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Forum: Platinen Lichtlöten - mit Infrarot augenschädigend?


Autor: Tiesto (Gast)
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Hallo zusammen, bin gerade am Planen einer Anlage zum Löten mit Licht. 
Also stärkere Lampe (z.B. Halogen), deren Licht dann mit einer 
hochwertigen Lupe gebündelt werden soll, um damit Platinen löten zu 
können. Möchte dabei auf eine Schweisserbrille o.ä. verzichten, und 
wollte nur den eigentlich wichtigen Infrarotbereich nutzen, also eine 
Filterscheibe zwischenschalten. Nun frage ich mich, ob die Reflexionen 
von der Lötstelle noch schädlich sind, auch wenn man durch den Filter 
vielleicht kaum etwas davon sieht?

Autor: Andi ... (xaos)
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halogenstrahler + lupe kann nicht klappen....
und JA wenn es klappen würde wäre es trotzdem noch extrem schädlich

Autor: F. Reiling (freiling)
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Gerade das ist ja das Gefährliche, siehe IR-Laser, dabei siehst du 
keinen Laserstrahl, und wenn du reinschaust, siehst du gar nix mehr...
Solche Experimente können leicht ins Auge gehn, im wahrsten Sinne des 
Wortes.
Nimm lieber einen Handlötkolben, ist wesentlich sicherer wenn du ihn 
nicht gerade ins Auge steckst.
mfg

Autor: Uwe N. (ex-aetzer)
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Naja, ich weiß nicht so recht. IR-Löten halte ich für suboptimal. Auf 
der einen Seite das Problem der potentiellen Augenschädigung, auf der 
anderen stelle ich mit das Licht-Löten ziemlich fummelig vor was das 
Lötprofil betrifft. Schwarze Bauteile (z.B. IC's) nehmen die Wärme gut 
auf, helle Bauteile (manche Optokoppler z.B.) eher schlechter. D.h. eine 
gleichmäßige Durchwärmung der gesamten Platine wird schwierig.

Das könnte ein Grund sein, warum man in der Praxis IR-Löten eher 
seltener antrifft.

Gruss Uwe

Autor: Max M. (xxl)
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@Tiesto

Willst du das als Bastelei privat bauen oder gewerblich
um damit Geld zu verdienen?
Auch wenn das ganze sich sehr faszinierend anhört sollte
man vielleicht sich erstmal überlegen welchen Nutzen das
ganze haben soll? Aufgrund deiner Ausführung würde ich
mal behaupten das es da Systeme gibt die brauchbar und
ausgereift sind. Warum also was neues in dieser Richtung
entwickeln?

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Tiesto schrieb:
> Hallo zusammen, bin gerade am Planen einer Anlage zum Löten mit Licht.
> Also stärkere Lampe (z.B. Halogen), deren Licht dann mit einer
> hochwertigen Lupe gebündelt werden soll, um damit Platinen löten zu
> können. Möchte dabei auf eine Schweisserbrille o.ä. verzichten, und
> wollte nur den eigentlich wichtigen Infrarotbereich nutzen, also eine
> Filterscheibe zwischenschalten. Nun frage ich mich, ob die Reflexionen
> von der Lötstelle noch schädlich sind, auch wenn man durch den Filter
> vielleicht kaum etwas davon sieht?

Da Du vermutlich nicht 24/7 Dauerbetrieb Deiner Lötanlage hast: Warum 
schütz Du nicht schlicht exakt das worauf es Dir ankommt (Deine Augen)?

Jede gute Sonnenbrille ist für spezifische Lichtschwächung im IR 
spezifiziert. Gibt es ab 12 euro. UV wird "nebenbei" mit abgeschwächt, 
ist aber hier nicht das primäre Thema.

Autor: Tiesto (Gast)
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Besten Dank für die konstruktiven Hinweise! Also bräuchte man doch einen 
Augenschutz...na ja, spätestens ab da wäre es kein komfortables Löten 
mehr. Das mit dem stärkeren Erwärmen schwarzer Bauteile war mir schon 
klar. Wollte daher eine so hoch vergütete Optik nehmen, daß der 
Lichtpunkt so klein ist, daß er nur auf die Lötstelle fällt (wäre eh 
nicht für kleinste SMD gedacht gewesen). Die Lichtquelle müsste also 
ohne Reflektor auskommen, d.h, man hätte im Idealfall höchstens 50% der 
zugeführten Leistung an der Lötstelle, in der Tat natürlich nur 
vielleicht 20%. Selbst das könnte aber locker reichen, wenn man eine 
entsprechend starke Quelle wählt. Auch die Effizienz wäre vermutlich 
nicht viel schlechter, als wenn der 30W Lötkolben längere Zeit 
eingeschaltet im Halter liegt...
Das Vorhaben war eher meinem Basteldrang entsprungen, bzw. wäre ein 
interessantes Projekt. Ist mir immer wieder so eingefallen, wenn ich die 
nächste Lötspitze draufziehen musste...aber das ist mir dann doch 
lieber, als drei Punkte aufm Arm...nochmals danke daß es ausschließlich 
nützliche Beiträge gab!

Autor: Tiesto (Gast)
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Andrew, das wäre aber wie beim Schweißen...mit Brille sieht man nicht, 
was man macht, solange das Licht nicht an ist. Und ohne Brille ist man 
blind, sobald das Licht an ist. Wollte auch keinen Automatikhelm beim 
Löten tragen...;-)
Hätte mir das eher mit nem Pilotlicht gedacht, so daß man sowohl 
fokussieren, als auch ausrichten kann. Dann nur noch z.B. mit Fußtaster 
"klick" gemacht, und fertig...

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Tiesto schrieb:
> Andrew, das wäre aber wie beim Schweißen...mit Brille sieht man nicht,

Nein, es wäre anders. Deswegen schreibe ich Sonnenbrille.
Schweißerbrille ist definitv was anderes.
Erzähl mir nicht das Du mit einer Sonnenbrille und normaler 
Raumbeleuchtung "blind" bist.


> was man macht, solange das Licht nicht an ist. Und ohne Brille ist man
> blind, sobald das Licht an ist. Wollte auch keinen Automatikhelm beim
> Löten tragen...;-)
> Hätte mir das eher mit nem Pilotlicht gedacht, so daß man sowohl
> fokussieren, als auch ausrichten kann. Dann nur noch z.B. mit Fußtaster
> "klick" gemacht, und fertig...

Ich denke Du zäumst da das Pferd vom falschen Ende auf und schießt mit 
Kanonen auf sprichwörtliche Spatzen. Es genügt, da mit weniger Aufwand 
zu arbeiten. Das, was Du beschreibst, ist Overkill.

Autor: Tiesto (Gast)
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na Augenblick mal, man bräuchte z.B. eine Lampe mit z.B. 1000W. Davon 
bündelt man einen guten Teil auf einen winzigen Fleck, der auch noch 
metallisch glänzend ist. Da reicht in keinster Weise ne Sonnenbrille, 
das ist sicher! Wollte das zwar umgehen, indem man nur den Wärmeanteil 
des Lichts nutzt...aber das ist ja inzwischen passé.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Tiesto schrieb:
> na Augenblick mal, man bräuchte z.B. eine Lampe mit z.B. 1000W. Davon
> bündelt man einen guten Teil auf einen winzigen Fleck, der auch noch
> metallisch glänzend ist. Da reicht in keinster Weise ne Sonnenbrille,
> das ist sicher!

Ja, nee, iss klar: Reicht in keinster Weise.

Es ist wohl zwecklos jemanden wie dich  zu überzeugen, der nicht 
überzeugt werden möchte.

Von den 999W Wärmeleistung kommt ein Bruchteil reflektiert in dne Raum. 
Wenn's anders wäre, ist Deine Aufbau falsch konzipiert -- die 
Wellenlänge muß soweit als möglich im Objekt absorbiert werden, sonst 
hast du da auch  zu wenig Heizleistung.

Der Anteil der reflektiert wird wird nicht punktförmig sondern in den 
180Grad Halbraum gestreut.

Folglich kommt nur ein Bruchteil des Infrarot zur Frontseite der Brille.

Diese sollte im IR gut schirmen (s.o.) -- also nicht das 1 euro Modell 
vom TopEuroDiscount kaufen.


> Wollte das zwar umgehen, indem man nur den Wärmeanteil
> des Lichts nutzt...aber das ist ja inzwischen passé.

Begraben wir es.

Autor: Tiesto (Gast)
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Ja das wäre ne theoretische Möglichkeit. Nur mit IR löten, und dazu ne 
Brille tragen, die wiederum genau nur diesen Anteil des Lichts aufhält. 
Da geb´ich Dir Recht. Aber das 180° Streuen des Lichts, das ist schlicht 
falsch. Man richtet dann echt z.B. 300W auf eine winzige flüssige 
Metallfläche, die den Löwenanteil davon zurückwirft. Bei jeder dritten 
Lötung kriegt man da die volle Dröhnung ab. Und bei IR wärs in der Tat 
doppelt gefährlich, weil mans nicht mal mitbekommt. Mit IR-Brille - OK!

Autor: Gast XIV (Gast)
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>na Augenblick mal, man bräuchte z.B. eine Lampe mit z.B. 1000W. Davon
>bündelt man einen guten Teil auf einen winzigen Fleck,

Also die Gesetze der Optik die ich mal gelernt habe sagten das man Licht 
(Ausnahme Laser) max. bis zur Größe der Lichtquelle bündeln kann. Der 
sog. "Brennpunkt" zeigt in real ein Bild der Lampe.

Hat sich da was geändert?

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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Hallo,

das grundsätzliche Problem bei Infrarot ist immer das gleiche: man hat 
praktisch keine Kontrolle über die erreichte Temperatur, egal ob ganze 
Leiterplatten, Lötstellen oder sonstwas. Bei einem Lötkolben weiss ich 
definitiv, dass die Lötstelle nicht heisser werden kann als der Kolben, 
bei einem Umluftofen ist es ähnlich, aber bei Infrarot hängt die 
Wärmeaufnahme von vielen Paramatern ab, besonders stark von der 
Oberfläche (und spiegelndes geschmolzenes Lot ist da ultraschlecht). Im 
Prinzip erreicht die Temperatur nach einiger Zeit die 1000 Grad oder 
mehr der Strahlungsquelle (Hi Gast XIV: für die Temperatur gilt was 
Ähnliches).

Ich hatte einen Kunden, der wollte bedruckte T_Shirts damit trocknen, 
aber es war kaum zu schaffen, die Anlage je nach Hemdenfarbe korrekt 
einzustellen. Bei einem Fehler machte es Puff und die Hemden waren weg.

Gruss Reinhard

Autor: Tiesto (Gast)
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man sieht natürlich im Brennpunkt den Aufbau des Glühfadens wieder. Ob 
der minimal die Größe des Originals haben kann, wage ich mal zu 
bezweifeln. Dann hätten zumindest alle, die das Licht der Sonne bündeln 
wollten, ein ganz "kleines" Problem.
Denke viel eher, daß die Güte der Optik das entscheidet, und hier wollte 
ich dann auf Zeiss zurückgreifen. Einzelne Linsen bekommt man manchmal 
ganz preiswert. Aber selbst wenn das mit der Größe so wäre, dann hätte 
man ja zumindest schon mal in etwa die Temperatur der Glühwendel zur 
Verfügung, natürlich abzüglich der Reflexionsverluste, sowie der 
sonstigen Wärmeableitung. Könnte natürlich leicht auch viel zu wenig 
Wärme bedeuten.
Der Verlust durch die Reflexion sollte aber annähernd gleich bleiben. 
Der Lichtstrahl soll ja wenn alles so läuft wie geplant ausschließlich 
Metalle treffen. Wenn das Lot flüssig ist, würde die Temperatur sogar 
zurückgehen, zumindest theoretisch optimal...
Na ja, werde mal mit einfachen Mitteln etwas experimentieren. Sollte 
damit irgendwas machbar erscheinen, kann man das Ganze ja dann etwas 
professioneller auslegen. Vielen Dank für alle Tips!

Autor: Kevin K. (nemon) Benutzerseite
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ist denn deine Lupe überhaupt für IR durchlässig?

Autor: Gast XIV (Gast)
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> ist denn deine Lupe überhaupt für IR durchlässig?

Kommt auf die Lupe an.

Zum Preis einer kleinen Heißluft Lötstation wirst du sicher eine Lupe 
aus Quarzglas  bekommen. Oder du machst es mit einem Brennglas in der 
Sonne.

Ist voll Öko und geht auch im sichtbaren Spektrum.

Autor: Master Snowman (snowman)
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ich verbrenne mir lieber einmal die finger als ich mir einmal mein 
augenlicht ausknipse ..in anbetracht, dass ich mir schon ein paar mal 
die finger am lötkolben verbrannt habe, wäre die wahrscheinlichkeit auch 
gross, mal unachtsam mir das augenlicht auszuknipsen - vielleicht geht 
es dir ähnlich: überlege es dir nochmals!

Autor: Gast XIV (Gast)
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> Dann hätten zumindest alle, die das Licht der Sonne bündeln
> wollten, ein ganz "kleines" Problem.

Hast du mal als Junge mit Brennglas und Papier rumgekokelt?

Da kannst du die Sonnenflecken wunderbar drauf sehen, mehr geht auch da 
nicht.

Formal hast du aber recht, die Aussage "nicht kleiner als die Lampe" ist 
so nicht richtig.

Autor: Gast XIV (Gast)
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>ich verbrenne mir lieber einmal die finger als ich mir einmal mein
>augenlicht ausknipse

Ich vermeide beides ;-).

Aber das muss jeder selber wissen. Wer aber schon eine Sonnenbrille (die 
ja UV-A und UV-B Filter zum Schutz des Augenlichts hat) zum Schutz vor 
IR-Strahlung nutzen will, sollte sich das vielleicht zweimal überlegen.

Autor: Thomas B. (yahp) Benutzerseite
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Lötzinn hat schon im festen Zustand eine lästig niedrigen 
Absorptionsgrad von 5..10% (im nahen IR). Das wird flüssig auch nicht 
besser. Wenn also gezielt auf die Lötstelle geleuchtet werden soll (was 
mit ner Lampe und einer "guten" Lupe auch nicht ganz funktionieren wird) 
kannst du schon mal von erheblichen Reflektionsverlusten ausgehen.

Mit >10 Watt IR-Laser kann man schon ganz brauchbar arbeiten, nur so als 
Richtwert. Aber ob es der Aufwand wert ist, unbedingt mit Licht zu 
löten, sollte man kritisch hinterfragen.

Autor: Tiesto (Gast)
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na die 10W beim Laser wären ja schon mal ein Anhaltswert. Mehr wird eine 
normale Lötstelle ohne Massefläche bzw. stärkerer Wärmeableitung auch 
nicht wirklich brauchen. Der Verlustfaktor durch die Spiegelung am 
Metall ist hingegen klar, daher wird man wohl doch etliche -zig bis 
hunderte Watt Lichtstärke bzw. Wärmezufuhr brauchen, damit trotz 
Verlusten noch genügend übrig bleibt.

Eine Sonnenbrille soll es ja auch nicht werden! Eher wie eine Art 
Laserbrille, also unterhalb von Rot soll das Teil plötzlich nahezu 100% 
blocken.

Sonnenflecken sichtbar beim Kokeln mitm Brennglas?? Also es ist noch 
hundert mal unwahrscheinlicher, in diesem Brennpunkt Sonnenflecken zu 
erkennen, als wenn man direkt zur Sonne schaut! Aber es ist wohl 
richtig, man hat danach sicher Sonnenflecken auf der Netzhaut ;-) OK, 
geht vielleicht mit Schweißhelm, und dann außerhalb des 
Brennpunkts...dann schon eher.

Habe erste Tests gemacht. Die Lupe muss offenbar eine sehr kurze 
Brennweite haben, sonst muss man mit der Lampe zu weit weg, und bekommt 
noch weniger Energie eingefangen. Übliche Gerätschaften haben daher wohl 
auch den Reflektor, aber genau der verdirbt den sehr sauberen 
Brennpunkt. Und es liegt mir ja wie gesagt fern, die Bauteile gleich mit 
anzustrahlen. Habe erstmal nur irgendwelche herumliegenden Billiglupen 
benutzt, teilweise wird der Brennpunkt schon ziemlich klein, aber lange 
nicht ausreichend. Allerdings stimmt die Brennweite auch noch gar nicht, 
und damit die Leistung. Sprich: man kann die Lampe gar nicht direkt 
hinter die Lupe halten, sondern muss relativ weit weg. Evtl. wird sogar 
ein mehrstufiges Linsensystem nötig? Idealerweise wäre die Optik relativ 
hoch über der Arbeitsfläche angebracht. Durch die Höhe der Platine 
könnte man dann exakt fokussieren. Ist natürlich bisher alles nur 
ideell, aber jeder Bastler hat sich sicher schon Werkzeuge u.ä. gebaut, 
die für seine Zwecke weit besser waren, als industrielle 
Standardware...also mir geht es jedenfalls so.

Autor: Läubi .. (laeubi) Benutzerseite
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Tiesto schrieb:
> Evtl. wird sogar
> ein mehrstufiges Linsensystem nötig? Idealerweise wäre die Optik relativ
Du könntest mit einem Kondensor nutzen, so ist das Licht nicht mehr 
soweit "gestreut" bevor es auf deine Linse trifft.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensor

Autor: Tiesto (Gast)
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ja genau, danke für den fachlichen korrekten Begriff! Auch hier wird ja 
primär erstmal eine extrem starke Linse verwendet, die die gestreuten 
Strahlen der Lampe zunächst gerade macht. Dann theoretisch nochmal eine 
Linse je nach gewünschter Brennweite, und dann sollte es das gewesen 
sein. Eigentlich müsste das Ganze auch von nur einer Linse machbar sein, 
aber die müsste eine Brennweite haben, die vermutlich noch innerhalb des 
Glases liegt. Also doch zwei Linsen, damit experimentiere ich bereits. 
Haben aber bisher alle viel zu hohe Brennweiten, man bekommt damit durch 
den nötigen Abstand zur Lampe nur lächerliche Leistungen 
eingefangen...der Brennpunt ist dabei allerdings schon hervorragend 
(deutlich unterhalb 1mm Durchmesser). Als Lampe ist mir bisher die Osram 
64576 aufgefallen, ein Stiftbrenner mit 1000W, und vielleicht 15x15mm 
reiner Leuchtfläche...mit dem Teil kann man zur Not sicher auch ohne 
Optik löten...bei SMD bräuchte man praktisch nur die Lötpastenschablone 
zwischenhalten...;-)

Autor: Gast XIV (Gast)
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>Sonnenflecken sichtbar beim Kokeln mitm Brennglas??
Ich schwöre das man Sie sehen kann, allerdings nicht ohne Sonnenbrille.

>der Brennpunt ist dabei allerdings schon hervorragend
>(deutlich unterhalb 1mm Durchmesser). Als Lampe ist mir bisher die Osram

Tja, so kann man sich irren. Wäre nicht ein Spiegel trotzdem sinnvoller 
statt die IRStrahlung durch die Linsen zu jagen?

Wenn der sog. Transmissionsgrad bei Glas 100% beträgt (mal angenommen, 
keine Ahnung ob es stimmt) , ist dann überhaupt ein Beugungseffekt im 
Infrarot gegeben und wenn ja wie sieht es dann mit der Brennweite aus?

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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Gast XIV schrieb:
> Wenn der sog. Transmissionsgrad bei Glas 100% beträgt (mal angenommen,
> keine Ahnung ob es stimmt) , ist dann überhaupt ein Beugungseffekt im
> Infrarot gegeben und wenn ja wie sieht es dann mit der Brennweite aus?

Physikalischer Irrtum: Beugung und Absorption haben nichts miteinander 
zu tun, wie man an den in der Optik üblichen glasklaren Linsen sieht.

Gruss Reinhard

Autor: Tiesto (Gast)
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Tja, mit einem Spiegel arbeiten die üblichen Lichtlötgeräte ja auch, 
praktisch nur die rückseits abgestrahlte Energie der Lampe wird genutzt, 
der vordere Anteil wird über die Platine verteilt...dieses Prinzip hat 
daher nur einige Prozente mehr Lichtausbeute, als ein System mit Linse. 
Bin mir aber ziemlich sicher, daß die Qualität des Brennpunktes so 
bedeutend schlechter ist, als beim Linsensystem. Hängt natürlich auch 
von der Auslegung ab, aber übliche Lötgeräte haben hier ohne weiteres 
3mm Durchmesser, damit kann man also kein einzelnes Pad treffen, sondern 
erhitzt das Bauteil oder andere Bereiche gleich mit, und das stärker als 
die Lötstelle...
Die Brennweite der Linse wird sich kaum zwischen sichtbarem Licht und 
Infrarot ändern, weil beide Spektren direkt aneinanderliegen. Wenn es so 
wäre - auch kein Problem, dann müsste man den Punkt der Wärmebündelung 
halt blind suchen.

Die Sonnenflecken sind mit Sonnenbrille und außerhalb des Brennpunktes 
schon denkbar. Im Brennpunkt aber nicht, der ist selbst bei ner 
schlechten Lupe so hell und klein, daß man mit ner Schweißerbrille noch 
nichts sehen würde, außer halt einen superhellen Punkt. Ist mir aber 
noch nie aufgefallen, und genug Lupen aus dem Projektor hab ich wahrlich 
mitgenommen...

Autor: Tiesto (Gast)
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....so, jetzt ist das Projekt wohl endgültig gestorben...habe soeben 
festgestellt, daß zumindest alle Billiglupen die ich bisher irgendwo 
rausgekramt habe, geschätzte 50-80% der Wärmestrahlung gar nicht erst 
durchlassen, Brechungswinkel hin oder her. Schei..benkleister! 
offensichtlich lässt Glas einfach kaum IR hindurch? Kann natürlich an 
der mangelnden Qualität der Linsen liegen, aber von hohen Verlusten muss 
man wohl generell ausgehen...Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum 
professionelle Anlagen mit Reflektoren arbeiten?

Autor: Gast XIV (Gast)
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>Physikalischer Irrtum: Beugung und Absorption haben nichts miteinander
>zu tun, wie man an den in der Optik üblichen glasklaren Linsen sieht.

Das ist schon klar, aber von mir schlecht geschrieben.

Wenn ich mich nicht irre ist der Brechungsindex von der Wellenlänge 
abhängig, der Brennpunkt im Infraroten also nicht identisch mit dem im 
sichttbaren Spektrum.

Autor: Igor (Gast)
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Löten mir Licht funktioniert schon, aber billig nur bei direkter 
Einstrahlung.

Autor: Tiesto (Gast)
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nee, ist noch schlimmer, es kommt grundsätzlich kaum Wärme durch...also 
völlig unabhängig vom eventuell abweichenden Brennpunkt, direkt hinter 
der Lupe ist einfach Schluss mit Wärme..wenn man sich vorher an der 
selben Stelle noch die Pfote verbrannt hat, dann ist danach nur noch 
lauwarm.

So bräuchte man ja eine monströse Lichtquelle (höchstens halbe Energie 
nutzbar, dazu durch die Linse deutlich mehr als 50% Verlust, und von dem 
lächerlichen Rest an Wärme dann noch auf die spiegelnde 
Lötstelle)...also da zumindest die Lupe eine ziemlich teure Investition 
wäre, werd ich das Ganze wohl eher nicht wagen. Es sei denn, man bekommt 
eine solch dicke Kondensorlinse, die IR-durchlässig ist.

Autor: Gast XIV (Gast)
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Tiesto schrieb:
>ist noch schlimmer, es kommt grundsätzlich kaum Wärme durch..

Damm ist ein Hohlspiegel wohl doch die bessere Wahl.

Autor: Tiesto (Gast)
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den Spiegel muss man aber auch erstmal passend irgendwo auftreiben...und 
vermutlich wäre der Brennpunkt nicht besser hinzubekommen als beim 
industriellen Gerät. Ca. 3mm Lötdurchmesser sind aber wirklich 
inakzeptabel. Denn ganze Bauteile weit über 200° erhitzen wie beim 
Reflowlöten u.ä. käme für mich nur mangels besserer Technik in Frage.
Na ja, hätte da vielleicht noch ne Idee...nen PAR64 Spot kurz unter die 
Decke montiert. Sein Strahl trifft senkrecht auf eine sehr große, 
hochwertige Lupe (Ebay), darunter höhenverstellbar liegend die Platine. 
Dabei würden zumindest erstmal geschätzte 800W des Strahlers tatsächlich 
bis zur Lupe kommen...wenn die z.B. 200W durchlässt, wäre die Leistung 
am Brennpunkt noch sehr gut. Wäre aber ein teures Projekt ohne 
garantierten Erfolg...muss ich mir nochmal überlegen.

Autor: Sebastian (Gast)
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Man kann in speziellen Einzelfällen schon mit Infrarot löten. Siehe dazu 
z.B. dieses chinesische Gerät:
http://www.aoyue.de/en/Aoyue_710_focused_infrared_...

Man beachte allerdings, daß die in einem Hohlspiegel moniterte 
Halogenlampe offensichtlich allein nicht ausreicht - das Gerät benutzt 
Vorheizung der Leiterplatte von unten, wahrscheinlich auch um thermische 
Spannungen zu verringern.
Generell ist diese Technik nicht zum punktförmigen Löten vorgesehen, es 
geht eher um die Erhitzung kompletter Bauteile, also den gleichen 
Anwendungsbereich wie bei der Heißluft.

Und offensichtlich ist ein Augenschutz sinnvoll, was das im Bild gut 
erkennbare Schutzglas bei dieser etwas größeren Anlage desselben 
Herstellers zeigt: 
http://www.alibaba.com/product-gs/206953740/AOYUE_...

Autor: Tiesto (Gast)
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ja, genau solche Geräte gibt es. Man heizt gerade dunkle Bauteile viel 
stärker auf, als die Lötstellen. Kann eigentlich nur noch schlimmer sein 
als Heißluft, weil man die Temperatur am Bauteil nicht im entferntesten 
kennt. Genau das wollte ich ja verhindern, und praktisch immer unterhalb 
der üblichen maximalen Sperrschichttemperatur von 150 oder 175° bleiben. 
Beim normalen Löten geht das ja auch deutlichst darunter, und - egal 
welche gute Ausfallstatistik es vielleicht gibt - käme alles was das 
Bauteil weiter erwärmt einfach nicht in Frage. Hatte es sogar schon mal 
mit Mikroflammlöten probiert (sehr interessant!), aber das ist für 
Platinen doch eher ungeeignet.
Werde noch etwas mit dem Licht experimentieren, falls sich doch noch 
eine Lösung abzeichnet, wird es hier natürlich veröffentlicht.
Vielen Dank für alle freundlichen Hinweise!

Autor: Gast XIV (Gast)
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Tiesto schrieb:
> den Spiegel muss man aber auch erstmal passend irgendwo auftreiben

Selbst verspiegeln soll gar nicht so schwer sein, eine polierte 
Aluplatte reicht für erste Versuche vermutlich auch aus.

Evtl findet sich ja ein alter Autoscheinwerfer als Parabolspiegelersatz.

Zum testen könnte es reichen.

Autor: Gast XIV (Gast)
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oder noch eine Idee, ein Infrarotlaser in Stiftform (ähnlich 
Laserpointer)

Da brauchst du dann aber wirklich guten Augenschutz

Autor: Heini (Gast)
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Tiesto (Gast) meinte:

>....so, jetzt ist das Projekt wohl endgültig gestorben...habe soeben
>festgestellt, daß zumindest alle Billiglupen die ich bisher irgendwo
>rausgekramt habe, geschätzte 50-80% der Wärmestrahlung gar nicht erst
>durchlassen, Brechungswinkel hin oder her. Schei..benkleister!
>offensichtlich lässt Glas einfach kaum IR hindurch?

Nö!
Falls Du, wie die meisten anderen Jungs, früher mit Deinem "Brennglas" 
gekokelt hast, ist Dir womöglich entgangen, dass Du alles Mögliche in 
Brand setzen konntest, ohne dass sich die Lupe nennenswert erwärmt 
hätte.

20 - 50 % Absorbtion köönen also nicht sein!

Zur Vermeidung von Blendung köönte es sinnvoll sein, den Strahler so 
weit zu dimmen, dass er kaum sichtbares Licht, dafür aber mehr Wärme 
abgibt. Wie gesund das ist, weiss ich aber nicht.

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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Hallo,

soweit ich mich erinnern kann, ist die Absorption kein Problem, wenn man 
Linsen aus Germanium verwendet. Also wenn schon was exotisches gebastelt 
werden soll, dann auch richtig.

Vielleicht könnte man alte Ge-Transistoren einschmelzen...

Viel Spass Reinhard

Autor: Tiesto (Gast)
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natürlich kann man mit ner Lupe im Sonnenlicht einiges anzünden. Aber 
zur Erwärmung einer blanken Lötstelle wäre das sicher noch nicht 
ausreichend. Auch geht das mit dem Entzünden nur auf schwarzen Stellen, 
bzw. wenn ein Blatt Papier so nach und nach von allein schwarz 
wird...das ist hier aber nicht so gegeben, und die Stärke der Sonne muss 
man auch erstmal erreichen.
Daß die Lupe keine 50% Wärme durchlässt, ist ganz leicht zu testen. 
Halogenspot, die Hand daneben gehalten...nach einer Sekunde verbrennt 
man sich die Pfote, schiebt man die Lupe dazwischen, kann man 
stundenlang so bleiben...das sind mehr als 50%, da braucht man kein 
Fachmann zu sein. Kann natürlich mit dem Glas der Lupe zusammenhängen, 
aber habe das halt mit allem gemacht, was grad so herumlag...ich denke, 
es ist nicht der Brechnungswinkel, sondern einfach die Glasstärke. 
Hinter Glas ist der IR-Anteil einfach deutlich geringer. Glaube, sowas 
sogar schon mal irgendwo gelesen zu haben, daher nämlich auch immer die 
Warnung vorm Sonnenbrand im Auto, obwohl der Arm relativ kalt 
bleibt...genau das ist hier das Problem.
Eine Lupe in die Sonne gelegt? Die wird schweinewarm! Auf jeden Fall 
wärmer als eine weiße Fläche.

Linsen aus Germanium? Wollte eigentlich ein sehr großes Exemplar nehmen, 
da wäre sicher zeitlebens Ebbe im Geldbeutel!

Werde mich mal kundig machen, ob namhafte Optik-Hersteller auch Linsen 
mit erhöhter IR-Durchlässigkeit anbieten.

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