Bastian schrieb:
> Mit dem Digital-Pin wird die Richtung gesteuert, mit dem PWM-Pin dann
> die Geschwindigkeit. Allerdings ist 80%PWM nicht bei beiden Richtungen
> gleich 80% sonder einmal nur 20% aber das lässt sich softwaretechnisch
> ja sehr leicht lösen.
Ja, da hast du recht, so geht es natürlich auch ohne externe Bauteile.
Vielen Dank für die Erleuchtung :)
Tropenhitze schrieb:
> Ich suche im Datenblatt den PWM-Pin und den Digital-Pin. Leider
> vergeblich.
Das ist der Grund, warum ich erst auch verwirrt war. Es ist aber eigent-
lich ganz einfach: Das PWM-Signal kommt an IN1, das Richtungssignal an
IN1 oder umgekehrt. Der EN-Eingang bleibt statisch auf high oder wird an
einen weiteren µC-Pin angeschlossen, wenn man die H-Brücken-Ausgänge
hochohmig schalten möchte.
Ich habe bisher immer Variante 1 genommen, hätte aber wahrscheinlich
keinen großen Unterschied zwischen den beiden Varianten festgestellt,
weil der Motor über einen Inkrementalgeber drehzahlgeregelt wurde,
weswegen ich nicht mit Anlaufschwierigkeiten bei geringen Drehzahlen
u.ä. zu kämpfen hatte.
Noch ein paar Unterschiede zwischen den Varianten, die ich mir gerade
überlegt habe:
Bei Variante 1 wird der beim Ausschalten auf Grund der Induktivität
weiterfließende Strom über die Versorgung bzw. einen dazu parallel
geschalteten Kondensator abgeleitet, was zur Störungen auf der Versor-
gungsspannung führen kann. Bei Variante 2 zirkuliert dieser Strom
weitgehend innerhalb der H-Brücke, so dass man nicht nur weniger
Störungen hat, sondern auch den Kondensator parallel zur Versorgung
deutlich kleiner machen kann.
Auch die Stromänderungen sind in Variante 1 größer, was ebenfalls zu
mehr Störungen führt.
Da der Strom im Aus-Zustand bei Variante 2 die meiste Zeit nur über
2×RDSon und nicht über zwei Dioden und einen Kondensator wie in Variante
1 fließen muss, dürften in Variante 2 die Verluste etwas geringer sein.
Bei Variante 2 kann im Aus-Zustand der Strom durch den Motor länger wei-
terfließen. Dadurch ist der mittlere Strom bei gleichem Tastverhältnis
i.Allg. größer als bei Variante 1. Während bei Variante 2 der Zusammen-
hang zwischen Tastverhältnis und mittlerem Strom (und damit dem Drehmo-
ment) näherungsweise linear ist, ist er es bei Variante 1 nicht, was je
nach Anwendung ein Vor- oder Nachteil darstellen kann. Bei einer Dreh-
zahlregelung spielt dieser Punkt keine große Rolle, da diese Nichtlinea-
rität zusammen mit der des Motors automatisch ausgeregelt werden.
Wenn ich mir das so überlege, werde ich nächstes Mal Variante 2 auspro-
bieren. Evtl. muss man sich beim Nulldurchgang (also beim Umschalten von
vorwärts nach rückwärts) softwareseitig etwas Gedanken machen, da dort
ja das Tastverhältnis einen Sprung von 0% nach 100% machen muss. Unüber-
legte Programmierung könnte dazu führen, dass der PWM-Pegel bis zu eine
PWM-Periodendauer lang den falschen Pegel hat, was gerade bei Drehzahl-
regelungen bei Sollwert 0 zu unschönen Effekten führen dürfte.