Hallo Gemeinde.
Ich hätte da mal einige Fragen zu Audioendstufen.
In vielen preislich recht hoch angesätzten und aktuellen Enstufen (z.B.
Accuphase z.B. http://www.accuphase.com/cat/a-65_g.pdf, Thel z.B.
http://www.thel-audioworld.de/module/acuso/acuso.htm, ...sind vielleicht
nicht die besten Quellen, aber die habe ich auf die schnelle gefunden)
finde ich meist gegentacktverstärker die aus MOSFETS aufgebaut werden.
Jetzt frage ich mich aber WARUM -> MOSFETS fehlt doch eigentlich die
linearität, die die Bipols aufweisen und sollten doch somit für
Audioverstärker ungeeignet sein.
Macht man das etwa nur, damit man kleinere Verluste (geringer RDSON
gegen 0,7V Sättigungsspannung) und somit etwas weniger wärme erzeugt?
Oder was ist der Grund dafür?
Vielen Dank im Voraus
Hans
> MOSFETS fehlt doch eigentlich die linearität,
Dafür gibts die Gegenkopplung, die mit den passenden Tricks so ziemlich
alles ausbügelt, kann aber bei Mosfets auf einen etwas höheren Ruhestrom
rauslaufen, um die Übernahmeverzerrungen gering zu halten.
> die die Bipols aufweisen
Da muss ich was verpasst haben ;) Im Grosssignalbereich ist da nicht
viel linear, deswegen gibt es da auch Gegenkopplung. Ohne Gegenkopplung
ginge nur Class-A-Betrieb, das reduziert die Abgabeleistung im linearen
Bereich aber so auf 5-10% der Dauerverlustleistung. Ausser bei extremen
High-End macht man das nur in der HF, wo Gegenkopplung schwer geht.
> Macht man das etwa nur, damit man kleinere Verluste (geringer RDSON> gegen 0,7V Sättigungsspannung)
Solange man Lautsprecher dran hat, ist das völlig egal, Rechteckmusik
klingt blöd... Allerdings gehen Mosfets wie Röhren etwas sanfter in die
Sättigung und das klingt besser.
> Oder was ist der Grund dafür?
Mosfets für höhere Ströme sind billiger. Man kann sie ohne
Ausgleichswiderstände parallelschalten. Sie sind thermisch stabil, der
Ruhestrom läuft weniger weg, oft kann man auf die Kompensation
verzichten. Die bei Audiofrequenzen noch mögliche nahezu leistungslose
Ansteuerung ist auch recht praktisch. Bipolare Leistungstransis haben
einstellige Stromverstärkungen, das braucht tw. kaskadierte
Endstufentreiber, die auch heizen...
Ok, ich sehe schon, ich muss mich noch etwas in die Matherie einlesen
und mal etwas basteln ;)
Vielleicht sollte man mal einen Wiki Artikel zu diesem Thema verfassen.
Vielleicht gibt es ja sogar noch den Einen oder Anderen der sich damit
auskennt (ich tippe mal auf Radio und Fernseh Leute)
Georg A. schrieb:
> Man kann sie ohne> Ausgleichswiderstände parallelschalten. Sie sind thermisch stabil, der> Ruhestrom läuft weniger weg, oft kann man auf die Kompensation> verzichten.
Falsch!
Der theoretische Grund: Bei Übersteuerung würden die Verzerrungen der
MOSFETs zu einem besseren Klang führen.
Aber das ist natürlich Humbug, denn wer wer schon so blöde, einen teuren
Verstärker im Übersteuerungsbereich zu fahren.
Der praktische Grund: Der SOA-Bereich (Strom und Spannung gleichzeitig)
am MOSFET ist weiter als beim bipolarejn Transistor, er kann also
stärker belastet werden, man braucht weniger und ist damit billiger.
Auch der Grund ist heute weitestgehend entfallen, denn moderne MOSFETs
haben wieder deutliche SOA Einschränkungen, und Transistoren sind nicht
mehr teuer.
MOSFETs haben aber auch Nachteile, z.B. benötigen sie mehr
Ansteuerspannung als bipolare Transistoren, damit sind entweder die
Verluste der Endstufe höher oder man braucht zusätzliche
Versorgungsspannungen. Desweiteren kann man MOSFETs nicht so problemlos
parallelschalten wie bipolare Transistoren, weil die
Stromverteilungswiderstände zu gross werden müssten.
Heute sind MOSFETs in Endstufen daher out, wenn ein Verstärker damit
wirbt befinden sich die MOSFETs oft im geschalteten Netzteil und gar
nicht mehr in der Endstufe. Bei Class-D Verstärkern natürlich wieder in
der geschalteten Endstufe :-)
Firmen wie Accuphase und Thel haben ganz andere Probleme. Die
elektronischen Bauteile und Baukosten sind heute so billig geworden, daß
deren Verstärker eigentlich nur noch 1/100 der ehemaligen Preise kosten
dürften. Aber die Firmen halten gnadenlos an ihren Wucherpreisen fest,
weil sie eine Kundschaft bedienen, die glaubt, wenn man nur möglichst
viel zahlt, bekommt man auch möglichst gute Ware. Solche Dumme wachsen
aber nicht auf Bäumen, man muss sie jeden Morgen erneut suchen.
Hallo Georg,
>Mosfets für höhere Ströme sind billiger. Man kann sie ohne>Ausgleichswiderstände parallelschalten.
Gute MOSFETs sind leider nicht billiger, vor allem wenn engtolerierte
Versionen zum Einsatz kommen sollen, um die lästigen Source-Widerstände
zur Stromvergleichmäßigung klein halten zu können.
Immer wieder wird geschrieben, daß der gegenläufige Temperaturgang des
Ron von MOSFETs zu einer Stromvergleichmäßigung führt und man deshalb
auf die Source-Widerstände verzichten kann. Das ist prinzipiell zwar
richtig, funktioniert aber nur dann zuverlässig, wenn die Transistoren
praktisch identische Kennlinien besitzen. Da man solche MOSFETs heute
kaum bekommen kann, werden eben doch wieder Source-Widerstände
eingefügt. Oft verwendet man sie auch, um den maximalen Drain-Strom zu
begrenzen, also als eine Art SOAR-Schutz für arme Leute.
>Die bei Audiofrequenzen noch mögliche nahezu leistungslose>Ansteuerung ist auch recht praktisch.
Die Gate-Source-Kapazitäten stellen bei höheren Audiofrequenzen eine
erhebliche Last dar, sodaß von leistungsloser Ansteuerung leider nicht
die Rede sein kann. MOSFET-Treiber benötigen daher ebenfalls einen
erheblichen Ruhestrom. Daß die Steuerströme für niedrige und hohe
Audiofrequenzen sehr unterschiedlich sind, macht die Verstärker nicht
unbedingt stabiler.
Ein unangenehmer Begleiter der MOSFETs ist ihre enorme Schnelligkeit.
Aufbauinduktivitäten müssen besonders gering gehalten werden, damit die
Dinger nicht schwingen. Das ist gerade bei großen Verstärkern, bei denen
viele MOSFETs parallelgeschaltet werden sollen, immer wieder ein
Problem.
Auch die Schwingneigung bei komplexen Lasten ist bei MOSFET-Verstärkern
oft stärker ausgeprägt und verlangt nach einem sorgfältig
dimensioniertem Zobelglied und anderen Maßnahmen.
Kai Klaas
In dem obersten Exemplar (schön aufgebaut, gefällt!) sind 2x 10 MOSFETS
parallel geschaltet.
Leistungslose Ansteuerung und die unproblematische Parallelschaltung
würd ich wohl als Argumente ins Auge fassen...
Einen hab ich noch: Bei Thel-Audioworld werden ja auch
super-Audio-Widerstände mit sagenhaften 0,5% Toleranz und "hochreine"
OFC-Kupfer-leitungen verkauft, noch dazu versilberte Lautsprecherkabel.
Warum findet sich sowas eigentlich in praktisch jedem "High-End-Shop"?
Andreas Klepmeir schrieb:
> Warum findet sich sowas eigentlich in praktisch jedem "High-End-Shop"?
Weil sich damit Geld machen lässt. (von verdienen hier mal keine Rede)
Scheint aber nur im High-End-Segment zu funktionieren, man braucht
naives Publikum mit großem Geldbeutel und genug Phantasie um sich
transparente Höhen vorstellen zu können...
Das Problemlose Parallelschalten geht bei MOSFETs nur im Schaltbetrieb.
Wenn man im analogen Bereich ist, so wie beim Audioverstärker, braucht
man auch da Ausgleichswiderstände, egal wie gut die Kennlinien
übereinstimmen.
Die höhere Geschwindigkeit von MOSFETs kann man ggf. für mehr
Rückkopplung auch bei hohen Frequenzen nutzen. Das macht dann aber auch
die Stabilität problematischer.
Man kann sowohl mit MOSFETs als auch Bipolaren Transistoren gute
Verstärker bauen, besser als (fast) alle Lautsprecher. Mit bipolaren
ist die Schaltung etwas einfacher. Der Preis ist ohnehin für beide
Möglichkeiten nicht mehr so hoch.
Mittlerweilen sind für kleine und mittlere Leistung auch Verstärker ICs
ein gute Alternative. Das gilt vor allem wenn man für Aktivboxen mehrere
und dafür kleinere Verstärker nutzt.
G4st schrieb:
> Bei solchen Monstern mit ca. 10 Ausgangstransistoren ist man doch froh,> dass Klasse-D Verstärker erfunden wurden :)
Naja, eher nicht. Der Unterschied zwischen einer 2KW Analog- und einer
Digitalendstufe ist schon hörbar. Die Analoge klingt besser und das ist
keine Einbildung.
mhh schrieb:
> Naja, eher nicht. Der Unterschied zwischen einer 2KW Analog- und einer> Digitalendstufe ist schon hörbar. Die Analoge klingt besser und das ist> keine Einbildung.
Meinst du?
http://www.k-series.it/k3/>Distortion THD: Max < 0.5% from 0.1W to full power (typically < 0.05%)
na?
Klangempfinden kann man nicht in Formeln pressen.
Eine Messung mit Sinussignal sagt noch nichts über Werte bei Musik aus.
Der digitale klingt "synthetisch". Das ist Tatsache.
mhh schrieb:
> Klangempfinden kann man nicht in Formeln pressen.
Irgenwoher muss der Klangunterschied, sei er nicht nur Subjektiv, ja
auch kommen.
Und jetzt komm mir nicht mit nebulösen Klangumschreibungen à la luftig,
voll, brilliant, klar, etc.
G4st schrieb:
> Und jetzt komm mir nicht mit nebulösen Klangumschreibungen à la luftig,> voll, brilliant, klar, etc.
Damit kommst Du ja jetzt :)
Meine Meinung habe ich gesagt: Der Unterschied ist hörbar. Fertig und
aus.
> In dem obersten Exemplar (schön aufgebaut, gefällt!) sind 2x 10 MOSFETS> parallel geschaltet.
Und zwar ohne ausreichend grosse Stromverteilungswiderstände. Selbst
wenn die MOSFETs also mal selektiert wurden um bei gleicher Temperatur
den möglichst gleichen Widerstand über den ganzen linearen
Spannungsbereich zu bieten, wird sich das im Laufe der Alterung
verschieben, und einzelne MOSFETs übernehmen mehr Leistungsverluste als
andere. Daher braucht man für die eher geringe Leistung 10 parallel :-)
> Leistungslose Ansteuerung und die unproblematische Parallelschaltung> würd ich wohl als Argumente ins Auge fassen...
Wenn man sich unbedingt selbst verarschen will...
Hallo Ulrich,
>Wenn man im analogen Bereich ist, so wie beim Audioverstärker, braucht>man auch da Ausgleichswiderstände, egal wie gut die Kennlinien>übereinstimmen.
Da gab es mal eine Application Note von Hitachi mit Beispielschaltung,
die erklärt hat, daß bei der 2SKxxx/2SJxxx-Serie gerade keine
Source-Widerstände erforderlich sein sollten. Hitachi hat damit geradezu
geworben. Deren MOSFETs waren deutlich enger toleriert als vergleichbare
MOSFETs. Auch im ELRAD Sonderheft "Studio2 Remix" ist ein darauf
basierender 500W-PA-Verstärker vorgestellt worden, der ebenfalls keine
Source-Widerstände besaß.
Ich habe allerdings immer Source-Widerstände eingesetzt, wenn ich mal so
einen Verstärker aufbauen mußte. Das war mir dann doch zu heikel.
Außerdem hat mir die Vorstellung gefallen, damit einen simplen
Kurzschlußschutz zu haben.
Kai Klaas
Kai, du meinst wahrscheinlich die 2SJ48,49,50 und die Komplementärtypen
2SK133-135. Das waren afaik noch keine Vertikalfet, deshalb Source am
Gehäuse!
Bessere DB habe ich nicht gefunden, unter "Typical Transfer
Characteristics" und dem Bild rechts daneben, das Sättigungsspannung zu
Drainstrom bei verschiedenen Temperaturen zeigt, ist das Verhalten gut
erkennbar.
Arno
Hallo Leute,
ich habe mal angefangen einen Artikel
(http://www.mikrocontroller.net/articles/Verst%C3%A4rker) zu schreiben.
Wie ich auch dort schreibe, geht es mir nicht in erster Linie darum
möglichst kostengünstig einen Verstärker zu bauen, sondern um das
Verständniss hierfür.
Danke für jeden hilfreichen Beitrag.
>Macht man das etwa nur, damit man kleinere Verluste (geringer RDSON>gegen 0,7V Sättigungsspannung) und somit etwas weniger wärme erzeugt?>Oder was ist der Grund dafür?
Die Sättigungsverluste spielen bei einer Analogendstufe nur eine
untergeordnete Rolle, da die Transitoren (hoffentlich) selten in die
Sättigung gehen. Die Verlustleistung in Analogendstufen ist WIMRE bei
50% (oder waren es 70%) am größten, und nicht, wie man vermuten könnte,
bei Vollaussteuerung.
>> Man kann sie ohne>> Ausgleichswiderstände parallelschalten. Sie sind thermisch stabil, der>> Ruhestrom läuft weniger weg, oft kann man auf die Kompensation>> verzichten.>>Falsch!
Mist, wollte ich auch gerade schreiben ;-)
>Naja, eher nicht. Der Unterschied zwischen einer 2KW Analog- und einer>Digitalendstufe ist schon hörbar. Die Analoge klingt besser und das ist>keine Einbildung.
Also vernünftigerweise bestückt man den Bassbereich mit digitalen
Endstufen. Im Bassbereich wird die mit Abstand größte Leistung benötigt,
gleichzeitig müssen die Digitalendstufen eine nicht so großen
Frequenzbereich abdecken und auch Verzerrungen sind im Bassbereich von
untergeordneter Bedeutung. Im Mitten- und Hochtonbereich sind
Analogendstufen (noch) vorteilhaft. Zumindest jedoch im Hochtonbereich.
Dort werden auch geringe Leistungen benötigt.
>> Macht man das etwa nur, damit man kleinere Verluste (geringer RDSON>> gegen 0,7V Sättigungsspannung)>>Solange man Lautsprecher dran hat, ist das völlig egal, Rechteckmusik>klingt blöd... Allerdings gehen Mosfets wie Röhren etwas sanfter in die>Sättigung und das klingt besser.>
mayhem
>0,7V Sättigungsspannung
wie kommst Du darauf? Bei Uce= 0.7V ist der Bipolartransistor noch lange
nicht in der Sättigung. Die Kollektorspannung kann problemlos unter die
Basisspannung fallen, ohne daß der Transistor in die Sättigung geht.
>Rechteckmusik klingt blöd...
ja die Gerüchte und Halbwissen sagen dies, die Entwickler aber nicht...
>... Allerdings gehen Mosfets wie Röhren etwas sanfter in die>Sättigung und das klingt besser
ich ziehe einen Linearbetrieb mit klarem Übersteuernugsclipping vor.
Dann weis man wenigstens genau, wann man die Hardware überfordert.
Überleg mal, wie hoch der Klirrfaktor beim "sanft in die Sättigung
gehen" ist... Das klingt nicht mehr wie HiFi, sondern muffelig.
Hallo Realist,
>Die Verlustleistung in Analogendstufen ist WIMRE bei 50% (oder waren es>70%) am größten, und nicht, wie man vermuten könnte, bei>Vollaussteuerung.
Sie ist am größten bei 50% Rechteckansteuerung. Hat man nur einen Sinus
zur Verfügung, sollten es 63,7% Vollaussteuerung sein.
Kai Klaas
Hallo und guten Abend,
nach kurzer Abstinenz nun einer meiner "ersten" Versuche!
Da ich, wie zu beginn schon mehrmals angedeutet noch auf diesem Gebiet
neuling bin, habe ich erst einmal alles versucht zu simulieren.
Im Anhang ist also mein "erster" Verstärker.
Am Eingang gebe ich einen Sinus von 10khz bei 1,2V Peak druff, und den
Ausgang simuliere ich momentan noch mit einem einfachen 8Ohm Widerstand
(R16). R8 representiert das Abgleichspoti.
Nun, was haltet Ihr davon? Wäre dies zu gebrauchen oder habt Ihr (wie
ich denke) Verbesserungsvorschläge, die ich hiermit gerne entgegen
nehme?!?!
MaWin schrieb:
> Und zwar ohne ausreichend grosse Stromverteilungswiderstände.
Soso, sind also nicht groß genug. Wie kommst du darauf, hast du die
Werte anhand der Symbolgröße geschätzt?
@Andreas K
Irgendwie werde ich aus deinem Post jetzt nicht ganz schlau!
Ich benutze ja in meinem Modell kein parallelen Fets... oder worauf
willst du hinaus?
Und da soll man dann nicht sarkastisch werden...
Andreas K. schrieb:
> MaWin schrieb:>> Und zwar ohne ausreichend grosse Stromverteilungswiderstände.>> Soso, sind also nicht groß genug. Wie kommst du darauf, hast du die> Werte anhand der Symbolgröße geschätzt?
Warum fühlst du dich angesprochen?
Hi
>Es ging darum warum ein bestimmter Hersteller viele FETs parallel>benutzt.. aber trotzdem fehlt mir hier der zusammenhang zu meinem>Modell.
Nur mal so: In analogen Messverstärkern und Verstärkern für
Schwingungsprüfanlagen (150W..1,5kW , DC-Fähig) von Firmen wie z.B.
Brüel & Kjaer, LDS etc. sind Mosfets verbaut.
MfG Spess
> > Und zwar ohne ausreichend grosse Stromverteilungswiderstände.> Soso, sind also nicht groß genug. Wie kommst du darauf,> hast du die Werte anhand der Symbolgröße geschätzt?
Ja, cool 'ne, was man mit Erfahrung so alles abschätzen kann.
Die Widerstände haben im Photo erkennbar eine bestimmte Baugrösse,
und damit eine maximale Verlustleistung (unter 5W),
sie müssen nach den technischen Daten einen Strom von 2.3A aushalten
und dabei (falls sie richtig dimensioniert wären) Differenzen der
Uth der MOSFETs von 1:2 abfangen können, also einen Spannungsabfall
von ca. 5V haben, macht 2.5*5 =mehr als 5W, also haben sie keine
so hohen Widerstandswerte also sind sie nicht ausreichend gross.
Das Wort gross war mit Absicht so gewählt, denn ob nun der
Widerstandswert nicht ausreichend gross ist, oder die Bauform
also die Leistung der widerstände, das kann ich ducrh
abschätzen der vorhandenen Informationen nicht rausfinden,
ich kann aber sagen, dass es nicht passt.
Wir wissen nun aber das Accuphase seine MOSFETs selektiert, und damit
haben die MOSFETs im Auslieferngenzustand kleinere Abweichungen als 1:2
und es reichen kleinere Widerstände und der Verstärker funktioniert
trotzdem. Zumnindest so lange er nicht repariert wird und ein
unselektierter MOSFET rein kommt. Dennoch ist das ein übler Aufbau,
ich schrieb schon zum Thema Alterung und Bauteileffizienz.
G4st schrieb:
> mhh schrieb:>> Klangempfinden kann man nicht in Formeln pressen.>> Irgenwoher muss der Klangunterschied, sei er nicht nur Subjektiv, ja> auch kommen.
ich vermute mal, das es zu interferrenzen zwischen digitalinduzierten
oberwellen im nicht mehr hörbaren bereich mit audiosignalen kommt; die
mischprodukte können dann wieder im hörbaren bereich liegen...
Hallo Leute,
ich finde es echt interessant, was Ihr hier feststellt oder auch
beweißt!
Aber kann sich auch jemand eventuell mal ansehen was ich "Verbrochen"
habe? Was haltet Ihr davon?
Hab gerade in etwas älteren Zeitschriften gestöbert und da die tollsten
Komponenten gefunden... scheinbar zahlen die Leute echt für einen
"selektierten" 0207 Widerstand wirklich bis zu 5 (damals noch Mark)...
heftig! In einem der weiter oben geposteten Links habe ich dann noch
etwas interessantes über vergoldete Stecker gelesen, dessen Aussage war
kurz zusammengefast -> "alles Mumpitz"
Es ist scheinbar genauso wie der Katholizismus, - Glaube ist alles ;)
(wollte mit dieser Äußerung niemanden Angreifen oder verärgern!)
Weil es mir, wie ich oben schon beschrieben habe, um den Lehrneffekt
geht. Ich habe diesbezüglich keinerlei praktische Erfahrungen und darum
denke ich, ist dies ein ideales Projekt hierfür!
Aha. Bei Audio bestimmen die Nichtlinearitäten der Bauelemente das
Geschehen. Genau da ist aber ein Schwachpunkt von SPICE. Deswegen würde
ich mir was interessanteres, besser zu kontrollierendes als Lernobjekt
suchen. Es muß jetzt auch nicht unbedingt die Softwareentwicklung auf
einem als völlig digital gesehenem Mikrocontroller sein.
Soll heißen: Wirklich gute Audioendstufen sind nur was für wirkliche
Profis, die viele Jahre in Erfahrungen gesteckt haben!
Hans Kleinlaut schrieb:
> Schon über 50(!!) ansichten meines Schaltplans, und noch keiner hat> Kritik an ihm ausgeübt
Ok, hier die erste Kritik:
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichungen und Screenshots im PNG- oder GIF-Format hochladen.
Siehe Bildformate
Sorry, aber muss sein. Jemandem der den Unterschied zwischen JPEG und
PNG nicht versteht, kann man auch nur schwer den Unterschied zwischen
Analog- und Digitaltechnik beibringen...
Zum Thema: Wenn schon mit FETs, dann richtig => Class-D.
Εrnst B✶ schrieb:
> Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!> Zeichungen und Screenshots im PNG- oder GIF-Format hochladen.> Siehe Bildformate
OK, 1:0 für dich! Ich sehe meinen Fehler ein! kommt nicht wieder vor!
Εrnst B✶ schrieb:
> Sorry, aber muss sein. Jemandem der den Unterschied zwischen JPEG und> PNG nicht versteht, kann man auch nur schwer den Unterschied zwischen> Analog- und Digitaltechnik beibringen...>> Zum Thema: Wenn schon mit FETs, dann richtig => Class-D.
Ähm... Eigentor !?!? Class-D ist doch digital (1Bit Wandler), wenn ich
mich noch recht erinnere! Und ich möchte doch "analog" schalten! Also
unentschieden.
Class-D eben weil Digital angesteuert wird.
Aktuelle Power-FETs sind nicht mehr wirklich für Linearbetrieb geeignet
(wegen interner Parallelschaltung vieler kleiner Einzel-FETs).
Und bei analoger Ansteuerung bieten FETs nur einen recht kleinen
Wirkungsgrad-Vorteil gegenüber Bipolar-Transistoren.
Wie schaut das eigentlich mit den Übernahme-Verzerrungen aus, die
müssten bei der MosFET-Schaltung ja auch höher sein als bei einem
NPN/PNP Gegentakt-Paar.
Zumindest für den Bass-Bereich solltest du mal über Class-D nachdenken.
Digital heißt ja nicht dass du da gleich mit µC und DSP ran musst.
Da gibt es fertige Chips für, oder auch einfache, selbstschwingende
Schaltungen, die mit nur einem LM358 pro Kanal auskommen.
Wenn ich mich recht erinner, gabs einen sehr einfachen Schaltplan dazu
unter http://d-amp.org/
Irgenwoher muss der Klangunterschied, sei er nicht nur Subjektiv, ja
> auch kommen.
Der Klangunterschied bei verschiedenen Verstärkern liegt meist in den
Verzerrungen die er Produziert. Man spricht dabei oft von den K2 und K3
Verzerrungen. Den K2 Verzerrungen sagt man ein eher Harmonisches
Klangempfinden oder wie man es auch nennem mag nach und den K3 halt das
gegenteil. Deswegen ist für viele Leute ein Vertärker mit höeren K2
Verzerrungen und niederigen K3 Verzerrungen angenehmer.
Jeder halbwegs ordentliche Verstärker produziert aber keine relevanten
Verzerrungen mehr, weder K2 noch K3.
Die kommen erst, wenn man den Verstärker übersteuert, was man sowieso
nicht tun sollte (ausser man will ihn als Effektgerät einsetzen) und
ordentliche Verstärker haben dafür eine Lampe die aufblinkt, wenn der
Ausgang nicht mehr dem Eingang exakt folgen kann.
Wer in einer ansonsten gleichen Anlage bei Ersatz des Verstärkers (und
alles andere bleibt gleich) einem davon "mehr Brillianz", "sattere
Bässe" zuordnet, hat ihn normalerweise ein kleines bischen lauter
gestellt als den anderen. So machen es zumindest High-End-HiFi-Verkäufer
:-)
Klar, bei alten Röhrenverstärkern mit Ausgangstrafo, und alten
Transistorverstärkern mit Ausgangselko, waren die Verzerrungen noch
hörbar, aber die Zeiten sollten vorbei sein (ausser man halst sich
vorsätzlich so alten Schrott auf, "weil Omas Dampfradio so warm
klingt").
Verzerren tut der Lautsprecher, und das nicht zu knapp, die Dinger
werden eigentlich immer schlechter, zumindest zahlt niemand mehr für
gute Qualität. Mit Brüllwürfeln und PMPO-Verstärkern kommen solche
Zeiten also wohl wieder....
>Der Klangunterschied bei verschiedenen Verstärkern liegt meist in den>Verzerrungen die er Produziert. Man spricht dabei oft von den K2 und K3>Verzerrungen. Den K2 Verzerrungen sagt man ein eher Harmonisches>Klangempfinden oder wie man es auch nennem mag nach und den K3 halt das>gegenteil. Deswegen ist für viele Leute ein Vertärker mit höeren K2>Verzerrungen und niederigen K3 Verzerrungen angenehmer.
Selbst bei einem Verstärker mit relevantem K2, wird man in der Regel
niemals diesen Klirrfaktor auch wirklich hören, also das, was der
Verstärker ausspuckt, wenn man einen Einzelsinus drauf gibt.
Wenn man sagt, daß K2 angenhem klingt, meint man etwas anderes. Bei zwei
Sinus-Tönen unterschiedlicher Frequenz wird durch Intermodulation ein
zusätzlicher Ton erzeugt, der vorher nicht im Klangspektrum enthalten
war. Jeder der E-Gitarre spielt, weiß das, weil auch im völlig
unverzerrten Spielbetrieb ein Single-Coil-Tonabhnehmer von sich aus
schon kräftig K2 erzeugt, vor allem bei geringem Abstand zwischen Saiten
und Tonabnehmer. Zupft man zwei Töne nacheinander und dann zusammen,
merkt man ganz deutlich, daß da ein zusätzlicher Ton entsteht, der sich
oft (aber nicht immer!) harmonisch in den Klang einfügt und den Akkord
"kerniger" klingen läßt. Das klingt so ähnlich wie der Unterschied
zwischen temperierter und reiner Stimmung, weil auch in unserem
(erschreckend unlinearen!) Gehör ein solcher Zusatzton entsteht, der
besonders bei reiner Stimmung sehr angenehm klingen kann.
Letztlich handelt es sich beim angenehmen und warmen K2 aber um einen
Soundeffekt, um eine eigentlich unerwünschte Klangverfälschung. Wer
Röhre mag, mag diesen Klangeffekt.
Bei bestimmten Musikmaterial geht der Schuß allerdings oft nach hinten
los und Röhre erzeugt dann schnell lästigen Musikmatsch, den man, einmal
als solchen identifiziert, so schnell nicht mehr hören möchte. Deshalb
muß auch ein Röhrenverstärker praktisch klirrfaktorfrei sein. Den warmen
K2-Klang sollte man sich besser nur einbilden...
Kai Klaas
Da hab ich dann mal eine Frage zu deinem Einbilden....
Da ich schon in unzähligen Hörtest die verschiedensten Verstärker an den
gleichen und unterschiedlichen Lautsprechern gehört habe in allen
erdenklichen Preisklassen. Wie kann es dann sein das ein Verstärker von
seinem "Eigenklang" einen regelrecht nervös, agressiv usw macht und sich
nachher NACHHER rausstellt das dieser Verstärker von seinen
Konstrukteuren so gebaut wurde um K2 verzerrungen sehr niedrieg zu
halten und dadurch die K3 Verzerrungen gestiegen sind ?
Ist das auch Einbildung wenn man vorher nichts über diesen Verstärker
weiss und völlig unvoreingenommen mit diesen Verstärker hört ?
Ich glaub auch nicht an diesen ganzen Vodooscheiss oderso aber meiner
Meinung nach ist es Fakt das diese Verzerrungen Einfluss auf das
Hörempfinden des Hörers haben.
Zu Digitalverstärkern würde ich auch gerne mal was sagen.
Und zwar tritt bei fast 95 % aller Digitalverstärker mit PWM Technik das
Phänomen auf das gerdae die Höhen sehr oft zischelig und zu scharf sind
was auch sehr unangenem ist wenn man über Lautspecher verfügt mit guten
Hochtönern. Ich hab erst einen PWM Verstärker bis jetzt gehört bei dem
dieses Phänomen nicht auftritt deswegen sind diese Verstärker unter High
Endern (nicht Voodooisten) noch nicht wirklich beliebt.
>Da hab ich dann mal eine Frage zu deinem Einbilden....
Wenn ich "..." schreibe, dann meine ich das augenzwinkernd...
Wenn du meinen Beitrag aufmerksam gelesen hast, dann wirst du merken,
daß ich ja gerade ein Fan des warmen Röhrenklangs bin, so wie du. Ich
habe allerdings auch schon Röhrenverstärker gehört, die zuviel des Guten
(K2) hatten und dann garnicht mehr gut klangen.
Kai Klaas
Ich habe das so verstanden das du der Meinung wie eniger der Vorredner
warst das K2 K3 nicht bis kaum vorhanden sind in Verstäkerschaltungen
und diese deswegen nicht zum "Verstärkerklang" beitragen !
Natürlich ist zu viel des guten nicht schön...
Aber da je nach schaltungstyp immer Verzerrungen auftreten sollte man
beim Design schon gucken das die auftretenen Verzerrungen K2 sind und
nicht K3...
:)
Warum trennt ihr das nicht einfach?
Der eine baut den Verstärker, mit möglichst orginalgetreuem Klang, und
der andere baut ein Röhren-Effektgerät zum davorschalten, mit sanft
glühenden Blickfängern, die vom (drittes Teilprojekt: VS1101 am AVR)
64kBit MP3-Sound ablenken.
Man kann den Spieß auch umdrehen: Die Vergleichsgeräte alle auf gleiche
subjektiv empfundene Lautstärke einstellen in einem direkten
Vergleichstest. Danach mit dem Meßgerät die absolute Verstärkung jedes
Gerätes bestimmen. Beide Vorgänge sind leicht machbar.
Der absolut am leisesten eingestellte Verstärker sollte dann der Beste
sein.
Reine Hypothese von mir.
Wenn es um reihne Vergleichstest oder auch Blindtest von Geräten geht
bringt es sowieso nur was wenn sie mit gleichem Pegel spielen nicht den
empfundenen Pegel sondern gemessenen ! Dies wurde auch schon häufig
gemacht ! Dies ist auch ein Trick von diversen "high end" Händlern die
einem 2 Geräte vorspielen.... und das Gerät bei dem sie am meisten
Profit bekommen ein paar db lauter machen. Da sich im Vergleichstest
wenn man ihn dann noch so nennen kann das lauterer Gerät immer als
"besser" und "detailreicher" empfunden wird.....
Hallo Abdul,
>Der absolut am leisesten eingestellte Verstärker sollte dann der Beste>sein.
Ich habe mal hochwertige Aktiv-Lautsprecher gebaut (und verkauft) und da
ist uns folgendes aufgefallen: Um auch feinste Klangnuancen
festzustellen, haben wir uns angewöhnt, Lautsprecher bei recht hohen
Lautstärken abzuhören. Bei einem schlechten Lautsprecher stellt man die
Musik dabei ganz automatisch nicht sehr laut, weil bereits bei geringen
Lautstärken das Gehör schon sehr gestreßt wird. Bei einem richtig guten
Lautsprecher sitzt diese "Streß-Schwelle" wesentlich höher. Bei sehr
guten Boxen ist eine Unterhaltung dann unmöglich, man sieht nur noch die
Lippenbewegungen des anderen...
Unseren Erfahrungen nach trägt der Lautsprecher zu über 95% zum guten
Klang bei. Vergleicht man mehrere unterschiedliche Lautsprecher
unterschiedlicher Hersteller, sogar der gehobenen Klasse, unterscheiden
sich Lautsprecher im Klang teilweise geradezu extrem. Im Vergleich dazu
scheinen normale Verstärker alle vollkommen gleich zu klingen.
Kai Klaas
Hm. Ist die Frage, wie Verzerrungen sich bei Verstärkern und
Lautsprechern systematisch unterscheiden.
Nach meinen Erfahrungen nimmt man bei einer guten Anlage einfach 'mehr'
wahr, ohne das es lästig wird.
>Hm. Ist die Frage, wie Verzerrungen sich bei Verstärkern und>Lautsprechern systematisch unterscheiden.
Wir haben ausgeprägte Partialschwingungen bei den Hoch- und Mitteltönern
oft als Sündenböcke entlarvt. Bestimmte Töne wollen dann garnicht mehr
aufhören, obwohl der Verstärker eigentlich "Ruhe" befiehlt. Die Membran
schwingt in sich weiter und der Verstärker kann daran nichts ändern. Wir
haben das auch gemessen. Glaube mir, Klirrverzerrungen ist das geringste
Übel, mit dem ein Lautsprecher aufwarten kann...
>Nach meinen Erfahrungen nimmt man bei einer guten Anlage einfach 'mehr'>wahr, ohne das es lästig wird.
Ja, "Lästig" ist der genau der richtige Ausdruck. Eine wirklich gute
Anlage wird einfach nicht lästig, auch nicht bei hohen Abhörlautstärken.
Man nimmt dann viel eher war, wie unterschiedlich die Qualität der
eigenen CD-Sammlung ist. Und dann hört man schon einmal öfter eine CD
von David Sanborn. Nicht weil man unbedingt die Musik mag, sondern weil
sie einfach so traumhaft gut aufgenommen wurde. Andere CDs hört man dann
kaum noch, weil sie immer "zischeln" oder "dumpf" sind. Das sind dann
Klangnuancen, die man vorher nie wahrgenommen hat.
Kai Klaas