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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Faustregel für Einschaltstrombegrenzung bei Trafos?


Autor: DR (Gast)
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Nabend (oder eher Nacht... :),

der Threadtitel sagts ja eigentlich schon: Gibt es eine Faustregel, ab 
wann man für einen Trafo (Primär 230V) eine Einschaltstrombegrenzung 
vorsehen sollte?

Im konkreten Fall hab ich hier einen Sicherheitstrafo mit ca. 150VA 
(max. 340VA bei cos phi = 0,5, steht zumindest da drauf...).

Sekundär 1: 24V, 4A
Sekundär 2: 15V, 4,16A

An jede Sekundärwicklung soll dann jeweils ein Gleichrichter und ein 
Glättelko mit 4700uF, 63V.

Ach ja, angeschlossen soll das Ding hierüber: 
http://www.pollin.de/shop/dt/OTk4OTQ3OTk-/Baueleme... 
werden.

Alles, was ich bisher bei google rausfinden konnte ist, dass 
Ringkerntrafos in der Hinsicht wohl bei weitem kritischer sein sollen. 
Leider waren auch die ganzen Artikel nur über Ringkerntrafos, deswegen 
hab ich im Moment keinerlei Maßstab, wie es sich mit den "normalen" 
Trafos verhält.

LG

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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DR schrieb:
> Nabend (oder eher Nacht... :),
>
> der Threadtitel sagts ja eigentlich schon: Gibt es eine Faustregel, ab
> wann man für einen Trafo (Primär 230V) eine Einschaltstrombegrenzung
> vorsehen sollte?


Die Regel lautet:
Immer wenn der Einschaltstrom höher ist als der Kurzschlußabschaltstrom 
der vorgeschalteten Sicherung: spätestens dann ist die 
Einschaltstrombegrenzung fällig.

>
> Im konkreten Fall hab ich hier einen Sicherheitstrafo mit ca. 150VA
> (max. 340VA bei cos phi = 0,5, steht zumindest da drauf...).

Da Du das Teil wohl an einer B16 abgesicherten Steckdose betreibst: 
Keine Probleme zu erwarten.

Autor: DR (Gast)
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Andrew Taylor schrieb:
> Die Regel lautet:
> Immer wenn der Einschaltstrom höher ist als der Kurzschlußabschaltstrom
> der vorgeschalteten Sicherung

Naja, das ist mir klar, dann sollte ich vielleicht anders fragen: Wie 
schließt man von den Trafo-Daten auf den Einschaltstrom?

Andrew Taylor schrieb:
> Da Du das Teil wohl an einer B16 abgesicherten Steckdose betreibst:
> Keine Probleme zu erwarten.
Genau, B16. Das ist schonmal gut, dass das in meinem Fall dann wohl 
klappt :)

Autor: Wolfgang Harwardt (Gast)
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Hallo!
Bei einem 150 Watt-Trafo kannst Du im ungünstigsten Fall mit einem 
einschaltstrom von 30 Ampere rechnen!
Wir haben hier im Betrieb im Moment genau das Problem mit einer 
Kransteuerung.
Im Einschaltmoment fliegt die vorgeschaltete Spezialtrafosicherung oft 
raus.
Entweder Einschaltstrombegrenzung mit Vorwiederstand und Elektronik 
aufbauen oder parallel zur Sekundärseite ein Relais mit 
Wechselstromspule entsprechend der Sekundärspannung die eine 
Halogenlampe in Reihe mit seinem Ruhekontakt schaltet. Die 
Lampenspannung muss der Sekundärspannung entsprechen.
Also genau, Lampe in Reihe mit Ruhekontakt parallel zur 
Sekundärwicklung.
Der Stromfluss durch den Kaltwiederstand der Lampe baut ein 
entgegengesetztes Magnetfeld zu dem durch den primären Stromfluss 
aufgebauten
Magnetfeld auf. Dadurch Kann der Primärstrom nur allmählich steigen.
Sobald die Ansprechspannung des Relais erreicht ist schaltet es die 
Lampe ab und es wird nicht unnötig Strom verbraucht. Nur der geringe 
Haltestrom des Relais. falls der Lampenstrom nicht stört kann die Lampe 
ungeschaltet bleiben , leuchtet dann aber im Betrieb ständig.
Alles Gute und viel Erfolg!
Wolfgang Harwardt

Autor: user (Gast)
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ein passender  NTC  sollte  das Problem  auch lösen können

Autor: Wolfgang Harwardt (Gast)
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Hallo!
Eine kleine Lampe die nicht unbedingt eine Halogenlampe sein muss ist 
aber leichter erhältlich und früher in Form von Skalenlampen immer 
verwendet worden. Dadurch wurde der sonst bei einem 100 Watt-Trafo 
fliessende kurzzeitige Einschaltstrom von ungefähr 20 Ampere (bei einem 
1 KVA-Trafo ungefähr 200 Ampere!) auf wenige (milli)Ampere
je nach verwendeter Lampe und deren Kaltwiederstand reduziert. Je 
geringer der Kaltwiederstand umso geringer der Einschaltstromstoss!
Da der auf der Sekundärseite getriebene Strom grösser sein kann und 
damit ein kräftigeres Gegenfeld zum Primärfeld aufgebaut wird.
Das Verfahren ist allerdings scheinbar völlig in Vergessenheit geraten.
Wolfgang Harwardt

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Wolfgang Harwardt schrieb:
> Je
>
> geringer der Kaltwiederstand umso geringer der Einschaltstromstoss!

Nö.
Je HÖHER der Kaltwiderstand, umso geringer....


> Das Verfahren ist allerdings scheinbar völlig in Vergessenheit geraten.

Weil es ein einfacher Widerstand und ein Relais mit 
Wechselspannungsspule preiswerter und zuverlässiger lösen.

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