Kurios: EPROM ohne Quarzglas - Kann das funktionieren?

Gast #1759615
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Ich habe hier wiedermal ein K573RF2, bei dem das "Bullauge" gesprungen 
war und im Chip-Inneren ein kleines bewegliches Stück Glas war. Dann 
habe ich mir gedacht, ich breche den Rest des Glases oben vorsichtig 
weg, damit ich den Splitter rausbekomme, weil der theoretisch die 
Bonddrähte mit der Zeit zerstören kann, wenn er das vorher noch nicht 
gemacht hat - somit könnte ich das Ding, wenn auch ohne Deckel 
weiterverwenden ;))

Meine Frage.... KANN so ein "exposed die" überhaupt funktionieren 
(Die-Passivierung, etc)? Wenn ich also Glück hätte und die Bonddrähte 
noch intakt sind und der Die nichts abbekommen hat und ich dieses 
spezielle Exemplar vorsichtig behandle.

Theoretisch könnte man auch den Metalldeckel ablöten (der ist doch 
gelötet?) und ein Metallplättchen auflöten, dann kann man sagen, man hat 
ein Eigenbau-OTP-EPROM ;)

Ansonsten bekommts mein Prof als Demoobjekt.

Ist nur eine rein theoretische Frage - wir haben noch viele intakte 
2716er ;)
Angehängte Dateien:
#1759651
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Oh ,der K 573 RF2 ist ja ein steinalter Russen-EPROM.Eigentlich dürfte 
es die Funktionsfähigkeit nicht beeinflussen,wenn der Quarzglasdeckel 
fehlt.Wenn im IC die Bonddrähte nicht beschädigt sind,dürfte das Ding 
noch funktionieren.Die allerersten Logik-IC der DDR (D 100 u.Ä.) hatten 
noch ein
Keramikgehäuse,da ging mal bei einem Bekannte von einem D 100 der Deckel 
ab.Eine Beeinträchtigung der Funktion war nicht feststellbar.
#1759663
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So ein Teil sollte eigentlich trotz aller mechanischen Problemchen 
weiterhin funktionieren, solange nicht auf dem Die herumgekratzt wurde, 
bzw. die Bonddrähte "hochohmisiert" wurden.
Die Oberfläche ist auch bei den SU-Typen passiviert (idR), so daß nix 
weiter passieren sollte.
Moderator Persönliche Seite #1759673
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UPD1719G schrieb:
> KANN so ein "exposed die" überhaupt funktionieren
> (Die-Passivierung, etc)?

Ja, natürlich.  Die Glas-Passivierung deckt die empfindlichen
Stellen gut genug ab.  Der Chip taugt lediglich nicht mehr für
besonders aggressive Umgebungen (besonders feuchte z. B.).

Ansonsten ist das kein Unterschied zu "Nacktchips", die du von
diversen Herstellern heutzutage für alels Mögliche kaufen kannst.
Gast #1759684
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> Schönes Foto, da sieht man ja fast die BITs einzeln auf dem Chip :D
> Mit was für ner Kamera / Objektiv hast du das Bild gemacht?

Hehe, ganz normale Casio Exilim EX-Z1200 Digicam (12MP Sensor), ist 
nichtmal eine DSLR. Kein spezielles Objektiv ausser das nicht 
austauschbare eingebaute Zoomobjektiv nur Makromodus an.

> Oh ,der K 573 RF2 ist ja ein steinalter Russen-EPROM.Eigentlich dürfte
> es die Funktionsfähigkeit nicht beeinflussen,wenn der Quarzglasdeckel
> fehlt.Wenn im IC die Bonddrähte nicht beschädigt sind,dürfte das Ding
> noch funktionieren.Die allerersten Logik-IC der DDR (D 100 u.Ä.) hatten
> noch ein Keramikgehäuse,da ging mal bei einem Bekannte von einem D 100 der 
Deckel
> ab.Eine Beeinträchtigung der Funktion war nicht feststellbar.

Das nenne ich Qualität, auch wenn es von aussen nicht danach aussieht.

Danke - morgen wird dann der GALEP5 das Urteil sprechen :)

Andere K573RF2 hat der bereits erfolgreich programmiert)... Die Dinger 
werden richtig heiss beim Programmieren (richtig rum im Sockel!), aber 
sind dann problemlos auslesbar.
#1759708
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Die russischen Halbleiterbauelemente waren absolut robust.Ich selbst hab 
mal einen Russentransistor (NF-Kleinleistungstyp) MP 40 welcher 
eigentlich nur 100 mA Kollektorstrom verträgt versehentlich hoffnungslos 
überlaste,die Anschlussdrähte glühten und der Lack des Gehäuses 
entschwand in einem Rauchwölkchen,hab sofort alles stromlos gemacht und 
der Transistor war noch okay!!!
Gast #1759768
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Das Russentechnik solide sein mußte, weil es in der Taiga keine 
Ersatzteile gab, ist bekannt.

@Guenti: Germanium-Transistoren zeigen nicht das gleiche Fehlerbild wie 
Si-Transistoren. Bei Ge sind oft die Diodenstrecken noch in Ordnung 
während die Stromverstärkung mit der Zeit in den Keller ging. Ob Dein 
leuchtendes Beispiel MP40 hinterher noch die selbe Stromverstärkung 
hatte?

Übrigens nicht nur Russen-EPROMS hatten kaputte Fenster. Nach einiger 
Zeit fielen bei einigen weißen Typen auch die Fester ab und Monate 
später waren sie unbrauchbar.
Gast #1759774
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> Übrigens nicht nur Russen-EPROMS hatten kaputte Fenster. Nach einiger
> Zeit fielen bei einigen weißen Typen auch die Fester ab und Monate
> später waren sie unbrauchbar.

Wie meinst du unbrauchbar - komplett defekt (zum wegwerfen) oder haben 
sie durch einfallendes Licht ihre Daten verloren?
#1760048
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>@Guenti: Germanium-Transistoren zeigen nicht das gleiche Fehlerbild wie
>Si-Transistoren. Bei Ge sind oft die Diodenstrecken noch in Ordnung
>während die Stromverstärkung mit der Zeit in den Keller ging. Ob Dein
>leuchtendes Beispiel MP40 hinterher noch die selbe Stromverstärkung
>hatte?

Jo - war eher eine allgemein angenehme Eigenschaft von Ge-Teilen, daß 
die durch Überhitze nicht unbedingt kaputt gehen müssen, sondern nur 
vorübergehend ihre Funktion einbüßen (wegen total erhöhter 
Eigenleitung), aber nach Abkühlung wieder (scheinbar) voll 
funktionsfähig sind. Hatte ich auch schon mal erlebt. Wie dann noch die 
technischen Daten aussehen, sei mal dahingestellt ...

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