EMV Festigkeit von Controllern

Gast #125131
Hallo,

mal ne Frage zur allgemeinen EMV-"Festigkeit" von Controllern. Ok das
die Mesleitungen, Spannungsversorgungen, etc bestmöglich geschirmt bzw.
stabilisiert sein sollen ist ja klar.
Aber wie sieht es den im Innenleben von ne'm Controller aus? In wie
weit läßt er sich von äußern Feldern stören? Kann es passieren, dass
der Controller nur noch Mist rechnet. Oder stürzt er gleich ab?
Ne üble Umgebung wäre zum Beispiel ein Starkstrom-Schaltnetzteil mit
hohen Schaltfrequenzen.

Ich bin sehr auf Eure Erfahrungen bzw. Meinungen gespannt,
mfg bluemole
Gast #125133
Die erste Reaktion wären Bitfehler. Ob die in Daten (-> "Mist
rechnen") oder in Anweisungen (-> Abstürzen) auftauchen, ist Zufall.

Wesentlich wahrscheinlicher sind aber Störungen, die nicht direkt im
Controller auftauchen, sondern von den ganzen Antennen (vulgo:
Leiterbahnen) auf der Platine oder (noch schlimmer) über
Anschlußleitungen eingespeist werden. Die können nämlich nicht nur
Übertragungsfehler verursachen, sondern je nach Umfeld auch gerne mal
den µC unwiederbringlich zerstören.

Wenn man die Chance hat, Multilayerplatinen zu nehmen, kann man mit
gutem Layout mehr dagegen tun als mit viel Aufwand ein Gehäuse perfekt
dicht zu bekommen.
Gast #125134
wie sieht es aus mit den Spielerchen wie Alufolie einwickeln und der
gleichen?

Wie kann eigentlich verhindert (oder zumindest minimiert) werden, daß
durch die Spannungsversorgungskabel etc Störstrahlen ins Gehäuse
eindringen?
Gast #125135
QHele:

Störungen auf Leitungen wird man mit Filtern (Kombinationen aus
Induktivitäten und Kapazitäten) los.

Gehäuseschirme...

...sind völlig sinnlos, wenn über die Leitungen 'Dreck'
hineingetragen wird!

...sollten aus gut leitendem Material bestehen, dass rundherum
gutleitend abedichtet ist. Aluminium besitzt immer eine nichtleitende
Oxidschicht an der Oberfläche. Es ist daher schwierig, zwei Aluteile
gut leitend miteinander zu verbinden. (Das gilt für Alufolie mindestens
genauso, wenn nicht in noch stärkerem Maße.)


Gruß, Michael
Gast #125136
vielen dank, gut zu wissen.

Bringt es etwas, einführende Leitungen mit Ferrit-Eisenkernen zu
ummanteln?
Weil, das ist das einzige was ich kenne, was ausserhalb von Gehäusen
angebracht ist....ich habe noch nie andere "Elektronik" ausserhalb
gesehen, so dass ja dann kein einziges Gerät (von A wie
Ankerwurf-Automat bis Z wie Zylinderstift-Poliermaschine) abgeschirmt
sein kann.

Oder sehe ich da was falsch?
Gast #125137
@Hele:

Das bringt nur etwas gegen sehr hochfrequente Gleichtaktstöhrungen.
Dies ist eine Maßnahme, mit der man z.B. Abstrahlungen im sehr hohen
Frequenzbereich verringert (z.B. um EMV-Richtlinien für CE gerade noch
zu erfüllen! :)  )

Im allgemeinen muß man wesentlich mehr tun: Filterschaltungen in der
Nähe der Gehäusewand, am besten eine Kombination aus Kabeldurchführung
und Filter, so dass der ungefilterte Teil der Leitung vollständig
ausserhalb des Gehäuses verläuft.


Gruß, Michael

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