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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Streuinduktivität Planartrafo


Autor: Me (Gast)
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Hallo,
weiss jemand woher das Gerücht stammt, dass Planartrafos eine geringere 
Streuinduktivität hätten? Meiner Meinung nach ist es aufgrund der 
größeren Abstände der Wicklungen genau andersrum.

Autor: Trafo-Experte (Gast)
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> weiss jemand woher das Gerücht stammt, dass Planartrafos eine geringere
> Streuinduktivität hätten?

Im Vergleich zu was? Es gibt bestimmt Planartrafos, die weniger 
Streuinduktivität haben als ein bestimmter anderer Trafo. Aber das kommt 
auf den konkreten Einzelfall an, also der genaue Aufbau des Trafos, 
Frequenz, ...

Woher das Gerücht, wenn es denn eines ist, genau stammt, kann Dir 
vermutlich niemand sagen. Ist das so wichtig für dich?

Autor: Me (Gast)
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Na im Vergleich zum gewickelten. Man baut zwei Trafos, den einen 
gewickelt, den anderen als Planartrafo. Ich habe die Aussage jetzt schon 
mehrfach in Beschreibungen zum Planartrafo gelesen und meiner Meinung 
nach ist sie einfach falsch, daher "Gerücht". Ich will ja nicht wissen 
ob das Gerücht aus Hamburg oder Bielefeld kommt, sondern ob die Aussage 
irgendeine Grundlage hat.

Autor: Trafo-Experte (Gast)
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Ein Planartrafo kann auch gewickelt sein. Die Bezeichnung "Planar" 
bedeutet nicht, dass die Wicklungen aus Leiterbahnen auf einer Platine 
bestehen, das kann z.B. auch auch eine planare Wicklung aus einer 
Kupferfolie sein.

Bei einem bifilar gewickelten Planartrafo kann man sicherlich eine sehr 
geringe Streuinduktivität erreichen, genauso wie bei einem herkömmlich 
gewickelten Trafo.

Es gibt da wirklich viele unterschiedliche Bauformen mit 
unterschiedlichen Eigenschaften, so dass sich diese Frage nicht so 
pauschal beantworten lässt.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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Meinst du wirklich "Planartrafo" oder eher "Flachtrafo"?

Kai Klaas

Autor: Sebastian Enz (senz) Benutzerseite
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Und meinst Du als "gewickelter Trafo" einen Trafo mit Schnittbandkern? 
-der hat auf jeden Fall ein ganz kleines Streufeld

Autor: Kai Klaas (Gast)
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Flachtrafos sind für alle, die E-Gitarre mit Single-Coil-Tonabnehmern 
spielen, der blanke Horror! Aufgrund des ungünstig geformten, weil viel 
zu dünnen Kerns, ist das Streufeld ganz erheblich. Auch der "Klang" ist 
anders: Während ein normaler Trafo einfach nur tieffrequent vor sich hin 
brummt, hört man beim Flachtrafo oft unsägliche Harmonische. Da hilft 
nicht mal Abstand halten zu so einem unmusikalischen Flachtrafo...

Kai Klaas

Autor: Me (Gast)
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Ich kann leider auch nicht sagen was da jetzt exact verglichen wurde 
(sieht langsam eher nach werbe blabla aus).

Mir ging es einfach darum, ob ich mit einem Planartrafo => Trafo mit 
platinenleiterbahnen als spule eine geringe Streuinduktivität erhalte 
als mit einem normal 0815 gewickelten Trafo.

Autor: Fralla (Gast)
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Die Planartrafor die ich kenne, also welche mit Kupferblechen als 
Wicklung haben eine sehr geringe Streuinduktivität vergleichen mit dem 
konventionel gewickelten Gegenstück. Allerdings auch eine massive 
Kopplungskapazität mit der man fertig werden muss, wenn als übertrager 
in einen Wandler eingesetzt.
Andererseits gibts filter, (zb EMV Eingangsfilter) welche Drosseln aus 
"Planartrafos" (nach dem Planarprinzip aufgebaut) haben. Da kann man 
wenn geschickt dimmensioniert die Kappazität gleich zum Filter nehen.

MFG

Autor: M. B. (mbarwig)
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Die Streuinduktivität ist bei einem Planartrafo (Leiterbahnen als 
Leiter) per se nicht kleiner als beim gewickelten. Allerdings können 
beim Planarleiter die einzelnen Wickellagen einfacher voneinander 
isoliert werden (durch eine Schicht FR4). Dadurch kann man sehr einfach 
einen interleaved-Trafo  herstellen. Interleaving bedeutet immer 
abwechselnd Primär- und Sekundärlagen übereinander stapeln anstatt erst 
die ganze Primär- und dann die Sekundärwicklung aufzubringen. Durch die 
kleinen Abstände zwischen Primär- und Sekundärlage und meist geringeren 
Feldstärken im Inneren wird die Kopplung besser bzw. die Streuung 
geringer. Natürlich kann man die Technik auch beim gewickelten Trafo 
nutzen, aber die Isolation wird aufwendiger. Es ist also einfacher eine 
geringe Streuinduktivität beim Planartrafo zu erhalten. Mit 
entsprechendem Aufwand funktioniert das aber auch beim gewickelten.

Betrachtet man die Leiterbahnen mit den schön großen gegenüberliegenden 
Flächen erkennt man -wie oben bereits erwähnt- aber auch den großen 
Nachteil: Die Kapazitäten steigen.

Alle Angaben ohne Gewähr!

MFG

Autor: Me (Gast)
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Super, danke für die Infos das hilft mir schon sehr.

Autor: Testfall (Gast)
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Auch auf die Gefahr hin, jetzt auf's Dach zu kriegen ... Stahlkäfig dum 
und egal ist die Sache.

Autor: M. B. (mbarwig)
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Mit dem Stahlkäfig verminderst du die Abstrahlung elektrischer Felder. 
Die magnetischen Felder gehen da aber quasi ungehindert durch. Außerdem 
ging es ja eigentlich um die Streuinduktivität. Die kann auch dann 
auftreten, wenn gar nichts nach außen abgestrahlt wird. Die 
Streuinduktivität bedeutet, dass du Energie im magnetischen Feld 
speicherst, diese aber nicht auf die andere Seite des Transformators 
bringst. Ohne zusätzliche Maßnahmen führt die Energie nach dem 
Abschalten deines Transistors (bei einem Schaltnetzteil) zu einer 
Spannungsspitze am selbigen, bzw. die gespeicherte Energie geht 
verloren. Das hängt aber auch von der Schaltnetzteiltopologie ab und man 
kann die Energie teilweise zurückgewinnen. Manchmal ist die 
Streuinduktivität auch gewünscht: Stichwort Resonante Schaltnetzteile.

MFG

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  M. B. (mbarwig)

>Mit dem Stahlkäfig verminderst du die Abstrahlung elektrischer Felder.
>Die magnetischen Felder gehen da aber quasi ungehindert durch.

Lass dass mal nicht den alten Herrn Maxwell hören ;-)

Magnetische WECHSELfelder kann man auch sehr gut mit Stahlblech, aka 
Weißblech, schirmen. Machen die Funker seit über 100 Jahren.

>Streuinduktivität auch gewünscht: Stichwort Resonante Schaltnetzteile.

Oder Royer Converter

MfG
Falk

Autor: M. B. (mbarwig)
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Das habe ich ja mit dem quasi gemeint :-). Nein im Ernst, es ist doch 
deutlich einfacher elektrische Felder zu schirmen (Stahlkäfig auf Masse 
legen), als die magnetischen. Da müssen sich ja erstmal die Wirbelströme 
richtig ausbreiten können. D.h. die Schirmwirkung ist auch stark von der 
Dicke des Schirms abhängig und je geringer die Frequenzen werden, desto 
schwieriger wird die Schirmung. Ach ja die Leitfähigkeit ist natürlich 
auch noch ausschlaggebend. Also mit entsprechendem Aufwand lassen sich 
auch die magnetischen Felder schirmen. Viel besser ist es jedoch, wenn 
der Trafo so ausgelegt wird, dass er erst gar nicht viel sendet :-)

MFG

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