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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Anfängerfrage zu Transistor


Autor: horst900 (Gast)
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Hallo, ich habe eine Anfängerfrage, sorry.

In dem Bild, das ich grad (nochmal sorry) in Paint gemalt habe, weiß ich 
nicht ganz, wie sich die Spannungen aufteilen.

Wenn ich am Eingang, also an R1 3V anlege und durch die Basis 1mA 
fließen lassen möchte, dann wähle ich den ja zu 2k3 Ohm. R2 ist ja dazu, 
dass die Basis ausgeräumt wird. An Ube stellt sich ja eigentlich 0,7V 
ein - passiert das jetzt auch, oder ist über Ube die Spannung von dem 
Spannungsteiler von R1 und R2? Wenn ich diesen nämlich ziemlich 
hochohmig wählren würde, dann wäre Ube ja relativ gering.

Oder nimmt die Spannung über R2 automatisch die 0,7V an?


Danke schonmal

Autor: Michael (Gast)
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Das siehst du schon richtig, als Ube stellt sich die Spannung des 
Spannungsteilers ein. Aber Vorsicht, die B-E-Strecke (ist ja ein 
PN-Übergang, also eine Diode) belastet den Spannungsteiler. Man 
dimensioniert den Spannungsteiler daher so, dass der Basisstrom nur etwa 
ein fünftel bis ein zehntel des Stroms im Spannungsteiler entspricht. So 
kann dann die Belastung des Spannungsteilers i.d.R. vernachlässigt 
werden.

Autor: Harald Hermenau (mirona)
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Michael schrieb:
> als Ube stellt sich die Spannung des
> Spannungsteilers ein

Das ist schlicht falsch. Die Ube stellt sich nach der Kennlinie des 
Transistors ein. Z.B. Basisvorwiderstand 4,7k und 
Basis-Emitterwiderstand ebenfalls 4,7k. Wie wird die Ube aussehen? Bei 
einer Spannung von 5V stellt sich keine Ube von 2,5V ein sondern etwa 
0,5V...0,7V je nach Transistor.

Tschüß

Autor: High Performer (Gast)
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>Wenn ich am Eingang, also an R1 3V anlege und durch die Basis 1mA
>fließen lassen möchte, dann wähle ich den ja zu 2k3 Ohm.

Ja, zumindest wenn noch kein R2 dranhängt.

>R2 ist ja dazu,
>dass die Basis ausgeräumt wird. An Ube stellt sich ja eigentlich 0,7V
>ein

Ja

>passiert das jetzt auch,

Ja


>oder ist über Ube die Spannung von dem
>Spannungsteiler von R1 und R2?

Nein

[...]

Oder nimmt die Spannung über R2 automatisch die 0,7V an?

Ja


In solchen grundlegenden Fällen ist es immer hilfreich, entweder ein 
Simulationsprogramm anzuwerfen oder das Verhalten einfach mal auf dem 
Steckbrett durch messen zu beobachten. Das prägt sich dann dauerhaft 
ein.
Die BE-Strecke eines bipolaren Transistors kann man sich als Diode von 
Basis nach Emitter mit Anode an der Basis und Kathode am Emitter 
vorstellen.

Autor: High Performer (Gast)
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>Das siehst du schon richtig, als Ube stellt sich die Spannung des
>Spannungsteilers ein.

Das trifft im vorliegenden Fall nicht zu. Du denkst vermutlich an eine 
Arbeitspunkteinstellung. Bedenke dabei aber, dass kein Emitterwiderstand 
vorhanden ist. Dann sähe die sache schon anders aus (obwohl UBE noch 
immer ca. 0,6V-0,7V betragen würde. Lediglich die Spannung der Basis 
gegen Masse wäre ungleich UBE, und die Sache mit dem von Dir genannten 
Spannungsteiler würde auch Sinn machen.)

>Aber Vorsicht, die B-E-Strecke (ist ja ein
>PN-Übergang, also eine Diode)

eben!

belastet den Spannungsteiler.

Allerdings ;-)

Autor: Michael (Gast)
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Harald Hermenau schrieb:
> Michael schrieb:
>> als Ube stellt sich die Spannung des
>> Spannungsteilers ein
>
> Das ist schlicht falsch. Die Ube stellt sich nach der Kennlinie des
> Transistors ein. Z.B. Basisvorwiderstand 4,7k und
> Basis-Emitterwiderstand ebenfalls 4,7k. Wie wird die Ube aussehen? Bei
> einer Spannung von 5V stellt sich keine Ube von 2,5V ein sondern etwa
> 0,5V...0,7V je nach Transistor.
>
> Tschüß

Wenn du nur den zitierten Text beachtest hast du recht aber beachte doch 
bitte meinen ganzen Post. Wenn der Basisstrom den Spannungsteiler nicht 
wesentlich belastet wird Ube vom Spannungsteiler bestimmt. Und üblich 
ist da durchaus ein Strom im Spannungsteiler von 5*Ib...10*Ib.

Autor: Harald Hermenau (mirona)
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Michael schrieb:
> Wenn du nur den zitierten Text beachtest hast du recht aber beachte doch
> bitte meinen ganzen Post. Wenn der Basisstrom den Spannungsteiler nicht
> wesentlich belastet wird Ube vom Spannungsteiler bestimmt. Und üblich
> ist da durchaus ein Strom im Spannungsteiler von 5*Ib...10*Ib.

Schon mal nachgerechnet, was Deine Behauptung energetisch bedeutet?

Tschüß

Autor: Michael (Gast)
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So, nehmen wir mal ein Beispiel

Wir wollen mal einen BC537 nehmen der einen Kollektorstrom von 10mA 
aufweisen soll. Sein hFE dürfte dabei locker über 100 liegen, wir nehmen 
mal 100 an weils damit leicht zu rechnen ist. Das bedeutet wir benötigen 
100uA Basisstrom um 10mA Kollektorstrom fließen zu lassen. Der TE sagte, 
dass er am Spannungsteiler 3V anlegen möchte, nehmen wir die doch mal 
an. Ich sagte, der Strom solle 5*Ib...10*Ib sein, nehmen wir mal 10*Ib. 
So grob über den Daumen gepeilt müsste somit im Spannungsteiler ein 
Strom von 10mA fließen und bei 3V, die über dem Abfallen sollen müsste 
R1+R2 also etwa 300 Ohm ergeben. Und wenn ich jetzt mal, völlig 
sinnfrei, R1 zu 10 Ohm nehme und R2 zu 290 Ohm stellt sich deiner 
Meinung nach Ube immer noch auf 0.5...0.7V ein? Vielleicht noch mal in 
den Tietze-Schenk schaun unter Arbeitspunkteinstellung mit 
Basisspannungsteiler ;). Wenn Ube nicht vom Spannungsteiler beeinflusst 
wird, warum ist dann im Tietze-Schenk ausgerechnet R2, also der 
Widerstand von der Basis zu Masse, als einstellbarer Widerstand 
bezeichnet?
Energetisch brauch man da erstmal nix betrachen, Kirchhoff&Ohm ist da 
viel einfacher.

Autor: Michael (Gast)
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Oh, ich hab mich im Eifer des Gefechtes vertan, im Spannungsteiler 
sollen natürlich nicht 10mA fließen sondern nur 1mA...Resultat bleibt 
aber davon unberührt. Der Spannungsteiler hat erheblichen Einfluss auf 
Ube...oder anders gesagt: Mit dem Spannungsteiler lässt sich Ube 
einstellen. Es sollte klar sein, dass sie die Spannungen am 
Spannungsteiler nicht wie die Widerstände R1, R2 verhalten werden. Da 
pfuscht ja immer noch der PN-Übergang von der Basis zum Emitter rein.

Autor: High Performer (Gast)
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>Und wenn ich jetzt mal, völlig
>sinnfrei, R1 zu 10 Ohm nehme und R2 zu 290 Ohm stellt sich deiner
>Meinung nach Ube immer noch auf 0.5...0.7V ein?

Also ich bin nicht der OP dieser Antwort, aber ich behaupte: ja.

Begründung: Die Masche aus UBE (Spannung zwischen Basis und Emitter) und 
UR2 muss null ergeben. Damit ist UBE betragsmäßig gleich UR2. Die 
Basis-Emitter-Strecke ist eine Diode. Versuche mal, an einer 1N4148 in 
Durchlassrichtung mehr als 1V abfallen zu lassen, ohne die Diode zu 
zerstören.

Was bei Deiner Schaltung mit R1 = 10E und R2=290E (ungefährt passiert):

An der Basis-Emitter-Strecke stellt sich eine Spannung UBE von etwa 0,6V 
ein.
Damit fließt durch R1 etwa IR1 = (Ub - UBE) / R1.
Durch R2 fließt dann etwa (für den Fall, dass die Basis-Emitter-Strecke 
leitend ist, der Transistor also angesteuert wird): 0,6V/290E = 2mA.
In die Basis fließen deshalb IR1 - 2mA.

Die Arbeitspunkteinstellung mit Basisspannungsteiler funktioniert, da 
der differentielle Widerstand RBE nicht null ist. Man kann also durch 
eine (geringe) Änderung der UBE den Basisstrom umd damit den 
Arbeitspunkt einstellen. Aber: Der Basis- und damit der Kollektorstrom 
wird durch Änderung der UBE im Bereich weniger zehn Millivolt 
eingestellt! Wenn Du im TS Dir mal die Übertragungskennlinie in Abb. 4.5 
anschaust, wirst Du selbst feststellen, dass niemals eine UBE von z.B. 
3V erreicht werden kann.
Nebenbei wird der Arbeitspunkt, also der Ruhestrom, nicht durch die 
Spannung UBE, sondern durch den Basisstrom eingestellt. Dieser ist über 
den differentiellen Widerstand der Basis-Emitter-Strecke allerdings von 
UBE abhängig, bzw. eigentlich ist UBE vom Basisstrom abhängig über den 
Basisbahnwiderstand und die Kennlinie der Basis-Emitter-Strecke.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig zur Klärung beitragen.

Autor: HildeK (Gast)
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Wenn ihr hier von Arbeitspunkteinstellung redet, dann geht es um eine 
lineare Verstärkerstufe - oder?
Ohne Stromgegenkopplung wird das sowieso nichts gescheites.

Ich hatte aber den Eindruck, das der TO eher einen Schalterbetrieb 
meinte ("R2 ist ja dazu, dass die Basis ausgeräumt wird"). Vielleicht 
äußert er sich ja nochmals - man hat lange nichts von ihm gehört ...
Und dann ist der R2 dazu da, die Schaltschwelle nicht bei 0,7V zu 
erhalten sondern bei etwa der Hälfte des Eingangshubes. Sonst kann es 
recht eng werden mit dem max. LOW-Pegel der Steuerspannung und der Ube, 
bei der der Transistor leitet. Der fängt genau betrachtet durchaus schon 
bei 550 bis 600mV damit an. Dann haben wir fast keinen Störabstand mehr 
bei LOW.

Also den Teiler so berechnen, dass bei der halben Steuerspannung 
unbelastet auf etwa 0.7V geteilt wird. Dann bei voller Eingangsspannung 
ein mehrfaches des minimalen Basisstroms durch R1 fließen lassen.

Autor: High Performer (Gast)
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>Wenn ihr hier von Arbeitspunkteinstellung redet, dann geht es um eine
>lineare Verstärkerstufe - oder?

Ja. Der OP hatte ja bereits recht nebulöse Angaben gemacht. Dann kam ja 
die Diskussion um UBE dazwischen.

>Ohne Stromgegenkopplung wird das sowieso nichts gescheites.

Korrekt. Das hatte ja auch niemand behauptet. Aber wie gesagt: steht 
alles im Tietze-Schenk ;-)

Autor: HildeK (Gast)
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High Performer schrieb:
> Ja. Der OP hatte ja bereits recht nebulöse Angaben gemacht.

Eben - und die deuten imho immer noch mehr auf Schalterbetrieb hin:
- Basis ausräumen (relevant bei schnellem Schalterbetrieb)
- 1mA Basisstrom (im NF-Bereich mit hfe bei 100 ... 300 hält das ein 
normaler Transistor im Kollektrokreis gar nicht mehr aus, passt aber 
ganz gut zur Ansteuerung z.B. einer LED oder eines kleinen Relais)
- den nach links und nicht nach oben gezeichneten R1 (deutet auf 
Ansteuerung mit µC oder Logikgatter hin)
- 3V am Eingang (passt doch gut auf 3V3-Logik-HIGH, als Versorgung für 
einen Basisspannungsteiler eher etwas niedrig)

Gut, der hohen Basisstrom und auch die Ausräumung könnte ev. in der 
HF-Technik ein Thema sein (da muss ich passen).

Wieder so eine Frage mit ungenügenden Eingangsinformationen und horst900 
ist nach Diktat verreist :-)

Autor: Michael (Gast)
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High Performer schrieb:
> Begründung: Die Masche aus UBE (Spannung zwischen Basis und Emitter) und
> UR2 muss null ergeben. Damit ist UBE betragsmäßig gleich UR2. Die
> Basis-Emitter-Strecke ist eine Diode. Versuche mal, an einer 1N4148 in
> Durchlassrichtung mehr als 1V abfallen zu lassen, ohne die Diode zu
> zerstören.
>
> Was bei Deiner Schaltung mit R1 = 10E und R2=290E (ungefährt passiert):

Ich hab ja nie behauptet, dass die Basis-Emitter-Diode dadurch nicht 
zerstört wird, daher das "sinnfrei" ;). Kernfrage war und ist, ob die 
Spannung Ube vom Spannungsteiler bestimmt wird. Die Frage, so hab ich es 
jedenfalls verstanden, ist ja nicht, ob die Spannung Ube ausschließlich 
vom Spannungsteiler beeinflusst wird. Ich hab mal ein Simulationsmodell 
zusammengestrickt wie im Anhang. Folgendes Transistormodell hab ich 
verwandt:
.MODEL BC817_16_NPN NPN (
*ersatztyp für BC337 jedoch statt 0.5W nur 0.2W Ptot
+ IS = 3.615E-14 NF = 0.9932 ISE = 2.649E-15 NE = 1.65
+ BF = 223 IKF = 0.5913 VAF = 157.9 NR = 0.992 ISC = 1.741E-14
+ NC = 1.119  BR = 25.47 IKR = 0.235 VAR = 25 RB = 1 IRB = 1000 RBM = 1 
+ RE = 0.2246  RC = 0.17 XTB = 0 EG = 1.11 XTI = 3 CJE = 4.202E-11
+ VJE = 0.6357  MJE = 0.344 TF = 5.869E-10 XTF = 220 VTF = 2.846 ITF = 6.136 
+ PTF = 0 CJC = 1.213E-11 VJC = 0.3293 MJC = 0.3658 XCJC = 0.455 FC = 0.8528
+)

Fall 1: Strom im Spannungsteiler ca. 10*Ib=1 mA

R1=2k7
R2=700

Damit ergibt sich Ube zu ca. 0.67 V

Fall 2: Mal so wie ich es oben schrieb

R1 = 10 Ohm
R2 = 290 Ohm

Hier ergibt sich Ube plötzlich nicht mehr zu 0.67 V sondern zu ca. 1 V. 
Allerdings fließt im Spannungsteiler damit auch nicht mehr der fünf- bis 
zehnfache Basisstrom sondern deutlich weniger (Achtung: Ich red vom 
Faktor, nicht vom Absolutbetrag des Stroms, der ist jezt natürlich 
deutlich höher). Dass das die Basis-Emitter-Strecke nicht ganz so toll 
finden wird, davon will ich ja gar nicht reden. ;)

Aber hieran sieht man, dass der Spannungsteiler erheblichen Einfluss auf 
Ube hat...ein Delta von über 30% bezeichne ich zumindest als erheblichen 
Einfluss.

Wenn ich nun aber bei der Dimensionierungregel bleibe, dass im 
Spannungsteiler der 5...10fache Basisstrom fließt wird Ube schon vom 
Spannungsteiler "eingestellt" aber man stellt den Teiler im Prinzip ja 
auch nach Ube ein (genauer: nach Ib was zur Folge hat, dass man ihn 
indirekt nach Ube einstellt)

High Performer schrieb:
> wirst Du selbst feststellen, dass niemals eine UBE von z.B.
> 3V erreicht werden kann.

Oha, das wollte ich ja auch nicht sagen. Da hat man sich falsch 
verstanden. 3V bekommt man an Ube so nur wenn man R1 zu 0 Ohm 
setzt...und das grillt den Transistor schneller als es funkt, klar.

Genau genommen wird ja kein Bipolartransistor durch ein Spannung 
gesteuert sondern nur durch den Strom. Sie waren, sind und bleiben 
stromgesteuerte Stromsenken. Die Spannungen sind "nur" parasitäre 
Effekte. Oder, wie mans im Studium zum Beispiel lernt: 
Minoritätsladungsträgerinjektionstransitor...hach, ich liebe dieses Wort 
^^

Autor: horst900 (Gast)
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HildeK schrieb:
> Eben - und die deuten imho immer noch mehr auf Schalterbetrieb hin:
> - Basis ausräumen (relevant bei schnellem Schalterbetrieb)
> - 1mA Basisstrom (im NF-Bereich mit hfe bei 100 ... 300 hält das ein
> normaler Transistor im Kollektrokreis gar nicht mehr aus, passt aber
> ganz gut zur Ansteuerung z.B. einer LED oder eines kleinen Relais)
> - den nach links und nicht nach oben gezeichneten R1 (deutet auf
> Ansteuerung mit µC oder Logikgatter hin)
> - 3V am Eingang (passt doch gut auf 3V3-Logik-HIGH, als Versorgung für
> einen Basisspannungsteiler eher etwas niedrig)

Hallo zusammen, sorry, ich war das Wochenende nicht zuhause. Aber ich 
freue mich, dass hier in der Zeit so viele Antworten enstanden sind.

Also es ist schon richtig vernutet, die Ansteuerung kommt von einem 
Microcontroller. Ziel von R2 war es (erst mal gedanklich) beim 
Einschalten des Microcontrollers einen definierten Pegel an die Basis 
des Transistors zu legen, damit, solange der Port noch nicht als Ausgang 
definiert wurde (und natürlich vorher ein 'low' an den Ausgang 
geschrieben wurde) der Transistor ungewollt kurz durchschaltet. Für den 
eigentlichen Betrieb ist R2 daher egal, aber es geht halt um genau 
diesen Einschaltmoment.

Der Microcontroller liefert mit 3,3V, der Port darf jedoch nur mit max. 
2mA belsatet werden. Das ist mein Problem. Daher der R2, der die Basis 
anfangs auf GND ziehen soll.

Autor: Michael (Gast)
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horst900 schrieb:
> Ziel von R2 war es (erst mal gedanklich) beim
> Einschalten des Microcontrollers einen definierten Pegel an die Basis
> des Transistors zu legen, damit, solange der Port noch nicht als Ausgang
> definiert wurde (und natürlich vorher ein 'low' an den Ausgang
> geschrieben wurde) der Transistor ungewollt kurz durchschaltet.

Das würde der Bipolartransistor nie tun da er vom Strom gesteuert wird 
und nicht, wie Mosfets, von der Spannung. Da kannst du dir dann den R2 
auch sparen. Die Spannung Ube ist quasi nur eine parasitäre 
Nebenerscheinung.

Autor: horst900 (Gast)
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Ich hatte sowas mal hier irgendwo im Forum gelesen, wo es um eine 
H-Brücke ging. Eine H-Brücke will ich nicht machen, aber trozdem wird da 
später ein kleiner Motor dran hängen.

Da wurde das beschrieben, dass der Pin vom Microcontroller anfangs dazu 
neigt, gegen Vsupply zu gehen, bevor er richtig initialisiert ist. Und 
daher stand die Basis kurz unter Spannung und der Transistor schaltete 
durch. Das will ich halt unter allen Umständen vermeiden. Und da wurde 
angeraten, ein Widerstand zwischen Basis und Masse zu schalten, damit 
die Basis auf Masse-Pegel liegt. Nur dann kommt halt dieser 
Spannungsteiler zustande.

Autor: Michael (Gast)
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Sicher, dass es dabei nicht um eine H-Brücke mit Mosfets ging? Die 
können nämlich nicht so ohne weiteres ihre Ladungsträger auf dem Gate 
runterwerfen, da muss man schon aktiv nach Masse schalten und da (also 
bei Mosfets) macht dann ein Widerstand von Gate gen Masse schon sinn.

Autor: horst900 (Gast)
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Damals ging es um diese H-Brücke, hatte mir das Bild da mal 
runtergeladen.

Auf jeden Fall war da das Problem, dass beim Einschalten der Versorgung 
wohl immer kurz ein Impuls in die Brücke ging und der Motor zuckte. 
Deshalb wurde vorgeschlagen, an die Basen der NPNs einen R nach Masse zu 
legen.

Ich finde den Beitrag leider nicht mehr. Bei undefiniertem Schalten 
könnte man halt auch ein Kurzschluss in der Brücke beim "Hochfahren" 
nicht zuverlässig vermeiden.

Autor: High Performer (Gast)
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>Da wurde das beschrieben, dass der Pin vom Microcontroller anfangs dazu
>neigt, gegen Vsupply zu gehen, bevor er richtig initialisiert ist.

Na ja, die Pins des Microcontrollers sind nach dem RESET einfach als 
Eingänge geschaltet. Deshalb "floaten" die Pins. Da aber nur ein 
minimaler (Eingangs-)Strom fließen kann (Bei ATMegas liegt der 
Eiongangsstrom bei ca. 1uA), wird der Transistor auch nur minimal mit 
einem Basisstrom beaufschlagt. Aber der R2 wäre auf jeden Fall nicht 
schädlich. Den Wert würde ich ungefähr bei 47k ansetzen. R1 je nach 
benötigtem Basisstrom.

Autor: horst900 (Gast)
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Also geht das in Ordnung, wenn ich den R1 mit mit den ca. 2k lasse, 
wegen ca. 1mA Basisstrom und dann einfach 47k nach Masse? Hatte halt 
Probleme mit dem resultierenden Spannungsteiler.

Autor: Michael (Gast)
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Ich denke, du kannst dir R2 auch ganz sparen. Wie High Performer schon 
sagte, es wird ein minimaler Strom nur fließen können wenn die Pins 
floaten. Der Transistor wird da nennenswert nicht schalten. Ich seh auch 
nicht, wie da oben bei der H-Brücke was schalten sollte wenn die Pins 
des uC floaten. Durch die PN-Übergänge werden statische Aufladungen der 
Eingangskapazitäten im Nu abgebaut.
Was ich noch nicht so recht verstehe ist, warum hattest du mit dem 
Basisspannungsteiler Probleme? Du brauchst also einen Basisstrom von 
1mA, 3V3 hast du anliegen. Beherzigst du nun noch, dass etwa das 5*IB 
bis 10*IB im Spannungsteiler fließen soll ist der doch kein Problem 
auszurechnen. Ube in vernüftigen Sphären wurde auch schon genannt, sind 
so 0.6-0.7V. Da mit kann man schon ganz gut schätzen (wers genau haben 
will Simuliert oder misst im Laborversuch nach).

R2=Ube/(5*IB)=0.7V/5mA=140 Ohm -> 150 Ohm gewählt
R1=(UuC-Ube)/(6*IB)=(3.3V-0.7V)/6mA=433 Ohm-> 470 Ohm gewählt

So sollte es funktionieren...sofern du 1mA Basisstrom benötigst.

Autor: horst900 (Gast)
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Vielen Dank!

Autor: horst900 (Gast)
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Michael schrieb:
> R2=Ube/(5*IB)=0.7V/5mA=140 Ohm -> 150 Ohm gewählt
> R1=(UuC-Ube)/(6*IB)=(3.3V-0.7V)/6mA=433 Ohm-> 470 Ohm gewählt

Aber wenn ich das so rechne, dann bin ich ja wesentlich über der 
maximalen Belastung von 2mA des Pins vom Microcontroller

Autor: Michael (Gast)
Datum:

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Richtig horst, ich habs ja auch nur auf die Regel 5*Ib...10*Ib 
gerechnet. Aber ich bin auch immer noch der Meinung, dass man R2 absolut 
nicht benötigt und einfach R1 drin lässt, dann gern auch mit 2k.

Autor: horst900 (Gast)
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Ja gut, alles klar, dann lass ich den weg.

Autor: High Performer (Gast)
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>R2=Ube/(5*IB)=0.7V/5mA=140 Ohm -> 150 Ohm gewählt
>R1=(UuC-Ube)/(6*IB)=(3.3V-0.7V)/6mA=433 Ohm-> 470 Ohm gewählt

Hallo Michael, wir sind im Schaltbetrieb. Da wählt man R1 i.A. so, dass 
der Transistor sicher ganz durchgesteuert ist (also abhängig von der 
Stromversorgung und prinzipiell vom Laststrom). Den Wert für R1 hatte 
ich schon genannt (im kOhm-Bereich). Aber so lange wir den Transistortyp 
und die Last nicht kennen, kann da natürlich keine präzise Angabe 
gemacht werden.

Der R2 kann sehr groß werden. Soll ja nur verhindern, dass der 1uA-Strom 
der Eingangsstufen des uC den Transistor leicht ansteuert. Und wie Du 
selbst bereits festgestellt hast, kann dieser "Angstwiderstand" auch 
ganz entfallen.
Kommt halt drauf an, ob der Transistor eine einfach LED ansteuert oder 
eine riesige Maschine, deren unkontrolliertes Verhalten vielleicht 
gleich einen Millionenschaden verursacht. ;-)

Autor: horst900 (Gast)
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Der Transistor ist ein BC337, die Last ist ein kleiner Elektromotor mit 
100mA Stromaufnahme

Autor: Michael (Gast)
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High Performer schrieb:
> Der R2 kann sehr groß werden. Soll ja nur verhindern, dass der 1uA-Strom
> der Eingangsstufen des uC den Transistor leicht ansteuert. Und wie Du
> selbst bereits festgestellt hast, kann dieser "Angstwiderstand" auch
> ganz entfallen.
> Kommt halt drauf an, ob der Transistor eine einfach LED ansteuert oder
> eine riesige Maschine, deren unkontrolliertes Verhalten vielleicht
> gleich einen Millionenschaden verursacht. ;-)

Dieser Widerstand kann eigentlich von daher ganz entfallen weil schon 
ein enormer parasitärer Effekt notwendig ist, um einen Bipolartransistor 
anzusteuern. Warum floatet denn der Pin eines uCs? Doch nur, weil aus 
irgendwelchen Gründen es ein paar Ladungsträger auf die 
Ausgangskapazität (die gewöhnlich im pF-Bereich liegt) des Pins schaffen 
und dann dort verweilen. Hier wäre dann aber da ein Bibolartransistor 
(über R1) angeschlossen, also im Prinzip eine Diode nach Masse. Und die 
ist genausogut wie ein Widerstand um die Basis auf Masse zu halten. Wenn 
aber der Pin des uC aktiv auf High geht, warum auch immer, dann hilft 
hier auch R2 nicht, dann wird der Bipolartransistor so oder so 
aufgemacht. R2 macht nur bei einem Mosfet Sinn denn so ein Mosfet hat ja 
"nur" eine Kapazität zwischen Gate und Spource und die kann genauso gut 
durch parasitäre Effekte floaten wie der Pin des uCs.

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