Mikrocontroller - seit wann Immer und überall ?

Gast #1736489
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Hallo,

seit wann werden eigentlich die Mikrocontroller "immer und überall" in 
alltäglichen Gebrauchgütern eingesetzt ?
Ich meine nicht Einsätze in der Industrie oder in "High End" Elektronik 
sondern in der "einfachen" Massenware.
Zum Beispiel: wann wurden die mechanischen Motor-Steuerschaltwerke bei 
Waschmaschienen durch Mikrocontroller allgemein abgelöst ?
Nach dem "Gefühl" her würde ich sagen irgendwann mitte der 1980er Jahre.
Hat jemand genauere Angaben, evtl. auch aus eigener, berufsbezogener 
Erfahrung ?
Gibt es eigentlich aktuell noch Anwendungen die auch mit 
Mikrocontrollersteuerung laufen könnten, aber trotzdem Elektomechanisch 
oder nur Diskret bzw. mit Logikbausteinen aufgebaut werden ? (Diesmal 
meine ich auch Industrieanwendungen).
Ich meine dabei natürlich nicht "Altbestand" und Instandhaltung (also 
z.B. Schaltwerke für älter Straßenbahnen E-Loks und ähnliches) sondern 
"echte" Neuentwicklungen.

MFG

    Homer S.
#1736521
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Homer S. schrieb:

> seit wann werden eigentlich die Mikrocontroller "immer und überall" in
> alltäglichen Gebrauchgütern eingesetzt ?

Günstige massentaugliche Mikrocontroller entstanden bereits Mitte der 
70er Jahre, damals dominierte der Fairchild F8, anfangs als 
2-Chip-Lösung. Die fand man auch recht bald in der Oberklasse der 
Waschmaschinen.

Vollständig abgelöst sind mechanische Schrittschaltwerke bis heute 
nicht.
Gast #1736606
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so Mitte der Siebziger wurden die Prozessoren der Intel MCS-48 Serie 
(8035, 8048) gerne und immer häufiger eingesetzt. Durch 
Maskenprogrammierung waren die wohl relativ günstig. Aber eine genaue 
Liste in welchen Geräten die überall verbaut waren hätte ich jetzt auch 
nicht.
Gast #1736674
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Homer S. schrieb:

>seit wann werden eigentlich die Mikrocontroller "immer und
>überall" in alltäglichen Gebrauchgütern eingesetzt ?

Im größeren Stil, das muß um bzw. kurz nach 1980 gewesen sein.

Da ich als Student in den 1990-ern gelegentlich Schrott sezierte, sind 
mir z.B. noch 2 maskenprogrammierte 8051-er mit Datecode 1981 in 
Erinnerung, aus Grundig-Videorekordern. Ein anderer gleichen Alters aus 
einer Vaillant-Gastherme.

Den 8085 gab es in den ersten intelligenten Telefonanlagen, z.B. 
Telenorma TR40, die Anfang der 1980-er auf den Markt kamen. Der wurde 
sogar in der neueren Connex-T Mitte 1990 noch verwendet. Das am Rande, 
da ich mit diesen Anlagen zu tun hatte.

Was in meinem Taschenrechner der damals oberen Mittelklasse (Commodore, 
1976) drin ist, weiß ich nicht. Die Chips sind mir völlig unbekannt. Der 
lebt und funktioniert noch! Allerdings bekomme ich ihn zum vollständigen 
Analysieren leider nicht zerstörungsfrei zerlegt, lediglich die beiden 
Gehäusehälften 3cm auseinander gezogen, da ist wohl manches geklebt.

Hardware verwendet man z.B. dort noch, wo es auf Höchstgeschwindigkeit 
ankommt. Ein Programm hat schließlich immer Laufzeit. Ich hab da z.B. 
einen Transientenrekorder in Erinnerung, der Analogspannungen im 
ns-Bereich aufzeichnet. Einen kleinen PIC-Controller bekommt man schon 
für 1,15€. Hersteller mit hohen Stückzahlen bekommen den dann für 
einstellige Cents. Das Programm kostet schließlich nur einmalig die 
Entwicklungskosten, im folgenden nichts mehr (Idealfall).

Mechanische Schrittschaltwerke: Ich hab noch die erste Waschmaschine, 
von Quelle, 1987. Mit rein mechanischem Programm. Keine Elektronik, kein 
Schnickschnack. Das funktioniert auch zuverlässig. Man denke da auch an 
die frühere Telefonvermittlungstechnik.

Google doch mal etwas nach den historischen Dingen, das Internet ist 
auch ein großes Museum. Z.B. Controllertypen in Wikipedia. Mache ich 
gelegentlich selbst mal. Da gibt es immer auch Beschreibungen zur 
Anwendung.
#1737857
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Homer S. schrieb:
> Gibt es eigentlich aktuell noch Anwendungen die auch mit
> Mikrocontrollersteuerung laufen könnten, aber trotzdem Elektomechanisch
> oder nur Diskret bzw. mit Logikbausteinen aufgebaut werden
Bei den Energieversorgern bzw. deren Zulieferer wird noch sehr viel 'old 
style' gemacht. Hauptsächlich wegen Robustheit und Langlebigkeit.

Gruß,
Christian
#1737864
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MCUA schrieb:

> Nein, nicht wenns stromlos ist, aber danach.

Bei der Waschmaschine wär's mir ehrlich gesagt lieber, sie macht dort 
weiter wo sie aufgehört hat. Besser jedenfalls, als die Unterhosen nach 
5min effektiver Wäsche grinsend für sauber zu erklären.

Noch besser natürlich, es gäbe ein Spezialprogramm für solche Fälle ;-).
#1738039
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Alexander Schmidt schrieb:
> Durchschnittlich fällt der Strom in Deutschland pro Jahr keine 20
> Minuten aus.

Meine persönliche Statistik (nicht repräsentativ ;-) der letzten paar 
Jahre:

- 2 ungeplante Stromausfälle, einmal ca. 5 Minuten, einmal so kurz,
  dass einige (aber nicht alle!) nicht an einer USV hängende Rechner
  neugestartet sind[1]

- 1 geplanter Stromausfall, ca. 20 Minuten wegen Zählertausch

- 1 Ausfall eines Racks wegen defekter USV, ca. 20-30 Minuten bis
  wieder alles lief

Andreas

[1] letzteres aufgrund eines Kurzschlusses auf der 110kV-Ebene an recht 
zentraler Stelle hier in der Stadt, also ein echtes Zeugnis für die 
Robustheit unseres Stromnetzes
Persönliche Seite #1738069
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Mein PC im Büro hängt an einer USV, seitdem einer der etwa jährlich 
auftretenden kurzen Ausfälle doch zu lang für dessen Netzteil war und 
etwa eine zwei Stunden Arbeit flöten gingen. Und da die USV eh gerade 
herumstand ...

Scheinen aber regionale Ausfälle im Bereich meines Arbeitsplatzes zu 
sein, in meiner wenige Kilometer entfernten Wohnung gab es in den 
letzten zehn Jahren nur einen einzigen Ausfall, und der war geplant. Die 
netzsynchrone Uhr im Elektrobackofen verrät derartiges recht genau.

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