Schwerpunkt eines Kreisringes berechnen

Gast #1765896
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Hehe nein,

ich muss eine runde Schiebetüre an zwei Punkten aufhängen. Damit sie 
gerade hängt, brauche ich den Schwerpunkt, sodass ich zwei Angelpunkte 
definieren kann.
Keine Schule - Schreinerarbeit.
#1765910
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Hm....wenn eine runde Schiebetür im Schwerpunkt aufgehängt wird dreht 
sie sich aber nicht mehr um den Mittelpunkt, d.h. sie läßt sich nicht 
mehr richtig schieben (weil der Schwerpunkt außerhalb der Kreislinie 
liegt).

Ansonsten für eine ausreichelt dünne Tür: Linienschwerpunkt:
mit der Gesamtmasse m und der Dicke d der Tür. (Siehe auch: Wikipedia 
http://de.wikipedia.org/wiki/Linienschwerpunkt ).

Allerdings: Bei einer Schreinerarbeit sind die Massenverteilungen doch 
nicht 100% bekannt, oder? Ist die Tür schon fertig gebaut? Dann kann man 
den Schwerpunkt einfach auspendeln. (Tür an drei Seilen, die alle an dem 
gleichen Haken hängen richtig aufhängen. Ein Senklot am gleichen Haken 
aufgehängt zeigt immer genau auf den Schwerpunkt.)

Viele Grüße
Nicolas
Gast #1765921
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Hallo

Danke für die Antworten. Die Schiebetür wird ja nicht im Schwerpunkt 
aufgehängt, sondern besitzt auf ihrer Stirnseite eine Nut, in der die 
Türe an der Decke an zwei "Rollen" aufgehängt ist. Um die Position 
dieser zwei Rollen zu bestimmen, braucht man den Schwerpunkt (dachte ich 
;-)).
Jedoch kommen in mir langsam Zweifel auf, da diese Berechnung 
eingentlich ja nur für den "ruhenden" Zustand gilt.
Wird die Türe nun aufgeschoben, verschiebt sich der Schwerpunkt raus aus 
der Strecke zweischen den zwei Angelpunkten. Die Türe wird schief 
hängen.

Liege ich da falsch?

Grüsse
Gast #1765955
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Hallo

Genau diesen Ansatz habe ich mir auch überlegt. Ich weiss allerdings 
nicht, ob du das mit den Rollen so verstanden hast wie ich es meinte.

Die zwei Rollen sind fix an der Decke befestigt. Auf der Oberseite der 
Türe ist eine runde Nut eingelassen wo sich eine Schiene befindet. Die 
Rollen werden dann in die Schiene eingefahren.

Das Problem sehe ich, wenn die Türe in eine Extremposition gebracht 
wird. Dann sind die Abstände zur Türmitte von den zwei Rollen nicht mehr 
gleich gross, also wird der Schwerpunkt auch nicht mehr am 
ursprünglichen Ort sein. Die Türe wird schräg hängen.

Oder mache ich da einen Denkfehler?

Gruss
Gast #1766001
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Hallo,

so wie ich das verstehe soll die Tür nur an 2 Rollen an der Decke 
laufen,
wenn die Aufhängung etwa so aussieht:
 __ || __
| __||__ |
||______||
|________| also eine Rolle in einer Nut die nach Oben und Unten ein sehr kleine 
Spiel hat, dann verschiebt sich mit dem Schwerpunkt der Tür nur die Belastung der 
einzelnen Rollen, jenachdem wie die Tür steht müssen die Rollen dann entweder Zug 
oder Druck aufnehmen können. Mit dem Spiel der Rollen wird dann die maximale 
Schieflage der Tür bestimmt.

Gruß simon
Gast #1766047
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Hallo

Ich bin es nochmal.

Ich habe gerade versucht, den Schwerpunkt zu berechnen. Ich bediente 
mich angehängter Formel.
1
R = 540mm (äusserer Radius)
2
r = 510mm (innerer Radius)
3
alpha = 77° (Öffnungswinkel)
Habe das mal mit Wolphramalpha berechnet:
http://www.wolframalpha.com/input/?i=%282%28540%5E3-510%5E3%29*sin%28%282pi%29%2F360*77%29%29%2F%283%28540%5E2-510%5E2%29*%28%282pi%29%2F360*77%29%29

und das ergibt:

380.7mm vom Kreismittelpunkt zum Schwerpunkt.

Jetzt habe ich mal die Distanz von der "Grundlinie" zum rechten unteren 
Eck des Kreisbogens berechnet. Und die ist laut cos Satz

399.1mm

das verwirrt mich, denn der Schwerpunkt kann doch nicht ausserhalb der 
Figur liegen? (Also schon ausserhalb der Fläche, aber wenn man ein 
Gummiband aussenrum spannen würde, wäre der Schwerpunkt bestimmt 
innerhalb .. ?)

Mache ich einen Denkfehler?
Angehängte Dateien:
Gast #1766055
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> Jedoch sehe ich langsam ein, dass die Rollen besser an der Tür montiert
> werden, und die Nut in die Decke eingelassen werden muss. Sonst wird
> das nichts.

Genauso ist das. Erstens schränkt sich der Öffnungswinkel stark ein +-20 
Grad, zweitens verlagert sich der Schwerpunkt und das Ding kippt. Ginge 
nur bei Führung an der Decke und am Boden.

Zeichnung oberer Teil: Quadrate als ideale Punkte für die Rollen, Kreis 
ist Schwerpunkt

Unterer Teil: Auslenkung max., Rollenpunkte liegen nicht mehr in einer 
Linie mit dem Schwerpunkt. Ein 3D Körper wird sich dann so verlagern, 
daß sein Schwerpunkt wieder in einer gedachten Linie zwischen den Rollen 
liegt. In der Folge kippt die Tür nach außen.
Angehängte Dateien:
Gast #1766063
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Hi,

eigentlich nicht. Denk z.b. an einen Motorradfahrer, in großer 
Schieflage verschiebt sich sein Schwerpunkt auch aus dem "Material". Ich 
hoffe ich liege da richtig, ich lasse mich da aber auch gerne eines 
besseren belehren ;)
#1766081
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celine schrieb:

> das verwirrt mich, denn der Schwerpunkt kann doch nicht ausserhalb der
> Figur liegen? (Also schon ausserhalb der Fläche, aber wenn man ein
> Gummiband aussenrum spannen würde, wäre der Schwerpunkt bestimmt
> innerhalb .. ?)
>

Das stimmt. Oder mathematisch ausgedrückt: Der Schwerpunkt muß innerhalb 
der konvexen Hülle liegen.

Wo der Rechenfehler liegt kann ich aber auf einen Blick auch nicht 
sagen.
Gast #1766092
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> Mache ich einen Denkfehler?

Vor allem suchst du den Schwerpunkt, der als Aufhängepunkt gar nicht 
geeignet ist.

Du willst ja nicht 1, sondern 2 Aufhängepunkte, an denen die Rollen 
befestigt werden, mit denen die gebogene Tür in der gebogene Schiene 
hängt damit sie eine Kreisbahn rollen kann.

Da niemand weiss, wie homogen das Material der Tür ist (schon ein Knopf 
auf der Vorderseite verschiebt das Gewicht etwas) nützt dir die 
theoretische Berechnung eh wenig.

Bau die Tür, bau die Schiene, und halte die Tür an zwei Punkten 
(symmetrisch zur Mitte) oben bis sie gerade hängt, und du hast die 
Befestigungspunkte ohne Berechnung ermittelt, und sie stimmen dann sogar 
:-)
Gast #1766112
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@MaWin:
Die Tür hat recht Masse und sollte relativ homogen sein. Ich denke 
nicht, dass ein leichter Knopf da viel ausmacht. Und zudem schadet es ja 
nicht, vorher das ganze einmal zu berechnen. Aber ich gebe dir Recht, 
sehr wahrscheinlich kommt man um eine manuelle Justage nicht drum rum.

Ich frage mich bloss, wo ich den Fehler in meiner Berechnung gemacht 
habe? .. Sofern die Ausgangsformel stimmt.

Gruss
#1766139
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MaWin schrieb:
> Vor allem suchst du den Schwerpunkt, der als Aufhängepunkt gar nicht
> geeignet ist.

Doch, doch.
Er/Sie/Es sucht erstmal den Schwerpunkt, legt dann durch selbigen
eine Linie und macht die Rollen dort am Kreisbogen fest, wo diese
Linie (an 2 Punkten) auf den Bogen trifft.
Dann liegt der Schwerpunkt genau zwischen den Rollen und die
Tür hängt gerade.

Denke ich mal...
#1766153
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Also nach meiner Meinung braucht man da gar keinen Schwerpunkt und 
sonstiges Gedöns, das kann man klar durch Überlegung lösen:
da ich zwei Aufhängepunkte habe, kann die Tür nur nach vorne/hinten 
pendeln und schief hängen, wenn das Gewicht vor und hinter den 
Aufhängepunkten unterschiedlich ist. Also würde ich die Rollen bei 1/4 
und 3/4 des Kreissegmentwinkels der Türe machen. Dann sind die Massen 
zwischen den Rollen und ausserhalb gleich. Deswegen müssen die Rollen 
auch an der Tür befestigt werden und die Nut muss an der Decke sein. Ist 
bei meinen geraden Schiebetüren auch so.
#1766189
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Helmut -dc3yc schrieb:
> Also würde ich die Rollen bei 1/4
> und 3/4 des Kreissegmentwinkels der Türe machen. Dann sind die Massen
> zwischen den Rollen und ausserhalb gleich.

Es geht aber nicht darum, ob auf beiden Seiten die gleiche Masse ist.

Vielmehr muß auf beiden Seiten das Integral aus Masse*Hebel gleich,
sein, das dreht nämlich die Tür um die Rollen.

Bei deinem Vorschlag hängt die Tür nach der Seite, bei der die
Masse weiter von den Rollen entfernt ist (also die Seite mit den
Enden des Bogens).
#1766206
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celine schrieb:
> Hallo
>
> Ich bin es nochmal.
>
> Ich habe gerade versucht, den Schwerpunkt zu berechnen. Ich bediente
> mich angehängter Formel.
>
1
> R = 540mm (äusserer Radius)
2
> r = 510mm (innerer Radius)
3
> alpha = 77° (Öffnungswinkel)
4
>
> Habe das mal mit Wolphramalpha berechnet:
> 
http://www.wolframalpha.com/input/?i=%282%28540%5E3-510%5E3%29*sin%28%282pi%29%2F360*77%29%29%2F%283%28540%5E2-510%5E2%29*%28%282pi%29%2F360*77%29%29
>
> und das ergibt:
>
> 380.7mm vom Kreismittelpunkt zum Schwerpunkt.

Ohne Wolfram bekomme ich das auch raus.

>
> Jetzt habe ich mal die Distanz von der "Grundlinie" zum rechten unteren
> Eck des Kreisbogens berechnet. Und die ist laut cos Satz
>
> 399.1mm

Welchen Kosinussatz nimmst du denn dafür?
Dieser Abstand ist für mich cos(alpha)*510mm (mit alpha natürlich im
Bogenmaß), und da komme ich auf 114 mm.

Deine 399 sind nicht realistisch, wenn alpha 77 Grad sind
(skizziere das doch mal in Gedanken, 77° sind ja nicht viel weniger
als ein rechter Winkel, und bei 510mm Radius ist 399 viel zu groß).



>
> das verwirrt mich, denn der Schwerpunkt kann doch nicht ausserhalb der
> Figur liegen? (Also schon ausserhalb der Fläche, aber wenn man ein
> Gummiband aussenrum spannen würde, wäre der Schwerpunkt bestimmt
> innerhalb .. ?)

Korrekt.

>
> Mache ich einen Denkfehler?

Nur einen Rechenfehler :-)
#1766587
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Jetzt musste ich mich noch anmelden, da man ja im Offtopic Forum nicht 
frei posten kann.

Ich hab, soweit ich das richtig sehe, bloss den falschen Winkel 
verwendet.
Der ganze Öffnungswinkel des Sektors ist in der oben geposteten Formel 2 
* alpha. Ich dachte, alpha beziehe sich schon auf den gesamten Winkel.
Also ist nun:

>> und das ergibt:
>>
>> 380.7mm vom Kreismittelpunkt zum Schwerpunkt.
>
> Ohne Wolfram bekomme ich das auch raus.

.. das glaub ich dir gerne, jedoch hatte ich nur den mühsamen 
win-rechner zur Verfügung ;-)

>>
>> Jetzt habe ich mal die Distanz von der "Grundlinie" zum rechten unteren
>> Eck des Kreisbogens berechnet. Und die ist laut cos Satz
>>
>> 399.1mm
>
> Welchen Kosinussatz nimmst du denn dafür?
> Dieser Abstand ist für mich cos(alpha)*510mm (mit alpha natürlich im
> Bogenmaß), und da komme ich auf 114 mm.


Nochmals in die Formel eingesetzt ergibt das
486.507mm (Abstand vom Kreismittelpunkt zum Schwerpunkt)
was plausibel scheint.

gruss

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