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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Tektronix 468 - Störsignal und "Absturz"


Autor: Kami H. (herrkami)
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Hallo,

folgende Fehler treten (traten) bei meinem Oszilloskop auf:
-nach etwa einer Stunde Betrieb erhielt ich plötzlich ein 100Hz 
Störsignal mit ca. 1-2div Stärke auf allen Verstärkungen (auch auf GND 
und anderem Kanal)
-nach dem Aus- und Einschalten erhielt man wieder fehlerfreien Betrieb, 
allerdings nur noch etwa 5-20 Minuten statt einer Stunde. Danach wieder 
der selbe Fehler.
-ab einer gewissen Zeit ist es jetzt auch so, dass der Strahl erst grob 
gestört wird und dann nach oben völlig aus dem Bild verschwindet. Beim 
Verschwinden verdunkelt sich als Begleiterscheinung auch die kleine 
Anzeigelampe, die die gewählte V/Div von hinten beleuchtet ein kleines 
bisschen. Beim erneuten Einschalten ist wieder alles normal für kurze 
Zeit.

Meine Vermutung ist ein kaputter Elko im Spannungsversorgungskreis 
(speziell im 55v-Abschnitt). Ich denke, dass einer nicht mehr so frisch 
ist und deshalb leckt oder sonst was macht. So könnte die Spannung 
einbrechen, das 100Hz-Signal duchdringen usw.. Ein Grund für die Annahme 
ist, dass die y-Endverstärkung die einzige y-Stufe ist, die an der 
55V-Leitung hängt. Und irgendwie betrifft es WAHRSCHEINLICH nur (oder 
hauptsächlich) die Endverstärkung, weil ich ja sonst mit verschieden 
V/Div-Verstärkungen die Amplitude beeinflussen könnte, oder? Hatte 
jemand schon ein ähnliches Problem mit einem ähnlichen Tektronix-Oszi? 
Oder vielleicht eine andere Idee? Komme wahrscheinlich vor Mittwoch 
nicht dazu was zu machen, außer mir Gedanken, aber dann würde ich mich 
an die Elkos wagen. Ich habe leider kein zweites Oszi mit dem ich die 
Versorgungsspannungen gut vermessen könnte. Erfahrung mit 
Oszi-Reparaturen hab ich eigentlich auch keine. Hier findet man das 
Service-Manual:
http://manoman.sqhill.com/pdf/tek-468-1.pdf
http://manoman.sqhill.com/pdf/tek-468-2.pdf
Auf Seite 171 vom zweiten Teil findet man die Spannungsversorgung. Danke 
schonmal für Tips und evtl. Hilfe,
Kami

Autor: Kai Klaas (Gast)
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Ich tippe auf kaputte Lötstelle (so wie im Anhang): Aus der 
Nachbarschaft wird die kaputte Lötstelle erwärmt, das äußere Zinn dehnt 
sich aus und legt den Anschlußdraht frei. Vielleicht sogar den Pin eines 
Elkos im Netzteil oder einem anderen Bereich, der mit 100Hz zu tun hat.

Überprüfe mal alle Lötstellen an und löte eventuell nach.

Kai Klaas

Autor: Olaf (Gast)
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> Meine Vermutung ist ein kaputter Elko im Spannungsversorgungskreis
> (speziell im 55v-Abschnitt).

Durchaus denkbar. Ich hatte bei meinem 465 auch schonmal einen kaputten 
Tantal der eine Spannung auf null runtergezogen hat.

> Ein Grund für die Annahme
> ist, dass die y-Endverstärkung die einzige y-Stufe ist, die an der
> 55V-Leitung hängt.

Ich kenne jetzt den Schaltplan deines Geraetes nicht auswendig, aber ich 
meine die 55V waeren bei anderen Teks auch die Masterspannung fuer die 
anderen Spannungen.

> Ich habe leider kein zweites Oszi mit dem ich die
> Versorgungsspannungen gut vermessen könnte.

Es ist dir vielleicht noch nicht aufgefallen, aber Versorgungsspannungen 
kann man sehr gut, wenn nicht bessser, mit einem Multimeter messen. .-)
Man kann ein Multimeter auch mal auf AC stellen und pruefen ob es dann 
null anzeigt. Ich meine fuer den Fall das ein Elko im Netzteil nicht 
mehr seinen Pflichten nachkommt.
Fuer ein Elkoproblem spricht auch das dein Fehler erst auftritt wenn die 
Dinger warm sind. Da kann man auch schonmal mit Loetkolben und 
Kaeltespray auf die Suche gehen.


> Meine Vermutung ist ein kaputter Elko im Spannungsversorgungskreis
> (speziell im 55v-Abschnitt). Ich denke, dass einer nicht mehr so frisch
> ist und deshalb leckt oder sonst was macht.

Vermutlich wird dein Oszi wieder funktionieren wenn du einen Elko 
auswechselst. Aber wenn du viele auswechselst wird er vermutlich 
deutlich besser und noch laenger funktionieren. .-)

Olaf

Autor: Olaf (Gast)
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BTW: Deine Links funktionieren nicht. Keine Erlaubnis...

Olaf

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Als erstes solltest Du das 2-bändige Serviemanual zur Hand haben.
Oder wenn Du es noch nicht hast, downloaden, z.B. ebaman.com

Dann dort den Fehlersuchbaum (troubleshooting the...) abarbeiten.

Und wenn das nach Stunden emsiger Arbeit Dir nix hilft:

Reparieren kann ich Dir dann dieses Gerät.

Autor: Kami H. (herrkami)
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Vielen Dank schonmal!
Hier ist der funktionierende Link, hoffe ich:
http://manoman.sqhill.com/tek.php
Dann natürlich unter 468-1, -2...
An das mit der Lötstelle hatte ich noch nicht gedacht, aber irgendwie 
kommt mir der Elko wahrscheinlicher vor. Ich werd erst das versuchen und 
dann auf die Lötstellen gehen, wenns nichts genutzt hat, weil dieses 
Oszilloskop wirklich einiges an Platinen hat... Da wären Wochen mit der 
Lupe in der Hand. Mit dem Multimeter hast du natürlich recht;). Dass die 
55V die Master-Spannung ist, stimmt auch, dachte erst, dass die anderen 
selbst ihre Regelung über Zener oder sonst was haben, aber die werden im 
Endeffekt über Spannungsteiler vor Operationsverstärkern geregelt. Die 
anderen Elkos auszuwechseln ist schon ne gute Idee, aber dazu hab ich 
wirklich zu wenig Zeit. Die Hauptladeelkos vielleicht schon.
http://www.amplifier.cd/Test_Equipment/Tektronix/T...
Und das 468 hat bestimmt fast nochmal so viele Kondensatoren. Wenn ich 
mal in Rente bin (so in 40 Jahren) werd ich das machen, wenns da noch 
Elkos gibt;).
Ich hab eigentlich nur große Angst davor, dass es ein Transistor oder IC 
ist, denn dann wirds richtig zeitaufwendig und ohne Oszi komm ich bei 
der Fehlersuche gar nicht weiter. Kennt eigentlich jemand irgendwas, wo 
man Tektronix Ersatzbauteile bekommen kann? Wegen der Größe von 
Kondensatoren und so weiter? Ich denke schon, dass man das mit 
Standartteilen hinbekommt, aber interssehalber..

Autor: Kami H. (herrkami)
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@Andrew Taylor:
Das manual hab ich schon, aber ich wollts mir am Montag ausdrucken, weil 
das so eine Tortur ist auf dem kleinen Laptop-Bildschirm. Ohne das 
wüsste ich ja nicht mal welcher Elko welcher ist... Danke für das 
Angebot mit dem Reparieren, aber das wird teuer oder?;) Ich werds 
erstmal so versuchen aber vielen Dank,
Kami

Autor: Olaf (Gast)
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> Ich hab eigentlich nur große Angst davor, dass es ein Transistor oder IC
> ist, denn dann wirds richtig zeitaufwendig und ohne Oszi komm ich bei
> der Fehlersuche gar nicht weiter.

Das ist bei deinem Fehlerbild relativ unwahrscheinlich.

> Kennt eigentlich jemand irgendwas, wo
> man Tektronix Ersatzbauteile bekommen kann?

http://www.sphere.bc.ca/test/tek1.html


> Wegen der Größe von Kondensatoren und so weiter?

Also wirklich. :)
Neue Kondensatoren sind doch hoechstens kleiner als die alten. Das wird 
doch wohl zu schaffen sein. Die ganze Spannungsversorung und den 
Analogteil sollte man doch so hinbekommen. Kritisch koennte es 
hoechstens mit dem Digitalteil sein. (immer noch keine permissions das 
Manual downzuloaden, geht nur mit Ami-IP?) Hat Tek da eine CPU drin? 
(6800?) Dann wuerde ich mir eher so langsam Sorgen um den Inhalt der 
Eproms machen. Da schadet eine sichere Kopie auch nicht wenn du das 
Dingen noch als Rentner benutzen willst.

BTW: Ich hatte bei meinem 465 auch schonmal ein Triggerproblem. Ursache 
waren schwarz angelaufende Beine am IC in der Triggerung. Einfach mal 
aus dem Sockel ziehen und putzen.

Olaf

Autor: Kami H. (herrkami)
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>(immer noch keine permissions das Manual downzuloaden, geht nur mit Ami-IP?)

Sehr merkwürdig, also wenn man bei google "tektronix 468 service manual" 
eingibt, ist es gleich der erste Link nach der Anzeige. Vielleicht 
funktionierts so.
Ein µC ist halt drin , sonst glaub ich kein Eprom. Den µC kann ich aber 
schlecht kopieren.

Autor: Olaf (Gast)
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Das Problem ist nicht das ich den Link nicht finde. Beim draufklicken 
gibt es jedesmal sowas:

You don't have permission to access /pdf/tek-468-1.pdf on this server.

Darum wuerde ich mal vermuten das die nach IP-Adressen selektieren wer 
downloaden darf und wer nicht.

> Ein µC ist halt drin , sonst glaub ich kein Eprom. Den µC kann
> ich aber schlecht kopieren.

Du meinst der ist maskenprogrammiert? Hm..ich dachte Tek hatte immer 
Eproms. So grosse Stueckzahlen werden sie ja auch nicht gehabt haben. 
Ausserdem gab es fuer viele Geraete auch unterschiedliche 
Firmwareversionen.

Hat der 468 eigentlich eine RS232 Schnittstelle? Mein Tek222 hat sowas 
und ich hab mal ein kleines Programm fuer Linux geschrieben um den 
auszulesen. Ich wuerde vermuten das dies dann beim 468 auch klappt. .-)

Olaf

Autor: Jochen Fe. (jamesy)
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Um mal zum ursächlichen Problem zurückzukommen: 100Hz deutet auf einen 
einzigen Elko im Netzteil hin, wie wäre es, einfach den defekten Elko zu 
suchen und zu tauschen, statt über EPROMs zu diskutieren. Dann geht das 
Oszilloskop wieder......

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>An das mit der Lötstelle hatte ich noch nicht gedacht, aber irgendwie
>kommt mir der Elko wahrscheinlicher vor.

Wenn es der Elko wäre, dann zeigt dein Gerät höchst wahrscheinlich immer 
diesen Fehler, nicht erst nach dem Aufwärmen.

>Ich werd erst das versuchen und dann auf die Lötstellen gehen,

Elkos austauschen geht schneller als Lötstellen anschauen?? Also bei mir 
ist das gerade anders herum...

Leg doch einfach mal die Netzteilplatine (100Hz!) frei und schau dir 
dort die Lötstellen an. In der Regel sind die dort nach vielen Jahren so 
am Ende, daß du alle nachlöten willst.

Kai Klaas

Autor: Kami H. (herrkami)
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Also, dass er maskenprogrammiert ist glaub ich nicht. Soweit ich weiß 
hat der µC aber sein eigenes ROM. RS232 gibt es nicht.
Hier kann man das Manual auch runterladen anscheinend:
http://ebaman.com/index.php/remository/ELECTRONICS...
Ich würds ja als Anhang dazu kleben aber das sind rund 300MB.
Ich glaube schon, dass das Elko-Problem temperaturabhängig sein kann, 
wieso auch nicht? Es kann auch sein, dass er erst ab einer gewissen 
Betriebsdauer immer undicht wird oder so. Der Grund, warum das mit den 
Lötstiften auf den ersten Blick schwieriger erscheint als das mit den 
Elkos ist, dass die Netzteilplatine(n) ~200 Lötstellen hat(haben). Es 
sind aber nur sieben oder acht wirklich verdächtige Elkos da. Ich werde 
aber beides mal versuchen und vielleicht werd ich ja vor lauter Schreck 
dann tatsächlich alle nachlöten. Vielleicht ists ja auch eine kalte 
Lötstelle am Elko (der Traum). Wie gesagt, Mittwoch komm ich hoffentlich 
dazu. Ich bin jetzt erst mal beruhigt zu hören, dass ihr in etwa der 
gleichen Meinung seid und dass es sich höchstwahrscheinlich um kein 
Halbleiterproblem handelt.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Ich glaube schon, dass das Elko-Problem temperaturabhängig sein kann,
>wieso auch nicht?

Habe ich so noch nie erlebt...

Kai Klaas

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Kai Klaas schrieb:
>>Ich glaube schon, dass das Elko-Problem temperaturabhängig sein kann,
>>wieso auch nicht?
>
> Habe ich so noch nie erlebt...
>
> Kai Klaas

Ich schon des öfteren.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Korbi S. schrieb:
> @Andrew Taylor:
> Das manual hab ich schon, aber ich wollts mir am Montag ausdrucken, weil
> das so eine Tortur ist auf dem kleinen Laptop-Bildschirm. Ohne das
> wüsste ich ja nicht mal welcher Elko welcher ist... Danke für das
> Angebot mit dem Reparieren, aber das wird teuer oder?;) Ich werds
> erstmal so versuchen aber vielen Dank,
> Kami

Probier es erst mal in Ruhe selbst.
Bevor Du von den 500 Seiten des Manuals aber erschlagen (oder Dein 
Drucker abraucht) bzw. Du mehr zerlötest als reparierst:
Es ist dann immer noch billliger wenn es jemand für Dich repariert.

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