Hallo,
ich suche einen geeigneten Transistor um 200 Ampere bei 24 Volt DC und
60 Hz zu schalten. Gut wäre es natürlich, wenn der Transistor etwas mehr
aushällt...
Geschaltet wird eine induktive Last! (Spule)
über Antworten würde ich mich sehr freuen!
Gruß
Paul
MOSFET-Übersicht
Aber Achtung:
1mΩ entspricht bei 200 Ampere: 40W
Außerdem habe ich im Kopf, dass TO-247 nur 70A aushält.
Du wirst also auf jeden Fall mehrere brauchen.
So etwa gibt es - große IGBTs, wie sie in kommerziellen
Frequenzumrichtern vorkommen, Mitsubishi, Thomson und andere stellen so
etwas her. 200A ist da kein Problem.
Man kann auch mehrere MOSFET parallelschalten.
Man muss sich natürlich auch Gedanken über die Platine machen. Besser
wäre es auf Module umzusteigen und den Strom über Schienen zu leiten.
Ein EINZELNER Transistor schafftd das nicht, weil die üblichen Gehäuse
das (TO220, TO247, TO3) nicht schaffen.
Sondergehäuse sind teuer, daher werden üblicherweise Transistoren
parallelgeschaltet.
Man nennt das Elektronikentwicklung, wenn man aus vorhandenen
Bauelementen was kombiniert um die geforderte Funktion zu erreichen.
Wer nur fertige Elemente sucht, ist Elektriker.
MaWin schrieb:>Man nennt das Elektronikentwicklung, wenn man aus>vorhandenen Bauelementen was kombiniert um die>geforderte Funktion zu erreichen.
Gut. Kann man machen, z.B. 4 Transistoren zu je 50A.
In meiner ECA-Tabelle fand ich auch nur Typen mit bis zu 90A.
Eine Frage hätte ich da mal: In verschiedenen industriellen Anwendungen
gibt es doch gigantische Halbleiterbauelemente. Z.B. suppentellergroße
Thyristoren für E-Loks der Bahn, oder in der Schwerindustrie. Reichelt
und blaues C haben sowas nicht.
Komme ich an sowas denn auch als Normalkunde heran, oder sind das immer
Sonderanfertigungen? Sorry, ich hab da keinerlei Erfahrung.
> Komme ich an sowas denn auch als Normalkunde heran
Schon, vor allem über eBay,
die üblichen Distributoren z.B. für ABB/Semikron/IXYS, wie AVNet/Spoerle
stellen sich meist an, wenn du kein Gewerbetreibender bist.
Die Teile sind aber TEUER.
mhh schrieb:>War mehr als Antwort für Wilhelm gedacht.http://de.rs-online.com/web/search/searchBrowseAct...
Puh, der Preis...
Danke mal, auch an MaWin. Da muß man als kleiner Entwickler denn eben
Parallelschaltungen aus mehreren preiswerten Halbleitern anwenden. Bei
200A, sollte es z.B. mit 4 Gruppen zu je 50A gehen.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Danke mal, auch an MaWin. Da muß man als kleiner Entwickler denn eben> Parallelschaltungen aus mehreren preiswerten Halbleitern anwenden. Bei> 200A, sollte es z.B. mit 4 Gruppen zu je 50A gehen.
Trotzdem ist 200A über eine Standardplatine nicht ganz ohne. Man könnte
natürlich ein bisschen basteln und zusätzlich Litze auflöten oder
ähnliches. Das Modul wäre aber die elegantere Variante.
der TO schrieb ja
>Hallo,>ich suche einen geeigneten Transistor um 200 Ampere bei 24 Volt DC und>60 Hz zu schalten.
Irgendwie komm ich da mit den DC und 60Hz nicht klar ...
Stefan L. schrieb:>Trotzdem ist 200A über eine Standardplatine nicht ganz ohne.
Das sind z.B. Anlasserströme beim größeren PKW. Welche
Kupferbeschichtungsstärken der Platinen gibt es denn überhaupt? Über
70µm? Sowas kann sinnvollerweise eher nur mit kleinen Stromschienen
bewältigt werden. Die Transistorenbatterie wird da sinnvollerweise
komplett außerhalb einer Leiterplatte an Kühlkörpern angebracht. Ich hab
z.B. hier eine Kondensatorbatterie aus einem Industrienetzteil liegen,
wobei die Kondensatoren mit 1 Quadratzentimeter Querschnitt Kupfer
verschraubt sind.
>Das Modul wäre aber die elegantere Variante.
Bei einem Einzelexemplar, OK. Ansonsten kommt es wohl auf die
Stückzahlen an, wieviel Überlegungen zur Kostenreduzierung man
investiert. Dafür gibt es den Entwickler.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Welche> Kupferbeschichtungsstärken der Platinen gibt es denn überhaupt? Über> 70µm?
Es gibt auch mehr, das sind dann aber Sonderlösungen.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Die Transistorenbatterie wird da sinnvollerweise> komplett außerhalb einer Leiterplatte an Kühlkörpern angebracht.
Man schraubt/lötet/presst die Module meistens in eine Platine. Strippen
ziehen ist sehr selten geworden, da zu aufwendig.
Wilhelm Ferkes schrieb:>>Das Modul wäre aber die elegantere Variante.>> Bei einem Einzelexemplar, OK.
Gerade bei Stückzahlen bietet sich ein Modul an.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Wieso?
Mir ging es jetzt weniger um den Preis, sondern eher um eine möglichst
einfache Montage am Kühlkörper.
Ich sehe aber gerade auch, dass mein oben genanntes Modul auch für
Leiterplattenmontage bestimmt ist; man hätte also da die gleichen
Probleme. Vielleicht sollte man doch eher ein Modul mit
Schraubterminals suchen.
Schließlich sind Lötstellen, die sich ja dann auch stark erwärmen,
relativ anfällig. Wenn das Teil zigtausend Stunden bei hoher
Umgebungstemperatur laufen soll, kann das schon ein Problem sein.
Stefan L. schrieb:>Mir ging es jetzt weniger um den Preis, sondern eher um>eine möglichst einfache Montage am Kühlkörper.
Stefan, versteh mich bitte nicht falsch. Ich war in einer Kleinklitsche,
wo es um den Zehntel Cent bei einer Baugruppe ging, von der z.B.
4-stellige Zahlen im Jahr verkauft wurden. Ich bin da stark vorbelastet.
Da wäre so ein Modul und bei dem Preis niemals gegangen. Die Kunst war,
aus wenig Kosten und billigsten Standardbausteinen und viel Einsatz das
beste zu machen.
Das ging im Extrem so weit, daß man einen 5V Festspannungsregler durch 8
Silizium-Dioden ersetzt, weil die billiger sind.
Im nächsten Leben suche ich mal ne bessere Firma.
Bei manierlichen Bedingungen, wüßte ich allzu gut, wie ich was mache.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Ich war in einer Kleinklitsche,> wo es um den Zehntel Cent bei einer Baugruppe ging, von der z.B.> 4-stellige Zahlen im Jahr verkauft wurden.
Ich arbeite bei einer Firma, bei der man auf Qualität und
Zuverlässigkeit Wert legt und man auch Montagekosten rechnen muss.
Dementsprechend habe ich da eben eine etwas andere Sichtweise.
Wenns ein Bastlerobjekt ist, sieht das ganze sowieso wieder anders aus,
aber das habe ich ja schon erklärt.
Stefan L. schrieb:>Ich arbeite bei einer Firma, bei der man auf Qualität>und Zuverlässigkeit Wert legt und man auch Montagekosten>rechnen muss. Dementsprechend habe ich da eben eine etwas>andere Sichtweise.
Ich glaube, da gibt es eine ungeheure Bandbreite an Streuungen. Wohl
dem, der was gutes erwischt hat.
Wir müssen das aber hier nicht ausweiten, sonst wird es zu Offtopic. Ist
einfach mal so eine Feststellung.
Es wäre sicher interessant zu erfahren, wozu der Threadstarter diese
Schaltung benötigt. Vielleicht ist es ja auch wieder mal so ein Spinner,
der seinen Autoanlasser mit Softstart betreiben möchte, dann kann man
nämlich gleich das Thema beenden.