Hallo,
ich möchte ein Demonstrationsmodell eines Motors bauen bei dem ein
stromführender Draht um einen Stabmagneten kreist. Der Kontakt wird
normalerweise mit Quecksilber hergestellt. Dieses könnte ich durch
zerlegen von Quecksilberneigungsschalter gewinnen. Will ich aber nicht,
aus Angst vor gesundheitlichen Risiken und Mecker...
Als Alternative habe ich jetzt die Flüssigmetall-Legierung Galistan
entdeckt.
Hat jemand Erfahrung damit?
Wo kaufen, finde bei www.geratherm.com kein Angebot.
Den Angaben bei Wiki nach zu urteilen, sollte es eigentlich
funktionieren.
Etwas Sorgen bereit mir nur der Satz, dass es an Glas klebt und
Aluminium auflöst bzw. damit legiert.
D.h. ich würde das Zeug nicht im "Motor" aufbewahren, ansonsten ist es
dir im schlimmsten Fall bis zum Ausstellungstag mit irgendwas
zusammenlegiert und unbrauchbar.
yalu schrieb:
> Was auch gut funktionieren soll, ist Galinstan :)
Ist das wirklich der YALU den ich bisher so schätzen gelernt habe oder
ist das ein Troll?
Disco Stu schrieb:
> yalu schrieb:>> Was auch gut funktionieren soll, ist Galinstan :)>> Ist das wirklich der YALU den ich bisher so schätzen gelernt habe oder> ist das ein Troll?
Ich weiß nicht, welchen YALU du schätzen gelernt hast, jedenfalls sollte
der Beitrag nicht trollish sein. Ich dachte zuerst, du hättest deswegen
kaum Informationen im Netz gefunden, weil du nach Galistan (ohne n)
gesucht hast, deswegen mein Kommentar.
Noch etwas:
Die Einzelkomponenten von Galinstan (Gallium, Indium und Zinn) sind
leichter zu beschaffen als die fertige Legierung (s. Ebay). Vielleicht
wäre ja Selbermischen eine Alternative. Der Schmelzpunkt der Metalle
(Zinn hat mit 232°C den höchsten) liegt noch in dem Bereich, wo ein
Spiritusbrenner ausreicht.
Oder du nimmst statt des Galinstans eine Salzlösung als elektrisch
leitende Flüssigkeit. Die hat zwar den Nachteil, dass sie im Betrieb
gast, ist dafür aber konkurrenzlos billig.
yalu schrieb:
> Oder du nimmst statt des Galinstans eine Salzlösung als elektrisch> leitende Flüssigkeit. Die hat zwar den Nachteil, dass sie im Betrieb> gast, ist dafür aber konkurrenzlos billig.
Naja, Vorsicht, dass du da nicht den Teufel mit dem Beelzebub
austreibst... Beim Zersetzen von NaCl ensteht freies Cl2, das
dürfte deutlich gefährlicher sein (da es sich sofort im Raum
verbreitet), als wenn man gleich das originale Hg benutzen würde.
also ganz ehrlich nehme ich lieber ein Dampfbad überm Quecksilber, als
100g Natrium ins Klo zu werfen....zufällig hab´ich vor ein paar Tagen
wenige Gramm Natrium in Verbindung mit Wasser gesehen...die Kloschüssel
dürfte den Effekt nochmal deutlich verstärken...runterspülen geht auch
nicht, sofern man so schnell dazu käme...ja ok, wenigstens würde es
schnell gehen...
Gegenüber Quecksilber hat Chlor aber immhin den Vorteil, dass der Körper
kleinere Menge relativ leicht wieder ausscheiden kann.
Wenn man gerade ein edle Elektrode nimmt, erhält man auch fast kein
Chlor, sondern ein Metallsalz und am anderen Ende etwas Wasserstoff.
Satt Salzlösung wäre auch eine Säure (z.B. Schwefelsäure) besser
geeigent, wegen besserer Leitfähigkeit. Bei einer Mischung aus
Kupfersulfat und Schwefelsäure und mit Kupferelektroden wird im
wesentlichen Kupfer von einer Elektrode zur anderen transportiert. Ob
die Stromdichte aber ausreicht ist immernoch die Frage.
Natrium müßte man auch erst Heißmachen, damit es flüssig ist, und dann
ist es ähnlich aggressiv wie die Galliumlegierung.
>Beim Zersetzen von NaCl ensteht freies Cl2, das>dürfte deutlich gefährlicher sein (da es sich sofort im Raum>verbreitet), als wenn man gleich das originale Hg benutzen würde.
eher umgedreht.
Chlor ist ein Reizgas und führt schon in geringen Mengen zum Hustenreiz.
Spätestens dann wirst Du die Anlage abschalten. Chlor wird auch nicht im
Körper gespeichert, sodass nicht mit Spätschäden zu rechnen ist. Wäre
es nicht so, dann könnte ich diese Zeilen nicht mehr schreiben.
Hg (als Verbindung oder eingeatmete Dämpfe) wird im Körper gespeichert
und kann zu schwerwiegenden körperlichen Schäden führen. Das
heimtückische ist dabei, dass es durch den rel. hohen Dampfdruck schon
bei Zimmertemperatur verdampft.
MfG
@ Verschneiter Tag (Firma: vorgestern) (hacky)
>Vielleicht etwas weniger exotisch wie Gallium und Indium waere Natrium.>Schmilzt unter 100 Grad und kann in die Toilette entsorgt werden.
jo - 97°C - nicht gerade kalt ...
>:-)
sind wirklich sehr "verschneite" Ansichten
> Chlor ist ein Reizgas und führt schon in geringen Mengen zum Hustenreiz.> Spätestens dann wirst Du die Anlage abschalten.
Eben, deshalb ist es ja eigentlich harmlos. Es stinkt auch in kleinen
Mengen bestialisch und schon deshalb suchen alle rechtzeitig das Weite
bevor was passiert. Wenn du auf einen Chlor-Unfall im Hallenbad o.ä.
ansprichst: Bei dem Versuch würden nur kleine Mengen frei, und auch erst
mit der Zeit. Also genügend Zeit abzuschalten und zu lüften wenn es zu
stinken anfängt.
> Chlor wird auch nicht im> Körper gespeichert, sodass nicht mit Spätschäden zu rechnen ist.
Pluspunkt #2 für eine Salzlösung statt Hg.
#3: Im Gegensatz zu Schwefelsäure (die kein Cl freisetzen würde) ist es
kein Problem wenn man von der Salzlösung mal einen Spritzer abbekommt.
Wenn Chlor wirklich unerwünscht ist: NaSO2?
Randy
Metallisch reines Quecksilber wird zu 99,99999...% vom Körper
wieder metallisch ausgeschieden.
Und der Rest tut nicht viel üples.
Gefährlich sind nur die Dämpfe.
Da sollte man sein Schnüffelstück nicht drüber halten.
Gallium ist da um einiges tückischer.
Das schlägt erst nach Wochen zu...
Mir fällt gerade ein: In Barcelona steht in der Miro-Foundation ein
Quecksilber-Brunnen (=wie ein Brunnen mit Wasser, nur mit Hg.
Selbstverfreilich hinter Glas). Das scheiß Teil war nur gerade kaputt
als ich dort war. Ich wär in das Museum gar nicht rein wenn ich das
gewusst hätte. Hat sich trotzdem gelohnt. Auch wenns zum großen Teil ein
wenig Abstrakt war, das Zeug...
Die meisten Metalle werden von flüssigem Gallium angegriffen, so dass es
nur in Behältern aus Quarz, Glas, Graphit, Aluminiumoxid, Wolfram bis
800 °C und Tantal bis 450 °C aufbewahrt werden kann.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gallium
>Metallisch reines Quecksilber wird zu 99,99999...% vom Körper>wieder metallisch ausgeschieden.
Du sollst ja das Zeug nicht gleich trinken.
Falls ja, dann soll es einen durchschlagenden Erfolg haben.
MfG
Ich habe ein paar 10g Gallium hier rumliegen (reines Gallium), ist echt
ein interessantes Element.
Selbst superharte Flugzeug-Aluminiumplatten werden durch eine winzige
Menge davon nach kurzer Zeit so angegriffen, dass man sie mit dem Finger
zerbröseln kann....
Also nicht mit ins Flugzeug mitnehmen ;-)
Also ich habe mit Galinstan als alternative zu Quecksilber gute
erfahrungen gemacht. Das einzig störende ist das galinstan eine
geringere oberflächenspannung hat als quecksilber. Ich habe auch noch
100g Galinstan welches ich nicht mehr benötige also falls du interesse
hast kannst du mir schreiben. Maurice.roefke@gmx.net
Dr. G. Reed schrieb:> Ich habe ein paar 10g Gallium hier rumliegen (reines Gallium), ist echt> ein interessantes Element.
Ja, das kann man auch gut zum Kalbrieren von Präzisionsthermometern
nehmen. Der Schmelzpunkt ist ein offizieller "Eichpunkt nach ITS-90".
Dr. G. Reed schrieb:> superharte Flugzeug-Aluminiumplatten
Also bitte! Ja?
Superhart und Flugzeug geht mal gar nicht! Der Rumpf (und dafür wird
dieses Alu verwendet) muss sich verformen können damit es nicht reist!
Und im Triebwerk kommen andere Metalle zum Einsatz!
Jörg Wunsch schrieb:> maurice schrieb:>> falls du interesse hast>> Nach 5 Jahren?
Zeit ist relativ!
Christoph Kessler (db1uq) schrieb:> Mein Galistan(?)-Fieberthermometer braucht nur etwa eine halbe Stunde,> um den Endwert zu erreichen.
Das liegt aber bestimmt nicht an der „Brühe“. Habe hier eins, was
genauso gut (oder schlecht, wie man's nimmt) funktioniert wie die
mit Quecksilber gefüllten, die ich aus der Kindheit kenne.