Es ist schon selten dass Spiegel dermaßen Klartext schreibt.
Normalerweise fangen sie alle an zu jammern über den angeblichen
Stammtischniveau usw.
Aber toller Artikel und es wundert niemanden: die Herrschaften hätten
gerne Feudalismus in unserem Land.
Nun , Dauer PR betreiben viele ..
Ist das Ingenierusmangelgeschwafel des VDI seit 1984 (!!) nicht
auch eine Form von Dauer-PR ?
Die spätrömische Dekadenz ist sicherlich nicht bei der untersten
Mittelschicht zu finden , wie ein Westerschelte propagiert .
Man versucht permanent "neue Themen" zu generieren, damit sich die
Gesellschaft über Florida Rolf echauffiert und die wirklichen
Marodeure damit weiter "unentdeckt" gar noch ein Eliteimage pflegen
können.
Ich bin mit Sicherheit kein Revoluzzertyp , aber es reciht langsam,
zudem der auch ausgesaugte Staat kaum noch Manöverspielraum hat .
Das Witzige beim SPIEGEL ist, daß in den Artikeln immer irgendein Murks
steht, in den zugehörigen Forendiskussionen der jeweilige Artikel aber
komplett auseinandergenommen wird. Den Fall, daß die Leser mit dem
Inhalt des Artikels übereinstimmen habe ich noch nicht erlebt, aber
immerhin ist die SPIEGEL-Redaktion konsequent und paßt ihr Meinungsbild
dem der Leser nicht an. Für wen der SPIEGEL dann überhaupt noch
schreibt, ist mir jedoch ein Rätsel...
Matthias schrieb:> aber> immerhin ist die SPIEGEL-Redaktion konsequent und paßt ihr Meinungsbild> dem der Leser nicht an.
Das ist natürlich eine tolle Tugend, zudem werden ca. 40% aller Beiträge
im Spiegel-Forum zensiert wenn die Meinung der Foristen nicht dem
erwarteten Geschwafel entspricht. So etwas ist wirklich
lobenswert...Pfui.
Gästchen schrieb:> Das ist natürlich eine tolle Tugend, zudem werden ca. 40% aller Beiträge> im Spiegel-Forum zensiert wenn die Meinung der Foristen nicht dem> erwarteten Geschwafel entspricht. So etwas ist wirklich> lobenswert...Pfui.
Ja, das Spiegel-Forum kann man wirklich in die Tonne treten. Da wird
kräftig zensiert, bei Beleidigungen ist man aber nicht ganz so
kritisch...
Trotzdem ist der Artikel nicht so weit von der Realität entfernt, wie
sich einige vielleicht erhoffen. Wenn man hautnah erlebt, wie das
Management in Firmen agiert, bei Planung der Produkte, bei Angeboten und
Projekten (und das in ganz großen Firmen!), dann empfindet man das
Gequatsche von "Elite" als puren Hohn. Was ich erlebt habe, ist in
weiten Teilen absolute Inkompetenz, Entscheidungsschäche und
Beratungsresistenz. Man wundert sich immer wieder, dass die anderen
teilweise noch schlechter sind.
Insofern ist die Aussage des Spiegels, dass jeder Imbissbuden-Besitzer
das so auch hinbekommen hätte, fast schon eine Beleidigung dieser
Imbissbuden-Besitzer.
Interessant wäre, wenn es wirklich stimmt, daß die Hälfte der
Führungsschicht des Landes aus den immer gleichen Familien kommt die nur
0.5% unserer Bevölkerung ausmachen.
Dann sind wir mitten drin im Feudalsystem.
Ich dachte eigentlich, daß es nicht ganz so schlimm steht.
Im Mittelstand stimmt dies nicht. Aber in den finanzstarken Firmen und
den Banken trifft es zu. Da zählt die Herkunft und die Zugehörigkeit zu
bestimmten Kreisen mehr als Eignung und Kompetenz. Da sind Mitglieder
des Managements aus dem Mittelstand nur lästige Emporkömmlinge, denen
man bei jeder passenden Gelegenheit versucht die Grenzen zu zeigen.
Ländle schrieb:> Im Mittelstand stimmt dies nicht. Aber in den finanzstarken Firmen und>> den Banken trifft es zu. Da zählt die Herkunft und die Zugehörigkeit zu>> bestimmten Kreisen mehr als Eignung und Kompetenz. Da sind Mitglieder>> des Managements aus dem Mittelstand nur lästige Emporkömmlinge, denen>> man bei jeder passenden Gelegenheit versucht die Grenzen zu zeigen.
"Im Mittelstand stimmt dies nicht."
Ich lach mich schief.
"Da sind Mitglieder des Managements aus dem Mittelstand nur lästige
Emporkömmlinge, denen man bei jeder passenden Gelegenheit versucht die
Grenzen zu zeigen."
Auch im Mittelstand gibt es diese "lästigen Emporkömmlinge" oder kann
jemand das Gegenteil beweisen?
"Denen man bei jeder passenden Gelegenheit versucht die Grenzen zu
zeigen."
(Unterdrückung)
Und das zeichnet eindeutig feudalen Charater aus.
Traurig für Bürger die all das erst jetzt erkennen.
Peter schrieb:> Die Verallgemeinerung nervt.> Es gibt in großen finanzstarken Firmen, wie im Mittelstand solche> feudale Kreise.
Das ist ebenfalls eine Verallgemeinerung.
Dieses Problem findet man vor allem in Großkonzernen und weniger im
Mittelstand, ich weißt es einfach weil ich schon in mehreren Firmen
gearbeitet habe. Der Mittelstand besteht noch teilweise aus der alten
deutschen Manager-Riege, die ihre Firma als ihren eigenen Besitz ansehen
und die Manschen als Wertschöpfer bzw. Mitarbeiter am Erfolg des
Unternehmens. Sie können sich schon finanziell keine Dummfantasien
erlauben.
In Großkonzernen ist das anders: die Firma gehört der Leitung nicht und
die Menschen haben weniger Wert als Zahlen auf dem Papiert; da ist jede
Aktie mehr Wert als ein Mitarbeiter. Ich habe dort viele
Finanzkonferenzen erlebt und es tat schon weh so viel Bullshit von den
Menschen die einen so hohen Posten besitzen zu hören.
Da wurden konsequenzreiche Entscheidungen aus dem Bauch raus
entschieden, aus Arschkriecherei gehandelt, die Menschen wie der letzte
Dreck behandelt, da wird gehandelt aus Rache, Gier und anderen
niedrigsten Instinkten.
Das ist nicht das was ich mir gerne ansehe. Nein, Danke.
Jetzt sollte auch dem letzten Zweifler klar werden, warum sich D immer
weiter von einer Industrienation, geführt von deutschen Firmen und
deutschen Managern, entfernt.
Den Leuten, der so geannten Elite, da oben geht es einfach zu gut, die
können mit ihren Hanseln (Angestellten) ganz einfach herumspielen und
machen was ihnen gerade in den Kram paßt.
Ausgebadet wird sowieso jede Inkompetenz und Fehlentscheidung ganz
unten, durch die echten Wertschöpfer.
Das Monopoly in den ganzen Großkonzernen und Finanzriesen hat ja schon
einige außereuropäische Globalplayer hierher gebracht, und andererseits
zieht es die gewinngeilen Manager aus D nach China - dem neuen
Zukunftsmarkt für die Welt.
Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, wenn dort die
Entscheidungsträger ihre welt-/europaweite Monoplostellung erkannt
haben, und schamlos ausnutzen werden.
Ob es dann noch einmal zu einem Krieg kommen wird, ist aber sehr stark
zubezweifeln.
Das Dilemma wurde ja weltweit so in die Richtung gedrängt, daß es
unweigerlich im Zuge der Gloabilsierung dazu kommen muß - totale
Abhängigkeit der Märkte von nur sehr wenigen Produzenten.
MaWin schrieb:> Interessant wäre, wenn es wirklich stimmt, daß die Hälfte der> Führungsschicht des Landes aus den immer gleichen Familien kommt die nur> 0.5% unserer Bevölkerung ausmachen.
Das weiß ich nicht. Aber es ist schon so, dass zumindest in den großen
Firmen viele Manager in so einer Art "Rotationssystem" arbeiten, d. h.
in einer Branche wechseln und zwischen diesen Firmen wechseln.
Insbesondere in der Automobilindustrie...
Gastino G. schrieb:> MaWin schrieb:>> Interessant wäre, wenn es wirklich stimmt, daß die Hälfte der>> Führungsschicht des Landes aus den immer gleichen Familien kommt die nur>> 0.5% unserer Bevölkerung ausmachen.>> Das weiß ich nicht. Aber es ist schon so, dass zumindest in den großen> Firmen viele Manager in so einer Art "Rotationssystem" arbeiten, d. h.> in einer Branche wechseln und zwischen diesen Firmen wechseln.> Insbesondere in der Automobilindustrie...
Also H4 auf 'allerhöchstem Niveau' mit wechselnden
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.