Hallo,
ich möchte eine Multilayer-Platine erstellen. Ich habe bei Eagle-Hilfe
nachgeschlagen, dort steht, dass die Isolationsschichten können als
Kerne (Core) oder Prepreg ausgelegt sein. Was ist der Unterschied?
VIELEN DANK!
Für den Laien: die Dicke
Etwas vertieft: Auf dem Core ist eine Kupferfolie aufgebracht.
Prepregs sind nur nackte Kunststofffolien.
Dazu kommt aber die Ausnahme, dass die äusseren Prepregs doch wieder
eine Kupferbeschichtung haben.
Arne55 schrieb:> Was ist der Unterschied?
Es gibt prinzipiell keinen Unterschied, ausser, das dass Harz im Prepreg
noch nicht ausgehärtet ist. Das passiert erst in der Multilayerpresse
bei Hitze und mech.Druck.
Michael X. schrieb:> Core ist fest, Prepreg schwabbelig ...
Ein Core-Materiel ist bei 50µm Stärke + 12µm Basis Cu auch sehr
"schwabbelig"...
> Wenn du einen definierten Abstand> zwischen 2 Layern brauchst muß da ein Core dazwischen sein.
Nö, du bekommst auch mit Prepregs einen definierten Abstand hin.
Allerdings sollte man schon wissen, wie sich Prepregs in der Presse
verhalten.
Gruss Uwe
Lothar Miller schrieb:> Dazu kommt aber die Ausnahme, dass die äusseren Prepregs doch wieder> eine Kupferbeschichtung haben.
Nein haben sie nicht - das sind die selben Prepregs wie in den
Innenlagen :-)
Auf den Aussenlagen wird "einfach" eine nackte Cu-Folie in der
gewünschten Dicke aufgelegt.
Hallo,
Cores sind ausgehärtet und haben auf beiden Seiten Cu, Prepregs sind
noch weich, darauf kann man kein Cu unterbringen. Die Lagenfolge wird
daher dadurch realisiert, dass man Cu-Core-Cu, Prepreg, Cu-Core-Cu usw.
aufeinanderschichtet, es spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle,
welche Isolationsschicht Core und welche Prepreg ist. Aussen hat man
üblicherweise Prepreg und 1 nackte Cu-Folie. Es gibt aber auch Firmen,
die anders arbeiten und mit einer einseitig geätzen Core-Lage anfangen.
Siehe beiliegnden Lagenaufbau, die Cu-Schichten gehören zum Core bis auf
die äusseren.
Zu beachten ist, dass die Cu-Schichten in die Prepreg-Lage einsinken,
d.h. dort wird beim Verpressen der Abstand der Cu-Lagen geringer, was
man bei der Berechnung berücksichtigen muss.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> ... Prepregs sind noch weich, darauf kann man kein Cu unterbringen.
Wie gelangt eigentlich die Cu-Folie auf das Kern-Material ?
Aufwalzen ?
Das wär ein Grund, warum das bei Prepregs nicht geht !?
Gruss Uwe
Das hört sich so an, als ob aus einem Prepreg und 2 Folien ein Core
würde. Ist das so ?
Wieso gibt es überhaupt cores ? Theoretisch könnte sich der Hersteller
doch alles aus Prepregs und Kupferfolie selbst bauen und sich
Lagerkosten für die Cores zu sparen.
Ich hab auch schon mal Aufbauten mit 2 Cores gesehen, wofür wird das
gemacht ?
Fragender schrieb:> Das hört sich so an, als ob aus einem Prepreg und 2 Folien ein Core> würde. Ist das so ?
Im Prinzip ja. Allerdings ist es ratsam, mind. Prepregs zu verwenden,
insbesondere bei dickem Cu.
> Theoretisch könnte sich der Hersteller> doch alles aus Prepregs und Kupferfolie selbst bauen und sich> Lagerkosten für die Cores zu sparen.
Er spart vielleicht an Lagerkosten, dafür braucht er mind. 1
Multilayerpresse mehr, weil er das Basismaterial jetzt selber herstellen
muss, d.h. mehr Arbeitsschritte u.s.w. ...
> Ich hab auch schon mal Aufbauten mit 2 Cores gesehen ...
Das war doch nur ein 6 Lagen Board, interessanter wird es erst jenseits
von 16 Lagen. ;-)
Gruss Uwe
Nachtrag:
> ... ist es ratsam, mind. Prepregs zu verwenden, ...
sollte heißen:
... ist es ratsam, mind. 2 Prepregs zu verwenden, ...
verdammte Hitze
Uwe
Uwe N. schrieb:> ... ist es ratsam, mind. 2 Prepregs zu verwenden, ...
Hallo Uwe,
das ist bei MIL sogar vorgeschrieben und auch sonst üblich.
Gruss Reinhard
Uwe N. schrieb:>> Wenn du einen definierten Abstand>> zwischen 2 Layern brauchst muß da ein Core dazwischen sein.>> Nö, du bekommst auch mit Prepregs einen definierten Abstand hin.> Allerdings sollte man schon wissen, wie sich Prepregs in der Presse> verhalten.
Nicht wenn die Leiterplatte bei unterschiedlichen Herstellern läuft. Das
ist bei Serienprodukten eher die Regel.
Michael X. schrieb:> Nicht wenn die Leiterplatte bei unterschiedlichen Herstellern läuft. Das> ist bei Serienprodukten eher die Regel.
Sicher gibt es Unterschiede von Hersteller zu Hersteller. Aber so krass
sind die Unterschiede wohl kaum, es sei denn, es geht um komplizierte
und hochlagige Multilayer.
In der Regel ist es ja so, das der Kunde einen bestimmten Aufbau und die
Materialien vorgibt. Diesen prüft der Hersteller und produziert danach.
Und wenn der Kunde den selben Aufbau bei 2 Herstellern freigegeben
bekommen hat, dann sollte es egal sein, wo er die Platinen herbekommt.
Wenn du dir sicher sein willst, dann lass einen (oder
mehrere)Impedanzmesscoupon(s) auf die Panel machen, dann kannst du
selber prüfen, ob die Impedanzen (und damit die Geometrien) stimmen.
Davon mal abgesehen, du darst (musst) selbst bei nur einem Lieferanten
mit +/-10% Toleranzen rechnen.
Gruss Uwe
Michael X. schrieb:>> Nö, du bekommst auch mit Prepregs einen definierten Abstand hin.>> Allerdings sollte man schon wissen, wie sich Prepregs in der Presse>> verhalten.>> Nicht wenn die Leiterplatte bei unterschiedlichen Herstellern läuft. Das> ist bei Serienprodukten eher die Regel.
Hallo,
diese Diskussion ist vollkommen überflüssig: aufgrund des üblichen
Aufbaus eines Multilayers wechseln als Isolationsschicht Core und
Prepreg einander ab. Für die Impedanz einer Stripline sind also beide
Abstände verantwortlich, damit müssen Hersteller und User eben
zurechtkommen. Darüber zu diskutieren, ob Core oder Prepreg genauer sind
ist so sinnvoll wie die Frage, ob man beim Einparken rechts oder links
mehr Platz hat.
Die Behauptung, mit Prepregs ginge das nicht, wird sowieso von
Abermillionen Leiterplatten widerlegt. Der Hersteller hat sich nach dem
Lagenplan zu richten, Punkt und aus.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Der Hersteller hat sich nach dem> Lagenplan zu richten, Punkt und aus.
Wenn man kostengünstige Leiterplatten will lohnt es sich schon mal
vorher mit dem LP-Hersteller zu reden wie seine Standard-Fertigung
läuft.
Gruß Anja
Hallo,
da hat hier jemand einen Multilayeraufbauf mit innen- und
aussenliegenden Kernen hervorgeruffen. Vielleicht gebe ich meinen Senf
dazu. Und am besten zeige ich es anhand vom Bild. (Siehe aufbau_out.GIF
und aufbau_in.GIF)
Bei einem 4-lagen ML kann sowohl ein Kern als auch zwei Kerne vorkommen.
Ein 4-lagen ML mit einem Kern ist aber einfacher in der Produktion und
dadurch billiger.
Ein 4-lagen ML mit zwei Kernen bereitet mehr Aufwand und ist dadurch
teurer. Vor der Presse werden Lagen 2 und 3 auf separaten Kernen
belichtet und geaetzt. Die Lagen 1 und 4 bleiben dabei mit Resist
geschuetzt.
Man fragt sich vielleicht wozu dieser Aufwand? Bei einem 6-lagen ML mit
Blind-Bohrungen von 1-2 und 5-6 sieht es besser: zwar koennten diese
nach dem Pressen mit einem definiertem Z-Abstand gebohrt werden, oder
aber man kann sie auch einfach vor dem Pressen fertigen wie eine
einfache doppelseitige LP.
Und noch etwas: immer zwei Prepregs im Aufbau einkalkulieren, aber nicht
mehr als 3 verwenden, da Prepregs gerne schwimmen. Hier ist auch die
Antwort auf die Frage enthalten, ob sich die Cores mit Prepregs ersetzen
lassen. Also fuer eine Kernesdicke von 0.9mm verwenden wir keineswegs
5x7628.
Schoenne Gruesse
Pawel Kramarz
www.cramasch.com