Ich möchte den Mikrofoneingang an meinem Notebook als Oszilloskope
verwenden und habe ein paar Fragen.
Gibt es bei Audioanschlüssen bei der maximalen Spannung Norm- oder
Richtwerte? Bei welcher Spannung wird der A/D-Wandler am Mikrofoneingang
voll ausgesteuert und wie hoch ist die Impedanz des Eingang?
Gibt es vielleicht Programme zum herunterladen, die den Eingang zum
Oszilloskope machen? Ist übrigens ein Mono-Eingang und im Realtek HD
Audio-Manager konnte ich bei Standardformat die Werte "16 Bits, 44100 Hz
- 16 Bits, 48000 Hz - 16 Bits, 96000 Hz" finden. Danke für Antworten und
einen schönen Abend noch an alle.
Der Mikrophoneingang ist schon mal komplett ungeeignet, weil er eine
überlagerte Speisespannung für Elektretmikrophone hat, und sehr
empfindlich ist.
Nimm LineIn.
Der hat durchaus eine Spannungsbegrenzung (meist beginnt er ab 2V (4Vpp)
zu begrenzen) aber viel schlimmer: Er ist gleichspannungsmäsig über
einen Kondenstaor abgekoppelt, der langsamere Signaländerungen erst
kleiner macht, dann gar nicht durchlässt.
Die Soundkarte als Oszilloskop eignet sich also nur für einen begrenzten
Frequenzbereich, so 200Hz bis 4000 Hz.
Wenn man aber die Signale, die man messen will, frei wöhlen kann
(Experimentierschaltungen) kann er ausreichen.
http://www.sillanumsoft.com/ (inkl FFT und Frequenzmesser)
http://www.dsp4swls.de/oszi/oszi.htmlhttp://www.baudline.com/what_is_baudline.html
MaWin schrieb:
>> Die Soundkarte als Oszilloskop eignet sich also nur für einen begrenzten> Frequenzbereich, so 200Hz bis 4000 Hz.
Wenn deine Soundkarte nur diesen Frequenzbereich schaffen sollte, dann
tret sie in die Tonne. Das ist ja schlechter als ISDN. Eine
durchschnittliche Soundkarte schafft von um die 20Hz bis 15-20kHz
halbwegs linear, eben den Hörbereich des Menschen.
Andreas
Ach Andreas,
denk mal darüber nach,
warum ein 1Gsps Digital-Oszilloskop mit 100MHz angegeben wird
(zumindest wenn nicht im chinesischen Hinterhof geschummelt wird)
und was das für eine 44100 sps Karte bedeutet.
Wahlweise kannst du auch Rechecksignale an Soundkarte und Oszi in der
Praxis vergleichen.
Wobei gerade Shannon nun natürlich sagt, daß er bis 48kHz schafft.
Also ist das Nyquist-Shannon-Abstattheorem nicht das, auf das es bei
Digitaloszis nicht ankommt, denn man will auch die Kurvenform sehen, und
braucht dazu mindestens die 3. Oberwelle ohne zu starke Dämpfung.
Der begrenzende Faktor bei der Soundkarte ist aber eben nicht die
Samplerate, sondern der Umstand, dass die Karte am Eingang einen
Tiefpass mit ca. 20kHz Grenzfrequenz und hoher Flankensteilheit besitzt.
Die zweite Oberwelle bekommt man mit 96kSamples/s auch noch bei 15kHz so
gerade hin.
Andreas
PS: für die untere Grenzfrequenz hat das alles sowieso keine
Bedeutung, es gibt genug Leute, die mit ihrer Soundkarte die 1. oder 2.
Oberwelle der Schumann-Resonanz bei 15 bzw. 22,5Hz messen.
> es gibt genug Leute, die mit ihrer Soundkarte die 2. oder 3.> Oberwelle der Schumann-Resonanz bei 15 bzw. 22,5Hz messen
Nicht messen, sondern wahrnehmen.
Wie weit das Signal da schon bedämpft ist,
merken die nicht.
MaWin schrieb:
>> es gibt genug Leute, die mit ihrer Soundkarte die 2. oder 3.>> Oberwelle der Schumann-Resonanz bei 15 bzw. 22,5Hz messen
Da hatte ich mich mit 1. Oberwelle / 2. Harmonische vertan, deshalb die
Korrektur oben.
> Nicht messen, sondern wahrnehmen.> Wie weit das Signal da schon bedämpft ist,> merken die nicht.
Wenn man die -3dB von Oszilloskopen als Maßstab nimmt, kommen viele
Soundkarten noch bis 10Hz runter. Gilt aber nicht für alle.
Einigen wir uns darauf, dass Soundkarten vielleicht ein bisschen besser
sind, als ihnen nachgesagt wird, wenn man aber mehr machen will als ein
paar NF-Sinussignalen oder der RS232 bei 9600bps zuzuschauen, sollte man
sich was besseres zulegen? Wobei die Soundkarte innerhalb ihrer Grenzen
den einen oder anderen Vorteil bietet, wie die nahezu unbegrenzte
Speichertiefe, und Möglichkeiten wie eine Echtzeit-FFT-Analyse, die man
sonst sehr viel teurer bezahlen muss.
Andreas
PS: Mit dem Wahrnehmen vs. Messen hast du natürlich recht, das liegt
aber in diesem Fall nicht primär an der Soundkarte, sondern an dem, was
vor dem Eingang davorhängt.
Andreas
Die erste Messung ist mit dem NE 555, die zweite mit einem
Phasenschieber
(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/3/37/Phasenschieber.png) aber
mit 2 RC-Gliedern, anstatt 3, bei unter 20Hz und die dritte das gleiche
nur mit ca. 300Hz.
Ich finde, das Ergebniss kann sich sehen lassen.
Also wenn das obere ein 10kHz Rechtecksignal sein soll,
dann ist die obere Frequenzgrenze der Technik bereits überschritten :-)
Warum bei 20Hz kein Rechteck ?
Also ich wuerde ja empfehlen den USB-Stick von Reichelt so umzubauen
wie ich es letztens hier gezeigt habe. Zum einen kann man dann
Gleichspannung messen, zum anderen ist es VIEL billiger wenn man mal
versehentlich etwas falsches an den Eingang gestoepselt hat.
Olaf
Olaf schrieb:
> wie ich es letztens hier gezeigt habe
Bitte den Link!
Gruß Silvio
PS: Der mic-Eingang meines Laptops geht runter bis ca. 3 Hz und macht
zügig hinter 20kHz zu. Also Spiegelfrequenzen kann man leider nicht gut
verfolgen...
Keine Ahnung was du hier mit Spam bezeichnest, ich sehe keinen.
Jedenfalls halte ich das Ergebnis oben (Unbenannt.png) für absolut
unbrauchbar.
Suche mal nach dem Eintrag von Olaf hier im Forum, mit dieser Lösung
kannst du auch Gleichspannung messen.
MaWin schrieb:> Der Mikrophoneingang ist schon mal komplett ungeeignet, weil er eine> überlagerte Speisespannung für Elektretmikrophone hat, und sehr> empfindlich ist.
Ich habe das bisher immer am Mikrophoneingang meines Laptops gemacht,
und keine Probleme bekommen. (Der Laptop ist jetzt über 7 Jahre alt.)
Ich vermute, dass es nicht ins Gewicht fällt, weil die Speisespannung
einen sehr kleinen Widerstand sieht, während die Messquelle einen sehr
hohen Widerstand sieht. Von der Speisespannung kommt nicht viel am
Messeingang an.
Ich habe vom Prinzip her immer eine Schaltung der Form benutzt wie ich
sie beigefügt habe. Ich habe aber zwei mit unterschiedlichen
Widerständen.
MaWin schrieb:> Nimm LineIn.>
Leider haben die meisten Notebooks nur diese Mic-Buchse als Eingang.
Lediglich der Ausgang ist in Line-Out ausgeführt (und dann auch in
Stereo).
Michael K-punkt schrieb:> Leider haben die meisten Notebooks nur diese Mic-Buchse als Eingang.> Lediglich der Ausgang ist in Line-Out ausgeführt (und dann auch in> Stereo).
Als Mic und nur in Mono. Wenn man mehr machen will muß also ein
USB-Sound-Stöpsel ran. Toller Fortschritt...
mhh schrieb:> Michael K-punkt schrieb:>> Leider haben die meisten Notebooks nur diese Mic-Buchse als Eingang.>> Lediglich der Ausgang ist in Line-Out ausgeführt (und dann auch in>> Stereo).>> Als Mic und nur in Mono. Wenn man mehr machen will muß also ein> USB-Sound-Stöpsel ran. Toller Fortschritt...
Meiner Tochter hab ich ein hp-Notebook gekauft und dann ging der eine
Lautsprecher nicht... Ich war kurz davor, das Dingens in die Garantie zu
schicken, bis ich die Specs noch mal durchgelesen habe und dort
schrieben sie, dass das Dings nur EINEN Mono-Lautsprecher hat, rechts.
Da wird also noch an einem pfifferlichen Notebook-Mini-Lautsprecher
gespart. Irre!
Also erkennbare Tendenz:
Laptop = Grundgerät + externes Netzteil + externe USB Soundkarte +
externe Lautsprecher + USB Festplatte (intern? wozu auch) und wenn man
schon dabei ist: + externer ENTSPIEGELTER Monitor. Mit externer Maus und
Tastatur wirds sowieso besser mit der Bedienung. D.h. der Laptop ist nun
richtig klein, niedlich und eigentlich unnütz.