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Forum: Offtopic Schweißen über Haussteckdose


Autor: Christoph K. (findar)
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Hallo zusammen.

Ich habe mal eine Frage: Warum ist es möglich, über eine normale 
Haussteckdose zu schweißen ohne dass die Sicherung rausfliegt? Bei einem 
Schweißgerät kann man ja Ströme von einigen 10 Ampere (auch > 100A) 
einstellen...

Ich habe irgendwo mal gehört dass es deswegen funktioniert, weil die 
Haussicherung über die Leistung ausgelöst wird.

Offensichtlich gibt es im Schweißgerät ja einen Trafo, der die Spannung 
(230V) stark runter transformiert, so dass ich einen hohen Strom 
"ziehen" kann -> nach P=U*I bleibt die Leistung konstant. So weit so 
gut. Aber ich habe bisher nichts dazu gefunden, dass die Haussicherung 
über die Leistung geregelt ist. Stattdessen bin ich zu folgendem 
Ergebnis gekommen:

Eine Leitung ist zum einen durch den FI abgesichert, zum anderen 
(i.d.R.) durch eine 16 Ampere Sicherung.

Der FI vergleicht Eingangs- und Ausgangsstrom, schützt also gegen 
unerwünschtes Abfließen irgendwo im Stromkreis. Theoretisch reagiert er 
also nicht auf hohe/niedrige Stromstärken solange nur die Differenz 
gleich ist.

Eine Leitungssicherung (Leitungsschutzschalter) schützt vor zu hohen 
Strömen, im Wesentlichen durch 2 Arten: 1) durch ein Bimetall, dass sich 
ähnlich wie im Wasserkocher bei bestimmter Temperatur (durch den 
Stromdurchfluss) verbiegt und mechanisch den Stromkreis unterbricht; 2) 
durch einen Elektromagneten, funktioniert also quasi wie ein Relais - 
nur vice versa.

Wenn nun der Leitungsschutzschalter auf zu hohe Ströme reagiert, warum 
kann ich dann zuhause mein Schweißgerät in die Steckdose stecken und auf 
100A stellen? Wo ist mein Denk- bzw. Verständnisfehler?

Gruß,
Christoph

Autor: Mario K. (Gast)
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Christoph K. schrieb:

Ich hoffe du bist kein elektriker :-)

Der FI ist nicht da um eine Leitung abzusichern den ist es wursch ob du 
10A ,100A oder ein Kurzschluß machst.



Das Schweißgerät  bekommst seine Leistung vom Transformator deshalt die 
höhen Ströme. Das sind Ströme die nicht Primär entstehen. Auch bei 
schweißgeräten gibst Leistungsklassen die du selbst nicht mehr in dein 
Haus betreiben kannst.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Die Haussicherung wird nicht über die Leistung ausgelöst, die 
interessiert sich ausschließlich über den fließenden Strom.

Da aber im Hausnetz eine Netzspannung üblich ist, ergibt sich aus dem 
Produkt dieser und des durch die Sicherung fließenden Stromes eine 
Leistung, die bei einer 16A-Sicherung bei etwa 3.6 kW liegt.

Wenn das Schweißgerät nun die 230 V Netzspannung auf (willkürlich 
ausgesuchte) 23 V transformiert, dann kann es 160 A Strom liefern, wenn 
es primärseitig mit 16 A versorgt wird (Der Einfachheit halber wird bei 
dieser Betrachtung von einem Wirkungsgrad von 100 % ausgegangen)

Und wenn es anstelle von 23 V nur 2.3 V am Ausgang lieferte und 
entsprechend dimensioniert wäre, dann könnte es auch 1600 A Strom 
liefern.

Informiere Dich mal darüber, was ein Transformator ist.

Autor: Mario K. (Gast)
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Christoph K. schrieb:
> Hallo zusammen.
> Aber ich habe bisher nichts dazu gefunden, dass die Haussicherung
> über die Leistung geregelt ist.


Bitte was ist das wieso sollte ein Sicherung geregelt werden hier wird 
viel
s... geredet :-)

Autor: Mario K. (Gast)
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Und bitte schau dir mal an wie man eine Leistung im Wechselstromnetzt 
berechnet. Deine Rechnung kannst du nehmen wenn du eine Glühlampe als 
verbraucher hast( z.B.)

Autor: Micha H. (mlh) Benutzerseite
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Christoph K. schrieb:
> Ich habe mal eine Frage: Warum ist es möglich, über eine normale
> Haussteckdose zu schweißen ohne dass die Sicherung rausfliegt?

Wenn Du damit meinst Du möchtest mit Netzspannung direkt schweißen: das 
geht nicht. Erstens ist die Netzspannung dazu völlig ungeeignet, 
zweitens kriegst Du nicht genug Strom aus der Steckdose.

Wenn Du damit meinst ob es Schweißgeräte gibt, die mit "Lichtstrom", 
also einphasigem Wechselstrom aus der Steckdose funktionieren, ja, die 
gibt es. Ich besitze so eines.

Nachteil: es muß eine extra träge Sicherung (C-Charakteristik) vorhanden 
sein, bei den üblichen 16A-Automaten mit B-Charakteristik fliegt sie oft 
genug beim Zünden des Lichtbogens. Wenn selbiger mal brennt, gibt es 
keine Probleme.

Micha

Autor: Christoph K. (findar)
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Aha! :-)

Ja, danke für die Antworten. Letztlich lag mein Verständnisfehler in der 
nicht-Beachtung des Trafos.

Nach der Erklärung von Rufus war es mir klar - die hohe Stromstärke ist 
ja nur im Sekundärkreis vorhanden *Kopfschüttel". Ich habe da so lange 
drüber nachgedacht und den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen :-(

@ Mario - jaja schon gut, bitte nicht unbedingt jedes Wort auf die 
Goldwage legen, es ging ja nur ums Prinzip! ;-)

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