Hallo,
was macht denn ein Balancer für Lipo-Akkus genau und wie funktioniert
er?
Hat schonmal jemand einen Balancer für Lipo-Akkus selbst gebaut?
Würde mich über einen Schaltplan sehr freuen....
Danke
Kamikaze-Flyer aka Ingo
Schrumpeltilzchen schrieb:> http://www.elv-downloads.de/service/manuals/LBA1/6...
Auch wenn ELV das so nennt, das ist kein Balancer. Typisch ELV,
Bildzeitungsniveau halt. In den Funktionshinweisen kommen sie
schließlich selber drauf, daß es sich um einen elektronischen
Lastwiderstand handelt.
Ein Balancer - oder auf deutsch Ladungsausgleicher - hat Anschlüsse für
mindestens 2 Akkus, schließlich geht es darum 2 oder mehrere Akkus
auszugleichen, d.h. auf gleiche Ladespannung zu bringen.
Ein echter Balancer ist z.B. hier zu sehen:
http://www.f5b.dk/lipo/default.htm
>Lass die Finger davon und kauf dir einen Lader. Deine Gesundheit, dein>Haus und deine Akkus werden dir die 80 Euro investiertes Geld danken!
Richtig. Die Kosten für die Beseitigung der Feuerschäden stehen in
keinem Verhältnis zu denen eines Laders. Für Akkus bis 4S und ca. 3000
mAh tuts auch dieses noch preiswertere mit integriertem Balancer:
http://www.mhm-modellbau.de/part-R-8540.php
Der Schaltplan (nimm gleich den Ersten) ist doch einfach genug. Die
beiden Akkuspannungen werden miteinander verglichen (obwohl die
Parallelschaltung von je einem 1%- und einem 0,5%-Widerstand Unsinn ist,
aber das tut hier nichts zur Sache) und eventuelle Abweichungen
voneinander werden über die Leuchtdioden abgeleitet. Recht viel mehr ist
da nicht, da braucht man gar kein Dänisch dazu.
Moinsen.
bei normalen mehrzellenakkus werden die zellen unterschiedlich geladen,
je nach dem wie der zustand der zelle ist. ist bei den meisten akkupacks
nicht weiter wild, da die ladeschlussspannung einer zelle die
ladespannung einer anderen zelle erhöht und somit am ende alle relative
gleich geladen sind.
bei lipos ist das nicht unbedingt so. eine defekte zelle oder eine die
langsamer lädt als die anderen, sort dafür das die anderen zellen zu
viel spannung bekommen und im schlimmsten fall explodieren.
der balancer misst beim laden des akkupacks die spannung der einzelnen
zellen und regelt über die zusätzlichen anschlüsse die ladespannung der
einzelnen zellen nach.
beim balancer werden sozusagen alles zellen (mehr oder wehniger) einzeln
geladen. dadurch wird verhindert das einzelne zellen überladen und
andere nicht ausreichend geladen werden.
eigen bau ist möglich, aber nicht nötig.
mein (gekaufter) balancer kann mit ner eingangsspannung von 12V oder
230V bis zu 6-zellige lipos laden ( um die 22,2 V)
lg Martin
<EDIT> rechtschreibfehler dürfen behalten werden</EDIT>
Micha H. schrieb:> Der Schaltplan (nimm gleich den Ersten) ist doch einfach genug. Die> beiden Akkuspannungen werden miteinander verglichen (obwohl die> Parallelschaltung von je einem 1%- und einem 0,5%-Widerstand Unsinn ist,> aber das tut hier nichts zur Sache) und eventuelle Abweichungen> voneinander werden über die Leuchtdioden abgeleitet. Recht viel mehr ist> da nicht, da braucht man gar kein Dänisch dazu.
Und wie Funktioniert das Teil? Bzw. Wo kommt das Ladegerät dran?
Wenn eine Zelle die Ladeschlusspannung erreicht hat stellt das der
Balancer an dieser Zelle auf 'Strom an der Zelle vorbei' und es wird nur
noch die eine Geleaden, doer wie?
>Wenn eine Zelle die Ladeschlusspannung erreicht hat stellt das der>Balancer an dieser Zelle auf 'Strom an der Zelle vorbei'
Das wäre der Idealfall. Die meisten Balancer arbeiten jedoch so, daß sie
versuchen, während der Ladung alle Zellen auf gleichem Spannungsniveau
zu halten. Hat eine Zelle mehr Spannung als die anderen, dann wird ein
Teil des Stromes über den Balancer geleitet und "verbraten". Das klappt
aber nur, wenn die Zellen nicht zu stark voneinander abweichen, da die
Balancer i.d.R. nur einen relativ geringen Strom vorbeileiten können.
Die Größenordnung bewegt sich zwischen einigen zehn bis einigen hundert
Milliampere. Das ist nicht sehr viel, da der Ladestrom mehrere Ampere
betragen kann. Bei starker Drift würde der Ableitstrom nicht ausreichen,
um ein Überladen der Zelle zu verhindern. Gute Balancer werden daher
nicht nur den Zellen parallel geschaltet, sondern unterbrechen bei
Überschreitung der zulässigen Zellenspannung den Ladestrom komplett. Die
o.g. Schaltung kann das aber nicht.
>...und richtig gute verbraten die "überschüssige" Leistung nicht in>Widerständen sondern schaufeln die Ladung den schwächeren Zellen zu.
Keine schlechte Idee, aber wahrscheinlich zu aufwendig für
RC-Modellbau-Lader. Es gibt auch noch bestimmte Kombinationen aus
Balancer und Lader, die miteinander "reden", sodaß der Balancer das
Ladegerät veranlassen kann, weniger Strom zu liefern oder auch
abzuschalten.
> Gute Balancer werden daher nicht nur den Zellen parallel geschaltet,> sondern unterbrechen bei Überschreitung der zulässigen Zellenspannung> den Ladestrom komplett.
Bezieht sich das "Gut" auf die eine Zelle oder auf eine vollständige
Abschaltung? Letzteres machen alle.
BTW: Balancer sind bei den Zwei-Zellen-Packs IMO nicht wirklich häufig
im Consumerbereich. Bei den typischen kleinen 7.4V-Akkus von Kameras
(egal ob Noname oder teure Marke, zB. Canon) habe ich noch KEINEN
Balancer gesehen, nur die übliche Über/Unterspannungsabschaltung. Damit
ist es dann kein Wunder, dass die Packs schon nach relativ kurzer Zeit
untauglich sind, weil eine Zelle nie voll wird und das immer weiter
auseinanderläuft. Wenn man den Pack aufmacht und beide Zellen einmal
separat volllädt, taugt der Pack wieder eine Zeitlang.
Icke schrieb:> Keine schlechte Idee, aber wahrscheinlich zu aufwendig für> RC-Modellbau-Lader.
Das macht ja auch beim Entladen durchaus Sinn. Wenn man z.B. mit seinem
Flieger möglichst lange in der Luft bleiben will, sollte man auch hier
balancen. Also ich würde es machen... :-)
Also die Lader, die ich so für Universal/RC-Zwecke kenne (zB. imax
6b/hype xtreme bei ebay, gibt diverse recht ähnliche), haben den
Balancer gleich integriert.
>Bezieht sich das "Gut" auf die eine Zelle oder auf eine vollständige>Abschaltung? Letzteres machen alle.
Nein, das machen eben nicht alle. Im RC-Modellbau gibt es viele einfache
Balancer, die lediglich den Zellen parallel geschaltet werden, während
die Pol-Klemmen des Akus direkt am Ladegerät hängen. Diese Art von
Balancer kann den Ladestrom nicht unterbrechen. Die besseren werden
dagegen in die Zuleitung eingeschleift.
>Das macht ja auch beim Entladen durchaus Sinn. Wenn man z.B. mit seinem>Flieger möglichst lange in der Luft bleiben will, sollte man auch hier>balancen.
Du unterschätzt die Ströme, die ein Flugmodell dem Akku entnimmt. Ein
relativ kleiner Heli der 450er Klasse zieht schon mal 40-50 A aus einem
2000 mAh Akku. Deswegen wird nix balanciert. Es gibt aber
Überwachungsschaltungen für die einzelnen Zellen, um
Tiefentladungsschäden zu vermeiden.
Icke schrieb:> Du unterschätzt die Ströme...
Keineswegs. Gerade bei solchen Strömen macht es halt Sinn. Dass man hier
für ordentlich Balancingstrom sorgen muss ist klar; das sollte aber
machbar sein.
Icke schrieb:> Deswegen wird nix balanciert.
Weswegen?
>Weswegen?
Das hat ganz einfache praktische Gründe. Die Balanceranschlüsse der
Akkus sind nur mit sehr dünnen Kabeln und filigranen Steckern
ausgeführt, d.h. sie vertragen max. Ströme von vielleicht 2-3 Ampere.
Für balancierte Entladung müßte man große Querschnitte und
Hochstromstecker einsetzen. Das wiederum führt zu erhöhtem Platzbedarf
und höherem Gewicht. Ein Balancer für solch hohe Ströme müßte ebenfalls
recht kräftig ausgeführt sein und bringt nochmals Platzbedarf und
Gewicht mit. In den meisten Flugmodellen hat man aber ohnehin schon
wenig Platz und zusätzliches Gewicht will man schon gar nicht haben.
Aus praktischer Erfahrung heraus kann ich sagen, daß ein
"Entladebalancer" auch völlig unnötig ist. Die Zellen driften während
eines Fluges nur selten nennenswert auseinander. Falls sie es doch tun,
dann stimmt mit dem Akku sowieso irgendwas nicht. Und beim Aufladen wird
wieder angeglichen.
>Was haltet ihr von demda?
Wenn ich das richtig sehe, ist das eigentlich gar kein Balancer, sondern
eher ein Begrenzer. Das heißt, das Ding greift erst ein, wenn die
Zellenspannung über 4,2V ansteigt und vorher findet kein Abgleich der
Zellen statt. Auch ist das Teil nicht in der Lage, den Ladestrom
komplett zu unterbrechen. Ein vernünftiger Balancer sollte das aber
können und außerdem die Zellen unabhängig vom Ladezustand sofort auf
gleiches Spannungsniveau bringen. Tu dir und deinen Akkus den Gefallen
und kauf einen fertigen, z.B. den hier:
http://www.mhm-modellbau.de/part-R-8492.php>Seh ich das richtig? Wenn der Balancer balanced - dann schließt er die>Zelle über den MOSFET kurz?
Nein, nur der Ladestrom wird an der Zelle vorbeigeleitet und im MOSFET
verbraten.
Jetzt habe dazu mal eine Frage.
Ich besitze ein geregeltes Netzteil, bei dem ich Spannung 0 - 80 V und
den Strom von 0 - 40 A einstellen kann.
Ich lade schon einige Zeit 1s lipos damit.
Max Spannung stelle ich hierbei auf 4,17 V, den Strom begrenze ich auf
1c oder laut Angabe auf den max. Ladestrom.
Beim Ladevorgang ist der Strom anfangs gleich dem eingestelltwn max
Strom, die Spannung steigt dabei kontinuierlicg bis letztendlich die
Spannung die eingestellten 4,17 V erreicht und der Ladestrom 0,00 A.
Jetzt die Frage(n):
Die Art und Weise des Ladens ist laut meinem Verständnis die für
Lipo-Akkus richtige, bin ich da jetzt richtig "gewickelt"?
Und 2. Wenn ich den Balanceranschluss (2mal minus, 1mal plus) bei einem
7,4 V lipo parallel schliesse und alles genauso wie ich es bei dem 1s
Akku mache, müßte doch alles ok sein?
Richtig?
Danke schon mal für die kompetenten Antworten.
lg 2fla66
2fla66 schrieb:> Die Art und Weise des Ladens ist laut meinem Verständnis die für> Lipo-Akkus richtige, bin ich da jetzt richtig "gewickelt"?
Das ist prinzipiell schon richtig.
Wichtig ist aber, dass die eingestellte Spannung auch wirklich stimmt (
sehr genaues Digitalmultimeter nötig ).
Der Spannunganzeige des Netzteils würde ich bei so einer Anwendung nicht
trauen.
Ausserdem sollte der 1C Akku eine kleine Schutzplatine gegen Überladung
/ Tiefenladung haben.
Stimmt, da kam wohl mal wieder meine Gutgläubigkeit durch, die in diesem
Fall aber nicht unangebracht war, und GsD nur eine sehr geringe
Abweichung ergeben hat.
Aber balancen sich die Zellen des 7,4 V 2s Akkus auf diese Art und Weise
jetzt von selbst?
Wenn ich das richtig verstanden habe lädt eine Zelle mit Ladevorsprung
ja langsamer durch die höhere Zellenspannung, dadurch sollte die
langsamere aufholen, da ja Strom begrenzt wird und die Spannung ja
entsprechend der volleren Zelle angepasst wird.
Da bei einem nicht defekten Akku ja die Differenz nicht so groß sein
sollte würden sich die Zellenspannungen am Ende der Ladezeit auf
gleichem Niveau treffen.
Wenn ich den Akku so laden will, kann ich dann als max Ladestrom 1c
einstellen (wenn das als max Ladestrom angegeben ist), oder muss ich das
dann noch durch die Anzahl der Zellen teilen?