Zündvorrichtung im Modellbau

OP #1760130
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Moin

Ein Bekannter kam zu mir und erzählte, dass er an einem Modellflugzeug 
als Flareersatz (die Leuchtkugeln zum Ablenken von IR Suchern) die von 
Schreckschußpistolen bekannten Leuchtsterne zündet. Dies realisieren die 
zur Zeit mit niederohmigen SMD Widerständen um die Streichholzkopfpulver 
fixert wird was die Leuchtsterne zündet. Legt man nun 7,2V aus einem 
Li-Akku an stirbt der Widerstand einen schnellen Tod und zündet das 
Pulver und so den Stern.
Mir als Elektroniker blutet ein bischen das Herz bei dem Gedanken das 
die Widerstände da "verheizt" werden und ich frage mich, ob man da nicht 
eine wiederverwendbare Lösung (bei der gegebenen Spannung) bauen kann. 
Das ganze muß natürlich möglichst leicht sein. Brückenzünder hatten die 
auch schon im Einsatz, welche wohl auf die Dauer aber zu teuer sind.

Any hints?

Thomas
#1760165
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Konstantandraht (o.ä) zu ner schönen Glühwendel gewickelt. Die 
Leuchtkugeln zünden recht leicht, aber man muss sie dann auch schnell 
genug "loswerdern" ;-)

Brückenzünder sind nur teuer wenn man wenige kauft (ca 1€/Stk). Bei 
Mengen gehts auch mit 30c/Stk.

Gruß
Fabian
#1760288
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Zuerst einmal ist das, was Dein Bekannter macht, in D illegal (wie fast 
alles was Spass macht).
Zum einen dürfen die Leuchtsterne nur aus einer zugelassenen Waffe und 
dann auch nur auf dem eigenen Grundstück abgefeuert werden.
Zum anderen darf man Elektrozünder nur herstellen, wenn man keine 
Zündsätze (hier Streichholzköpfe) verwendet.
Also nicht erwischen lassen.

Zurück zum Thema:
Wiederverwendbare Zünder wären nur mit dicken Konstantan- oder 
Wolframdraht möglich, da die Leuchtsterne viel Hitze produzieren und den 
Draht schmelzen. Zudem wirken die Schwarzpulverrückstände korossiv.
Du könntest brückenlose Zünder* probieren, dann könntest du einfach die 
Kabel wiederverwenden (abschneiden, neu abisolieren und wieder in die 
Paste tauchen).
Das mit einem Laser müsste man aber eigentlich aber auch mal probieren 
(roter 200mW Laser könnte ausreichen)


* z.B. Graphit + Bindemittel (z.B. Uhu Hart). In den USA wird dem 
teilweise noch SP o.ä. zugemischt, dass ist hier aber auch verboten.
#1760333
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Das mit der Laserdiode finde ich auch eine gute Idee. Allerdings dürfte 
die Optik wohl nach jedem Zündvorgang gereinigt werden müssen, da sie 
bestimmt total verschmutzt sein wird.
Habe gelesen, dass es solche Laserdioden in DVD-Brennern geben soll.

Falls Du Heizdraht suchst, nimm einfach den alten Haarfön Deiner 
Freundin auseinander, da hat es reichlich drin.
#1761005
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In einer Schreckschusspistole wird eine Leuchtkugel per Platzpatrone 
gezündet und !  durch den heissen Gasstrahl (der PPatr.) auch aus dem 
Abschussbecher befördert.Fehlt diese Antriebsenergie so könnte es 
passieren,das die entzündete Leuchtkugel im Flugzeug verbleibt.Ist 
sicher ein einmalige Anblick,wenn das Modellflugzeug brennend vom Himmel 
fällt.
#1761274
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Arno H. schrieb:
> Jonny Obivan schrieb:
>> es ist in D verboten Elektrozünder herzustellen?
>
> Werden hier keine Airbags produziert?

in A (und in D) ist die herstellung von PTG (darunter fallen auch 
airbag-zünder, e-zünder, ...) firmen und/oder personen vorbehalten, die 
entsprechende betriebsstätten, eine spezielle ausbildung, usw. 
nachweisen können.
dazu gibt es noch ein paar ausnahmeregelungen, die (missbräuchliche) 
verwendung von leuchtsternen für schreckschuss-/signalwaffen als 
modellbau gehört aber sicher nicht dazu. genauso ist ein smd-widerstand 
kein zugelassenes zündmittel i.s.d. pyrotechnikgesetz (bzw. in D afaik 
sprenggesetz)
#1761526
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Daniel F. schrieb:
>> genauso ist ein smd-widerstand kein zugelassenes zündmittel i.s.d.
>> pyrotechnikgesetz (bzw. in D afaik sprenggesetz)
>
> Aber nicht desto Trotz funktionierts damit...

aber nicht desto trotz ist es trotzdem verboten -
und genau wegen solchen sachen wird leuten, die mit pyrotechnik geld 
verdienen (wollen) das leben immer schwerer gemacht.
Gast #1761596
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Daniel F. schrieb:
> aber nicht desto trotz ist es trotzdem verboten

Es ist nicht grundsätzlich verboten.
Ich habe viele Jahre einen Messestand betreut (Modellbaumesse, 25m 
Wasserbecken), da waren viele Modellbauer vertreten, die mit 
Schwarzpulver und sonstigen Pyroartikeln hantierten. Man muss eben den 
Sprengstoffschein machen, hatten die alle.

Das waren Modellbauschiffe und konnten aufgrund des Standaufbaus keinen 
Zuschauer gefährden, beim Flugzeug ist das etwas anders, denke ich.
OP #1762176
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Hallo

Erstmal vielen Dank für die Ideen und Hinweise. Das das rechtlich nicht 
ganz koscher ist hatte ich schon vermutet und ihn auch darauf 
hingewiesen. Bei der Recherche hier im Forum bin ich schon auf einen 
Kartoffelkanonen Thread gestoßen und da gabs ja reichlich Dikussionen um 
Gefahren und Verbote aber auch nette Ankdoten... Die Idee mit der 
Laserdiode klingt reizvoll kostentechnisch denke ich aber auch das die 
SMD Widerstandslösung zumindest kurzfristig am günstigsten ist.

Thomas
OP #1762402
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Karl heinz Buchegger schrieb:
> Was ist mit den Glühkerzen, die seit Jahrzehnten für die Zündung in den
> Verbrennungsmotoren sorgen?
> Kann man die nicht benutzen?

Stefan P. schrieb:
> Die sind warscheinlich schwerer als das Modell :-)

Glühen die denn bei 7,2V schon ausreichend? Und es sind sechs "Werfer" 
im Modell integriert wo dann tatsächlich das Gewicht eine Rolle spielen 
könnte.
#1762511
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Th B. schrieb:

> Glühen die denn bei 7,2V schon ausreichend?

Hä?

Die gebräuchlichen 'Starterakkus' mit denen die Kerzen der Glühzünder 
vorgeheizt werden, haben 1.2V

> Und es sind sechs "Werfer"
> im Modell integriert wo dann tatsächlich das Gewicht eine Rolle spielen
> könnte.

Das war ein Scherz von Stefan!

So eine Kerze hat vielleicht ein paar Gramm.

(Was sind denn das für Modellflieger? Fliegen Flugzeuge und haben noch 
nie einen Verbrennungsmotor gesehen. Sachen gibts)
OP #1762589
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Karl heinz Buchegger schrieb:
> Th B. schrieb:
>
>> Glühen die denn bei 7,2V schon ausreichend?
>
> Hä?
>
> Die gebräuchlichen 'Starterakkus' mit denen die Kerzen der Glühzünder
> vorgeheizt werden, haben 1.2V
>

Sorry das war mir nicht bekannt. Ich ging von 12V Dieselglühkerzen aus.

>> Und es sind sechs "Werfer"
>> im Modell integriert wo dann tatsächlich das Gewicht eine Rolle spielen
>> könnte.
>
> Das war ein Scherz von Stefan!
>
> So eine Kerze hat vielleicht ein paar Gramm.
>
> (Was sind denn das für Modellflieger? Fliegen Flugzeuge und haben noch
> nie einen Verbrennungsmotor gesehen. Sachen gibts)

Ist ja auch nicht mein Hobby. Der Flieger wird von einer Turbine 
angetrieben die nun halt mal im Heck sitzt und so wohl eh schon für 
Balanceprobleme sorgt und so ist zusätzliches Gewicht im Heck nicht mehr 
so gut...
Sind die oben gemeinten Glühkerzen denn auch aus dem Modellbaubereich?
#1762633
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Th B. schrieb:

>> Das war ein Scherz von Stefan!
>>
>> So eine Kerze hat vielleicht ein paar Gramm.
>>

> Sind die oben gemeinten Glühkerzen denn auch aus dem Modellbaubereich?

Aber natürlich

So sieht so etwas aus

http://shop.lindinger.at/product_info.php?products_id=85236
http://shop.lindinger.at/product_info.php?products_id=67610
http://shop.lindinger.at/product_info.php?products_id=67650

Zum Größenvergleich: Das Gewinde ist M4 oder M5 (weiß nicht mehr so 
genau, die haben aber alle die gleiche Größe)

Im Inneren befindet sich eine Glühwendel. Legt man 1.2 bis 2 Volt an, so 
beginnt der Draht zu glühen. Im Modellmotor entsteht so ein Hot-Spot, an 
dem sich das Methanol entzünden kann. Läuft der Motor erst mal, glüht 
die Wendel durch die fortwährenden Explosionen in der Brennkammer weiter 
und zündet so das Gemisch im nächsten Arbeitstakt. Die Batterie ist dann 
nicht mehr notwendig, die Glühkerze glüht von alleine weiter.

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