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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik ACS714 wirklich bis 30A?


Autor: dl8rds (Gast)
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ich habe ein BreakOut Board mit einem ACS714. Das ist ein kleiner SMD-IC 
mit gaaanz kleinen Beinchen. Der IC mißt den Strom, der über zwei 
Beinchen (parallel) reinkommt und über zwei andere Beinchen rausgeht. 
Ganz offenbar ist er zwischen den beiden Beinchenpaaren niederohmig.

Wenn wir aber alle mal mit einem schönen kurzschlußfesten starken 
Netzteil gebastelt haben und gesehen haben, daß ein kleiner Draht bei 
10A sehr schnell heiß wird, dann kann ich mir einfach beim besten Willen 
nicht vorstellen, daß diese beiden Beinchen, auch wenn sie parallel 
sind, bis zu 30A aushalten.

Also die Frage: Wer von euch hat Erfahrung mit diesem Ding? Die 30A sind 
bestimmt nicht auf Dauerstrom bezogen, oder? Was hält der ACS714 denn 
tatsächlich so an Dauerstrom aus?

Danke schon mal für eure Tipps.

Grüße
Markus

Autor: dl8rds (Gast)
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Ach ja, hab vergessen dazu zu schreiben, daß der ACS714 in einer 
Variante auf 5A und in der anderen Variante auf 30A spezifiziert ist. 
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß durch diese Beinchen 30A 
durch gehen, ohne daß einem das Ding verdampft :-)

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Doch, der Strom muß da durch. Und es wird sogar noch enger, wie in der 
Schnittzeichnung zu sehen ist.
http://www.allegromicro.com/en/Products/Design/cur...

Wenn das so ist:
> SOIC8 with integrated 1.2 mΩ conductor
dann fallen bei 30A Strom 36mV ab und es entstehen im Chip immerhin 1,1 
Watt Werlustleistung. Warm werden wird der also schon...

Interessant wird es daher vor allem auch auf der Leiterplatte:
30A bei 70µm Kupfer und 6mm Leiterbahnbreite ergeben immerhin eine 
Erwärmung um 60K. Wenns nur 35µm Kupfer sind, ist bei gleicher Erwärmung 
schon mal eine Leiterbahnbreite deutlich größer 10mm nötig. Und weil 
sich der Strom dann in die Pins reindrängeln muß, wird dort die 
Stromdichte und damit die Temperatur lokal deutlich ansteigen...

Ich würde sagen, dass die 30A (sinnvollerweise) eher nur für 
Stromspitzen gedacht sind...

Autor: PI314 (Gast)
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dl8rds schrieb:
> Also die Frage: Wer von euch hat Erfahrung mit diesem Ding?
Muss nicht sein... Ein Taschenrechner reicht in der Regel aus :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Verlustleistung
+
http://www.allegromicro.com/en/Products/Part_Numbe...

"The internal resistance of this conductive path is 1.2 mΩ typical, 
providing low power loss. The thickness of the copper conductor allows 
survival of the device at up to 5× overcurrent conditions."

> Die 30A sind bestimmt nicht auf Dauerstrom bezogen, oder?
Anscheinend doch. Dabei hätte das Ding um

0,0012*30^2 = 1,02 W

zu verkraften (was allerdings eher grenzwertig ist; bei 5A wäre es aber 
nur noch 30 mW).

Eine andere Frage wäre, inwiefern das die Stabilität/Sensitivität 
beeinflusst... Die Antwort steht wie immer im Datenblatt :)

Autor: dl8rds (Gast)
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Zur Abrundung dieser Thematik: Ich habe einen anderen Thread gefunden, 
in dem es um Messungen großer Ströme geht.

Beitrag "günstige Strommessung bis 100 A"

In diesem Thread wurde auf die Transducer der Firma LEM (Seria HAIS) 
hingewiesen. Diese Transducer kosten nur ca 18 Euro und man kann sie bei 
LEM auf der Webseite per Kreditkarte bestellen. Das habe ich nun gemacht 
und bin meine Sorgen los, daß durch die Beinchen des ACS714 keine 30A 
passen.

Bei den LEM-HAIS-Sensoren ist das mit Sicherheit der Fall, weil die 
sogar kontaktlos sind. Sie sehen ein bisserl aus wie ein Ring, und man 
steckt das stromführende Kabel einfach durch.

Grüße
Markus

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