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Forum: HF, Funk und Felder Ein paar Fragen zu Bauteilen für Filter


Autor: Andreas Riegebauer (blackpuma)
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Guten Abend!

Ich habe heute ein paar fragen zu Bauteilen für Filter und Verstärker.

Kann ich für den bau von Filtern, "normale" fertige Induktivitäten in 
Widerstandsform verwenden oder sind diese dafür ungeeignet?

Wie verhält sich das bei Selektiven Verstärkern? Soll ich dabei die 
Induktivität selber auf einen Ringkern wickeln oder kann ich dafür 
fertige in Widerstandsform verwenden?

Auf dem Bild hier 
http://oe6raf.blackpuma.org/images/Pi_Filter_anpassung.png ist ein 
Filter zu sehen. Am Eingang und am Ausgang befindet sich je ein 
Transformator zur Impedanzanpassung. Mein Frage dazu ist wieso wird der 
Filter nicht gleich für 50 Ohm berechnet? Durch das 
Transformatorverhältnis von 1:12 ergibt sich eine Impedanz von 7200 für 
den Filter.

Kann für so einen Anpasstransformator ein einfacher Ringkern verwendet 
werden auf den 2 Spulen aufgewickelt werden?

BG und schönen Abend noch
Andreas

Nachtrag: Es geht um 14 MHz. Aber wie weit können solche fertigen 
Induktivitäten verwendet werden?

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Bei fertigen Induktivitaeten sollte man darauf achten, dass die 
Eigenresonanz hinreichend drueber ist. Falls man die Trafos weglassen 
wuerde, so muessten die Kondensatoren viel groesser sein. Was der Witz 
dieses Filters ist ... ?

Autor: Gerrit Buhe (gbuhe)
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Hallo Andreas,

es handelt sich bei diesem Filter um zwei Parallelschwingkreise 
(TR1_L2||C2 und TR2_L2||C3), die über C1 gekoppelt sind. Damit die 
Selektion des Filters möglichst hoch wird, muß die Betriebsgüte hoch 
sein. Die Ein- und Auskoppelwindungen dienen - wie Du schon richtig 
angemerkt hast - der Impedanztransformation von/auf 50 Ohm. Man könnte 
das auch als Anzapfung vom kalten Ende der Bandpaßspulen realisieren, 
oder die Induktivitäten unberührt lassen und kapazitive Spannungsteiler 
(C2, C3 jeweils in zwei Cs aufteilen) einsetzen.
Wenn Du nach dem Stichwort Betriebsgüte (loaded Q) suchst, findest Du 
mehr Informationen zum Sinn der Anpassung.

Du kannst die Einkoppelwindung tatsächlich auf den gleichen Ringkern 
wickeln, allerdings kommt es auf den Koppelfaktor an. Der ist auch davon 
abhängig, ob Du Kabonyleisenringkerne oder Ferritringkerne einsetzt und 
wie Du wickelst. Der Koppelfaktor an dieser Stelle sollte möglichst groß 
sein, sonst hast Du eine höhere Einfügedämpfung. Eine Suche nach 
Wolfgang und DG0SA, fürt Dich auf seine Homepage, die u.a. Erfahrungen 
dazu widergibt. In jedem Fall reicht nicht allein das Wickelverhältnis, 
sondern die Induktivität der Bandpaßspule muß unbedingt stimmen. Dazu 
mußt Du den Al-Wert des Ringkernes kennen.

Wie bereits im Beitrag oben erwähnt, kann man nicht jede fertige 
Induktivität für HF-Filter einsetzen, da die Eigenresonanz bei 
Induktivitäten für z.B. DC-Anwendungen viel zu gering ist. Dann verhält 
sich die Spule bei der HF-Nutzfrequenz gar nicht mehr wie eine 
Induktivität. Auch sollte die Güte (hier nicht Betriebsgüte!) für gute 
Selektivität des resuliterenden Filters möglichst hoch sein.

Bitte suche einfach nach Spule/Induktivität und Güte von Bauelementen, 
sowie nach Betriebsgüte (das ist etwas anderes).

Viele Grüße!

Gerrit, DL9GFA

Autor: Wolfgang Horn (Gast)
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Andreas Riegebauer schrieb:
> Kann ich für den bau von Filtern, "normale" fertige Induktivitäten in
> Widerstandsform verwenden oder sind diese dafür ungeeignet?

Hi, Andreas,

die dargestellte Schaltung ist ein Bandfilter, C1 wird deutlich kleiner 
sein als C2 und C3.
Grundsätzlich könnte man die Schwingkreise auch für eine Impedanz von 50 
Ohm auslegen, aber dann bräuchte man große Spulen. Weil sie viel Strom 
führen müssen, aber nicht in die Sättigung geraten dürfen.

Eine gute Wahl sind Ringkerne aus Eisenpulver, Amidon, Micrometals.
Die Trägerfrequenztechnik setzte auch Schalenkerne aus Ferrit ein. Sie 
hat den Vorteil, pegelkontrollierte TF-Einrichtungen stellen weniger 
hohe Anforderungen an den Dynamikbereich als Kurzwelle.


Ciao
Wolfgang Horn

Autor: faustian (Gast)
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"Es geht um 14 MHz"

In dem Bereich geht es doch schon mit Luftspulen/passiven Spulenformern, 
da hat man die ganzen Kernprobleme nicht?

Autor: Gerrit Buhe (gbuhe)
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Hallo Faustian,


> "Es geht um 14 MHz"
> In dem Bereich geht es doch schon mit Luftspulen/passiven Spulenformern,
> da hat man die ganzen Kernprobleme nicht?

passiv bleiben die Induktivitäten in jedem Fall, und die Kerne bringen 
mehr Nutzen als Probleme. Die Amidon-Ringkerne kannst Du bei den 
gängigen Versendern bestellen. Für 14MHz sind die roten "-2" 
Kabonyleisenkerne geeignet (z.B. T50-2).

Bei Luftspulen spielt die unerwünschte Kopplung über ihre Felder schnell 
eine Rolle, was die Selektionseigenschaften oft stark verschlechtert. 
Hier hilft dann nur Abstand, 90°-Anordnung und Abschirmung durch Blech 
(mehrere Kammern). Bei Einsatz von Ringkernen ist das Feld so 
konzentriert, daß selbst bei geringem Abstand meist eine 90°-Anordnung 
ausreicht, um die unerwünschte Kopplung in genügendem Maße zu 
reduzieren.

Beim G-QRP-Club kannst Du bewährte HF-Frontend-Filter für die 
Amateurfunkbänder mit Fertigspulen nachschlagen:

http://www.gqrp.com/technical1.htm

Auf folgender Seite findest Du unter "LC-Filter"-> "Bandfilter" einige 
Rechner zur Dimensionierung von HF-Filtern:

http://www.wolfgang-wippermann.de/

Unter folgendem Link findest Du einen Ringkernrechner, der Dir bei der 
Dimensionierung der Spulen hilft. Auch Luftspulen können damit berechnet 
werden.

http://www.dl5swb.de/html/mini_ringkern-rechner.htm

Mit RFsim99 kannst Du Deine Filter auch simulieren und optimieren:

http://www.janson-soft.de/amateurfunk/rfsim99/rfsim99.htm


Viel Erfolg!

Gerrit, DL9GFA

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