Hallo,
die vorherige Diskussion hat mich auf den Gedanken gebracht den
Leistungsverbrauch einiger Geräte im Standby bzw. Scheinaus zu messen.
Die handelsüblichen Strommeßzähler
http://www.amazon.de/Unitec-Energiekosten-Messger%C3%A4t/dp/B000SLUS30/ref=sr_1_5?ie=UTF8&s=miscellaneous&qid=1263814820&sr=8-5
können allerdings nur bis ca. 5W messen - also nicht wirklich im
Standbybetrieb.
Wie kann ich nun RICHTIG den Standbyverbrauch messen?
"Einfach" den Netzstecker manipulieren, eine Phase auftrennen und ein
Amperemeter dazwischen? Wenn ja, Phase egal? Spannung auch egal, da
diese vorher im Leerlauf gemessen werden kann (direkt an Steckdose?)
Danke,
gruß Lukas
Oder ein eigenenes Adapterkabel bauen.
Im Prinzip ein sehr kurzes Verlängerunsgkabel bei dem eine Phase
zertrennt an zwei Bananenstecker anliegt. Da kann man dann das RMS
anklemmen.
Schonmal danke für die Antworten.
Also ist folgender Weg "zu empfehlen"?
1. Spannung an Steckdose messen
2. Strom zwischen Netzteil und Steckdose messen
3. P= U*I = Verbrauchte Leistung
Ich meine ein "gängiges" Digital-Amperemeter wie eins von Fluke..
RMS heisst doch "Root Mean Square" - was meinst du damit, in Bezug auf
mein Messverfahren?
Lukas schrieb:
> Schonmal danke für die Antworten.>> Also ist folgender Weg "zu empfehlen"?
Nein. Denn:
> 1. Spannung an Steckdose messen> 2. Strom zwischen Netzteil und Steckdose messen> 3. P= U*I = Verbrauchte Leistung
Leider erhälst Du so nur die Schein-Leistung.
Da Du bei Deinem VNB die Wirkleistung bezahlst, ist diese Messung nett.
Hilft Dir aber nicht wirklich weiter.
>>>> Ich meine ein "gängiges" Digital-Amperemeter wie eins von Fluke..> RMS heisst doch "Root Mean Square" - was meinst du damit, in Bezug auf> mein Messverfahren?
Was RMS aussagt, findet google für Dich.
Für Die von Dir gewünschte Messung hilft Dir nur ein im Bereich 0...10W
korrekt anzeigendes Wattmeter.
Gibt es z.B. von Gossen. Oder Du mußt es Dir selber bauen.
Suchwort "analogue wattmeter bzw. wattmeter" z.B. bei National Semi
oder anderen Herstellern in deren Applikationen.
Nettes Selbstbauprojekt. In der Regel steckt da fast immer ein guter
Analogmultiplizierer drin.
Zwei Probleme:
1. Die Stromaufnahme ist nicht zwangsläufig sinusförmig -> TrueRMS
Messung erforderlich (nenn mal die genaue Modellbezeichnung deines
Messgeräts)
2. Du hast so keine Möglichkeit, Wirkleistung und Blindleistung zu
unterscheiden.
Um auch Problem Nr. 2 zu lösen:
Ein eigenes Messgerät bauen, bestehend aus einem Stromwandler und einem
µC mit 2 AD Wandlern. Dann mit einer relativen hohen Frequenz zeitgleich
Strom und Spannung messen und aufintegrieren (bzw. hier: summieren, da
zeitlich diskret).
GastGast schrieb:
> Zwei Probleme:> 1. Die Stromaufnahme ist nicht zwangsläufig sinusförmig -> TrueRMS> Messung erforderlich (nenn mal die genaue Modellbezeichnung deines> Messgeräts)
neine, s.o.
> 2. Du hast so keine Möglichkeit, Wirkleistung und Blindleistung zu> unterscheiden.
guter Einwand, jedoch wollte dies der TE nicht.
>> Um auch Problem Nr. 2 zu lösen:> Ein eigenes Messgerät bauen, bestehend aus einem Stromwandler und einem> µC mit 2 AD Wandlern. Dann mit einer relativen hohen Frequenz zeitgleich> Strom und Spannung messen und aufintegrieren (bzw. hier: summieren, da> zeitlich diskret).
Vor allem: Vor dem Aufsummieren multiplizieren!!
Danke für die Hilfe.
Okay, also ich brauche die Effektivwerte um die Wirkleistung (und nur
auf die kommt es an) zu bestimmen, ist das so richtig?
Also P = Ueff*Ieff = realer Verbrauch, den ich bezahle
Bei meinem Messgerät finde ich leider keine Angabe über TRMS. Aber wenn
ich die Spannung in der Steckdose messe, erhalte ich auch einen Wert um
230V, also den Effektivwert.
Ich benutze folgendes Gerät, eine Angabe zu TRMS finde ich leider nicht.
http://www.pewa.de/DATENBLATT/DBL_BEHA_HEX120_DATENBLATT_DEUTSCH.PDF
Danke! Gruß Lukas
Lukas schrieb:
> Danke für die Hilfe.>
Gern geschehen, nur leider: Du hast es nicht verstanden.
> Okay, also ich brauche die Effektivwerte
Nein.
> um die Wirkleistung (und nur> auf die kommt es an) zu bestimmen, ist das so richtig?
Wenn Du als privater Haushalt die Sache betrachtest: Ja, es kommt nur
auf die Wirkleistung an.
Diese bezahlst Du.
Die Industrie interessiert sich auch für die Scheinleistung, aber da
geht es um Margen "etliche kVA". Du bist da Größenordnugen von entfernt.
>> Also P = Ueff*Ieff = realer Verbrauch,
Nein. S.o.
>
> Bei meinem Messgerät finde ich leider keine Angabe über TRMS. Aber wenn> ich die Spannung in der Steckdose messe, erhalte ich auch einen Wert um> 230V, also den Effektivwert.>> Ich benutze folgendes Gerät, eine Angabe zu TRMS finde ich leider nicht.>> http://www.pewa.de/DATENBLATT/DBL_BEHA_HEX120_DATENBLATT_DEUTSCH.PDF
Wie oben schon deutlich beschrieben von mir: Dein Meßgerät hilft Dir für
diesen Fall nicht weiter. Einfach nochmal lesen.
Also 3 Varianten auf die Schnelle :
- Wattmeter kaufen für 0...10W.
- Wattmeter bauen für diesen Bereich (App-Notes, Analog-multiplizierer).
- Wattmeter bauen (AVR- Lösung beispielsweise: Strom messen und
gleichzeitig Spannung messen, das multiplizieren, und das alle
Millisekunden wiederholen, aufsummieren und das über die Anzahl der
Summenwerte teilen - siehe einen der vielen Beiträge zum Thema wie oben
von uabubbabibu beschrieben.
Lukas schrieb:
> Okay, also ich brauche die Effektivwerte um die Wirkleistung (und nur>> auf die kommt es an) zu bestimmen, ist das so richtig?>>>> Also P = Ueff*Ieff = realer Verbrauch, den ich bezahle
Nein, das ist nicht richtig, da Du eine eventuelle Phasenverschiebung
zwischen Strom und Spannung ignorierst.
Die von Dir genannte Formel stimmt nur für rein ohmsche Verbraucher
(Lastwiderstand, Glühlampe, im wesentlichen noch Heizlüfter etc...)
Für alle anderen Verbraucher wie Dein Handynetzteil, Deinen Fernseher
etc. ermittelst Du auf diesem Weg nicht die Wirkleistung sondern die
Scheinleistung.
vielleicht schaffst du es ja auch, mal für ein paar Minuten alle
anderen Verbraucher auszuschalten.
Dann hast du mit deinem Stromzähler ein brauchbares Meßgerät.
Was hier nicht gezählt wird, wird auch nicht bezahlt.
Lukas schrieb:
> Okay, also ich brauche die Effektivwerte um die Wirkleistung (und nur> auf die kommt es an) zu bestimmen, ist das so richtig?
Wenn du die echte Energieeffizienz berechnen willst, also wissen willst
wie umweltfreundlich dein Gerät wirklich ist - und nicht nur auf die
Stromrechnung schauen willst - dann kannst du durchaus mit der
Scheinleistung rechnen, also Ueff * Ieff. Denn auch die Blindleistung
ist Verlustleistung, die in dem Falle irgendwo auf der
Übertragungsstrecke verbraucht wird.
Klaus Wachtler schrieb:
> vielleicht schaffst du es ja auch, mal für ein paar Minuten alle> anderen Verbraucher auszuschalten.> Dann hast du mit deinem Stromzähler ein brauchbares Meßgerät.> Was hier nicht gezählt wird, wird auch nicht bezahlt.
Dieser Tipp hilft ihm auch nicht.
Beispiel:
Bei (willkürlich geschätzt) 5 W läuft der Zähler nicht an.
Es würde also nix zu bezahlen sein.
Nun schaltet der TE eine 100 W Glühlampe (ebenfalls willkürlich
geschätzt) ZUSÄTZLICH ein.
Der Zähler läuft nun an und würde 105 W (nicht 100 W) summieren.
Bevor hier korinthengekackt Beiträge hinzukommen das normale
Ferrariszähler eh etliche Prozent daneben liegen, etc. und man diese
Abweichung nicht sieht:
Der TE wollte (ursprünglich) eben jene 0...10W Kleinstverbraucher
korrekt vermessen. Da hilft ihm der z.B. 3x10(60)A Zähler der im Haus
verbaut ist nicht. Geanuso wenig wie sein ursprüngliches Meßgerät, das
mehr so a b50W misst.
Klaus Wachtler schrieb:
> Okay, also ich brauche die Effektivwerte um die Wirkleistung (und nur> auf die kommt es an) zu bestimmen, ist das so richtig?
War das auf meinen Post bezogen?
Die Stadtwerke berechnen doch bei Industrieanlagen auch den Blindstrom.
Bei privaten Anschlüssen rechnet man das einfach in den Preis des
Wirkanteils mit ein, da die privaten Haushalte prozentual gesehen
deutlich weniger Blindstrom verbrauchen und daher die getrennte
Erfassung nicht wirtschaftlich wäre.
Sorry falsches Zitat, wollte das hier haben:
Klaus Wachtler schrieb:
> Dann würden dir die Stadtwerke aber ganz fix nicht mehr nur die> Wirkleistung in Rechnung stellen, denke ich.
Klaus Wachtler schrieb:
> Dann würden dir die Stadtwerke aber ganz fix nicht mehr nur die> Wirkleistung in Rechnung stellen, denke ich.
Bei der Industrie (siehe mein Beitrag oben) tun sie dies auch.
Ebenso bei privaten Großverbrauchern.
Lies mal in den Anschlußbedingungen Deines VNB. Da taucht der Passus
auf, das bestimmte Verbraucher beim VNB angemeldet werden müssen.
Also z.b. ein professionelles 12kVA Elektroschweißgerät fiele da
drunter.
Die 24kw 800er Diamant-Steinsäge für den Hobby-Granitwerker auch ,-)
Glücklicherweise sind solche Haushalte seltener anzutreffen .-)))
EDIT:
So wie Gustav das vollkommen richtig bemerkt hat.
Vielen Dank an alle für die Hilfe,
okay jetzt weiß ich schonmal mehr (:
Ich würde lieber ein Wattmeter kaufen als bauen, da ich (wie man
erkennen konnte) noch nicht wirklich mit der Materie vertraut bin, aber
ein Gerät in absehbarer Zeit benötige.
Leider finde ich das nur ein einziges Wattmeter welches für mein
Vorhaben am ehesten geeignet wäre.
http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=444;GROUP=D139;GROUPID=4033;ARTICLE=88135;START=0;SORT=artnr;OFFSET=16;SID=31WmpYw6wQAR8AAFYGlH8913047871105abad8fae52cbe1048587
Es ist ziemlich Preiswert, der Meßbereich fängt bei 0,2W an.
Der Preis macht sich bestimmt in der Genauigkeit der Messwerte
bemerkbar. Kann mir jemand evtl. andere empfehlen?
Danke,
gruß Lukas
Frag doch mal bei der für Dich zuständigen Energieagentur (oder
ähnliches).
Die verleihen oft kostenlos Energiemessgeräte, die auch den
Standby-Verbrauch messen könne. Oder auch mal bei der
Verbraucherzentrale anfragen.
> Hallo,> die vorherige Diskussion hat mich auf den Gedanken gebracht den> Leistungsverbrauch einiger Geräte im Standby bzw. Scheinaus zu messen.> Die handelsüblichen Strommeßzähler
(...)
> können allerdings nur bis ca. 5W messen - also nicht wirklich im> Standbybetrieb.
Dem hier wird ein Messbereich ab 0.2 Watt nachgesagt:
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=88135
Hallo,
wenn ich richtig verstanden habe, dann will der Threadersteller Standby
Leistungen unter 5W messen, die aus dem Spannungsbereich seines
Energiemessgeräts fällt.
Es ist doch sicher möglich mit einem einfachen Verbraucher, wie z.B.
einer 40W Glühbirne parallel zu messen, und dann einfach die 40W (oder
dem Messwert den das Gerät anzeigt, wenn nur die Glübirne an ist) wieder
zu subtrahieren.
Habe das Teil von Reichelt gerade baugleich beim Kaufhof gekauft - für
7.99 (!!!)...allerdings ist die ArtNr da 46903, nicht 46901 wie im Heise
Artikel. Komisch? Zumindest wird auf der Verpackung auch wieder auf die
ct verwiesen...ich werd mir mal nen Real und ne Blindlast schnappen und
es testen.
Klaus.
>Bei (willkürlich geschätzt) 5 W läuft der Zähler nicht an.>Es würde also nix zu bezahlen sein.
kann das jemand bestätigen, macht ja immerhin 44kwh im Jahr
Baue in Deinen Leistungsmesser einen anderen Shunt ein und Du hast den
passenden Meßbereich. Beim Ablesen mußt Du Dir die Kommastelle richtig
hindenken und fertig.
Gustav schrieb:
> Wenn du die echte Energieeffizienz berechnen willst, also wissen willst> wie umweltfreundlich dein Gerät wirklich ist - und nicht nur auf die> Stromrechnung schauen willst - dann kannst du durchaus mit der> Scheinleistung rechnen, also Ueff * Ieff. Denn auch die Blindleistung> ist Verlustleistung, die in dem Falle irgendwo auf der> Übertragungsstrecke verbraucht wird.
Das ist so nicht richtig. Die Blindleistung heisst ja deshalb so, weil
sie nicht wie die Wirkleistung an einem ohmschen Widerstand aus dem
Energiekreis "entweicht". Stattdessen pendelt sie zwischen Kraftwerk und
Verbrauchern hin und her. Dieses Pendeln VERURSACHT weitere Verluste an
Leitungen etc. (auch der Blindstrom muss durch ohmsche Widerstände),
aber die Blindleistung ist nicht GLEICH dieser Verlustleistung.
Stattdessen muss die Blindleistung ebenso wie Wirkleistung im Kraftwerk
"produziert" werden. Wobei man sich vorstellen kann, dass Wirkleistung
geliefert und Blindleistung kompensiert wird. Bei Synchrongeneratoren
stellt man die dazu notwendige Blindleistung über die Polradspannung
ein.
Walter schrieb:
>>Bei (willkürlich geschätzt) 5 W läuft der Zähler nicht an.>>Es würde also nix zu bezahlen sein.>> kann das jemand bestätigen, macht ja immerhin 44kwh im Jahr
Probier es doch selber aus, Zähler hast du ja wohl in Deiner Hütte. --
oder lebst Du in der Pampa und willst uns erzählen dass Du zum Chatten
ins nächste Dorf mit Internetcafe trampst?