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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf habt ihr schon mal ing-mangel erlebt?


Autor: journalist (Gast)
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war von euch in der vergangenheit schon mal jemand in einer firma,
wo es tatsächlich ingmangel gab?

wenn ja, wie hat sich dies auf eure arbeitsbedingungen ausgewirkt, hat 
sich das im gehalt spürbar gemacht?
was hat euer chef gegen den ingmangel getan?

danke und mfg!

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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Was verstehst Du unter "Mangel"? Dass die Personaldecke in einer 
Abteilung sehr dünn ist und die Arbeitsbelastung pro Angestelltem 
dementsprechend hoch? Das ist gerade in Aktiengesellschaften so gewollt. 
Vereinfacht gesagt: Personalkosten sinken --> Aktienkurs steigt. 
Außerdem kann man das Geld, was man nicht für Angestellte ausgibt, als 
Dividende an die Aktionäre ausschütten. Am besten wäre also eine Firma 
mit null Angestellten ;-)

journalist schrieb:
> was hat euer chef gegen den ingmangel getan?

Warum sollte der Chef da was gegen machen? Nach der Logik des 
Shareholder-Value-Prinzips passt es ja wie's ist. Manche Führungskraft 
(Gruppenleiter, Abteilungsleiter) wäre ja noch vernünftig und würde 
gerne mehr Leute einstellen, darf dies aber von der Geschäftsleitung 
aus nicht.

Noch anders ausgedrückt: Dass es eine offene Stelle in der Firma gab und 
diese dauerhaft nicht besetzt werden konnte, habe ich noch nie erlebt 
und halte dies auch für unwahrscheinlich.

Autor: High Performer (Gast)
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>Am besten wäre also eine Firma mit null Angestellten ;-)

Deshalb setzt ja gerade Siemens wieder tausende Leute auf die Straße. 
Irgendwann merken die, dass man Personal braucht, wenn man etwas 
herstellen will. Oh, ich vergaß, das richtig dicke Geld wird ja nicht 
mehr mit der Produktion, sondern irgendwelchen Devisen- und anderen 
Finanzgeschäften gemacht. Also doch die Null-Mann-Firma ;-)

Und falls man doch irgendwann mal einen Sklaven braucht, gibt's ja 
massig Sklaventreiber aka Leihfirmen aka Personaldienstleister.

Ich überlege mir gerade, ob ich selbst so eine Plattform aufziehen soll. 
Ich würde dann natürlich nur einen sehr geringen eigenen Aufschlag 
berechnen, vielleicht sogar eine Pauschale pro Vermittlung. Wäre 
natürlich für alle Seiten optimal: Der Leiharbeiter hat mehr im 
Geldbeutel, und/oder der Auftraggeber bezahlt weniger. Nur ich würde 
nicht im Geld schwimmen. Wäre aber auch egal ;-)

Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
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Künstlicher, gewollter Mangel: Ja.

Mieser Job, mies bezahlt nicht besetzbar: Ja

Seriöse Stelle mangels geeigneten Bewerbern nicht besetzt: Nein.

Autor: hui (Gast)
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> sondern irgendwelchen Devisen- und anderen Finanzgeschäften gemacht


Demnächst treiben dann nur noch Computer automatisiert miteinander 
Handel - also tatsächlich keine Mitarbeiter mehr ;)

Autor: tsag (Gast)
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Es gibt höchstens einen Mangel an guten Ingenieuren mit Berufserfahrung, 
die bei bundesweitem Einsatz mit 30TEUR zufrieden sind. Dieses Geschrei 
hört man quer durch alle Wirtschaftszyklen, es geht wohl eher darum das 
Lohnniveau durch Zuwanderung (Computerinder beim Gummikanzler) oder die 
Aufweichung der Abschlüsse (wie beim Master) abzusenken.
Man kann  aus den vorhandenen Leuten mit Druck kurzzeitig mehr 
herausholen (besonders in kritischen Zeiten wie jetzt), will man dies 
auf Dauer tun spielen die Leute nicht mehr mit, spätestens wenn der 
Erfolg der Anstrengungen an ihnen vorüber geht.
Ich persönlich habe es schon einmal erlebt dass eine offene Stelle lange 
nicht besetzt wurde, das lag aber daran daß man letztendlich vergeblich 
auf den genau passenden Kandidaten gewartet hat. Man kann m.E. nicht 
erwarten, dass der Arbeitsmarkt oder die Hochschulen jederzeit den 
passenden Spezialisten liefern. Ingenieure sind das Kapital vieler 
Unternehmen, sie haben im Laufe vieler Jahre das know-how erarbeitet, 
auf dem die Produkte oder Dienstleistungen beruhen. Jeder Unternehmer 
täte eigentlich gut daran diesen Schatz weiterzubilden und bei Laune zu 
halten.

Unter Shareholder-value verstehe ich nicht das kurzfristige Schielen auf 
gute Quartalsabschlüsse und hohe Dividenden. Dividenden schmälern die 
Basis des Unternehmens, das Geld fehlt für wichtige Investitionen in die 
Zukunft. Der Wert des Unternehmens sinkt ab, mit ihm dann auch der 
Aktienkurs. Diesen Effekt kann man gut bei der deutschen Telekom 
beobachten, sie zahlt mit die höchsten Dividenden. Ich habe übriges 
selbst Aktien von einigen bekannten Unternehmen. Aktien sind für mich 
eine längerfristige Geldanlage, damit bin ich auch zu Zeiten der Blase 
am Neuen Markt (da war ich nie investiert) gut gefahren.

Autor: High Performer (Gast)
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>Unter Shareholder-value verstehe ich nicht das kurzfristige Schielen auf
>gute Quartalsabschlüsse und hohe Dividenden.

Du vielleicht nicht, aber alle anderen ;-)

Autor: christoph (Gast)
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1.
>Man kann m.E. nicht
>erwarten, dass der Arbeitsmarkt oder die Hochschulen jederzeit den
>passenden Spezialisten liefern.
2.
>Ingenieure sind das Kapital vieler
>Unternehmen, sie haben im Laufe vieler Jahre das know-how erarbeitet,

Der zweite Satz erklärt den ersten: Hochschulen liefern keine 
"Fachkräfte" sonder Absolventen. Ein Absolvent wird erst nach einigen 
Jahren zur "Fachkraft".

Daraus ergibt sich ein Paradoxon: Man kann so viele Studenten zum 
Studium überreden wie man will, es wird trotzdem immer einen 
Fachkräftemangel geben.

Es gibt erst dann keinen Fachkräftemangel mehr, wenn die Firmen viele 
Studenten zu "Fachkräften" ausbilden. Das werden die Firmen aber nicht 
tun, weil es viel Geld kostet.

D.h. das Problem Fachkräftemangel bleibt unlösbar.

Autor: Big Game James (Gast)
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christoph schrieb:
> Der zweite Satz erklärt den ersten: Hochschulen liefern keine
> "Fachkräfte" sonder Absolventen. Ein Absolvent wird erst nach einigen
> Jahren zur "Fachkraft".

Den Unterschied machen wohl die Firmen. Fakt ist: Wer von der Uni kommt 
und einen harten Studiengang zügig abschließen konnte, hat einiges 
drauf, um sich sehr schnell einzuarbeiten.

Das, was unter "Einarbeitung" fällt, ist oft fachfremdes Zeug und leider 
oft genug durch die Firmen selbst verursacht. Klar, wenn jemand 
medizinische Software schreiben soll, muss er sich da einarbeiten. Aber 
andererseits wird die Einarbeitung verzögert durch Bürokratie und 
schlechte Dokumentation. Ich ärgere mich regelmäßig darüber, dass ich zu 
viele Abkürzungen immer nachfragen muss. Wenn etwas im 
Abkürzungsverzeichnis steht, ist das oft Glück.

Autor: christoph (Gast)
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>Fakt ist: Wer von der Uni kommt
>und einen harten Studiengang zügig abschließen konnte, hat einiges
>drauf, um sich sehr schnell einzuarbeiten.

Wie lange bist Du schon im Geschäft? Hast Du schon Berufserfahrung?

Autor: schmierfink (Gast)
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Gibts hier wirklich Niemanden, in dessen Firma mal händeringend (tm) 
nach Ingenieuren gesucht wurde???

Wie sieht das eigentlich aus wenn der Chef sich die Hände "ringt" weil 
kein Ingenieur zu finden ist?

Autor: Gust (Gast)
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Ja, ich erleb ihn gerade :

Der Mangel besteht darin, dass die Firma niemanden einstellt, obwohl der 
Bedarf da ist. Es geht auch nicht darum, dass es der Firma aufgrund der 
wirtschaftlichen Situation schlecht geht. Man versucht halt nur, die 
aktuelle Mamut-Aufgabe (Dauer mind. 3Jahre) mit den vorhandenen Leuten 
zu stemmen, obwohl die 1.5-2fache Mannschaft benötigt würde.

Ich denke : Wenn das Projekt am Ende mit der vorhandenen Mannschaft 
irgendwie (auch mit Abstrichen) doch fertig wird, dann kann das gesparte 
Geld als Boni auf der Managerebene verteilt werden ! Hier steht weniger 
die Qualität des Produktes für den Kunden im Vordergrund sondern 
vielmehr die Persönlichkeit/Gier/Erfolg des Managers (s. Bankenkriese!).

Autor: schmierfink (Gast)
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Gust Du redest doch am Thema vorbei!

Ich meine das Szenario, wo ein Chef wirklich nach Leuten sucht, aber 
keine
finden kann, weil der Markt "leergefegt" ist und er sich deswegen schon 
die "Hände ringt" bei Frau Merkel, dem ITW und dem VDI anruft und Inder 
(oder so) fordert! Ich suche Ingenieure, die das schon erlebt haben für 
ein Interview.

Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
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schmierfink schrieb:
> Ich suche Ingenieure, die das schon erlebt haben für
> ein Interview.

Mach es doch so wie alle Qualitätsjournalisten, wenn sich partout 
niemand findet, mit dem sich die vom Auftraggeber bestellte und bezahlte 
These untermauern läßt:

Denk dir das Interview komplett aus, kauf dir jemanden, der das 
gewünschte sagt oder verfälsche irgendein Interview von jemandem er sich 
nicht wehren kann.

Die paar Kröten, die das extra kostet, jubelst du dem Auftraggeber als 
Spesen unter. Kleines Journalisteneinmaleins.

Autor: Gust (Gast)
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nein, ich rede nicht am Thema vorbei !!!

Es liegt nicht daran, dass es keine Leute gibt ! Es liegt daran, dass 
die "Chef´s" die vorhandenen Leute nicht haben wollen, da sie nicht 
kostenlos arbeiten !

Es geht eigendlich nur um die ART und WEISE wie die Firmen ihre 
Bedürfnisse nach aussen hin kommunizieren. Es wird versucht, mit diesem 
Vorgehen einen "künstlichen" Überschuss zu produzieren, um die Löhne 
allgm. zu senken.

Wie sonst soll man sich erklären, dass die vielen entlassenen Ingeneure 
von NOKIA, SIEMENS, BENQ etc. der letzten Jahre noch auf der Strasse 
stehen ? Dass die Firmen geschlossen wurden lag nicht an schlechten 
Ingeneuren !

Autor: Warmweiß (Gast)
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Hannes Jaeger schrieb:
> Denk dir das Interview komplett aus, kauf dir jemanden, der das
> gewünschte sagt oder verfälsche irgendein Interview von jemandem er sich
> nicht wehren kann.
>
> Die paar Kröten, die das extra kostet, jubelst du dem Auftraggeber als
> Spesen unter. Kleines Journalisteneinmaleins.

Du meinst die Art und Weise, wie der VDI das schon seit Langem handhabt?

Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
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Was Qualitätsjournalisten halt so routinemäßig machen um Geldgeber zu 
befriedigen.

Autor: christoph (Gast)
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Meiner Meinung nach ist eure Haltung gegenüber den Journalisten zu 
negativ. Versucht mal mit einem Journalisten einer Fachzeitung zu reden 
oder ein Mail zu schreiben. Ich habe mehrmals die Erfahrung gemacht, 
dass die Leute sehr offen und interessiert sind.
Das Problem mit dem falschen Bild in den Medien rührt meiner Meinung 
nach daher, dass sich eher die Firmenleitungen mit den Medien in 
Verbindung setzen und weniger der Ingenieur aus dem Labor.
Die Leute aus dem Labor versuchen es einfach gar nicht. Probiert es mal, 
in vielen Fachzeitschriften finden sich die E-Mail Adressen der 
Redakteure. Ihr werdet erstaunt sein, dass Ihr auch meistens eine 
Antwort erhaltet. Nur wenn Ihr euch äußert, kann eure Meinung gehört 
werden.

Autor: Faktenschreiber (Gast)
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Hallo,

die Journalisten wissen das alles schon seit xx Jahren , nur wir
haben in unsrem Land nicht das politische und gesellschaftskritische
Umfeld ...

Ich arbeite auf einer gewissen Ebene als Freier für ne Zeitung, man 
traut
sich nicht auch nru ansatzweise kritisch gegen Firmen im Umland zu
schreiben . Und große Magazine bekommen auch Schwierigkeiten,wenn
das Werbebudget absäuft.

Nehmen wir doch nur die Hartz4 Demos .... ich kann mich gut an einen
Fernsehausschnitt erinnern , da schob der Clement im Hintergrund "voll
die Panik"...

Wie ist diese Sache ausgegangen ? - Obwohl selbst an diesem Thema
"Ingenieursmißbrauch" stark interessiert , weil eben auch selbst
betroffen davon , wird sich zu 99,9 % wenig ändern bis wirklich
nur noch 1 Bewerber pro 1 Stelle anliegt

das heißt , selbst die "Regierung" bekommt "Post" ... das wird schon
registriert, nur man laviert halt leider so weiter wie bisher

Derzeit sinds im Schnitt weit über 14 :1  wobei bei wirklich 
interessanten
sicherlich nach wie vor dreistellige Werte antreffbar sind

Die einzige Sprache die verstanden wird , ist .

- Mangels Geld kein Konsum ( insbes. von deutschen Autos )
- Familiär : natürlich zerokids policy

- Garnicht zur Wahl gehen

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