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Forum: Platinen Ätzen mit HCl + H2O2 - Mischungsverhältnis?


Autor: Platiner (Gast)
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Hallo!

Ich wollte jetzt auch einmal das Ätzen mit HCl + H2O2 testen und hab mir 
dafür aus dem Baumarkt 20%-iges H2O2 und unter 24%-iges HCl gekauft. 
Alle Angaben für das Mischungsverhältnis, die ich bis jetzt gefunden 
habe waren aber für HCl und H2O2 mit einer Konzentration höher als 30%.
Meistens war das Mischungsverhältnis in etwa 25 Teile Wasser, 6 Teile 
HCl (35%-ig) und 1 Teil H2O2 (30%-ig). Die Frage ist jetzt wie ich 
dieses Mischungsverhältnis auf meine Konzentrationen umrechne, hat da 
einer Erfahrung?

Autor: Julian O. (juliano)
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Also ich ätze immer nach Gefühl. Wasser und HCL ca. 1 zu 1 und dazu ein 
Schuss H2O2.
Ich hab die selben Konzentrationen wie du. Da ich auch im Winter unter 
freiem Himmel ätze (wegen der Gase) verwende ich warmes Wasser um den 
Ätzvorgang etwas zu beschleunigen.

Schutzkleidung + Schutzbrille nicht vergessen!

Autor: Platiner (Gast)
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Danke erstmal für deine Antwort! Dieses Verhältnis werde ich dann mal 
testen...
Wie sind bei dir die Ätzzeiten damit so?

Ich kann doch eigentlich diese Mischung dann aufbewahren und beim 
nächsten Mal einfach wieder einen Schuss H2O2 hinzugeben, dann müsste es 
doch wieder funktionieren, oder?

Autor: Eti (Gast)
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Salzsäure 1:1 mit dest.Wasser verdünnen, das es ca. 10..15%ige ergibt.
Vor jedem Gebrauch: Etwa halbes Schnapsglas H2O2 auf 500ml (bei neuem 
H2O2 tuts weniger). Wenn es anfängt zu sprudeln war es zuviel.
Ätzzeit ca. 6 bis 12 min je nach Temperatur und Stärke.
Vorteil: Sprudelt nicht, riecht kaum, bleibt klar, keine Heizung, 
billig.
Die Lösung wird erst nach mehrmaligem Gebrauch wirklich gut, wenn genug 
Kupferchlorid drin ist (leicht grüne Färbung). Keinesfalls in einer 
fest verschlossenen Flasche aufbewahren!
Lösung leicht grün: optimal!
Lösung klar bis türkis/bläulich: Salzsäure hinzugeben.

Benutze das Zeug seit Jahren, solange kein Dreck drin ist, braucht sie 
auch nicht entsorgt zu werden. Wird nur mit jedem Gebrauch etwas grüner.

Autor: Silvio K. (exh)
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Ich nehme 60 Wasser, 20 HCl(~32%) und 20 H2O2 (~30%). Ätzt recht 
schnell, ohne allzuviel HCl als Gas in die Luft zudampfen. Trotzdem am 
bessten ein Fenster in der Nähe.

Autor: Michael B. (planlessmichi)
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Sorry, wenn ich diesen Thread nochmal "aktiviere", aber ich will das 
auch mal testen und hätte doch noch ein paar Fragen:

Platiner schrieb:
> ... hab mir... dafür aus dem Baumarkt 20%-iges H2O2 und unter 24%-iges
> HCl gekauft.
Welcher Baumarkt war das denn? Als ich hier mal wegen Schwefelsäure 
gefragt hatte, wusste keiner, was das ist. Erst mit "Batteriesäure" 
konnten die mir zeigen, wo das steht. Aber zu welcher "Kategorie" 
gehören denn HCL und H2O2?? Ist das eher in der Farbenabteilung 
(Lösungsmittel??) zu finden oder wo steht sowas (in Deinem Baumarkt)

Eti schrieb:
> Vor jedem Gebrauch: Etwa halbes Schnapsglas H2O2 auf 500ml
Verstehe ich das richtig: "Verbraucht" wird hier das H2O2? Also beim 
Natriumpersulfat hatte ich die "alte Brühe" einfach erwärmt, dann 
Platine rein und warten. Hier sollte ich die "alte Brühe" auch aufheben 
(weil's dann besser klappt, aber trotzdem jedesmal H2O2 dazugeben? Ist 
das so?
Kann mich denn mal jemand aufklären, was denn hier chemisch abläuft?

Ganz allgemein: Diese Variante ist auch zum Sprühätzen geeignet, oder?

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße,
Michael

Autor: ... (Gast)
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Michael B. schrieb:
> Aber zu welcher "Kategorie"
>
> gehören denn HCL

Im Baumarkt zur Fliesenabteilung...
Mit Salzsäure wird der Grauschleier nach dem Verfugen von den Fliesen 
abgewaschen.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Michael B. schrieb:
> Verstehe ich das richtig: "Verbraucht" wird hier das H2O2? Also beim
> Natriumpersulfat hatte ich die "alte Brühe" einfach erwärmt, dann
> Platine rein und warten.

Das eigentliche Ätzmittel ist Kupfer(II)-chlorid, das beim Ätzprozeß in 
Kupfer(I)-chlorid umgewandelt wird. Gleichzeitig entsteht beim Ätzen 
neues Kupfer(I)-chlorid.

Das H2O2 dient dazu, das Kupfer(I)-chlorid wieder zu Kupfer(II)-chlorid 
zu oxidieren, damit es für eine neue Runde als Ätzmittel zur Verfügung 
steht.

Wenn die Konzentration des Kupferchlorids in der Lösung zu hoch wird, 
kommt irgendwann der Ätzprozeß zum Erligen.

Frisch angesetzte Ätzlösung sollte man mit einem Schluck verbrauchter 
"impfen", damit der Ätzprozeß von Anfang an schnell abläuft. Ohne 
Kupferchlorid in der Lösung dauert es recht lange, bis der Prozeß in 
Gang kommt.

> Ganz allgemein: Diese Variante ist auch zum Sprühätzen geeignet, oder?

Ja, aber ich denke nicht, daß man das im Hobby-Bereich braucht. Früher 
wurden z.B. die Lochmasken der Farbfernsehröhren durch Sprühätzung damit 
hergestellt.

Das HCl+H2O2-Verfahren ätzt schon von sich aus sehr gleichmäßig. Die 
Kupferschicht auf Platine wird fast gleichzeitig auf der ganzen Platine 
durchgeätzt. Das gibt einen richtig abrupten Farbumschlag von 
Kupferfarbe zur Farbe des Trägermaterials.

19,9%iges H2O2 bekommt man unter der Bezeichnung Oxydator im 
Zoohandel, muß allerdings dafür unterschreiben.

Autor: Michael B. (planlessmichi)
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O.k., also ist es wohl am besten, wenn ich zuerst alle alten 
Platinenreste sammle und über Nacht in die fertige Lösung lege (damit 
die dann langsam sich "vorbereiten" kann) und dann am nächsten Tag mit 
der "alten" Lösung dann richtig ätze!?

Wegen dem Sprühätzen habe ich gefragt, weil ich mir so ein Ding halt 
gerade gebaut habe... Das jetzt ungenutzt wieder wegzuwerfen... Auch 
unschön :-)

Und Oxydator im Zoogeschäft..... Da wäre ich jetzt auch nicht 
draufgekommen :-) Ich kenne das nur als "Wasserstoffsuperoxyid" (oder 
so) beim Friseur :-)

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Michael B. schrieb:
> O.k., also ist es wohl am besten, wenn ich zuerst alle alten
> Platinenreste sammle und über Nacht in die fertige Lösung lege (damit
> die dann langsam sich "vorbereiten" kann) und dann am nächsten Tag mit
> der "alten" Lösung dann richtig ätze!?

So schlimm ist es nicht. Nimm dir für den ersten Anlauf einfach 10 
Minuten mehr Zeit und beobachte die Sache.

Zu den Unkenrufen:
Die Ätzlösung sollte man auf keinen Fall offen herumstehen lassen!
Email ist z.T. säureempfindlich - also nicht etwa die Badewanne als 
Auffangbehälter benutzen! Edelstahl kann auch Schaden nehmen!

Ich nehme eine große, viereckige Plastikschüssel als Unterlage, darin 
steht die Ätzschale und alle Ümfüll-/Dosieraktionen werden über der 
Schüssel gemacht.

Nach der Arbeit wird die Ätzlösung in eine Plastikflasche umgefüllt und 
die Flasche nur so weit zugeschraubt, daß noch Gas entweichen kann. Dann 
alles Handwerkszeug mit reichlich Wasser abspülen, incl. der 
verschlossenen Flaschen.

Die Ätzmittelflasche kann man nach dem Ausgasen (einige Wochen) fest 
verschließen.

Ich habe eine verschlossene Flasche mit gebrauchter Ätzlösung 20 Jahre 
in einer Kiste gehabt. Passiert ist nichts. Dann wieder einen Schuß H2O2 
dazu und schon war sie wieder gebrauchsfertig.

Sprühätzung würde ich wegen Aerosolbildung ohne Abzug nicht machen.

Autor: Michael B. (planlessmichi)
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Noch eine Frage: Nehmt Ihr dafür "normales" Leitungswasser oder 
destilliertes (oder gar demineralisiertes) Wasser?

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Leitungswasser reicht.

Autor: Mario K. (Gast)
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ich nehme Demineralisiertes Wasser 0,01ySm geht viel besser :-)
quatsch :-) ein unterschied habe ich echt nicht gefunden ich nehmen es 
nur weil wir das selber herstelln ansonnsten würd ich leitungswasser 
nehmen

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