EEG - das Thema, dass Du anschneidest ist schon heftig!
Zunächst mal: Ja es gibt Elektroden, z. B. Einwegelektroden für den
Rettungsdienst (in Apotheken erhältlich). Bei den Elektroden ist das
Problem, dass eine Kontaktspannung zwischen Haut und Elektroden
entsteht, die nicht zu vernachlässigen ist - Selbstbau von Elektroden
ist also keine so gute Idee - wenn auch die Zeitschrift Elektor in den
70er - 90ern des letzten Jahrhunderts hierzu Hinweise gegeben hat
(Galvanisierung von Cu-Elektroden).
Zu Messen hasst du Spannungen im Mikrovolt-Bereich - auf jeden Fall weit
unter 1 mV. Die einfachste Ableitung, die Du machen kannst ist eine
Differenzmessung zwischen Frontal- und Okzipitallappen - also Stirn und
'Hinterkopf'. Dabei verwendest Du einen Differenzverstärker mit
Bezugspunkt Ohrlappen (=Masse). Eingangsimpedanzen bewegen sich im
Bereich von einigen 10-100 kOhm.
Also: Masse mit Klipp am Ohrlappen, Elektrode '+' an die Stirn,
Elektrode '-' an den Hinterkopf.
Die Eingangsverstärker müssen über zwei ganz wesentliche Eigenschaften
verfügen:
1) Komplette galvanische Trennung von der Auswertung, also Optopkoppler
oder Isolationsverstärker (siehe z. B. Typen von BurrBrown) zwischen
Eingangsverstärker und AD-Wandlung!. Im 'Homebrew-Breich' sollten die
Eingangsverstärker selbst Batterieversorgt sein. Alles andere ist
Lebensmüde!!!
2) Die Eingangsverstärker sollten über einen ziemlichen Low-Cut bei 30
Hz verfügen, evt. über eine Notchfilter bei 50 Hz. Auch ein Hochpass > 1
Hz (wegen Muskelpotentialen, z. B. der Augen) ist sinnvoll.
Also mit zwei Differenzverstärkern kann man so die globale Aktivität
links und rechts verfolgen.
Wenn Du mehr Ableitungen haben möchtest, ist das Prinzip ähnlich:
Referenzpunkt ist das Ohr - die Mehrkanalableitung bezieht sich auf
diesen Punkt.
Du kannst natürlich auch innovativ sein: heutzutage kann man mit SMD-OPs
einen sehr hochohmigen Differenzverstärker samt Elektroden auf eine
Platine bringen und so die Probleme mit den Kontaktspannungen etwas
abmildern.
Wie auch immer: Mit den üblichen Kandidaten wie TLC272 oder NE5532
solltest Du einen rauscharmen Differenzverstärker bauen können: Filter
ca. 1-30Hz sind ein Muss!
Galvanische Trennung auch (wurde bereits gesagt), wenn Du neben der
Aufzeichnung Deiner Träume weiter träumen möchtest!
Zum Schluss eine Warnung: Es gibt zu diesem Thema ein älteres Buch aus
dem Franzis-Verlag: 'Walz, Herzklopfen sichtbar gemacht'.
Die Schaltungen in diesem Buch sind einfach nur lebensgefährlich!
Ein gescheites Buch ist:
Karsten Meyer-Waarden, Bioelektrische Signale und ihre Ableitverfahren.
Gruß,
Nils