Magna Electronics in Sailauf bei Aschaffenburg?
Da hatte ich vor ca. 2.5 Jahren ein Vorstellungsgespräch (2 Runden). Die
Firma hat auf mich eigentlich einen vernünftigen Eindruck gemacht.
Inhalt der Tätigkeit (FPGA-basierte Systeme, Embedded Systems) hat mir
auch zugesagt. Prinzipiell hätte ich den Job haben können, habe mich
aber letztendlich dagegen entschieden.
Die Gründe waren im Wesentlichen:
1. Kein klar zugewiesenes Projekt, sondern "Feuerwehr" in zwei bis drei
bereits laufenden Projekten. Retten, was Kollegen nicht gebacken
bekommen oder was dringend kostenmäßiger Optimierung bedarf, kann
mitunter doch recht freudlos sein. Außerdem halt automotive Großserie,
also Fuchsen um Zehntelcents in der BOM.
2. Vergütung ca. 20k€/a unter meinem damaligen, ungekündigten Job.
Relativierend muß man dazusagen, daß die fränkisch-hessische Grenzregion
hinsichtlich der Lebenshaltungskosten deutlich günstiger als das (damals
und heute noch aktuelle) Teuerschwaben gewesen wäre. Ob's das aufgewogen
hätte, glaube ich aber nicht.
Reichlich ein Jahr nach der Entscheidung war ich gottfroh darüber: Die
Automotive-Blase platzte, und ich wäre bei Magna als einer der
Letztgekommenen sicherlich einer der Erstgegangenen gewesen. Meinen
damals aktuellen Job habe ich dagegen heute noch ;-)
Zu Deinen Fragen:
> - Gehalt
Ist - wie oben geschrieben - alles relativ. Das Angebot von damals kann
man sicher nicht in Relation zu Heute setzen, dafür hat sich der Markt
zu grundlegend geändert. Gewiß kein Hungerlohn, aber auch nicht
überragend.
> - Sonstige Sachen, wie Handy, Wohnung, Auto ...
Handy habe ich nicht gefragt, ist ja heutzutage auch finanziell Peanuts.
Ich denke wenn man mich aber für unentbehrlich und
rufbereitschaftswürdig gehalten hätte, hätte man mir sicher irgendwann
eines aufgedrängt.
Unterstützung bei Wohnungssuche und Umzug hätte es gegeben. Wie wirksam
und hilfreich so etwas ist, kann man a priori natürlich nicht sagen.
Firmenwagen zur Privatnutzung wurde nicht geboten, hätte ich wegen
steuerpflichtigem Geldwertvorteil auch nicht haben wollen Ich brauche
mein Auto zur Fortbewegung, nicht zum Nachbarn beeindrucken - da darf's
auch älter sein. Allerdings gab es in der Firma Poolfahrzeuge, die für
Dienstreisen zu nutzen gewesen wären. Damit also keine Notwendigkeit,
ein "kundentaugliches" Auto privat vorzuhalten: Sehr angenehm und
kostensparend.
> - Arbeitsatmosphäre und Arbeitsbedingungen
Atmosphäre, soweit man nach 2 * 2.5 Stunden beurteilen kann, gut.
Sachmittelausstattung (Meßgeräte, Rechner, Möbel) modern und ausreichend
vorhanden. Gebäude gerade erst fertiggestellt, großzügig und
klimatisiert. Keine Großraumbüros. Hat mir demnach zugesagt.
> - Der Umgang mit Kollegen 45+
Kann ich nicht beurteilen, damals war ich noch nichtmal 40 ;-)
> - Wochenstunden, Urlaub-, Weihnahtsgeld, etc???????
Alles im üblichen Rahmen: 40 Wochenstunden, 30 Tage Jahresurlaub,
Urlaubs und Weihnachtsgeld irgendwo bei 2-2.5 Monatsgehälter. Auffallend
war der relativ hohe Fix- und geringe variable Anteil am Gesamtentgelt.
Gruß