Hans Mayer schrieb:
> Hallo,
> ich möchte einen Vollverstärker aufbauen,
> mit Vorstufe, Endstufe und uC-Steuerung, motorpoti und Relais zur
> Eingangswahl.
> Ich hab einen Trafo mit
> 2x31V-6A , 2x9V-0,3A
> Mit den beiden windungen wollte ich je ein symmetrisches netzteil
> aufbauen, die 31V ungeregelt für die endstufe(chipamp) und die 9V
> geregelt auf +-12 vielleicht für die Vorstufe.
Aus den 2x 31Vac kommen etwa ±47V (unbelastet) raus. Im Leerlauf kommen
mehr als 31Vac, was ich mit einem Multiplikator von 1,1 verrechnet habe
(ist aber abhängig von Trafo-Typ- und Leistungsklassen) abzüglich zwei
Diodendurchflußspannungen von etwa 0,7V.
Aus den 2x 9V wird das wohl eher nichts mit den (geregelten) ±12V.
9V x 1,1 x SQRT(2) - 2 x 0,7V = 12,6V. Wenn man jetzt noch den
100-Hz-Ripple bei Belastung mit einbezieht (u.a. abhängig von der Größe
des Sieb-ELKOs), wird's arg knapp - selbst für einen LDO-Regler (LDO:
Low Drop-Out). Wenn man aber keine Aussteuerungsreserven braucht, reicht
i.d.R. in den meisten Fällen auch eine geregelte ±8...10V-Spannung. Ein
µA78xx ist aber für diesen Zweck denkbar ungeeignet, da über ihn auch
mind. ca 2V abfallen müssen (genaue Werte bitte dem entsprechenden
Datenblatt entnehmen).
> Jetzt die Fragen:
> Wie führe ich die Massen? Einen Sternpunkt für je vor- und endstufe?
Wird manchmal so gemacht. Dann findet man aber einen kleinen Widerstand
(so um die 10 Ohm z.B. zwischen den beiden GNDs und hin und wieder
parallel zu diesem Widerstand einen Kondensator).
> oder ein gemeinsamer am endstufenelko?
Wäre wohl das Optimum.
> Wo bekomme ich am besten die Versorgung für die Relais und den uC her?
Entweder irgendwie aus den vorhandenen Spannungen oder mit einem
separaten Trafo, Gleichrichter, Sieb-ELKOs, usw. - wie denn sonst. ;-)
> An den 31V muss ich mehr leistung verbraten und belaste die rails evtl.
> asymetrisch.
Eine asymmetrische Belastung ist weder Endstufen noch Trafos Tod, also
wo ist das Problem? Da aus den 31Vac ja etwa 47Vdc werden, kann man ohne
Probleme Relais nehmen, die eine 48V-Wicklung haben oder eben
24V-Wicklungen mit entsprechendem Vorwiderstand. Die 1...2W die dann
'verbraten' werden sollten tolerabel sein.
> An den 9V weiss ich nicht ob der Strom reicht und ob ich nicht
> störgeräusche bekomme wenn der Motor läuft oder die Relais schalten.
Aus diesem Grund sollte man eigentlich nie ein Netzteile für die
Versorgung eines digitalen und analogen Schaltungsteils heranziehen.
Jeder Schaltungsteil bekommt (im Idealfall) sein eigenes Netzteil, um
Rückwirkungen (z.B. von irgendwelchen Schaltimpulsen, also von sich
abrupt ändernden Stromflüssen) vom Digital- in den Analogteil zu
vermeiden. Das gibt dann u.U. tatsächlich unschöne und auch durchaus
hörbare Geräusche.
Läßt es sich aus ergonomischen, finanziellen und welchen anderen
denkbaren Gründen nicht vermeiden, so sollte man wenigstens den analogen
vom digitalen Teil sorgfältigst entkoppeln. Am besten getrennte
Spannungsregler, Serien-Induktivitäten in der Versorgungsleitungen,
usw., usw., usw.