Hallo,
> Dabei kommt es nicht auf die Qualität von AVCC an, oder?
leider doch: ein Sigma-Delta-Wandler erfaßt Eingangssignal und
Referenzspannung nicht zur gleichen Zeit. Es wird ständig zwischen
Eingang Masse und Referenz hin und hergeschaltet. Die Ratiometrie hilft
nur um den Absolutwert der Referenz herauszukalibieren.
Durch die Abtastung mit dem Sigma-Delta Takt entsteht natürlich auch
eine zusätzliche Filterung.
Ich habe mal ein paar Messungen gemacht:
LTC2400: Versorgung und VREF aus Referenzquelle abgeblockt mit 10uF +
100nF
Referenz: direkt daneben Eingang mit 1uF (1206 keramisch) abgeblockt.
Versorgung Akku 8,5V.
Anbindung an PC RS232 über PIC12F675 (eigener 5V-Regler) und
Optokoppler.
Eingangsspannung 2,5V über Spannungsteiler 1K + 1K Metallfilm.
Aus jeweils 64 gleitend benachbarten Messwerten (jeweils ca 10 Sekunden)
wurde der Peak-Peak Wert (Max-Min) über 2 Minuten beobachtet.
Ergebnis: (alle Messwerte Peak-Peak)
Referenz LT1027CCN8-5: 4,2uV bis 7,8uV
(Datenblatt 2uV,eff Breitband)
Low-Drop-Regler LP2950ACZ (Reichelt): 54,9uV bis 106,9uV
(Datenblatt 430uV,eff Breitband)
Habe leider keinen LM2940 da, der dürfte aber nach Datenblatt etwa 1/3
an Rauschen haben (150uV,eff/430uV,eff). Die meisten Low-Drop-Regler die
ich gefunden habe haben mehr Rauschen als Standard-Regler (30-40uV,eff).
Überraschenderweise verhält sich ein UA78L05A in meiner Anwendung gar
nicht mal so schlecht:
UA78L05A (TI): 10,0uV bis 16,2uV
(Datenblatt 30uV,eff Breitband)
Fazit: Du wirst bei höheren Anforderungen um Tests nicht herumkommen.
> Es werden pro Sekunde vier Messwerte (2 pro Eingang) benötig.
Mich macht der Therm "update rate" im Datenblatt des AD7793 stutzig.
Sind bei dem die Messwerte nach dem Umschalten auf einen anderen Kanal
sofort gültig, oder müssen die ersten paar Messwerte wie bei den meisten
Sigma-Delta-Wandlern weggeworfen werden?