Instrumentenverstärker mit LM358

Gast #1662560
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Hallo,

ich habe einen Instrumentenverstärker mit dem LM358, wie im Artikel 
http://www.mikrocontroller.net/articles/Operationsverst%C3%A4rker-Grundschaltungen 
beschrieben, aufgebaut. Der LM358 wird mit 5V versorgt.
Alle Widerstände haben den Wert von 10k Ohm. UE1 ist eine 
Referenzquelle, die 2,5 V liefert. UE2 ist ein Temperatursensor, der bei 
Raumtemperatur 3V liefert. Nach der Formel ergibt sich eine 
Ausgangsspannung von 1,5 V bei Raumptemperatur. Das konnte ich auch mit 
einer Simulation in LTSpice verifizieren. Bei steigender Temperatur ist 
auch die Ausgangsspannung gestiegen.
Die Schaltung habe ich dann auf einen Steckbrett aufgebaut, allerdings 
bekomme ich am Ausgang nur 0,7 V und ein erwärmen des Sensors führt zu 
keiner Änderung der Ausgangspannung, obwohl sich die Ausgangsspannung 
des Temperatursensors erhöht.
Die Referenzspannungsquelle liefert auch 2,5 V. Was mache ich falsch?

Vielen Dank im Voraus
Mark
Moderator #1662769
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Hast du den Aufbau mindestens dreimal überprüft? Sind die Verdrahtung,
die Widerstandswerte und die Versorgungsspannnung wirklich korrekt?

Wenn das alles stimmt, wäre der eher unwahrscheinliche Fall eingetreten,
dass das IC kaputt ist.

Miss doch mal die Spannungen an allen Ein- und Ausgängen der OpAmps
(also 9 Messungen) und poste sie hier. Damit kann man die Fehlerquelle
evtl. lokalisieren.
Gast #1662970
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Hallo,

ich hatte in der Tat einen Fehler in der Verdrahtung. Bei einen OPV war 
invertierenden / nichtinvertierenden Eingang vertauscht. Ist mir trotz 
Überprüfen der Steckverbindungen nicht aufgefallen. Jetzt funktioniert 
es. Vielen Dank.
Gast #1663010
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> Jetzt funktioniert es.

Nicht wirklich.

Ein LM358 kommt bei 5V Versorgungsspannung kaum
über 3.5V Ausgangsspannung, und bei deiner
Schaltung des Instrumentenverstärkers entstehen
intern solche Spannungen.

Dein Messbereich ist also stark eingeschränkt.

Trenne dich von diesem 30 Jahre alten OpAmp,
dessen einziger Grund ihn heute zu kaufen sein
kann, dass er der billigste, der allerbilligste
ist den man kriegen kann, und gönn dir einen
Rail-To-Rail OpAmp wie TS912.

Dann klappt das auch mit dem Messbereich.
Gast #1663023
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>Trenne dich von diesem 30 Jahre alten OpAmp,
>dessen einziger Grund ihn heute zu kaufen sein
>kann, dass er der billigste, der allerbilligste
>ist den man kriegen kann, und gönn dir einen
>Rail-To-Rail OpAmp wie TS912.

Und die aufwändige Instrumentenverstärker-Schaltung braucht man in der 
Regel auch nicht...

Kai Klaas
Moderator #1663049
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Kai Klaas schrieb:
> Und die aufwändige Instrumentenverstärker-Schaltung braucht man in der
> Regel auch nicht...

Genau. So etwas im Anhang tut's für deine Anwendung wahrscheinlich
genauso gut. Der nutzbare Eingangsspannungsbereich ist sogar noch ein
gutes halbes Volt größer als bei deiner Instrumentenverstärkerschaltung.
Mit einem Rail-to-Rail-OpAmp lässt sich aber natürlich auch hier noch
einiges herausholen.

Als Referenzspannung für den Offset von 2,5V wird hier die 5V-Versorgung
herangezogen.
Angehängte Dateien:
Gast #1663893
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Hallo,

mein Controller läuft mit 3,3V. Daher stört es mich auch nicht, dass der 
LM358 nur bis 3,5 V geht. Die 5 V für die Versorgung sind sowie 
verfügbar. Der Temperaturbereich entspricht einer Spannung von 2,5 - 3,4 
V am Temperatursensor.
Andere Schaltungen habe ich auch getestet, hätte dafür aber, soweit ich 
mich erinnern kann, zusätzlich noch Impedanzwandler benötigt, der 
Schaltungsaufwand war also in etwa der selbe.
Den TS912 werde ich mir besorgen, danke für den Hinweis.
Moderator #1664141
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Mark schrieb:
> mein Controller läuft mit 3,3V. Daher stört es mich auch nicht, dass
> der LM358 nur bis 3,5 V geht.

Aber Vorsicht: Die 3,5V-Grenze gilt nicht nur für den rechten, sondern
auch für die beiden linken OpAmps.

> Der Temperaturbereich entspricht einer Spannung von 2,5 - 3,4 V am
> Temperatursensor.

Bei 3,4V Eingangsspannung müsste der OpAmp links unten 2·3,4V-2,5V=4,3V
liefern, was er aber nicht kann. Die obere Eingangsspannungsgrenze liegt
bei (3,5V+2,5V)/2=3V. Mit dem TS912 kannst du diese Grenze auf knapp
(5V+2,5V)/2=3,75V anheben, was deutlich über 3,4V liegt. Für die Instru-
mentenverstärkerschaltung solltest du also schon den TS912 bzw. den
TS914 (vierfach) nehmen.

Die Schaltung aus meinem letzten Beitrag verhält sich diesbezüglich
etwas besser: Mit dem LM358 reicht der Eingangsspannungsbereich bis
3,5V/3+2,5V=3,67V¹, mit dem TS912 sogar bis knapp 5V/3+2,5V=4,17V.

¹) Hier sollte man besser von 3,5V ausgehen, da dies lt. Datenblatt das
   obere Ende des Eingangsspannungsbereichs des LM358 ist.
Gast #1664582
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Hallo Yalu,

vielen Dank, ich habe mir deine Schaltung genauer angesehen und auch 
durchgerechnet. Die Schaltung hat mich überzeugt und ich werde diese 
auch, mit ein bisschen veränderten Widerstandswerten, verweden. Da spare 
ich mir doch einige Widerstände und sogar einen OPV, da ich das ganze 
zweimal benötige.
Gast #1664936
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>Die Schaltung hat mich überzeugt und ich werde diese auch, mit ein >bisschen 
veränderten Widerstandswerten, verweden.

Yalu weiß auch nicht, welchen Temperatursensor du einsetzt...

Kai Klaas
Moderator #1665061
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Kai Klaas schrieb:
> Yalu weiß auch nicht, welchen Temperatursensor du einsetzt...

Das ist richtig. Aber ist das wichtig?

Nachdem die Instrumentenverstärkerschaltung mit dem LM358 zu Marks
Zufriedenheit funktioniert hat

> Jetzt funktioniert es. Vielen Dank.

und auch die Eingangs- und Ausgangsspannungsbereiche LM358-konform sind

> mein Controller läuft mit 3,3V. Daher stört es mich auch nicht, dass
> der LM358 nur bis 3,5 V geht. Die 5 V für die Versorgung sind sowie
> verfügbar. Der Temperaturbereich entspricht einer Spannung von 2,5 -
> 3,4 V am Temperatursensor.

sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass die von mir gepostete
Schaltung ebenfalls die Anforderungen erfüllt. Natürlich ist der LM358
nicht ultrapräzise. Wenn aber eine hohe Messgenauigkeit für Mark wichtig
wäre, hätte sicher schon entsprechende Untersuchungen durchgeführt und
festgestellt, dass auch die Instrumentenverstärkerschaltung einen
messbaren Fehler hat.

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