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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik TFT Hintergrundbeleuchtung geht kurz an und dann wieder aus


Autor: Michael E. (micde)
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Hallo zusammen,

ich bin grade dabei einen defekten TFT-Monitor wieder zum laufen zu 
bringen.
Zumindest teilweise, da eigentlich nur die Hintergrundbeleuchtung nach 
ca. 1 Sekunde ausgeht.

Also: Laut Oszi kommen 5V vom Controller, wenn man den Bildschirm 
einschaltet, das Display flackert kurz auf, der Pegel bleibt auch danach 
noch auf 5V bis der Controller wegen fehlendem Videosignal sich wieder 
in den StandBy schaltet.

Gebe ich "manuell" einen Pegel von 5V (Brücke am Netzteil zwischen +5V 
un Display-Enable-Eingang) passiert das Selbe. Die 
Hintergrundbeleuchtung geht kurz an und wieder aus.

Habe alle Elkos auf der Netzteilplatine getauscht. War leider zwecklos.

Zudem hört man einen sehr hohen Ton, wenn die Hintergrundbeleuchtung aus 
ist (was bei günstigen Geräten aber durchaus der Fall sein kann).

Bauteile sind zumindest optisch in Ordnung.

Hat irgendwer vielleicht eine Idee was das Netzteil für ein Problem 
haben könnte?

Schaltplan dazu gibts leider keinen. Ein Foto könnte ich machen, wird 
aber eher unscharf, doofer Autofokus :)

Gruß

Michael

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Gibt es außer dem 5V Signal noch weitere Steuersignale?
Je nach Inverter existieren oft folgende Signale:
- Betriebsspannung (meist 12V)
- Enable (bei die vermutlich die 5V)
- Dimmen (oft eine Analogspannung, manchmal auch PWM, oder es werden 
direkt die 12V runtergeregelt)
- Lampenstrom (entweder wirklich ein Signal proportional dem Strom, 
manchmal auch ein reines Lampe-brennt Signal um im Fehlerfall das 
Backlight still zulegen.)

An Fehlern kann sowas alles mögliche sein. Von defekten Elkos, 
Übertragern und Transistoren, bis hin zu verbrauchten CCFL Röhren und 
somit einem fehlenden Feedbacksignal.

Was du messen könntest: Wie sieht die Kurvenform und Amplitude an der 
Primärseite des Übertragers aus? Was ändert sich zwischen Lampe an und 
aus?

Autor: Michael E. (micde)
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Erstmal: Vielen Dank für die schnelle Antwort Benedikt.

Also es gibt folgende Signale:

+12V
+5V
Enable
Dimmen
und GND

Enable ist wie oben beschrieben auf 5V für Display an.
Dimmen ist auf 4V, vermutlich nicht mit PWM gedimmt, keine Spur von 
einem Takt auf dem Oszi zu erkennen.

Elkos kann ich als defekt ausschließen (es sei denn mir wurden heute 
kaputte verkauft ;))

Ich hock mich nach dem Abendessen nochmal hin und überprüf das.
Ich hoffe, dass die Trafos nicht defekt sind (würde mich aber auch 
wundern wenn beide gleichzeitig den Geist aufgeben).

Vielleicht sollte ich auch mal den Pegel am Kollektor des eingebauten 
Transistors mal messen.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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OK, schau dir auch mal das Dimmen Signal an, ob sich an diesem etwas 
tut. Und auf der Platine sollte ein Abwärtswandler sein, der das Dimmen 
Signal auf die 12V umsetzt. Schau dir auch mal dessen Ausgang an. Meist 
wird man hier keinen Siebelko hinter der Spule finden, sondern die Spule 
ist gleichzeitig Bestandteil des CCFL Inverters. Aber an der Amplitude 
dahinter, bzw. der PWM davor sollte man gut erkennen ob eventuell hier 
dem Wandler der Saft abgedreht wird.

Ich hatte mal einen Monitor, der hatte nämlich genau das gleiche 
Problem. Eine Suche bei google zeigte, dass dies wohl bei dem Monitor 
ein Standardfehler war. Eine Lösung kannte allerdings keiner.
Ich hatte am Ende das Dimmsignal abgetrennt und per Poti versorgt, es 
gab nämlich einen kleinen Bereich in der Mitte in dem das Backlight 
anblieb. So lief der Monitor immerhin noch 1-2 Jahre, bis er durch einen 
besseren Ersetzt wurde.

Autor: [Frank] (Gast)
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Der oder die Wandlerchips auf der Platine für die Hintergrundbeleuchtung 
haben meist einen Pin, der Kurzschluss/Überstrom erkennt. Welcher Chip 
ist denn auf der Platine drauf ?

Autor: Michael E. (micde)
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So, ich komm grad frisch vom Messplatz :)

nachdem ich die "Route" der Dimmensignalleitung verfolgt hab bin ich auf 
den
oz960S gestoßen, den inverter-controller, die Leitung führt zu Pin 14, 
welcher auch laut Datenblatt der Pin zum Dimmen ist. Laut Datenblatt 
soll man hier eine Analogspannung anlegen.

( Datenblatt hier: 
http://www.eserviceinfo.com/downloadsm/28769/O2mic... )

Ergebnis der Messung:

Ich hab an dem Controller an Pin 10 zu Masse gemessen.
Das ist der NMOSFET drive output (es gibt noch einen PMOSFET drive 
output für den ersten Kanal).
Ich hab an dem MOSFET Ausgang gemessen, weil der Trafo ziemlich viele 
"Abnehmer" an der Primärseite hat, von denen die Meisten angeschlossen 
sind oder zumindest angeschlossen scheinen und ich mir nicht ganz sicher 
war von "wo bis wo" ich jetzt messen sollte.

Das Signal hat einen Offset von 3V + eine kleine Unregelmäßigkeit, die 
ca. alle 17us auftritt (~60kHz).
Die Unregelmäßigkeit schwingt mit einer Amplitude von ca. 0.7V um das 
Offset.

Das Seltsame ist, die Beleuchtung ist seit sicher einer Stunde 
"problemlos" an. Aber ich mag keine Probleme, die sich von selbst lösen. 
Weil diese dann wieder auftreten können ohne Grund :)
Möglicherweise reicht hier die Kapazität, die der Messkopf hat, aus um 
das System zu stabilisieren.

Ich werd gleich nochmal die Dimm-Leitung messen. Dann sehe ich auch ob 
die Hintergrundbeleuchtung wieder nach ~1 Sekunde ausgeht. Wenn ich mich 
richtig erinnere ist die im StandBy und wenn der Monitor sich anschaltet 
(also immer) auf 4V.

Autor: Michael E. (micde)
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Kurzer Nachtrag:

Die Dimmspannung liegt bei 5V (egal ob Standby oder An).

Hintergrundbeleuchtung fällt aus.

Vielleicht hab ich durch den Tesa, den ich als Isolator verwendet hab, 
dass der Messkopf bzw das kleine angelötete Messkabelchen keinen 
Kurzschluss erzeugt, irgendeine kalte bzw gebrochene Lötstelle temporär 
wieder repariert.

Oder es liegt wirklich an der Kapazität.

Mal ausprobieren.

Wie sieht es eigentlich mit der Alterung von Scheibenkondensatoren oder 
SMD-Chipkondensatoren aus? Die verlieren doch sicher auch Kapazität mit 
dem Alter?

Autor: Michael E. (micde)
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Ich bemerke gerade...

ich hab versehentlich an Pin 1 das Oszi angeschlossen und nicht an Pin 
11 (wie geplant).

Warum müssen die auch alle ICs mit Klarlack oder Sekunden kleber so 
befestigen, dass man sogar den Widerstand nebenan nicht ablöten kann?
Hab mich mit dem Punkt am IC vertan :)

Das heißt:

Ich habe versehentlich die Kapazität vom

"Capacitor for CCFL ignition duration" geändert.

47pF gegen Masse.

Ich löt mal einen kleinen Kondensator an der Stelle fest an und schaue 
ob die Hintergrundbeleuchtung dann anspringt!

Autor: Michael E. (micde)
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So, jetzt läuft es

an Pin 1 von dem oz960S, parallel zu dem vorhandenem Kondensator einen 
1Meg Widerstand und einen 47pF Kondensator und siehe da: es leuchtet!
Und will gar nicht mehr aufhören :)

Hat jemand eine Ahnung was da falsch gelaufen sein kann?

Ich hab nur die Vermutung das die SMD Kondensatoren irgendwie ihre 
Eigenschaften verändert haben, also unter Anderem weniger Kapazität.

Was auch komisch ist, dass ein paralleler Kondensator nichts gebracht 
hat (Zünddauer wurde erhöht).


Viele Grüße

Michael

Autor: eProfi (Gast)
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Was ich bemerkt habe: die Hochspannungs-Cs zwischen Trafo und Lampe sind 
oft Grund für das Abschalten.
Die Kapazität lä0t nach und die Resonanz stimmt nicht mehr.

Autor: Michael E. (micde)
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Danke eProfi, die werd ich dann ersetzen falls der Monitor (bzw die 
Hintergrundbeleuchtung!) wieder ausfallen sollte :)

Vielen Dank an Alle die geholfen haben!

Gruß

Michael

Autor: Rainer B. (Gast)
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Hallo Michael,
bin durch Zufall auf diese Seite gelangt, weil mein Dell Studio 1737 
genau dieses Problem hat. Auf einen Hardwarefehler wäre ich erstmal nie 
gekommen, da alles problemlos funktionierte und erst bei der 
Installation von Windows 7 dieses Problem auftauchte. Meine Frage: Macht 
es Sinn, diesen Fehler reparieren zu lassen. Das Notebook ist Baujahr 
2009 funktioniert aber sonst gut und wer repariert sowas ?
Ich bin zwar auch Elektroniker (Gefahrenmeldetechnik-gewesen - 
inzwischen schon viele Jahre Rentner) und war so mutig, die Kiste mal 
aufzumachen, aber die Fummelei traue ich mir nicht mehr zu trotz 
Technikleitfaden von Dell.
Für einen Tipp wäre ich dankbar.
MfG
Rainer B.

Autor: Michael (Gast)
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Hallo Rainer,

da hast du ja Glück gehabt, dass ich die E-Mail Benachrichtigung noch 
eingeschaltet hatte.

Grundsätzlich wird heutzutage leider meistens alles weggeworfen, auch 
wenn es nur einen kleinen Fehler hat.

Eventuell könntest du aber an einer (Fach)Hochschule oder einer 
Universität Glück haben und jemand aus dem Fachbereich Elektronik 
finden, der die Teile austauscht. Eventuell auch ein Laboringenieur oder 
Student.

Bei Laptops mit Röhrenhintergrundbeleuchtung kann eventuell auch das 
gesamte Inverterboard ausgetauscht werden anstatt die Elkos.

Ein defekter Grafikcontroller, Displaycontroller oder ein Treiberproblem 
lässt sich aber nicht ausschließen.

(Ein Treiberproblem kann man vermuten, wenn Anfangs noch kurz ein Bild 
kommt und dann wieder verschwindet, wenn der Rechner das eigentliche 
Betriebsystem bootet).

Viele Grüße, ich hoffe das hat dir zumindest etwas geholfen.

Michael

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