetzt wird - und der sonst auch gar nicht so einfach 
zu bekommen ist (eigene leidvolle Erfahrung)) über einen normalen 
Schalter bzw. Relais entlädst, werden diese das bestenfalls ein paar mal 
mitmachen (speziell, wenn du nicht immer 60 Ohm + Zuleitung dran hängen 
hast sondern auch mal was Niederimpedantes). Hier bietet es sich an, 
einen Thyristor einzusetzen. Der muss aber auch entsprechend 
dimensioniert und geschützt werden. Alles in Allem ist das schon - zumal 
bei (wie du sagst) eher geringen Elektronikkenntnissen - schon für sich 
ein recht anspruchsvolles Projekt. Gerade wenn Pyrotechnik dran hängt 
sollte man sich auch immer Gedanken machen, wie das Ganze WIRKLICH 
SICHER zu gestalten ist. D.h. wie verhindere ich ungewollte, zu frühe, 
oder ungnügende Energieabgabe; was passiert wenn ein oder mehrere 
Bauteile das Zeitliche segnet und wie kontolliere ich die korrekte 
Funktion auch zuverlässig...


@ Andy:

Einen Boost-Wandler würde ich (zumindest in diesem Fall) nicht bis auf 
solche Spannungen aufblasen. (Auch wenn ich weiß, dass das z.B. für 
Nixies gemacht wird) Aber professioneller und sicherer ist es allemal 
mit einem potenzialgetrennten Wandler. Es muss ja nicht sofort ein 
Flyback mit primärseitiger Regelung sein, meist reicht in so einem Fall 
ja schon ein mehr oder weniger ungeregelter Sperrwandler oder 
Gegentakt-Durchfluss-Wandler. Das kann man auch völlig analog mit ein 
paar Transistoren und Standardbauteilen machen. Lustiges Projekt, vor 
Allem, wenn man Spaß am Trafowickeln hat...


@ Boo:

Bezüglich dem Aufbau und der Dimensionierung solcher Wandler gibts bei 
den einschlägigen Herstellern integrierter Spezialschaltkreise (Linear, 
Maxim, TI etc.pp.) eine Menge sehr guter Application Notes, einfach mal 
ein bischen suchen und einlesen... Es gibt auch tolle Spezialchips die 
alle Funktionen, die du brauchst schon an Bord haben, blöderweise 
dürften die für dich kaum - höchstens als Sample - beschaffbar sein (die 
dazughörige Peripherie allerdings noch weniger).Gegebenenfalls mal über 
einen großen Distributor anfragen...

Pragmatisch gesehen kann man sicher auch einen Wandler für 
Kaltkathodenröhren (z.B. für Displayhintergrundbeleuchtungen o.ä.) 
zweckentfremden.

HTH, Viele Grüße
Thomas

Autor: faustian (Gast)
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"dann ist dein Ansatz mit einem Fotoblitzgerät
mit Sicherheit der einfachste und praktikabelste Ansatz; vor Allem, wenn
man noch nie einen Wandler dimensioniert, geschweige denn gelayoutet
hat. Da ist dann alles drin, was man braucht um eine höhere Spannung zu
generieren."

Um es nochmal klarzustellen: Das klingt ganz locker aber mit 
Blitzgeraet-Wandlern samt Kondensator hat sich schon so mancher 
ernsthaft verletzt oder umgebracht, kein Spielzeug!

Autor: Boo (Gast)
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@Andi:
Ja, für einen Schaltplan wäre ich mehr als dankbar.
Also, die groben Spezifikationen:

Die Schaltung soll über 2 Taster verfügen. Drückt man Taster 1 läd sich 
der
Elko auf. Hat er die Betriebsspannung erreicht soll eine Glimmlampe 
angehen.
Drückt man dann (während man den ersten Taster noch gedrückt hält) den 
zweiten Taster, soll die Auslösung erfolgen.

Betrieben werden soll das ganze mit einer 9V Batterie, gerne aber auch, 
soweit möglich, mit 2x AA Batterien.

Die Aufladezeit sollte unter 10 - 15 Sekunden liegen, wenn das möglich 
ist.

Ideal wären 200 - 300V bei 1 Ampere. Das ermöglicht mir dann einen 
Zündkreis mit einem
Gesamtwiderstand von 200 - 300 Ohm. Also mehr als 200 Zünder 
gleichzeitig. Dann brauch ich mir den Rest meines Lebens zumindest 
darüber keine Gedanken mehr machen.

Über die Gefahr, die von dem Ding ausgeht, bin ich mir bewusst. Auch das 
es mit nassen Fingern, bei Regen usw. gefährlich ist damit zu arbeiten.


Tja, wenn Du mir dafür nen Schaltplan erstellen kannst, mit der 
Bezeichnung der Bauteile, das wäre echt super.

@faustian:
JA. Ich bin mir dessen bewusst und bin da auch vorsichtig.

@Daniel B.:
Ja, ich hab auf einem Steckbrett schon etwas experimentiert, eigene 
Schaltungen mit Kondensatoren, Ladungspumpe mit nem NE555 und sowas.

@Tom:
Lehrgeld öglichst wenig, Zeit ist auch nicht grade etwas von dem ich 
zuviel hätte. Also es soll sich in Grenzen halten, ich will was lernen 
und es soll was praktisches Rauskommen, was ich auch gebrauchen kann.

Autor: Tom P (Gast)
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Ein Schaltregler mit 300V und einem Ampere hat dementsprechend 300W 
Leistung, bei einem Wirkungsgrad von 80% musst du 375W reinstecken, was 
bei 9V rund 42A bedeuten würde. DAS schafft kein 9V-Block, nicht mal 
kurzzeitig.

Das ist aber auch nicht der Sinn einer Zündung mit hoher Spannung. Du 
packst die Energie deswegen in einen Kondensator und der Strom, der 
fließt wird einzig und allein vom angeschlossenen Widerstand (also 
Zündkeis und Schutzbeschaltung) bestimmt. Man sollte beachten, dass die 
Spannung am Kondensator mit einer e-Funktion abfällt. Es muss also 
genügend Energie in den Zündkreis abgegeben worden sein, bevor die 
Spannung auf einen Wert unterhalb des minimalen Auslösestroms des 
Anzünders fällt. Also erst mal den Kondensator berechnen, dann Wandler 
und sonstige Peripherie dazu designen.

In Anbetracht deiner Rahmenbedingungen ist es "einfach" und pragmatisch, 
etwas möglichst fertiges zu nehmen, denn es kommen immer noch genügend 
Dinge dazu. Die Verwendung eines Fotoblitzgerätes ist da vermutlich 
wirklich das Naheliegenste.

Eine Zündmaschine "mal eben schnell" zu bauen, womöglich noch nach einem 
fremden Schaltplan, den man nicht versteht, halte ich für fahrlässig.

http://www.feuerwerk-forum.de/attachment.php?attac... 
kennst du schon, oder?

Viele Grüße,
Thomas

Autor: oszi40 (Gast)
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Vor einiger Zeit fand irgendwo ein wunderbares Weinfest mit Feuerwerk 
statt. Der Haken am Feuerwerk war nur, das ALLES auf einmal zur falschen 
Zeit mit einem riesigen Krach zündete. Das sollte man möööglicht 
vermeiden.

Autor: Thomas Burkhart (escamoteur)
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Mal eine Frage zum Verständnis, die hohe Spannung braucht er doch nur 
wenn er die Zünder in Reihe schalten will oder? Die brennen sonst doch 
schon bei 9V ab. Da kommt es doch nur auf genügend Strom (Autobatterie?) 
an oder wo ist jetzt mein Denkfehler?

Gruß
Tom

Autor: Tom P (Gast)
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Die Anzünder benötigen einfach nur entsprechend viel Aktivierungsenergie 
(vgl. Link weiter oben). Die wird eingetragen als Verlustenergie des 
Zündbrücken-Widerstands. Über Diesem fällt eine Spannung ab und 
mutlipliziert man selbige mit dem Strom erhält man die Leistung. Über 
die Zeit ergibt das die insgesamt eingetragene Energie (ein bischen 
vereinfacht ausgedrückt...).

Ein "normaler" A-Anzünder hat einen Widerstand von 0,8 bis 2,0 Ohm 
(abhängig von der Brücke, den Anschlussdrähten und Chargenabweichungen, 
wobei rund 0,5 Ohm auf die Brücke selbst entfällt). Der minimale 
Ansprechstrom liegt bei 0,6A (obwohl es auch darunter gelegentlich zur 
Zündung kommen kann - nur eben nicht zuverlässig). Als Daumenwert für 
den Zündstrom nimmt man ein rundes Ampére an, da ist dann schon eine 
gewisse Sicherheit mit eingerechnet.

In der Feuerwerkerei (wie auch in der Sprengtechnik) wird in aller Regel 
in Reihe geschaltet, Parallelschaltung ist ein wenig verpönt (obwohl es 
problemlos funktioniert, wenn man weiß, worauf es ankommt). Dadurch 
addieren sich natürlich die Widerstände und man benötigt schon bei 
verhältnismäßig wenig Anzündern im Zündkreis schon beträchtliche 
Spannungen um den Zündstrom "durchzudrücken". Daher wird bei großen 
Zündkreisen oft auf Kondensator-Zündmaschinen zurückgegriffen (diese 
lassen sich mit etwas Aufwand auch deutlich sicherer konstruieren). Bei 
der Auslegung muss man dann zwingend den Energieinhalt des Kondensators 
respektive den Energiebedarf der Anzünder beachten, ein paar Integrale 
sollte man dabei schon rechnen...

HTH, viele Grüße,
Thomas

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Ich könnte mir vorstellen, dass eine Einschaltsicherung in Form von 
Messung des Widerstandes im Zündkreis von Nutzen ist.

Bei einer Schwelle von z.B. 1kOhm kriegt man auch durch Anfassen der 
Klemmen kaum den Widerstand niedrig genug um eine Auslösung zu 
erreichen.

So kann man sich wenigstens nicht selbst "abschießen".

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Beitrag "dc-dc 3,7 zu 150 V"
fast dieselbe Überschrift - den Stroboskop-Trafo hat Conrad leider nicht 
mehr im Sortiment

Autor: Alex Bürgel (Firma: Ucore Fotografie www.ucore.de) (alex22) Benutzerseite
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Was ich auch mal anmerken möchte:

Dieses "Original-Züngerät" soll 498US-$ kosten!!!

Das ist ja wohl "lächerlich"... klar, Angebot & Nachfrage... der 
Materialwert dürfte jedoch bei weit unter 50€ liegen, würde ich 
zumindest schätzen.

Wenn man den Datenblatt-Angaben traut bietet das Gerät
4J @ 450V

über

bekommt man demnach eine Kapazität C = 39µF

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Angehängte Dateien:

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Das war das Datenblatt von Conrad zum Stroboskop-Sperrwandlertrafo, mit 
Schaltungsbeispielen

Autor: Boo (Gast)
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Zitat:

"Dieses "Original-Züngerät" soll 498US-$ kosten!!!

Das ist ja wohl "lächerlich"... klar, Angebot & Nachfrage... der
Materialwert dürfte jedoch bei weit unter 50€ liegen, würde ich
zumindest schätzen."

Eben, genau das ist eines meiner Probleme. Ich find das hart teuer für 
etwas, was man bei Einwegkameras für 5,99 mit dazu bekommt...

Autor: Thomas Burkhart (escamoteur)
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Wieso ist denn paralellschaltung so verpönt? dann käme man doch mit 
weniger gefährlichen Spannungen aus, ok, man braucht mehr Kabel. Aber 
man könnte ja mehrere Paralelle Bänke in Reihe schalten.

Gruß

Tom

Autor: Tom P (Gast)
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@Alex, Boo:

Ich finde es immer erheiternd, wenn hier auf Hersteller eingeprügelt 
wird, die viel Geld für etwas nehmen was auf den ersten Blick "billig" 
erscheint. Ich sage nicht, dass sich Hersteller nicht gelegentlich 
überproportionale Margen genehmigen, aber jedem der hier meckert 
empfehle ich so ein Gerät mal selbst in die Hand zu nehmen. Da steckt 
eine Menge mehr dahinter... Man kann und sollte auch nicht Äpfel mit 
Birnen vergleichen, immerhin ist das ein professionelles, für 
Sprengarbeiten zugelassenes (!) Gerät. Da hat der Hersteller für 
allerhand zu garantieren (inklusive - teure - Versicherung, wenns schief 
geht...). Auch wenn der Mehrpreis für die automotive rated Teile, die da 
vermutlich drin sind nicht immens ist, so ist das trotzdem schon ein 
deutlicher Aufpreis gegenüber den consumer-Bauteilen, die man bei den 
einschlägigen "Fachhändlern" bekommt... Ich denke kaum, dass man in den 
kleinen Serien, in denen so etwas aufgelegt wird, auf unter 50€ Material 
kommt. Allein das bearbeitete Gehäuse wird vermutlich schon darüber 
liegen. Entwicklung und Qualifizierung des Gerätes wollen auch 
amortisiert sein, denn nicht jeder kann sich den Luxus leisten, seine 
Arbeitszeit nicht zu berechnen (zumindest nicht, wenn er davon leben 
soll). Von Garantien und Lagerhaltung für den Fall von Obsolescence 
einiger Bauteile mal gar nicht zu reden. Dazu gibt es einen riesen 
Haufen Vorschriften von den Anschlussklemmen bis zu den 
Prüfvorschriften. Ein Blick ins SprenG und die einschlägigen GUVs 
verschafft hier Klarheit...

Davon abgesehen ist das aber nicht, was der TE eigentlich will. Baut man 
seine eigenen Zündmaschinen (nicht zu Sprengen, aber davon schrieb der 
TE ja nichts) gibt es wenig Vorschriften und die etwaigen Konsequenzen 
muss man mit dem eigenen Gewissen, seiner eigenen Versicherung und 
gegebenenfalls dem Haftrichter vereinbaren (der ist in Fragen, die das 
SprenG betreffen übrigens immer schnell bei der Hand). Ich will nicht 
davon abraten, so was zu bauen, aber man sollte wissen, was man tut. 
Dazu gehört auch, sich in der umliegenden Materie umzuschauen und eben 
auch, sich selbst mal Gedanken zu machen, Literatur zu wälzen und nicht 
einfach nach einem Schaltplan zu fragen, vor Allem, wenn die 
Argumentation so simplifizierend ist wie "das ist mir zu teuer, das kann 
man doch auch billiger machen". Ein Einmal-Fotoblitzgerät mit einer 
Zündmaschine zu vergleichen ist schon etwas gewagt (klar, technisch ist 
das schon ähnlich, aber die Rahmenbedingungen sind eben leicht 
verschieden)...


@Boo:

Der übliche Weg, wie so etwas gemacht wird ist ein Sperrwandler mit 
Spannungsüberwachung auf der Sekundärseite und eine Auslösung über einen 
Thyristor. Dazu kommen entsprechende Sicherheitsschaltungen, die 
verhindern, dass das Gerät ungewollt Energie abgibt (u.A. Schutz des 
Bedieners durch eine Widerstands-Sicherheitsabfrage, wie Dieter sie 
vorgeschlagen hat, keine Auslösung bei zu wenig Spannung oder wenn ein 
Bauteil kaputt ist etc.pp.). Das wird dann mechanisch solide verpackt 
und mit vernünftigen Bedienelementen versehen. Überleg dir doch einfach 
mal einen Schaltplan, stell' ihn ein und dann kann man sicherlich 
darüber reden, ob es da was zu verbessern gibt und wie man das am Besten 
tun könnte...

Viele Grüße,
Thomas

Autor: Tom P (Gast)
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@ Thomas

Naja, das liegt an zweierlei:

Erstens lässt sich bei der Parallelschaltung ein möglicher Defekt in 
einem der Äste nicht im "zusammengebauten" Zustand erkennen, man muss 
also alle Äste getrennt durchmessen bevor man sie anklemmt.

Zweitens bringt nicht jeder Pyrotechniker solide Grundlagen in 
Elektrotechnik mit. Klemmt man nun zwei Äste mit stark unterschiedlichem 
Widerstand an, wird derjenige mit geringerem Widerstand vermutlich 
zünden, der Höherohmige wird gegebenenfalls stehenbleiben. Da so was 
natürlich nicht gern gesehen wird, verzichtet man halt ganz darauf, weil 
die Einflussfaktoren ggf. nicht verstanden wurden.

Reihenschaltung funktioniert eben fast immer, wenn die 
Maximalwiderstände des Zündsystems eingehalten werden, bei der 
Parallelschaltung kommt es auf die Ausgangsschaltung der Zündanlage an. 
Wenn es ganz dumm kommt kann man sich sogar die Anlage zerstören, wenn 
man viele Zündkreise parallel schaltet und die Anlage nicht vernünftig 
gegen zu hohen Strom abgesichert wurde (meist werden z.B. thermische 
Effekte bei der Auslegung von Zündsystemen vernachlässigt und deshalb 
die Ausgangstransistoren nicht gekühlt. Wird dann nicht rechtzeitig 
abgeschaltet und liefert der Akku genügend Strom, dann rauchts...)

Viele Grüße,
Thomas

Autor: Thomas Burkhart (escamoteur)
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@Tom: Vielen dank für die ausführliche Info. Aber kann es nicht 
vorkommen, dass bei einer Reihenschaltung einer der Zünder schneller 
durchbrennt als die anderen und dann der Stromkreis unterbrochen wird 
Stichwort Weihnachtsbaumlicherkette?

Autor: Tom P (Gast)
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Ja das kann natürlich passieren (tut es auch, vor Allem bei billigen 
Anzündern - deswegen habe ich auch "fast" geschrieben...). Aber zwei 
Effekte wirken sich günstig auf die Zuverlässigkeit der Reihenschaltung 
aus:
Zum einen ist die Zündbrücke termisch relativ träge (im Verhältnis 
natürlich) und brennt relativ langsam durch (wird natürlich auch vom 
Material der Zündbrücke beeinflusst) und zum anderen bildet sich durch 
die stark exotherme Umsetzung des Anzündsatzes für kurze Zeit ein 
ziemlich gut leitfähiges Plasma, das noch für ein paar Milisekunden den 
Kontakt aufrecht erhält (gerade bei hohen Zündspannungen vorteilhaft).

Allerdings ist das auch genau der Grund, warum man keine Anzünder 
unterschiedlicher Charakteristik (A, U, VA, HU o.ä.) und im Prinzip noch 
nicht mal Anzünder unterschiedlicher Hersteller bzw. Chargen mischen 
sollte. Wie gesagt, hält man sich an die Regeln, ist das eine sehr 
sichere Sache.

Viele Grüße,
Thomas

Autor: Maxi (Gast)
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Hi du kannst das auch anders machen z.b
mit einer kurbel erzeugst du strom indem du einen dynamo ranhängst dann 
kanst du dir auch noch einen kondensator dranschließen und jenachdem was 
für ein dynamo du nimmst ist der strom auch stärker

Autor: Aandi (Gast)
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Moin,
Dynamo blablabla....
Kurbelinduktor heißt das glaub ich und die gibt es gelegentlich bei 
ebay.
@Boo
Augrund deiner Fragen ist zu schliessen, du hast keine Ahnung, deswegen
solltest du vorerst die Finger von Fotoblitzen oder sonstigen 
Entladungsschaltungen lassen.
Mit dem Aufbau der Schaltung ist es keineswegs getan, sie sollte ja auch 
handhabungssicher in ein Gehäuse gebaut werden...
Gruß

Autor: Christian L. (cyan)
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Aandi schrieb:
> deswegen
> solltest du vorerst die Finger von Fotoblitzen oder sonstigen
> Entladungsschaltungen lassen.

Habt ihr mal geguckt, wie alt der Thread ist?

LG Christian

Autor: Aandi (Gast)
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Autsch, natürlich nicht.
Muß ich deswegen als Zitat lesen was ich geschrieben hab, diese 
Zitiererei ist ja schrecklich...
MfG

Autor: euwe (Gast)
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Zündmaschinen selbst bauen, dazu braucht man eine gewisse Erfahrung mit 
elektronischen Schaltungen und Dimensionierung der Bauteile.
Ich habe eine Elektronikingeneur als alten Schulfreund. Der hebt da auch 
die Hände, weil die Erfahrungen mit solchen Geräten fehlen.
Ich selbst bin Elektriker.
Und warum man keine Parallelschaltung verwendet, ist mir deshalb 
einleuchtend, bzw. liegt auf der Hand. Weil, bei einem gedachten 
sicheren Zündstrom von 0,6A summiert sich in so einem Zündkreis der 
Strom ins Unermessliche. Der muß erstmal geliefert werden und bei 
niedriger Spannung verursacht schon die lange Zuleitung eine gehörigen 
Spannungsabfall, dass es mit Sicherheit zu Zündausfällen kommt.
Würde man bei 100 Brückenzündern eine Parallelschaltung bauen und eine 
Sammelleitung nehmen, denn der Verschleißdraht zu den einzelnen Zündern 
würde Meter ververschlucken und wären bestimmt auch zu dünn, bräuchte 
man bei 60A ca. 6-10 Quadratmillimeter Leiterquerschnitt Kupferkabel. 
Wer will das ausrollen?

Autor: Harald Wilhelms (wilhelms)
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euwe schrieb:

> Zündmaschinen selbst bauen, dazu braucht man eine gewisse Erfahrung

Soll dieser alte Thread jetzt regelmäßig einmal pro Jahr ausgegraben 
werden?
Gruss
Harald

Autor: rio71 (Gast)
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Harald Wilhelms schrieb:
> Soll dieser alte Thread jetzt regelmäßig einmal pro Jahr ausgegraben
> werden?
warum nicht, ich finde ihn interessant.. :-)
hier noch ne idee..
http://cds.linear.com/docs/Datasheet/3750fa.pdf
und übertrager dazu gibts hier..:
Ebay-Artikel Nr. 140910029548

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