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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik 72V Akku laden (Reihenschaltung Autobatterien)


Autor: Mr Bean (Gast)
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Hallo

Ich würde gerne ein Ladegerät für eine Reihenschaltung von Autobatterien 
bauen. Könnt ihr mir hierzu ein paar Tipps gebe?
Kann ich bei 6 Autobatterien einfach die Ladeschlussspannung einer 
Batterie mit 6 multiplizieren und dann einfach bis zu dieser 
Ladeschlussspannung laden? Oder muss ich irgendweche anderen Dinge 
zusätzlich beachten?
Ist es vielleicht besser das Ganze aufzuteilen auf 2x36V? Bringt das 
vielleicht Vorteile bei der Dimensionierung der Bauteile (Trafo, FET`s)?

Grüße

Bean

: Verschoben durch Admin
Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Mr Bean schrieb:
> Ist es vielleicht besser das Ganze aufzuteilen auf 2x36V? Bringt das
>
> vielleicht Vorteile bei der Dimensionierung der Bauteile (Trafo, FET`s)?

Aufteilung auf 6 x 12 V oder 3 x 24 V  hat den Vorteil das man fertig 
kaufbare gängige LAdegeräte aus Massenproduktion günstig einsetzen kann.

Autor: Mr Bean (Gast)
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Ok, das hab ich auch schon in Betrach gezogen.
Würde mich aber trotzdem gerne über die Möglichkeit informieren etwas 
selbst zu bauen und den "72V" Verbund mit einem Gerät zu laden.

Grüße

Bean

Autor: MaWin (Gast)
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> Kann ich bei 6 Autobatterien einfach die Ladeschlussspannung einer
> Batterie mit 6 multiplizieren und dann einfach bis zu dieser
> Ladeschlussspannung laden?

Ja.

> Ist es vielleicht besser das Ganze aufzuteilen auf 2x36V? Bringt das
> vielleicht Vorteile bei der Dimensionierung der Bauteile

72V sind gefährlich viel und erfordern Isolation.

Desweiteren wird in einem Akku eine Zelle zuerst ausfallen, dann werden 
die anderen überladen und stärker belastet, und je mehr ausfallen, um so 
schneller geht es zu Ende. Daher lohnt sich eine Überwachung jeder 
einzelnen Zelle (ok, wird bei Autoakkus auch nicht gemacht, aber was 
interessieren den Hersteller die Kosten beim Käufer?) damit man nie 
überlädt und früh erkennt, wann eine Zelle ausfällt (und sie ersetzen 
kann).

Autor: tripledot (Gast)
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72V ist noch nicht so dramatisch. Was gefährlicher beim Handling werden 
kann, ist die Stromfähigkeit...das heißt, WENN du mal einen kleinen 
Kurzschluss machst - zB mit Schraubenschlüssel beim Montieren der 
Batterien, dann kracht es schon ganz gut.

Achte beim Bau des Ladegerätes, dass die Spannungen über 90V kommen. 72V 
ist für 6x Autobatterie nur die Nennspannung.

Ansonsten....Zellbalancing ist bei Bleibatterien eigentlich Unsinn. Wenn 
eine Zelle ausfällt, dann fällt sie eben aus und kann aber trotzdem noch 
den Strom weitertragen.

Zellbalancing macht erst dann Sinn, wenn die Batteriechemie keine 
Nebenreaktionen beim Laden/ Überladen hat (wie zB Lithiumbasierte 
Batterien). Bei Bleibatterien fängt es nur an stärker zu gasen. Das kann 
man mit vernünftiger Wartung/ Auffüllen von destilliertem Wasser wieder 
kompensieren.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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tripledot schrieb:
> Bleibatterien ... Wenn
>
> eine Zelle ausfällt, dann fällt sie eben aus und kann aber trotzdem noch
>
> den Strom weitertragen.


Da irrst Du mal wieder.

Autor: MaWin (Gast)
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> 72V ist noch nicht so dramatisch.

Aber oberhalb der gestezlichen Zulässigkeit für Schutzkleinspannung.
Erfordert wegen Gleichstrom auch schon gute Schalter.

> Zellbalancing ist bei Bleibatterien eigentlich Unsinn

Balancing habe ich auch nicht vorgeschlagen, das passiert bei Bleiakkus 
von selbst im Überlademoment.

> kann aber trotzdem noch den Strom weitertragen.

Meistens ja, aber die anderen werden überladen, wenn ma auf 
Gesamt-Gasungsspannung auflädt.

> Da irrst Du mal wieder.

Andrew, du hast doch ein Abo auf Unkenntnis, er liegt schon richtig, 
anderes Verhalten der Bleiakkuzellen ist seltene Ausnahme.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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MaWin schrieb:
> Andrew, du hast doch ein Abo auf Unkenntnis, er liegt schon richtig,
>
> anderes Verhalten der Bleiakkuzellen ist seltene Ausnahme.


Nö, ich habe hier 9 Fälle von 12V Bleibatterien, in denen je eine Zelle 
ausfiel.

Diese Zelle trägt keinen Strom, sondern genau da fällt die 
Gesamtspannung der restlichen Zellen ab. Mit fatalen Folgen.


NiCd dagegen neigt bei Ausfall gelegentlich zu Zellenkurzschluß, da 
würde die Zelle den Strom tragen. Ist aber hier nicht von Relevanz.

Autor: oszi40 (Gast)
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Es gibt mindestens 2 Arten des Akkusterbens

-Zellkurzschluss durch Bodensatz
-hochohmig durch verdampftes Elektrolyt

Wie bei jeder Reihenschaltung sind dann die üblichen Folgen ähnlich
der Weihnachtabaumbeleuchtung.

Autor: tripledot (Gast)
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...ich hab' grad besseres zu tun, als alles mit Kommentaren zu versehen.

Aber eines interessiert mich trotzdem:

Andrew, welche "fatalen Folgen" meinst Du denn?

Autor: oszi40 (Gast)
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@Dreipunkt: Finde den Unterschied zwischen Konstantstromladung und 
Konstantspannungsladung. Dann wird Andrews Bemerkung zu neuer Erkenntnis 
führen.

Billiger ist: wenn man ein paar übliche Ladegeräte aus dem Regal nehmen 
kann.

Autor: tripledot (Gast)
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..keine Sorge, den Unterschied kenn ich. Jedoch bleibt meine Frage 
prinzipiell bestehen.

Blei wird mit Konstantstrom und ab einem bestimmten Level mit konst. 
Spannung geladen. Richtig? ;)

Wenn eine Zelle hochohmig wird, dann passiert beim CC Modus nichts 
anderes als dass die Spannung an den Klemmen gegen den Anschlag des 
Ladegerätes laufen -> schlagartiges Wechseln in den CV Modus (Strom im 
CV-Modus ist dann klein, bzw. Null).

Wolltest Du etwa auf Spannungsüberschläge hinaus??! ;)

Mal eine, zugegebenermaßen, rhetorische Gegenfrage: Wie kommt denn ein 
Fehlerfall "hochohmige Zelle" zustande, bzw. mit welcher Schnelligkeit 
und mit welchem Widerstand? :)


Aber vielleicht meinst Du ja etwas ganz anderes - ich lerne gerne.

Autor: frank (Gast)
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tripledot schrieb:
> Blei wird mit Konstantstrom und ab einem bestimmten Level mit konst.
> Spannung geladen. Richtig? ;)

Es gibt mehrere Arten Bleizellen bzw. -batterien zu laden. Üblich sind 
z.B. IU, IUIa, Wa, WoWa. Aber davon ab, wofür braucht Mr. Bean gerade 
72V? 12, 24, 36, 48 oder 80V wären wirklich einfacher, da übliche 
Spannungen und damit zig Anbieter von fertigen Ladegeräten, Motoren und 
Motorsteuerungen. Wenn es unbedingt Selbstbau sein muss, würde ich es 
vielleicht mit Umbau und Verheiraten von zwei 36V Geräten angehen. (Geht 
natürlich nur mit klassischen Trafogeräten rel. einfach).
Frank

Autor: Mr Bean (Gast)
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Hallo

Vielen Dank für die vielen Antworten. Haben mich schon etwas weiter 
gebracht. Ich bin auf 72V gekommen weil es ja doch einige E-Motoren gibt 
die 72V Nennspannung haben.
Und die wollte ich eben erreichen indem ich 6 Autobatterien in Reihe 
schalte. Nur stellte sich mir dann die Frage des Ladens. Der Akku soll 
ja nachher aus einem Verbund bestehen. Darum wird das vielleicht nicht 
so einfach das ganze auf 3mal 24V aufzusplitten...

Grüße

Bean

Autor: oszi40 (Gast)
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-Glaubst Du, daß 6x 17 kg =102 kg eine ideale Lösung sind?
-Es gibt auch DC-Schütze zum Zusammenschalten
nur z.B. http://www.b-command.com/produkte/dc-schuetze.html

Autor: Hans (Gast)
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Wie wärs einfach mit nem Trafo, Gleichrichter und gut ?

Wird doch bei billig 12V Autobatterie Ladegeräten auch gemacht.
Eine kleine Operationsverstärkerschaltung zur Ladeabschaltung dazu und 
die Batterien werden es dir mit hoher Lebenserwartung danken.

Das bei solchen Spannungen/Strömen die notwendige Sorgfalt dazugehört 
versteht sich für jeden vernünftigen Bastler von selbst.

mfg

Hans

Autor: avion23 (Gast)
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Hans schrieb:
> Wie wärs einfach mit nem Trafo, Gleichrichter und gut ?
P = U * I. Abgesehen davon, dass es teuer wird soviel Wärme los zu 
werden ist es schade um die Energie.

Autor: MaWin (Gast)
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> Wird doch bei billig 12V Autobatterie Ladegeräten auch gemacht

Allerdings ist dort der Trafo ein Streufeldtrafo (so wie ein 
Klingeltrafo) der als Strombegrenzung wirkt,
und bis vor einiger Zeit waren sogar mit Absicht noch Selengleichrichter 
drin, die auch strombegrenzend wirken.

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