Hallo.
eben auf BR3 gesehen:
Eine blinde Schülerin (in einer normalen Grundschule) braucht jetzt bald
ein Laptop, um besser mit ihren Sehenden kommunizieren zu können. Sie
braucht eine Software mit Texterkennung und Sprachausgabe. Kosten:
18.000€.
Kann doch nicht sein, oder ?
Es gibt doch bestimmt alles <1000€.
Hat nicht sogar Klaus Knopper ein Knoppix für Blinde ?
adfix schrieb:> Es gibt doch bestimmt alles <1000€.
Klar, es gibt auch Autos für unter 1000€...
Und übrigens, mal vorher den Kopf einschalten kostet gar nix.
ich tippe ehr das die hardware das teure ist .... grade tastatur die ja
dann bestimmt auch drin sein wird(mit den zeichen drauf) und eine breil
zeile wird doch bestimmt auch drin sein ?!
@Jens A:
>Und übrigens, mal vorher den Kopf einschalten kostet gar nix.
was soll diese blöde Bemerkung ?
@Martin
ok - Braillezeile. Aber die kostet doch bestimmt nicht mehr als 2000.
haha, und du glaubst wirklich, alles, was in den medien erzählt wird.
kein normalsterblicher mensch würde dafür 18k EUR bezahlen! und bezügl.
Jens: lass ihn einfach links liegen, der wird sich dann schon früh genug
fragen, warum man ihn wohl nicht beachtet ;-)
Nein, Normalsterbliche brauchen auch keinen Blindenlaptop. Und es geht
sehr wohl um diese Summen bei solchen Hilfsmitteln. Ja, man hat Kontakte
usw, aber meinst du die gehen von 18k auf 1k8 runter?
adfix schrieb:> Nein, Normalsterbliche brauchen auch keinen Blindenlaptop. Und es geht> sehr wohl um diese Summen bei solchen Hilfsmitteln. Ja, man hat Kontakte
Wikipedia sagt dazu:
> Da Braillezeilen nur in kleinen Stückzahlen hergestellt werden, sind die> Produktionskosten entsprechend hoch. Der Anschaffungspreis für eine Zeile,> die 80 Zeichen darstellen kann, beträgt ungefähr 10.000 €. Die Kosten> hierfür werden in Deutschland bei vorliegender Indikation von der> Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Ein kassenpfichtiges Hilfsmittel ... ist schon was wie eine
Gelddruckmaschine. Auf die andere Seite sind die Stueckzahlen beliebig
klein. Und jetzt bring mal Dell dazu sowas einzubauen... wird
schwierig. Schon mal gesehen wie eng der Platz in einem Notebook ist ?
Eine Sonderserie auflegen, in einem Sondergehaeuse ... Eine einfachste
Spritzgussform fuer einen USB Stick kostet schnell mal 10k euro. Eine
form fuer einen Notebook ist beliebig viel komplizierter. Da ist schnell
mal eine halbe Kiste draussen.
ASCII-Zeichnung schrieb:> Wikipedia sagt dazu:>> Da Braillezeilen nur in kleinen Stückzahlen hergestellt werden, sind die>> Produktionskosten entsprechend hoch. Der Anschaffungspreis für eine Zeile,>> die 80 Zeichen darstellen kann, beträgt ungefähr 10.000 €. Die Kosten>> hierfür werden in Deutschland bei vorliegender Indikation von der>> Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
10k€?! Ich glaub jetzt weiß ich was ich in Zukunft herstellen sollte um
reich zu werden :-)
Was ist da wohl drin? Stifte mit elektromagnetischem Antrieb und
Rückholfeder? Die Ansteuerung sollte nicht das Problem sein mit einem
µC, USB Anschluss und ein paar Schieberegistern mit folgender
Treiberstufe...
@ adfix
> was soll diese blöde Bemerkung ?
Ganz einfach, mit etwas nachdenken wärst du von selber drauf gekommen,
das 1000€ nicht reichen. Es dürfte klar sein, dass so ein Notebook
anderen Belastungen ausgesetzt ist als die 500€-Kiste für die Couch zu
Hause. Der Schulbetrieb allein macht einem Notebook schon sehr zu
schaffen, doch bei einem Blinden muss damit gerechnet werden, dass er
das NB auch mal fallen läßt oder dagegenstößt, weil er es nicht sieht.
Ich würde für das Notebook (semi-ruggedized o.ä.) allein 2000€
veranschlagen. Was die Braille-Zeile kostet, wurde sehr schön aus Wiki
zitiert. Na und Software und Wartungsvertrag gibts auch nicht für lau.
Ob das Abzocke ist, möchte ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall sind das
"normale" Preise.
@ Master Snowman
> und bezügl.> Jens: lass ihn einfach links liegen, der wird sich dann schon früh genug> fragen, warum man ihn wohl nicht beachtet ;-)
Wenn Leute wie du mich nicht beachten, bereitet mir das keine
schlaflosen Nächte. Zeigt es mir doch, dass ich Recht habe.
Stephan S. schrieb:> 10k€?! Ich glaub jetzt weiß ich was ich in Zukunft herstellen sollte um> reich zu werden :-)
Dann pöbel nicht so unqualifiziert rum, sondern mach es, neben Reichtum
bekommst du auch noch dankbare Kunden dazu. Mit 99,999%
Wahrscheinlichkeit wird man von deiner Produktion allerdings nie wieder
was hören.
Es ist schon extrem unverschämt, wie die wenigen Firmen, die das hohe
Risiko und die Kosten einer Fertigung von Einzelstücken in Handarbeit
für Behindertenausrüstungen auf sich nehmen, hier ohne jede Ahnung von
der Sache niedergemacht werden.
Ein Blindenhund kostet auch mehr als 20000 Euro, aber du würdest ihn
natürlich für 100 Euro im Tierheim holen oder in Rumänien von der
Strasse fangen - solche Leute braucht Deutschland für seine Zukunft.
Es gibt nichts Gutes ausser man tut es.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Es ist schon extrem unverschämt, wie die wenigen Firmen, die das hohe> Risiko und die Kosten einer Fertigung von Einzelstücken in Handarbeit> für Behindertenausrüstungen auf sich nehmen, hier ohne jede Ahnung von> der Sache niedergemacht werden.
Glaubst du eigentlich den Mist selber, den du hier postest?
Scheinbar gibts noch immer Leute die nicht verstanden haben was diese
komischen Zeichenfolgen wie ":-)" bedeuten...
Außerdem hab ich nichtmal geschrieben DASS ich sie herstellen will.
David ... schrieb:> Reinhard Kern schrieb:>>> Es ist schon extrem unverschämt, wie die wenigen Firmen, die das hohe>> Risiko und die Kosten einer Fertigung von Einzelstücken in Handarbeit>> für Behindertenausrüstungen auf sich nehmen, hier ohne jede Ahnung von>> der Sache niedergemacht werden.>> Glaubst du eigentlich den Mist selber, den du hier postest?
Es ist ja keine Überraschung, dass hier der verbreitete Hass auf
Behinderte durchbricht.Schliesslich gilt die reine Anwesenheit von
Behinderten ja schon als "Schaden", ob im Urlaub oder in der
Nachbarschaft, und dann ist es nicht mehr weit dahin, im Stadtpark
Behinderte aus dem Rollstuhl zu schmeissen. Sie kriegen ja nach
allgemeiner Ansicht die Staatsknete vorn und hinten reingeschoben.
Über ein Notebook für 100000 Euro zur Navigation einer Admirals Cup
Yacht hätte niemand ein Wort verloren oder von einer Verschwörung der
Industrie zur Abzocke der Segler gefaselt.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Es ist ja keine Überraschung, dass hier der verbreitete Hass auf> Behinderte durchbricht.Schliesslich gilt die reine Anwesenheit von> Behinderten ja schon als "Schaden", ob im Urlaub oder in der> Nachbarschaft, und dann ist es nicht mehr weit dahin, im Stadtpark> Behinderte aus dem Rollstuhl zu schmeissen. Sie kriegen ja nach> allgemeiner Ansicht die Staatsknete vorn und hinten reingeschoben.
Sagmal, hast du einen Schaden? Ich schrieb bereits dass ich mit Menschen
mit Behinderung gearbeitet habe. Hass auf Behinderte? Wenn es schon Hass
sein soll dann auf Leute wie dich, die Firmen, die aus rein
kommerziellem Interesse agieren, Barmehrzigkeit zu unterstellen. Aber
nein, Hass ginge zu weit, das bist du garnicht wert :)
Stephan S. schrieb:> Was ist da wohl drin? Stifte mit elektromagnetischem Antrieb und> Rückholfeder? Die Ansteuerung sollte nicht das Problem sein mit einem> µC, USB Anschluss und ein paar Schieberegistern mit folgender> Treiberstufe...
Na dann bau mal.
- 640 Stifte mit Abstand <1mm
- Haltbarkeit mehrere Millionen Zyklen pro Stift (schliesslich soll
die Zeile ein paar Jahre auch bei intensiver Nutzung halten)
- Haltekraft muss hoch genug sein, dass die Stifte durch den Finger
nicht gleich wieder reingedrückt werden
- muss prinzipbedingt jahrelanges direktes "Betatschen" mit den Fingern
aushalten ohne dass Stifte "klemmen"
- stromsparend, damit die Zeile auch mobil benutzt werden kann
- leise!
- flach genug, dass sie vernünftig benutzt werden kann
- kleine Stückzahlen
Wenn du das alles hast, unterhalten wir uns dann über die
Entwicklungskosten der nötigen Software (Screenreader).
Zum Abschluss dann noch solche "Kleinigkeiten" wie Support, Garantie
etc., die auch wieder auf kleine Stückzahlen umgelegt werden müssen.
Andreas
David ... schrieb:> ... Hass auf Behinderte? Wenn es schon Hass> sein soll dann auf Leute wie dich, die Firmen, die aus rein> kommerziellem Interesse agieren, Barmehrzigkeit zu unterstellen.
Was du von mir hältst, ist für uns beide völlig irrelevant. Aber
wenigstens könntest du Wikipedia glauben oder selbst nachrechnen, dass
man für eine Braille-Zeile 480 Miniatur-Antriebe braucht - aber wenn man
mal eine vorgefasste Meinung hat, fällt Rechnen ungeheuer schwer, sofern
man es überhaupt kann.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Was du von mir hältst, ist für uns beide völlig irrelevant. Aber> wenigstens könntest du Wikipedia glauben oder selbst nachrechnen, dass> man für eine Braille-Zeile 480 Miniatur-Antriebe braucht
640 sogar, da Braille-Zeilen häufig 4 Punktreihen haben, um auch
Sonderzeichen darstellen zu können.
Andreas
Reinhard Kern schrieb:> David ... schrieb:>> ... Hass auf Behinderte? Wenn es schon Hass>> sein soll dann auf Leute wie dich, die Firmen, die aus rein>> kommerziellem Interesse agieren, Barmehrzigkeit zu unterstellen.>> Was du von mir hältst, ist für uns beide völlig irrelevant. Aber> wenigstens könntest du Wikipedia glauben oder selbst nachrechnen, dass> man für eine Braille-Zeile 480 Miniatur-Antriebe braucht - aber wenn man> mal eine vorgefasste Meinung hat, fällt Rechnen ungeheuer schwer, sofern> man es überhaupt kann.
Es geht ueberhaupt nicht um die technische Seite. Es geht darum, dass du
sagst die Firma macht das aus Barmherzigkeit. Macht sie nicht. Und darum
dass du sagst ich hasse Menschen mit Behinderung weil ich nicht deiner
Meinung bin. Tu ich nicht.
Egal, mach weiter so :)
Solche Streitigkeiten zum Feiertag :(
Als Zusatzgeräte zum normalen PC ist das sicherlich billiger. Ein Laptop
in dieser Art ist eigentlich eine Sonderanfertigung und keine
Stangenware. Selbst wenn an dem Teil 3000€ verdient werden, spiegelt es
doch den wesentlich höheren Entwicklungs- und Herstellungspreis wider.
Seit doch froh, wenn ihr auf solche Sachen nicht angewiesen seid, oder
fangt schon mal an euren eigenen Rollstuhl zu bauen. Er sollte fertig
sein, bevor ihr ihn braucht. Wenn nicht, rein in die Rubrik Markt damit.
Damit von allen Uninteressierten der Preis zerissen werden kann. :)
David ... schrieb:> Es geht ueberhaupt nicht um die technische Seite.
Natürlich geht es wesentlich darum - wie glaubst du denn, dass Preise
entstehen? Aus angewandter Bösartigkeit?
> Es geht darum, dass du> sagst die Firma macht das aus Barmherzigkeit. Macht sie nicht.
Von Barmherzigkeit war überhaupt nicht die Rede, sondern davon, dass das
kein einfacher Markt ist - VW z.B. musste eine Behinderten- und
Seniorengerechtes Auto aus dem Programm nehmen wegen des katastophalen
Imageschadens: der Normalo will kein Auto fahren von einer Firma, die
Autos für Behinderte baut, sondern von einer, die bei der Formel 1
mitfährt. Wenn ich sowas machen würde (was ich mir schon überlegt habe,
wegen eines Pflegefalls in der Familie, und selbst hatte ich auch schon
einen Schwerbehinderten-Ausweis) würde ich wahrscheinlich eine neue
Firma dafür gründen, um die schädlichen Auswirkungen auf die bestehende
zu minimieren - so ist unsere Gesellschaft halt. Man sieht das ja auch
an diesem Thread: wer was für Behinderte anbietet, ist böse, nach den
Kommentaren hier böser als Google und Microsoft zusammen.
Nicht dass mich das wundern würde, nach meiner Herzerkrankung musste ich
aus dem Sportverein austreten, weil einige Mitglieder erklärt hatten,
sie würden sich weigern, zukünftig mit mir in einer Mannschaft
anzutreten, nach dem Motto "mit einem Krüppel will ich absolut nichts zu
tun haben".
In der Branche wird einiges bewegt von Betroffenen oder
Familienmitgliedern, die tatsächlich für die Behinderten oder
Pflegebedürftigen was erreichen wollen und das negative Image auf sich
nehmen. Verschenken können sie ihre Produkte trotzdem nicht.
Gruss Reinhard
@reinhard
>der Normalo will kein Auto fahren von einer Firma, die>Autos für Behinderte baut, sondern von einer, die bei der Formel 1>mitfährt.
Leider leider sehen viele Nicht-gehandicapte Menschen das so. Ich finds
auch ehrlich gesagt ziemlich zum kotzen.
Meine Freundin hat eine mehrfach schwerst behinderte Schwester, und was
die mir so alles erzählen kann wie die leute "reagieren" da wird einem
nur schlecht bei. Auch in vielen Foren wo es um solche Themen geht ist
null Toleranz/Akzeptanz vorhanden. Meiner Meinung nach sollten solche
Leute selbst mal auf solche Hilfsmittel angewiesen sein bzw mit einem
Fall von Behinderung in der Familie zu tun haben. Ich wünsche niemandem
was böses, aber solche Leute würden ganz schnell umdenken wenn es bei
denen in der Familie mal soweit kommt das jemand behindert ist/wird.
Und genau solchen Leuten müsste man dann ihre damaligen Aussagen unter
die Nase reiben. Ich glaub das könnte witzig werden ....
und ich habe gestern abend erstmal darüber nachgedacht ob man nicht eine
relativ günstige variante von umbaukit bauen könnte.... z.b. aufkleber
mit mit den zeichen für eine normale tastatur ( wie es das für andere
sprachen bei lenovo gibt nur halt mit blindenschrift zeichen statt den
sonderzeichen)
und quasi die zeile statt der handauflage ...
ich frage mich wie tief so zeilen sind ? wieviele zeichen kann ein
geübter leser schnell aufeinmal erfassen ?doch maximal 10 denn mehr
finger hat er nicht ?!wenn man dann quasi scroll buttons hätte käme man
schnell weiter nach unten und oben ?!
ich hab leider aktuell weder das geld noch die resourcen um mich da
weiter mit zu beschäftigen ...
martin schrieb:> wieviele zeichen kann ein> geübter leser schnell aufeinmal erfassen ?doch maximal 10 denn mehr> finger hat er nicht ?
Ich habe es so gesehen, daß der Text über die Braillezeile scrollt. Also
die Finger brauchen sich zum lesen nicht zu bewegen.
martin schrieb:> ich frage mich wie tief so zeilen sind ? ...
Ja, da fangen eben die grossen Probleme an: die Braille-Punkte dürften
so etwa 2-3 mm auseinanderliegen - wie bringt man Magnete oder was auch
immer so eng nebeneinander? Und wenn's ins Notebook passen soll, auch
noch mit geringster Bauhöhe?
Ich würde die Stössel auseinanderspreizen, damit der Antrieb Platz hat,
aber dadurch würde die Bauhöhe sicher grösser als 50 mm. Mikrohebelchen
brauchen auch Platz und kosten Geld.
Sowas zusammen mit allen anderen Anpassungen für weniger als 1000 Euro
zu veranschlagen, setzt tatsächlich einen komplett abgeschalteten Kopf
voraus.
Aber das Problem ist interessant genug, sich ERNSTHAFT damit zu
beschäftigen.
Gruss Reinhard
PS wenn da mehr als 100 Magnete eingeschaltet sind, verbrennt man sich
die Fingerkuppen...
g das wäre mal wieder ein thema der man eine batchelorarbeit widmen
könnte..... entsprechende firmen die den studi unterstützen
vorrausgesetzt....
ich bin nur kurzssichtig.... aber wenn man mir die brille wegnimmt mag
ich trotzdem schon nicht mehr vor die tür ... ich bewundere jeden der
mit noch weniger mit sehkraft eigenständig leben, wohnen und so weiter
kann.....
Zwar nur ein Link, aber vllt. hilft er dir bedingt weiter.
Braille-Displays (Hersteller, Model), die von haus aus von OS X
unterstützt werden. Was OS X selber in diese Richtung alles leisten,
kann findet man sicher auch irgendwo.
http://www.apple.com/accessibility/voiceover/devicesupport.html
Irgendwie wird in der Gesellschaft aktiv verdrängt, daß die ganz
gesunden in der Minderheit sind. Biologisch ja auch erklärbar, wenn die
Vermehrungszeit vorbei- und die Aufzucht des Nachwuchses erledigt ist.
:)
Was für eine Diskussion. Eigentlich wollte ich mich da ja raushalten,
aber irgendwie kann ichs doch nicht. Ich war selbst 1 Jahr als Zivi in
einer Behindertenwerkstatt und habe die ganzen Problematiken live
mitbekommen.
Also erstmal finde ich das ziemlich krass dass ich hier dermassen
angemacht werde wo ich nichts böses gesagt habe, ich frage mich was da
manchen Leuten für eine Laus über die Leber gelaufen ist. Ich will mit
Sicherheit niemand zu nahe treten und seine Probleme irgendwie
herunterspielen.
Natürlich kostet so eine Entwicklung richtig viel Geld wenn sie durch
recht kleine Stückzahlen wieder reingeholt werden muss und so viele
Schaltzyklen aushalten muss. Ich frage mich nur ob es nötig ist dass so
ein Gerät so klein und energiesparend ist. Muss man das unbedingt ans
Smartphone anschließen und in der U-Bahn benutzen können? Oder wäre es
wirklich so schlimm wenn man es nur daheim benutzen kann weil es halt 10
Watt braucht und 2kg wiegt?
Ein anderes Thema wo bestimmt übelst die Diskussion losgeht, mich aber
wirklcih interessieren würde weil hier Leute sind die wirklich betroffen
sind, bzw. Leute kennen die das sind: warum sind Leute mit Handicap oft
so verbittert? Kommt das durch die ablehnende Haltung von "normalen"
Menschen? Ich habe damals viele Leute mit Behinderung kennengelernt die
man nur hassen KONNTE, bzw nur mit sehr sehr viel gutem Willen klar
kommen konnte weil sie einen nur schikaniert haben und als Ausrede "ich
bin ja so arm dran weil ich behindert bin" kam. Was ist der Ursprung so
einer Situation? Irgendwie scheint mir das ein echter Teufelskreis zu
sein. Behinderter nutzt seine Situation -> Leute sind ablehnend ->
Behinderter macht noch mehr auf Mitleidstour. Der Anfang könnte
natürlich auch die Ablehnung der Leute sein. Ich verstehs nicht
wirklich.
@ Reinhard Kern: Wie war das mit deinem Problem im Sportverein? Ich kann
mir nicht vorstellen dass jemand gesagt hat: trete bitte aus dem
Sportverein aus weil wir mit einem Herzkranken nichts zu tun haben
wollen. Was ich mir vorstellen kann ist dass die Leute Angst hatten dass
sie in Schwierigkeiten kommen könnten wenn jemand mit dem Herz Probleme
hat und während eines Spiels umkippt und ärztliche Hilfe bräuchte. Sie
fühlten sich hilflos. Auch möglich (unfein von den Leuten) wäre dass sie
denken konnten du würdest die Gesamtleistung eines Teams durch dein
Handicap heruntersetzen.
Alle Menschen mit Behinderung die ich kennen gelernt habe waren sehr
freundlich, offen anderen gegenueber, nicht verbittert... Denke sowas
kommt sehr auf die Art der Unterbringung an.
Stephan S. schrieb:> warum sind Leute mit Handicap oft> so verbittert?
Nicht jeder verkraftet die plötzliche Abhängigkeit von fremder Hilfe.
Das äußert sich dann in für andere unlogischem Verhalten.
Viele müssen sich zustehende Leistungen oder Hilfsmittel gerichtlich
erstreiten. Sehr nervig.
Ausschluss vom normalen Leben durch das Verhalten der Umwelt. Sehr
deprimierend. Man kommt sich nutzlos vor.
u.s.w.
Von der EU geförderte Studien zu allem und jeden gibt`s reichlich.
"ITACTI" Smart Interactive Tactile Interface Effecting Graphical Display
for the Visually Impaired]
war eine davon.
http://www.smarttec.co.uk/itacti/home.htm
Das resultierende Papier ist für den ein o. anderen Diskutanten evtl.
interessant.
http://www.smarttec.co.uk/itacti/deliverables/Tech%20Implem%20Plan.pdf
So gross ist der Markt nicht. 2005 Gesamtzahl blinder Personen ca
155Tsd. brailleproduktenutzer ca. 38750 Pers.
In kenntniss das es sich nicht um einen Laptop für Blinde handelt gibt
es dennochoch eine ungefähre Vorstellung was derartige Gerätschaften
kosten.
Erwartete Abnahme des "blindendisplay" pro Jahr 210 Stück, einzeilige
Variante 1325 Stk.
Bilde sich jeder selbst sein Urteil.
ein ding (wofür die sehbehinderten allerdings nix können) das so teure
dinge von kassen übernommen werden und billige dinge wie brillen die
auch schnell mal 300-800€ kosten nicht.... aber so garnix mehr
martin schrieb:> ein ding (wofür die sehbehinderten allerdings nix können) das so teure> dinge von kassen übernommen werden und billige dinge wie brillen die> auch schnell mal 300-800€ kosten nicht
Wieviel % der Einwohner brauchen eine Brille?
Da kommt den Kassen das bezahlen der Brillen teurer zu stehen. Wobei
sich die Brillenverkäufer (besonders die Ketten) eine goldene Nase
verdienen.
joar aber es ist nunmal so das ich da auch drauf angewiesen bin ...
glaube mir du willst nicht verantworten wenn ich mich ohne brille z.b.
ins auto setze ;) und selbst wenns nur alle 5 jahre 60€ zuzahlung oder
sowas wären wäre es schon einiges fairer ...
martin schrieb:> joar aber es ist nunmal so das ich da auch drauf angewiesen bin ...
Von Brille zu Braille ist`s nur ein billiges a ;)
schlechter Gag, ich weiss.Unsere Heimatfront in Afganistan soll ca.
65Mio/Monat kosten, von mir aus könnstest stattdessen du gerne eine
Brille und noch ein Reserveexemplar geschenkt haben.
Aber mikrocontroller.net, finde ich, ist nicht der passende Ort
derartiger Diskusionen.
beste Grüsse, Sorry, kein Name.
Andreas Ferber schrieb:> Na dann bau mal.>> - 640 Stifte mit Abstand <1mm> - Haltbarkeit mehrere Millionen Zyklen pro Stift (schliesslich soll> die Zeile ein paar Jahre auch bei intensiver Nutzung halten)> - Haltekraft muss hoch genug sein, dass die Stifte durch den Finger> nicht gleich wieder reingedrückt werden> - muss prinzipbedingt jahrelanges direktes "Betatschen" mit den Fingern> aushalten ohne dass Stifte "klemmen"> - stromsparend, damit die Zeile auch mobil benutzt werden kann> - leise!> - flach genug, dass sie vernünftig benutzt werden kann> - kleine Stückzahlen>> Wenn du das alles hast, unterhalten wir uns dann über die> Entwicklungskosten der nötigen Software (Screenreader).>> Zum Abschluss dann noch solche "Kleinigkeiten" wie Support, Garantie> etc., die auch wieder auf kleine Stückzahlen umgelegt werden müssen.>> Andreas
FULL ACK
So isses halt nun mal. Das ist keine Massenware. Die meisten sind heute
in dieser Hinsicht vollkommen verwoehnt und wollen halt alles geschenkt
oder von chinesischen Sklavenarbeitern gefertigt bekommen.
Nur ne Bemerkung am Rande: Wenn ich an die ueblichen Preise in der
Industrie denke sind 18kEUR im Prinzip eine Lachnummer, wenn auch nicht
unbedingt fuer den Endverbraucher. Klingt vielleicht hart, aber das ist
so, davon zahlst Du nicht einmal zwei Wochen eines Vollzeit-Entwicklers
mit.
Stephan S. schrieb:> @ Reinhard Kern: Wie war das mit deinem Problem im Sportverein?
Es wurde schon zurecht gesagt, dass microcontroller nicht der Ort dafür
ist, aber kurz der Vollständigkeit halber: es gibt alle Bedenken die du
aufführst, und sie führen auch zu einer möglichen Reseviertheit, damit
kann und muss man als Kranker zurechtkommen. Eine sehr kleine (aber im
Verein einflussreiche) Minderheit reagierte aber mit offenem und völlig
irrationalem Hass gegenüber "dem Krankhaften". Ich bin daher freiwillig
ausgeschieden, der Verein als ganzes hat mich nicht dazu aufgefordert.
Hilflosigkeit ist vielleicht ein Auslöser, Ärzte kennen das Problem auch
gut, denn so selten ist es auch nicht. Eine Bekannte, die die Diagnose
Brustkrebs erhalten hat, wurde noch am selben Tag mit Firma und Kind von
Ihrem Mann sitzen gelassen, einziger Kommentar "damit werde ich nicht
fertig". Wie bedauernswert, der Mann. Und als ich letztes Jahr ein paar
Tage in der Uniklinik Tübingen bei meiner Mutter verbrachte, kam ich mit
den Schwestern der benachbarten Station für krebskranke Kinder ins
Gespräch: die haben dort kleine Kinder, die seit mehr als 1 oder 2
Jahren in der Krebsstation leben und noch niemals von Eltern oder
Verwandten besucht wurden. Wer sowas nicht glaubt, kann sich ja selbst
umsehen.
Gruss Reinhard
PS was die sportliche Leistung angeht, da war ich nach mehreren Monaten
Klinik und Reha sicher fitter als zuvor.
PS/2 die krebskranken Kinder haben ihre Ablehnung ganz sicher nicht
selbst verschuldet, ausser eben dadurch dass sie krank sind.
Nachdem viel herumdiskutiert wurde, habe ich noch Zweifel ob hier alle
Diskutierer überhaupt schon mit Sebehinderten-PCs zu tun hatten.
Einen Sehbehinderten-PC sollte man nicht mit einer simplen AOK-Brille
vergleichen! Es gehört auch noch passende Software (OCR-SW, Scanner,
Kamera) und eine geduldige Einweisung dazu, die einen Betroffenen
Blinden wesentlich glücklicher machen kann als 10 Weihnachtgeschenke.
z.B. bei Steller könnt Ihr dazu stöbern.
http://www.steller-technology.de/
> So gross ist der Markt nicht. 2005 Gesamtzahl blinder Personen ca> 155Tsd. brailleproduktenutzer ca. 38750 Pers.
Der Markt ist groß genug (WHO: 37 Millionen Menschen weltweit).
Was fehlt ist eine Initiative wie OLPC die Geräte wie z.B. das
http://www.hyperbraille.de/ in großen Stückzahlen fertigt und
entsprechende Unterstützung anbietet.
> In kenntniss das es sich nicht um einen Laptop für Blinde handelt gibt> es dennochoch eine ungefähre Vorstellung was derartige Gerätschaften> kosten.> Erwartete Abnahme des "blindendisplay" pro Jahr 210 Stück, einzeilige> Variante 1325 Stk.>> Bilde sich jeder selbst sein Urteil.
ach also hab ich nur weil ich nicht blind genug bin kein anrecht darauf
das die kasse mich auch in der anschaffung unterstützt ... sehr
interessante einstellung... finde ich ziemlich daneben
ich kann in der uni z.b. ohne brille auch nicht lesen was der prof vorne
anschreibt....
Arc Net schrieb:> Was fehlt ist eine Initiative wie OLPC die Geräte wie z.B. das> http://www.hyperbraille.de/ in großen Stückzahlen fertigt und> entsprechende Unterstützung anbietet.
Die Metec Ingenieur AG hat an dem angeführten Dokument mitgewirkt.
http://www.smarttec.co.uk/itacti/partners.htm> in großen Stückzahlen
selbstverständlich, aber Rationalisierung ist bekanntermassen ein
zweischneidiges Schwert und bsp. Zugang zum chinesischen Markt (7Mio)
die kriegen dass mit Sicherheit den ein oder anderen Yuan(?!) billiger
selber hin ... Die Technik speziell im Bereich Piezzoaktoren schreitet
schnell voran, schwierig da etwas vernünftiges zum Thema beizutragen.
Reinhard Kern schrieb:>> Es geht ueberhaupt nicht um die technische Seite.>> Natürlich geht es wesentlich darum - wie glaubst du denn, dass Preise> entstehen? Aus angewandter Bösartigkeit?
Nein. Sie werden von Marketingexperten aus dem berechnet, was ein
ausreichend großer Kundenkreis bereit ist zu zahlen. Mit dem
tatsächlichen Herstellungspreis hat das heutzutage in der Regel nicht
mehr viel zu tun.
Reinhard Kern schrieb:> Man sieht das ja auch> an diesem Thread: wer was für Behinderte anbietet, ist böse, nach den> Kommentaren hier böser als Google und Microsoft zusammen.
Solche Kommentare regen mich echt mal auf. Wenn du nicht lesen kannst,
lass es bleiben! Als "böse" wird der Hersteller wegen des Preises
bezeichnet, nicht wegen der Zielgruppe. Ich habe das Gefühl, daß du
krampfhaft versuchst, in jede Aussage eine Abneigung gegen Behinderte
hineinzuinterpretieren.
Reinhard Kern schrieb:> Ja, da fangen eben die grossen Probleme an: die Braille-Punkte dürften> so etwa 2-3 mm auseinanderliegen - wie bringt man Magnete oder was auch> immer so eng nebeneinander?
Klingt für mich vom Prinzip her ähnlich dem Druckkopf eines
Nadeldruckers, nur mit weniger hohen Anforderungen, da Auflösung und
Schaltfrequenz geringer sind. Allerdings muß dafür die Nadel auch
gehalten werden können, und die Gesamtanzahl an Nadeln ist größer.
Hallo Rolf,
sagen wir mal so: falls ich nochmal auf die Idee kommen sollte, etwas
für den Behinderten- und Pflegebereich zu entwickeln und anzubieten,
dann würde mich der Verlauf dieses Threads keineswegs ermutigen, sondern
viel eher davon abhalten.
Ich sollte den Thread wohl abspeichern und aufbewahren, damit ich nicht
auf dumme Gedanken komme.
Übrigens, wovon glaubst du lebt eine Firma, die höhere
Herstellungskosten hat als der von den Marketingexperten festgelegte
Preis? Verglichen mit deiner Markttheorie war die Planwirtschaft der DDR
ja noch extrem realistisch.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Übrigens, wovon glaubst du lebt eine Firma, die höhere> Herstellungskosten hat als der von den Marketingexperten festgelegte> Preis?
Du meinst, wenn man zur Kostendeckung das Produkt so teuer machen muß,
daß es keiner mehr kauft? Da gibt's mehrere Möglichkeiten. Mir fallen da
auf Anhieb ein:
- Das Marketing pusht das Produkt, bis man genug verlangen kann
- Man bietet Zubehör an, das man so teuer macht, daß man darüber
das Geld wieder reinholt
- Das Produkt wird eingestampft
- Die Firma geht pleite
Was ich nicht so ganz verstehe ist, wozu braucht man den einen
speziellen "Blindenlaptop"? Die Braille Zeile zu integrieren ist doch
Mist, das kann man doch lieber per USB anstöpseln, dann würde ich noch
eine eine Tastatur mit mehr als den sonst zwei üblichen
Referenzmarkierungen erwarten.
Der Rest sollte doch Software sein also eigentlich ein "normaler" Laptop
mit etwas Zubehör, oder stelle ich mir das zu simpel vor?
Ich kenne es persönlich nur von einem Schüler welcher stark Fehlsichtig
war, der brauchte halt so eine Software die alles Superriesig darstellt
(Bildschirmlupe)... weiß daher nicht was für "Fallen" sonst noch so
lauern.
Sorry Rolf, hast wahrscheinlich noch Sehbehinderten PC versorgt?
Der PC ist noch das Simpelste. Es sollte jedoch den ganzen
Bildschirminhalt z.B. vorlesen können, mit der Kamera etwas erfassen
können, OCR verarbeiten, Tabellen automatisch richtig ausfüllen usw...
Dafür sind auch zahlreiche Übungsstunden mit dem Sehbehinderten
einzuplanen, die auch noch Geld kosten ...
Die Kassen zahlen nicht nach Stunde, sondern nach Versorgung, pauschal.
Das heißt, als Versorger kannst du alle Stunden, die du für
Installation, Schulung etc. brauchst, nicht nach Bedarf verrechnen. Aber
beachte: Versorger ist nicht Hersteller. Auf so einer Installation ist
2x DB1 drauf, und trotzdem geht es sich nur grad mal so aus.