Toastbrote zählen

Gast #1601077
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Hallo,

fertig ist das erste Sinnlos-Projekt des Jahres. Ein kleines Gerät dass 
neben dem Toaster steht und jeden Toastvorgang mit zwei Schritten auf 
einem mechanischen Impulszähler quittiert. Ausgangspunkt war zum einen 
ein
kleiner Impulszähler von Pollin, zum anderen ein Exponat im Museum für 
Moderne Kunst in Barcelona, einer Hommage an den Hamilton Toaster. Wie
viele Toasts er in den 25 Betriebsjahren getoastet hat, wie hoch die 
Toasts wären wenn man alle aufeinander stapeln würde, wie viele Menschen 
davon satt werden würden wenn alle gleichzeitig fertig geworden wären, 
etc. pp. (...woher kennt der Künstler die Zahl der Toasts? Die ist doch 
garantiert nur geschätzt... Das können wir aber besser...)

Der Controller schläft die meiste Zeit. Alle drei Sekunden wacht er auf, 
aktiviert den Operationsverstärker und zählt eine viertel Sekunde lang 
die Komparatorereignisse. Wenn das Magnetfeld an der Spule stark genug 
ist steuert es den OP weit genug aus damit die Komparatorschwelle bei 
1,1V erreicht wird. Die Spule ist ein 10uH-Modell mit einem stabförmigen 
Ferritkern so dass sie gut auf externe Magnetfelder reagiert.
Nach einem Zählereignis (2x, sind ja zwei Toasts) gibt es 30s Totzeit in 
der der Zähler nicht reagiert, auch wenn der Toaster aus- und wieder 
eingeschaltet wird. Damit keine Toast-Fehlstarts doppelt gezählt werden.
Der Controller läuft mit 128kHz, im Idle Mode braucht er bei dem Takt 
16uA. Der OP zieht 100uA ist aber nur ca. 1/10 der Zeit an. Der 
durchschnittliche Standy-By-Verbrauch ist also ca. 25uA, damit sollte 
der Akku eine Weile reichen. Die zwei Zellen sind aus einem alten 
Laptop-Akku. Wenn die Spannung unter 3,6V sinkt wird die Pause zwischen 
den beiden Zählschritten auf 1,5s erhöht um anzuzeigen dass man mal 
nachladen sollte. Unter 3,2V zählt der uC gar nicht mehr sondern 
überprüft nur alle 30s die Akkuspannung.
Der Verstärker mit dem OP ist im wesentlichen ein 
Transimpdanzverstärker, nur dass ich die DC-Verärkung mit einem 
Widerstand (R2) absenken musste weil die Offsetsspannung sonst gereicht 
hätte den Ausgang in die Sättigung zu treiben. Der Kondensator (C3) 
sorgt für eine höhere Verstärkung bei 50Hz. Der OP hat seinen 
Arbeitspunkt direkt an GND, kann also nur in eine Richtung aussteuern. 
Mein Exemplar hatte eine leicht negative Offsetspannung so dass der 
Ausgang sich im Ruhezustand im negativen befunden hätte. Deshalb wird 
über die Offsetkorrektur mit R7 der Ausgang in den positiven Bereich 
verschoben, auf ein paar hundert Milivolt. Ob
diese quick&dirty Arbeitspunkteinstellung langzeitstabil ist wird sich 
im Betrieb zeigen.

Viel Spass.
Gast #1602054
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>> achteckiges rotes Schild
> Echt? Wusste ich gar nicht, das es sowas gibt. Bei meinem Toaster kann
> ich auch nur eine Scheibe toasten.

Kommt noch. Ich starte gerade eine Spendenaktion damit ich mir das 
entsprechende Gesetz leisten kann. Ich kenn jemanden im lokalen 
FDP-Ortsverband, da gibts 20% Rabatt. Einzelne Toasts gibts dann nicht 
mehr, und auch kein Brötchen aufbacken, das kann mein Zähler nämlich 
auch nicht erfassen. Die GEZ übernimmt die Kontrollen, die überprüfen 
dann neben Fernsehern und Radios die Wohnung auch auf die Aufkleber auf 
den Toastern. Das wird im Bundestag auf die Tagesordnung vom Freitag den 
24.12. als letzter Punkt gesetzt und von den beiden letzten anwesenden 
MdBs durchgewunken. Sollte das nicht klappen weil ein paar MdB von der 
Opposition die Tagesordnung tatsächlich lesen gibts noch einen Plan B, 
dann wird das über den Landwirtschafts-Ausschuss der EU per 
EU-Richtlinie eingespeist. Hat bei der Vorratsdatenspeicherung ja auch 
funktioniert.

Viel Spass noch...
Gast #1607327
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> kannst Du noch mal erläutern, wie Du die Spannung mißt.
> Ist mir nicht so ganz klar wie das mit MUX0 funktioniert

Du meinst wie die Batterie-Spg (=Betriebsspannung) gemessen wird?
Den Trick hab ich hier aus dem Forum: Der Tiny44 kann die interne 
Ref-Spg von 1,1V auf den ADC-Eingang geben. Jetzt wählt man die 
unbekannte Betriebsspannung als ADC-Referenz und misst mit dem ADC den 
bekannten Wert von 1,1V der internen Ref-Quelle. So kann man rückwärts 
den Wert der Betriebsspannung berechnen.

HTH
Randy
Gast #1718551
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> Ich würde sagen das es auch sehr drauf ankommt wie man die Spule ans
> Kabel klebt. Wenn sie beide Adern gleich bedeckt misst man vermutlich
> sehr wenig bis garnix.

Das dachte ich zunächst auch. Als ich dann mit angeschlossenem Oszi eine 
gute Stelle gesucht habe hab ich festgestellt dass es nur einige wenige 
Stellen gibt in denen das Signal signifikant niedriger ist. Man kann 
also die Spule einfach ausf Kabel kleben (Kern quer zum Kabel, das ist 
wichtig) und es wäre schon Pech wenn man eine schlechte Stelle erwischt.

Randy
Gast #1718553
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> D.h. es wird das Feld des Haltemagnets beim Ein-/Ausschalten detektiert?

Der Haltemagnet hat damit nichts zu tun. Die Spule detektiert das 
Magnetfeld des normalen Betriebsstroms im Netzkabel.

Randy

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